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In der ZfN-Ausgabe Juli 2010 wird auf Seite 265 eine Art offener Brief an uns veröffentlicht. Wir bitten um Abdruck unserer Antwort: Liebe Frau Kollegin Gerhardus, Sie bemängeln die Zersplitterung unter den Verbänden. Es gibt in Deutschland eine ganze Reihe von Heilpraktikerverbänden. Das gehört zum Pluralismus und zur gelebten Demokratie. Es gibt größere Verbände und kleinere und manchmal schwanken die Mitgliederzahlen kräftig. Wir repräsentieren zusammen mit unseren Kooperationspartnern über 7000 Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker bzw. Anwärter.
Zusammenarbeit ist wichtig. Richtig. Zusammenarbeit autonomer Verbände findet immer dann statt, wenn es sachlich geboten ist. Dazu gehört ein fairer und offener Umgang miteinander und eine gemeinsame Zielsetzung.
Sie sprechen von einem erfolgreichen runden Tisch mit den Fachschaften. Sie meinen sicherlich das zweimalige Treffen von Heilpraktikerverbänden mit Fachgesellschaften (nicht Fachschaften, die finden wir nur an der Universität. Heilpraktiker zeichnen sich aber gerade durch ihre Akademieferne und Volksnähe aus). Wir haben am ersten Treffen teilgenommen, am zweiten nicht mehr. Hierfür gibt es viele Gründe, ganz bestimmt aber nicht der Wunsch nach Zersplitterung. Im Gegenteil. Wir haben während des ersten Treffens die Gründe und Zweifel geäußert. Hierauf sollten Sie eingehen.
Aber da liegt das Problem. Wir nehmen für uns in Anspruch, immer sehr konkret auf Vorschläge oder Probleme zu verweisen. Wir wünschen uns den Dialog mit all den Kolleginnen und Kollegen, die an einem inhaltlichen, an der Wirklichkeit orientierten und argumentativ geführten Gespräch Interesse haben.
Diese Gespräche haben längst begonnen. Ob Ihr Verband dabei ein Rolle spielt, liegt alleine an Ihnen.
Wir sind ein streitbarer Verband, das stimmt. Die Streitbarkeit aber hat Ursachen. Wir benennen den Weg in die Akademisierung als risikoreich, wir begründen, warum Iso-Normierungen als Strategie in die falsche Richtung führen. Wir sind gegen die Augenwischerei einer Qualitätssicherung durch leere Punkte.
Wir warnen vor dem Traum einer Europäisierung, der schnell zum Albtraum werden wird. Und wenn ehemals gemeinsame Kongresse ihren Schwung verloren haben, muß das offen besprochen werden.
Sie aber holen z. B. Verbände ins Boot, mit denen eine Zusammenarbeit in diesen Fragen nur schwer möglich ist und nennen dies schon ein Erfolg, eine angeblich schädliche Zersplitterung zu überwinden. Wir dagegen reden über Inhalte und streiten um den richtigen Weg. Guten und einsichtigen Argumenten würden wir sofort folgen.
Sie hoffen auf eine Besinnung im FH. Wir dagegen sind getragen von einer großen Sorge um den Fortbestand der Therapiefreiheit der Heilpraktiker, ja um die Berufsgrundlage der Heilpraktiker in Deutschland schlechthin. Besinnlich haben wir jahrlang zusammengesessen und zuletzt wenig zustande gebracht. Dieter Siewertsen Vorsitzender Freie Heilpraktiker e.V.
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