07.01.2011: Aktuelle BFB-Stimmungsumfrage Oesingmann:"Freie Berufe sind verhalten zuversichtlich, brauchen aber Planungssicherheit"


Zur aktuellen Stimmungsumfrage bei den Freien Berufen erklärt BFB-Präsident Dr. Ulrich Oesingmann:

Das BFB-Stimmungsbarometer zeigt aktuell einen Schulnotenwert von 3,32. Damit schätzen die rund eine Million Selbstständigen in den Freien Berufen ihre wirtschaftliche Lage zwar noch als befriedigend ein. Aber die zaghafte Dynamik hat weder angehalten, noch konnte der Trend bestätigt werden. Der Vorjahreswert lag bei 3,39 und war im Sommer auf 3,33 angestiegen. Diese verhaltene Stimmung ist auch darauf zurückzuführen, dass die Freien Berufe Planungssicherheit und Klarheit vermissen. Es reicht eben nicht, Reformen anzukündigen, sie müssen auch umgesetzt werden. Zudem m¸üsen getroffene Entscheidungen auch über den Tag hinaus Bestand haben. Auch die Freien Berufe brauchen sichere Eckwerte. Alles andere verzögert Investitionen, Einstellungen oder auch Expansionen.

Innerhalb der vier getrennt von einander zu betrachtenden Säulen gibt es teils deutliche Unterschiede: Die Bewertung in der Säule der freien rechts- und wirtschaftsberatenden Berufe hat sich weiter von 3,5 zum Jahreswechsel 2009/10 auf nunmehr 2,88 verbessert. Im Vergleich zum Sommer hat sich die Stimmung in der Säule der freien Heilberufe von 3,83 auf 3,61 leicht verbessert, liegt aber immer noch deutlich unter dem Ergebnis des Vorjahreswechsels von 3,29. In der Säule der freien technisch-naturwissenschaftlichen Berufe hat sich der Stimmungswert im Vergleich zur letzten Umfrage von 2,83 auf jetzt 3,1 wieder leicht verschlechtert. In der vierten Säule, bei den freien Kulturberufen bleibt der Wert konstant bei 2,4.

Der Ausblick auf das kommende Jahr ist durchaus positiv. Gefragt nach ihren Erwartungen für 2011 rechnen die Freien Berufe mehrheitlich mit einem gleichbleibenden, teils sogar steigenden Umsatz- oder Geschäftsergebnis. Daran anknüpfend sind die Signale an die rund drei Millionen Mitarbeiter der Freien Berufe eindeutig. In absehbarer Zeit wird es nicht zu größeren Beschäftigungseinbrüchen kommen. Die freiberuflichen Praxen, Kanzleien und Büros gehen mehrheitlich davon aus, die Zahl der Beschäftigten stabil halten oder auch wieder Einstellungen vornehmen zu können. 

Der BFB als Spitzenorganisation der freiberuflichen Kammern und Verbände vertritt die Interessen der über eine Million selbstständigen Freiberufler. Diese beschäftigen über drei Millionen Mitarbeiter - darunter ca. 125 Tausend Auszubildende. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern erarbeiten Freiberufler rund 10,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und erwirtschaften so jeden zehnten Euro.


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