Leichte Aufheiterungen am düsteren Freiberuflerhimmel


Umfrage bestätigt schwierige wirtschaftliche Lage der Freiberufler

Der Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB), Dr. Ulrich Oesingmann, bewertet in Berlin die Ergebnisse einer aktuellen Trend- und Stimmungsumfrage unter den Freien Berufen:

„Immer mehr Menschen machen sich in den Freien Berufen selbstständig. Dass dies nicht nur ein Indiz für Prosperität ist, belegt unsere Winter-Konjunkturumfrage: Ärzte, Anwälte, Ingenieure und Architekten bewerten ihre wirtschaftliche Lage im vierten Jahr nacheinander mit „ausreichend“ bis „mangelhaft“, Steuerberater immerhin lediglich mit „befriedigend“. Besonders erschreckend ist, dass diese Berufsgruppen auch ihre wirtschaftlichen Perspektiven pessimistisch sehen. Kaum eine von uns befragte Berufsgruppe beurteilt ihre wirtschaftliche Lage dagegen mit „gut“.

Es sind erfreulicherweise aber auch erstmals wieder „Aufheiterungen“ am ansonsten recht düsteren „Freiberuflerhimmel“ zu erkennen. In einigen Heilhilfsberufen, bei Unternehmensberatungen, Wirtschaftsprüfern, Dolmetschern und Übersetzern oder den Freiberuflichen Biologen scheint ein Licht am Ende des Tunnels erkennbar zu werden: Die Beurteilung ihrer wirtschaftlichen Lage fällt nicht mehr ganz so negativ aus wie noch in den Jahren zuvor.

Die insgesamt unbefriedigende wirtschaftliche Lage der Freien Berufe wirkt sich zudem negativ auf den Lehrstellenmarkt aus. Für das laufende Ausbildungsjahr wurden 6,3 Prozent weniger Verträge abgeschlossen. Das entspricht einem Minus von knapp 3 Tausend Ausbildungsplätzen. Angesichts der pessimistischen Aussichten wird sich der Trend nach unten demnach eher fortsetzen.

Auch die Diskussionen um eine Bürgerversicherung durch Einebnung der privatärztlichen Behandlungsvorzüge oder um verminderte Abzugsfähigkeit von Steuerberaterhonoraren und eine Europa-Verunsicherung führen eher dazu, die Stimmungslage in den Freien Berufen weiter zu verschlechtern.

Wir hoffen, dass 2006 bei klaren Strukturen endlich verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um den seit Jahren anhaltenden Negativtrend der wirtschaftlichen Entwicklung bei den Freien Berufen aufzuhalten.“

Die detaillierte Umfrage kann hier eingesehen werden.

Der BFB als Spitzenorganisation der freiberuflichen Kammern und Verbände vertritt rund 857 Tausend selbstständige Freiberufler. Diese beschäftigen über 2,8 Millionen Mitarbeiter – darunter ca. 150 Tausend Auszubildende – und erwirtschaften 9,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

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