TCM - Die Lunge in der chinesischen Medizin


Franz Thews, Heilpraktiker

Teil 1

Diese Arbeit stellt die unterschiedlichen Aspekte der traditionellen chinesischen Medizin anhand des Organsystem der Lunge dar. Hier ist der Begriff Lunge jedoch nicht nur beschränkt auf die reine Organfunktion der westlichen Medizin, sondern umfaßt auch weitere Funktionen. Wir sprechen hier gerne von Funktionsbeziehungen in der chinesischen Medizin. Hierbei können nun verschiedene Bereiche beleuchtet werden. So kann die Krankheit, als energetische Störung über das Verständnis des Meridians, der Akupunkturpunkte, aber auch der eigenen Ätiologie, Pathogenese und Pathologie geklärt werden. Diese Arbeit beschäftigt sich nun mit diesem Konzept der chinesischen Medizin und beleuchtet die verschiedenen Herangehensweisen.

Fei

Lunge

Bedeutung des Symbols
Das Symbol 1 bedeutet
• Organ
Das Symbol 2 bedeutet
• Markt
• Wechsel
• Handel

Beziehung zu den Substanzen
Die Lunge
• regiert Qi
• reguliert die Flüssigkeit

Physiologische Funktion der Lunge
• beherrscht das Qi
• beherrscht die Atmung
• kontrolliert die Leitbahnen
• kontrolliert die Blutgefäße
• kontrolliert das Herabsteigen und Verteilen
• reguliert die Wasserwege
• beherrscht die Körperoberfläche
• öffnet sich in der Nase

Meridianverlauf:

Der Meridian beginnt am lateralen Ende der Klavikula. Zieht am Oberarm innenseitig zur Ellenbeuge, radialseitig an der Arterie radialis vorbei, um am medialen Nagelfalzwinkel des Daumens zu enden.

Punkte: 11
Kopplung: Lunge - Dickdarm
Element: Metall
Meridianachse: Tai Yin
Lungen-Meridian
Milz-Pankreas-Meridian
Öffner: Nase
Körperschicht: Haut

Identifikation gemäß Meridiantheorie

• allgemeine Angaben
• Schmerzen im Verlauf des Meridians
• Bewegungseinschränkungen im Verlauf des Meridians
• Schmerzen entlang des Meridianverlauf
• Schlüsselbein
• Schulter vorn
• Arme innenseitig
• Fieber
• Abneigung gegen Kälte
• Enge im Thorax

Redewendungen über die Lunge

Es verschlägt ihm den Atem
Da bleibt einem die Luft weg
Da geht die Puste aus
Da muß ich erst einmal tief Luft holen
Da ist dicke Luft
Das stinkt mir aber
Da hatte ich den richtigen Riecher
Sich eine goldene Nase verdienen
Ich wage kaum zu Atmen
Das raubt mir die Luft
Der nimmt einem jegliche Luft zu Leben

Huang Di Nei Jing,
So Quenn, Des gelben Kaisers innere Klassiker
3. Kapitel, Paragraph 14
Das Qi wird aus den fünf Geschmackskräften der Nahrung produziert. Die fünf Organe bewahren Qi und können durch die fünf Geschmackskräfte geschädigt werden.

Daher gilt:

Ist die Nahrung zu süß, wird die Energie des Herzens in Unruhe versetzt, der Kranke ist traurig und dyspnoisch, und die Energie der Nieren verliert ihr Gleichgewicht, daher ist der Teint schwärzlich.

Daher muß man die fünf Geschmackskräfte harmonisch anwenden, damit man den Knochen Kraft, den Sehnen und Muskeln Geschmeidigkeit gibt und Energie und Blut frei zirkulieren können; dann sind Subkutis und Haut fest und die Poren gut verschlossen.

4. Kapitel, Paragraph 4

Huang Di fragt:

„Die fünf Organe entsprechen den vier Jahreszeiten. Stehen sie auch unter ihrem Einfluß?"

