15.06.2010: Gewollte Arroganz oder Unkenntnis? ANME für Abschaffung der Natur- und Volksheilkunde der Heilpraktiker?


Im Member´s Letter No. 4-2010 der ANME (Association of Natural Medicine in Europe e.V.) ist ein denkwürdiger Passus über die Heilpraktiker zu lesen. Wobei man wissen sollte, daß maßgebliche Träger der ANME der UDH-Bundesverband oder der BDH Warendorf sind.

Zitat:
..." Beim Stichwort "Gesundheit" geht es gegenwärtig um einen Paradigmenwechsel in  Richtung "Lebensqualität im weitesten Sinne. Prävention, Gesundheitserziehung und Gesundheitskommunikation - dies sind die Bereiche in denen die CAM heute nachgefragt wird (CAM=Complementäre und Alternative Medizin, die Red.). In diesem Bereich werden gegenwärtig eine Vielzahl von neuen Berufen und Qualifikationen mit akademischer Absicherung geschaffen. Für Osteopathie, Chiropraktik, Manualtherapien und Kinesiologie entstehen Bachelorstudiengänge und die integrative Medizin (IM) verbindet die CAM-Ärzte in Europa. Die Naturheilverfahren werden Indikationsbezogen in Studien untersucht und wenn sie sich bewähren, werden diese Indikationen in das sich neu formierende Gesamtsystem übernommen. Dieser Prozess ist in vollem Gang und hat alle Hochschulen in Europa ergriffen.

Gleichzeitig ergeht es der klassischen Naturheilkunde wie Ureinwohnern in der neuen Zeit, oder ,um es anders auszudrücken: Ganzheitliche Diagnose und Therapie im traditionellen Kontext vs. (gegen, die Red.) Zeitgeist und rasanter Veränderung aller Gegebenheiten.
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Gerne äußern wir unsere Meinung:

1. Beim Stichwort "Gesundheit" geht es gegenwärtig um einen Paradigmenwechsel in  Richtung "Lebensqualität im weitesten Sinne. Prävention, Gesundheitserziehung und Gesundheitskommunikation - dies sind die Bereiche in denen die CAM heute nachgefragt wird (CAM=Complementäre und Alternative Medizin, die Red.).

Lebensqualität sollte immer der Ansatz der Heilkunde sein. Für die Natur- und Volksheilkunde der Heilpraktiker eine Selbstverständlichkeit. Und nachgefragt wird diese Heilkunde seit es Krankheit gibt.

2. In diesem Bereich werden gegenwärtig eine Vielzahl von neuen Berufen und Qualifikationen mit akademischer Absicherung geschaffen. Für Osteopathie, Chiropraktik, Manualtherapien und Kinesiologie entstehen Bachelorstudiengänge und die integrative Medizin (IM) verbindet die CAM-Ärzte in Europa.  Die Naturheilverfahren werden Indikationsbezogen in Studien untersucht und wenn sie sich bewähren, werden diese Indikationen in das sich neu formierende Gesamtsystem übernommen. Dieser Prozess ist in vollem Gang und hat alle Hochschulen in Europa ergriffen.

Die Beobachtung ist richtig: Fachhochschulen und Universiäten bieten sog. Komplementär-medizinische Studiengänge an. Naturheilkundliche Ärzteverbände bemühen sich intensiv, die biologischen und für diese Berufsgruppe komplementären Therapien an Hochschulen zu etablieren. Es werden aber dadurch keine neuen Berufe geschaffen, sondern Weiterbildungs-Qualifikationen, die einen Grundberuf bedürfen, damit sie überhaupt ausgeübt werden können. Je nach Weiterbildung muß der Absolvent Arzt, Heilpraktiker oder Angehöriger eines Heilhilfsberufes sein. Und ganz wichtig: Dies findet im akademischen Bereich statt, die sog. Hochschulreife ist Voraussetzung.
Wir Heilpraktiker machen keine komplementäre Medizin, wir machen Originale Natur- und Volksheilkunde. Heilpraktiker wird, wer eine Begabung zur Volksheilkunde in sich trägt, das Abitur ist dabei vollkommen unwichtig.



3. Gleichzeitig ergeht es der klassischen Naturheilkunde wie Ureinwohnern in der neuen Zeit, oder ,um es anders auszudrücken: Ganzheitliche Diagnose und Therapie im traditionellen Kontext vs. (gegen, die Red.) Zeitgeist und rasanter Veränderung aller Gegebenheiten.

Liebe ANME, damit sind dann wohl wir Heilpraktiker gemeint. Sie prognostizieren also den Untergang, wenn nicht, was dann? Kein gemeinsames Eintreten mehr für den Erhalt der Natur- und Volksheilkunde durch den nicht-akademisierten Heilpraktiker? Keine ganzheitliche Diagnose und Therapie mehr, statt dessen eingeschränkte akademische Fachberufe?

Veränderung der Gegebenheiten? Das einzige, was sich verändert, sind an Unis hinzugekommene komplementär-medizinische Studiengänge für Ärzte und Heilhilfsberufe, also für die sog. offizielle Medizin. Was hat das mit uns zu tun?

Allerdings ist dieser Dialog nicht neu sondern so alt wie das Heilpraktikergesetz. Hier wird doch Universitätsmedizin gegen Natur- und Volksheilkunde ausgespielt. Die Argumente sind gleich geblieben, die Rufer aus der Wüste sitzen jetzt aber in den eigenen Reihen.
Nein, liebe ANME, dies ist nicht der Weg, die Volks- und Naturheilkunde im Interesse einer besseren heilkundlichen Versorgung der Patienten zu sichern. Im Gegenteil.

Wir sind gespannt, wie Sie da wieder rauskommen.



Dieter Siewertsen
Vorsitzender Freie Heilpraktiker e.V.


 
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