Warnung vor SPES und PC-SPES


In der Pharmazeutischen Zeitung Nr. 07/2002 vom 14. Februar 2002 ...

... veröffentlichte die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker eine Information, die wir im Folgenden auch den Heilpraktikern zur Kenntnis geben wollen:

"Die für Kalifornien zuständige Gesundheitsbehörde warnt im Internet vor der Einnahme der Präparate SPES und PC-SPES.

In den als pflanzlich deklarierten Produkten waren Warfarin beziehungsweise Alprazolam gefunden worden. Die Herstellerfirma Botaniclab hat in den USA alle Chargen der beiden Produkte zurückgerufen. Sie vermutet, dass die synthetischen Arzneistoffe bereits beim Lieferanten in China in die Drogen eingebracht wurden und hat sorgfältigere Kontrollen angekündigt (http://botaniclab.com/html/recallmore.html). SPES und PC-SPES sind in den USA als Nahrungsergänzungsmittel im Verkehr und enthalten gemäß Deklaration mehrere chinesische Heilpflanzen. PC-SPES wird für die Anwendung beim Prostatakarzinom propagiert, während SPES bei Krebspatienten analgetisch und immunstimulierend wirken soll. Patienten, die SPES oder PC-SPES erhalten haben, sollen die Einnahme sofort einstellen. Derzeit verbietet sich der Import von SPES und PC-SPES.

In der Pharmazeutischen Zeitung Nr. 13 vom 30. März 2000, Seite 8-9, hatten wir darauf hingewiesen, dass PC-SPES allenfalls auf ärztliche Verordnung importiert werden darf, da es aus deutscher Sicht auf Grund der Indikationsansprüche als Arzneimittel angesehen werden muss, auch wenn es in den USA als Nahrungsergänzungsmittel im Handel ist. Darüber hinaus trifft Ärzte und Apotheker beim Import einer solchen Nahrungsergänzung ein erhöhtes Haftungsrisiko auch dadurch, dass Produktion und Vertrieb generell weniger streng überwacht werden als bei Arzneimitteln. Besonders bei Präparaten, die auf der traditionellen chinesischen Medizin beruhen sollen, wurden immer wieder nicht deklarierte, stark wirksame synthetische Arzneistoffe gefunden".

Soweit die Veröffentlichung der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker.


Dieter Fendt, Sprecher der AMK 18.02.2002
 
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