Khi Pa antwortet:

„Von den Geschmackskräften entspricht der Lunge das Pikante, von den Elementen das Metall, von den Tieren das Pferd, von den Getreidearten der Reis, von den Jahreszeiten der Herbst, von den Planeten die Venus, von den Zahlen die Neun, von den Gerüchen das Fade oder Übelriechende. Daher weiß man, das eine Erkrankung im Herbst oft an der Schulter auftritt, weil die Energie der Lunge zur Schulter fließt und oft auch an der Haut und den Haaren, weil sie von der Lungenenergie regiert wird.“

5. Kapitel, Paragraph 12

Der Westen erzeugt die Trockenheit, die Trockenheit das Metall, das Metall das Pikante, das Pikante die Lunge, die Lunge die Haut und die Haare, die Haut und die Haare die Nieren. Die Lungen regieren die Nase.

Dem Westen entspricht im Himmel die Trockenheit, auf der Erde das Metall, beim Menschen Haut und Haare, von den Organen die Lunge, von den Farben die weiße Farbe, von den Musiknoten der Klang des Metalls, von den Äußerungen das Weinen; von den Energiestörungen der Husten, von den Körperöffnungen die Nase, von den Gefühlsregungen das Mitleid.

Das Mitleid schadet den Lungen, aber die Freude siegt über das Mitleid. Die Hitze schadet der Haut und den Haaren, aber die Kälte siegt über die Hitze. Das Pikante schadet der Haut und den Haaren, aber das Bittere siegt über das Pikante.

5. Kapitel, Paragraph 18

Nur die Weisen vergleichen den Oberkörper mit dem Himmel. Die Energie des Himmels steht mit den Lungen in Verbindung.

8. Kapitel, Paragraph 1

Huang Di spricht:

„Erzählen Sie mir doch etwas über die Funktion der 12 Organe, ihre Bedeutung untereinander und ihre Rangordnung."

Khi Pa antwortet:

„Die Lungen haben die Funktion eines Ministers; sie haben Verwaltungsaufgaben."

9. Kapitel, Paragraph 8

Huang Di:

„Welche Funktion haben die Organe?"

Khi Pa:

„Die Lungen sind der Ursprungsort der gesamten Körperenergie und der Platz der Lebensessenz. Ihre Energie tritt in den Körperhaaren in Erscheinung und nährt die Haut. Da sie im Thorax liegen und Yin-Organe sind, nennt man sie Tai Yin im Yang. Sie entsprechen der Energie des Herbstes."

10. Kapitel, Paragraph 1

• „Die Haut steht in Verbindung mit den Lungen, deren reine Energie sich in der Behaarung zeigt; die Lungen werden vom Herzen beherrscht."

• „Die Sehnen stehen in Verbindung mit der Leber, deren reine Energie sich in den Nägeln zeigt; die Leber wird von der Lunge beherrscht."

10. Kapitel, Paragraph 2

Das bedeutet:

Eine zu bittere Nahrung trocknet die Haut aus und führt zum Verlust der Behaarung. Die Verbindung ist dadurch gegeben, da die fünf Geschmackskräfte den fünf Organen entsprechen:
Die Lungen lieben das Pikante.

10. Kapitel, Paragraph 3

Jedes der fünf Organe hat seine eigene Farbe, die sich im Teint niederschlägt.

„Die Energie der Lungen manifestiert sich in einer Hautfarbe, die der Seide ähnelt, die außen weiß und innen tiefrot ist."

10. Kapitel, Paragraph 4

Der Teint und die Geschmackskraft entsprechen den fünf Organen:

• weiß und pikant den Lungen

Daraus folgt:

• weiß entspricht der Haut

16. Kapitel, Paragraph 3

Wenn man den Bauch- und Brustraum nadelt, muß man sich davor hüten, die fünf Organe zu verletzen.

• Verletzt man die Lunge, dann stirbt der Patient in fünf Tagen.

16. Kapitel, Paragraph 4

Huang Di:

„Ich möchte etwas über die Symptome wissen, die auftreten, wenn die Energie der zwölf Meridiane erschöpft ist."

Khi Pa antwortet:

„Wenn die Energie des Tai Yin erschöpft ist, treten folgende Symptome auf:

• geblähter harter Bauch
• Dyspnoe
• Rülpsen
• Erbrechen, mit Rückstrom der Energie nach oben, deshalb färbt sich das Gesicht rot
• schwärzlich-grauer Teint
• Haut und Körperhaare ausgetrocknet, das bedeutet den Tod.

17. Kapitel, Paragraph 3

Der Blick und die fünf Farben des Teints sind ein Spiegelbild der reinen Energie der Organe.

