30.11.2007: Wasser - das natürliche Antihistaminikum bei Asthma und Allergien


Ulrike Metzler, Heilpraktikerin,
Dipl.-Ing. (FH) Ernährung


Was ist Histamin?

Histamin gehört zu einer Gruppe von Eiweißsubstanzen, die in der Fachliteratur unter dem Begriff „biogene Amine“ bekannt sind und zu der Gruppe der Gewebshormone wie Gastrin, Renin und Serotonin gehören. Histamine sind niedermolekulare Verbindungen, die im Tier- und Pflanzenreich weit verbreitet sind und als körpereigene Botenstoffe vielfältige Aufgaben erfüllen.

Durch Decarboxylierung von Histidin entsteht Histamin, das u. a. für allergische und pseudo-allergische Reaktionen im Körper verantwortlich ist.

Histidin wiederum als Aminosäure ist während der Wachstumsperiode für den Gewebeaufbau wichtig, da der Körper nicht in der Lage ist, den Ring im Histidin-Molekül zu bilden.

NH – C – CH2

I II
HC C
II I
N

Histamin stimuliert die Salzsäuresekretion, senkt den Blutdruck, steigert die Darmperistaltik und ist entzündungserregend. Es ist vorwiegend in den Mastzellen und in geringen Mengen auch in den basophilen Leukozyten und den Thrombozyten gespeichert. Histaminanreicherungen finden sich in bestimmten Stammhirnregionen, v. a. im Hypothalamus, sodaß eine Funktion als Neurotransmitter ebenfalls für wahrscheinlich gilt. Die Freisetzung von Histamin kann durch verschiedene exogene und endogene Prozesse ausgelöst werden, wie z.B. IgE, durch bestimmte Pharmaka und Röntgenkontrastmittel, bei Verbrennungen und Entzündungen und durch Endotoxinschock. Auch Kälte und Magnesiummangel können über die Stimulierung der Histidin-Decarboxylase zu einer vermehrten Histaminbildung führen.

Wo kommt Histamin noch vor?

Auch bestimmte Nahrungsmittel, wie z.B. Käse (lange gereift), Bier, Sauerkraut, geräucherte Fleischwaren, Schokolade, Kakao, Erdnüsse, hefehaltige Würzmittel und Brotaufstriche, schwarzer Tee und Rotwein sind sehr histaminreich, wobei es je nach Herstellung der einzelnen Lebensmittel starke Schwankungen geben kann. Frischer oder sofort tiefgekühlter Fisch enthält fast kein Histamin, im Gegensatz zu Dosenfisch. Bei Käse sind Frischkäsesorten, wie Hüttenkäse, Topfenaufstriche, Gervais, kleine Mengen Weichkäse und weiche Schnittkäse (Butterkäse) gut geeignet für histaminempfindliche Menschen. Alkohol ist nicht nur wegen der großen Mengen an Histamin problematisch, sondern weil der Histaminabbau im Körper zusätzlich durch den Alkohol gehemmt wird. Sekt enthält am meisten Histamin und Bier am wenigsten (Cave: Menge!). Im Übrigen schwankt der Histamingehalt auch abhängig von Jahrgang und Weinbauer.

Welche Rolle spielt das Histamin?

Histamin ist nicht nur an der Regelung des Wasserhaushalts beteiligt, sondern auch an den Abwehrsystemen des Körpers gegen Bakterien, Viren und Fremdstoffe (Chemikalien und Proteine). Ist der Wassergehalt des Körpers normal, laufen diese Prozesse unbemerkt ab.

Was ist das Besondere bei Asthma und Allergien?

Asthma und Allergien sind Anzeichen dafür, daß der Körper die Produktion von Histamin erhöht hat und gleichzeitig das Immunsystem anregt, für die Ausschüttung von immer mehr Histamin zu sorgen. Immer mehr Zellen werden gebildet, immer mehr Histamin wird hergestellt und ausgeschüttet.

Bei Asthmatikern wurde ein höherer Histaminanteil im Lungengewebe festgestellt und daß durch das Histamin die Bewegung der bronchialen Muskulatur geregelt wird. Die Lunge ist einer der Orte, an denen Wasser durch die Verdunstung beim Atmen verloren geht. Das Histamin führt zu einer Verengung der Bronchien, wodurch beim Atmen weniger Wasser verdunstet – und im Körper gehalten werden kann.

Ist der Körper jedoch stark dehydriert (verarmt an Wasser), wird die wasserregulierende Aktivität des Histamins übersteigert. Zusätzlich werden durch das Immunsystem histaminproduzierende Zellen angeregt, überproportional große Mengen an Transmittern auszuschütten, die eigentlich für andere Aufgaben vorgesehen sind.

In Tierversuchen hat sich gezeigt, daß mit einer konsequenten täglich erhöhten Wasserzufuhr die Histaminproduktion der Zellen nachläßt. Somit können sowohl Asthma als auch Allergien durch regelmäßiges Trinken von Wasser behandelt werden. Je nach Schwere der Symptome zeigen sich nach 1 bis 4 Wochen regelmäßiger Wasserzufuhr erste Ergebnisse, was ich auch in meiner Praxis mehrfach nachvollziehen konnte.

Als grobe Faustregel gilt: pro kg Körpergewicht sollten über den Tag verteilt 30 – 35 ml stilles, mineral – und schadstoffarmes Wasser getrunken werden, das wären bei einem 60 kg schweren Menschen ca. 2 l/Tag. Parallel dazu sollte die Salzzufuhr optimiert werden, da Wasser, Salz und Kalium zusammen den Wasserhaushalt des Körpers regulieren.

Normalerweise verhindern Adrenalin oder seine chemischen Ersatzstoffe bei überschießender Histaminausschüttung die Entstehung von Asthma und Allergien. Adrenalin ist nämlich das natürliche Antidot des Histamins. Ein oder zwei Gläser Wasser stimulieren das sympathische Nervensystem, mindestens 90 Minuten lang verstärkt Adrenalin auszuschütten. Wasser wirkt in dieser Weise einer gesteigerten Histaminaktivität direkt entgegen. Auch Sport verstärkt die natürliche Aktivität von Adrenalin im Körper.

Fazit:
Asthma und Allergien sind - wie viele andere Zivilisationserkrankungen auch - Notsignale, mit denen der Körper auf seinen Wassermangel hinweist. Es muß nach den oben beschriebenen Erkenntnissen nicht ausschließlich und immer mit Antihistaminika behandelt werden, sondern erst einmal mit Wasser, dem Lebensmittel Nr.1 – nach dem Sauerstoff – in Verbindung mit einer ausgewogenen, vollwertigen und histaminarmen Ernährung und, wenn nötig mit adäquaten naturheilkundlichen Medikamenten.

Literaturquellen:

Ibrahim Elmadfa/Claus Leitzmann: Ernährung des Menschen
Dr. med. F. Batmanghelidj: Wasser, die gesunde Lösung
Dr. med. F. Batmanghelidj: Sie sind nicht krank, Sie sind durstig!
Michael Martin: Labormedizin in der Naturheilkunde


 
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