Das Jahr 2009 ist von der „Internationalen Astronomischen Union - IAU -“ zum Astronomischen Jahr vorgeschlagen, von der „UNESCO“ angenommen und von der „UN-Generalversammlung“ beschlossen worden. Ausgangspunkt hierfür war, daß Galileo Galilei vor genau 400 Jahren, also 1609, erstmals mittels eines Fernrohres den Nachthimmel beobachtete und erstaunliche Entdeckungen machte. Diese Entdeckungen sollten die Vorstellungen der Menschen von der Welt grundlegend ändern, indem er zahlreiche für das bloße Auge nicht sichtbare Sterne, Berge und Krater auf dem Mond sowie Monde des Jupiter fand. Ebenfalls im Jahr 1609 gab Johannes Kepler sein Buch „Astronomia Nova“, mit welchem er grundlegende Gesetze der Planetenbewegung aufstellte, heraus. Das Jahr steht unter dem Motto „Das Weltall: Du lebst darin - entdecke es!“ Außer den beiden Namen Galileo Galilei und Kepler darf sicher nicht der Erfinder des Fernrohres vergessen werden, der Holländer Hans Lipperhey (1570-1619), dessen Erfindung, ein Jahr vor der ersten Himmelsbeobachtung mittels Fernrohr durch Galilei, zwar nicht als Patent anerkannt wurde, jedoch die weitere Entwicklung erst einleiten konnte. Bei aller Wichtigkeit für den Beginn einer neuen Zeit der Himmelsbeobachtung und der wissenschaftlichen Astronomie mit ihren Fortschritten seit Galileo Galilei und Kepler ist aber auch festzustellen, daß es schon lange vor dieser Zeit für heutige Verhältnisse erstaunliche Entwicklungen gab. Mit Staunen und Bewunderung dürfen wir auf die Fähigkeiten und Kenntnisse der Menschen Jahrtausende zurück blicken. Aus dem Blickwinkel unserer heute hochentwickelten Technik und der wissenschaftlichen Erkenntnisse erscheint es uns manchmal als ein Wunder, mit welchem Beobachtungsvermögen, welcher Urteilsfähigkeit und Ein- fühlung Menschen in der Lage waren, die Natur zu erfassen, den Sternenhimmel richtig einzuordnen und Visionen zu geben. Und wenn wir uns mit der Astronomie, dem Mond und der Sonne, den Gestirnen und Planeten befassen, darf der Blick auch auf die Astrologie gerichtet werden. Wenngleich vielfach festgestellt wird, daß die wissenschaftliche Astronomie und die nicht wissenschaftlich eingeordnete Astrologie lediglich die Worte Astro gemeinsam hätten, ist dies wohl genauso falsch, wie wenn behauptet wird, die Astrologie sei insgesamt nur Humbug, Scharlatanerie oder Aberglaube. Seit Urzeiten waren Astronomie (Wissenschaft von den Gesetzen der Sterne) und Astrologie (Lehre vom Einfluß der Sterne auf unser Leben) in der Bedeutung und Kraft der Himmelskörper zusammen gesehen worden. Eine wirkliche Trennung ergab sich erst ab etwa dem 17. Jahrhundert, als sich die Astronomie zu einer exakten Naturwissenschaft entwickelte. Erst jetzt trat die Astrologie mehr und mehr in den Hintergrund. Das „Internationale Jahr der Astronomie 2009“ kann und sollte Anlaß sein, auch über beides intensiver nachzudenken und den Blick wieder verstärkt auf das Naturdenkmal Nachthimmel/Sternenhimmel und eine natürliche nächtliche Umwelt zu lenken. Alle Kulturkreise bis in die Vorzeit von vor über 20.000 Jahren haben sich mit unserem Nachthimmel, insbesondere dem Mond, befaßt, beobachtet, Erfahrungen gesammelt und Schlußfolgerungen gezogen. Nun mag mancher fragen, was dies alles mit uns Heilpraktikern zu tun hat oder haben könnte. Wir Heilpraktiker nehmen für uns in Anspruch, die Vertreter der Naturheilkunde für das ganzheitliche Denken und Handeln von Körper, Seele, Geist zu sein. Dies schließt automatisch die Natur in ihrer Gesamtheit mit Erde und Himmel und darüber hinaus ein. Vielleicht bringt uns über das Astronomische Jahr 2009 die Rückblende auf unsere Vorfahren und Ahnen verstärkt in Erinnerung, wie wichtig, abgegrenzt von Technik und Wissenschaft, das geschulte Beobachten, Erkennen und Einfühlen auch heute oder gerade heute für unser ganzheitliches Handeln ist. Vielleicht rufen wir uns verstärkt in Erinnerung, daß es nicht allein mit dem Verschreiben gut ausgewählter Medikamente, daß es nicht allein mit dem Einsetzen alter oder neuer Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, daß es nicht allein mit dem Annehmen des Patienten getan ist, sondern unser Denken und Handeln an der gesamten Schöpfung ausgerichtet sind und sich daraus unser Handeln gegenüber unseren Patienten ergibt. Vielleicht läßt uns der Blick in einen klaren Sternenhimmel erkennen, wie klein wir Menschen und unser Handeln trotz allen Fortschritts und der Möglichkeit zum Mond und zum Mars zu fliegen, sind. Vielleicht kann uns das Beschäftigen mit der Astronomie, mit dem unendlichen Universum erstmalig, verstärkt oder erneut daran erinnern, daß zum ganzheitlichen Denken die Natur in ihrer Vielfalt, Erde, Himmel und alles was dahinter kommt, Mensch, Tier und Pflanzenreich in ihrer Gesamtheit gehören und wir diesen Einflüssen insgesamt unterliegen. Muß dies nicht auch Einfluß individuell der Persönlichkeit Patient gegenüber haben? Seit Menschengedenken haben viele Naturheiler, Ärzte und, seitdem es die Berufsbezeichnung Heilpraktiker gibt, Heilpraktiker auch die Einflüsse der Gestirne und Planeten in ihr Denken, sicher auch manchmal in übertriebener Form, zumeist jedoch verantwortungsvoll und in Maßen, einbezogen. Hildegard von Bingen, um nur ein Beispiel zu nennen, hat den richtig eingesetzten, therapeutisch hochwirksamen Aderlaß entsprechend der Mondphase zur Anwendung gebracht. Und diejenigen, die den Aderlaß fachgerecht durchführen, werden vielleicht auch schon beobachtet haben, daß unterschiedliche Wirkungen, je nachdem in welcher Mondphase er eingesetzt wurde, festgestellt werden konnten. Ob Mensch, ob Tier, ob Pflanze, alles ist in irgendeiner Weise verbunden und unterliegt einschließlich dem weiten Universum allen Einflüssen der erforschten und nicht erforschten Natur. So mag vielleicht auch das Jahr der Astronomie dazu anregen, den Gedanken in den Vordergrund zu stellen, daß der Mensch in seinem gesamten Leben mit Gesundheit und Krankheit den Einflüssen in ihm, um ihn und über ihr unterliegt. Dies gilt für uns als Behandler selbst wie auch für unsere Patienten, denen wir dies nahe zu bringen haben, um ihnen mit unserer hohen Verantwortung Hilfe zu geben. So wünschen wir uns alle vielleicht durch das Jahr der Astronomie mehr Einsichten und Achtung vor der Schöpfung. Ich wünsche Ihnen für das ab dem 21. März unter dem Einfluß des Planeten Mars stehende astronomische Jahr 2009 viel Kraft und Energie.
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