BFB fordert Anpassung der Mehrwertsteuerreform


„Bei der Diskussion um die bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung sind wesentliche Konsequenzen für einzelne Berufsstände nicht berücksichtigt worden“ kritisiert Arno Metzler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB).

„Wenn die Mehrwertsteuer kommt, sind nicht nur die Angehörigen der Freien Berufe wie die Tierärzte unmittelbar betroffen, die umsatzpflichtige Leistungen anbieten, sondern es zahlen auch die Freiberufler, die eigentlich von der Mehrwertsteuer befreit sind – wie z.B. Ärzte, Zahnärzte, Hebammen – drauf.“

Der BFB warnt: Für die Tierärzte wird die Mehrwertsteuer ein Problem, weil die Kunden schon allein für die Leistungen an ihren Tieren mehr Geld bezahlen müssen. Die Tierärzte fürchten schon jetzt einen Rückgang an Behandlungsaufträgen. Für die anderen genannten Heilberufe bedeutet die Mehrwertsteuererhöhung schlichtweg Ertragseinbußen: Wenn ein Arzt Praxisgeräte einkaufen oder seine Praxis heizen muss, kann er die Teuerung nicht weitergeben. Auch die Berufsbetreuer haben das Nachsehen: Sie verfügen über ein Pauschalsystem, in dem die Mehrwertsteuer bereits enthalten ist. Wenn die steigt, verringert sich hier das Nettoeinkommen, denn die Pauschalen werden nicht erhöht. Während ein Unternehmer die Mehrwertsteuererhöhung an Kunden oder Verbraucher weitergibt, bleiben Freiberufler auf ihren Kosten sitzen.

„An der Mehrwertsteuer muss dringend nachgebessert werden“, fordert Metzler, denn: „Wir lehnen jede Steuerreform, die eine Belastung der Freien Berufe zur Folge hat, ab. “

Der BFB fordert die Politiker dringend auf, bei der geplanten Steuerreform genauer hinzuschauen und die Benachteilung der einzelnen Berufsgruppen rechtzeitig zu korrigieren.


Der BFB als Spitzenorganisation der freiberuflichen Kammern und Verbände vertritt rund 882 Tausend selbstständige Freiberufler. Diese beschäftigen über 2,8 Millionen Mitarbeiter – darunter ca. 150 Tausend Auszubildende – und erwirtschaften rund neun Prozent des Bruttoinlandsproduktes.


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