• Ein weißer Teint muß weiß sein wie eine Gänsefeder und nicht wie das Salz.

17. Kapitel, Paragraph 4

Jedes der fünf Organe hat eine besondere Funktion.

• Ist die Stimme schwach und stotternd, so heißt diese Krankheit „Raub der Energie", weil sich die Grundenergie in Leere befindet.

17. Kapitel, Paragraph 5

Der Mensch besitzt fünf Herbergen, in denen er seine Gesundheit bewahren kann.

• Der Rücken beherbergt den Brustkorb. Ist der Rücken gekrümmt mit hängenden Schultern, dann ist die Energie des Brustkorbes erschöpft.

Erlangen die Herbergen ihre Kraft wieder, wird der Kranke geheilt.

17. Kapitel, Paragraph 8

Ein kräftiger, harter und langer Lungenpuls ist das Symptom einer Fülle des Feuers in den Lungen. Der Patient hustet Blut. Wird der Puls weich und nachgiebig, dann treten die Zeichen einer pulmonalen Insuffiziens mit starken Schweißausbrüchen auf. In diesem Fall darf nicht sediert werden.

19. Kapitel, Paragraph 3

Huang Di fragt:

„Der Herbstpuls ist oberflächig. Was verstehen Sie darunter?"

Khi Pa antwortet:

„Der Herbstpuls ist der Lungenpuls. Er entspricht dem Westen und dem Metall. In dieser Jahreszeit erreichen die Lebewesen ihr Reifestadium. Daher ist der Puls geschmeidig, leicht und oberflächig; die Energie ist bei ihrer Ankunft schnell und beim Weggehen zerfließend. Das Gegenteil ist pathologisch."

Huang Di fragt:

„Welche Symptome treten bei einer Fülle oder Leere der Herbstenergie auf?"

Khi Pa antwortet:

• Bei einer Energiefülle treten folgende Symptome auf:
• der Patient hat das Gefühl das die Energie nach oben steigt
• Lumbalgie
• Gereiztheit
• Bei einer Energieleere treten folgende Symptome auf:
• kurze Atmung
• Husten und Asthma
• Schluckauf
• Hämoptyse
• Dysphonie

19. Kapitel, Paragraph 6

Jedes der fünf Organe erhält die pathogene Energie von dem Organ, das es normalerweise erzeugt. Er gibt diese Energie dann an das Organ weiter, über das es triumphiert. Anders ausgedrückt: Zuerst entwickelt sich die Krankheit, und der Tod ist der Schlußpunkt dieser Entwicklung, die im zerstörenden Organ endet.

Daß heißt: Eine Erkrankung, die der normalen Wandlung der Energie entgegengesetzt verläuft, verursacht den Tod.

Das bedeutet:

Die Leber erkrankt, weil sie die Energie des Herzen erhält; diese Energie fließt weiter zur Milz und stoppt dann in den Nieren; erreicht sie die Lungen, bedeutet dies den Tod.

Die Lungen erkranken, weil sie die Energie der Nieren erhalten; diese Energie fließt weiter zur Leber und stoppt dann in der Milz; erreicht sie das Herz, bedeutet das den Tod.

Das ist die anormale Entwicklung einer Erkrankung, die schließlich zum Tode führt.

19. Kapitel, Paragraph 7

Das bedeutet:

• die Traurigkeit schadet den Lungen und verursacht in ihnen eine Leere. Die Herzenergie nutzt dies aus und greift auf die Lungen über.
• Der Zorn schadet der Leber und verursacht in ihr einen Zustand der Leere. Die Lungenenergie nutzt diese Leere aus und greift auf die Nieren über.

22. Kapitel, Paragraph 2

• Die Lunge entspricht dem Herbst. Zu ihrer Behandlung nadelt man den Lungen- und den Dickdarm-Meridian.

22. Kapitel, Paragraph 6

Eine Lungenerkrankung heilt im Winter. Andernfalls verschlimmert sie sich im Sommer. Heilt sie im Sommer nicht, dauert sie bis zum Sommerende und heilt im Herbst. Man muß kalte Nahrungsmittel vermeiden und soll nicht zu dünne Kleidung tragen.

Will man tonisieren, muß man Mittel mit saurem Geschmack, will man sedieren, Mittel mit pikanten Geschmack verschreiben.

22. Kapitel, Paragraph 12

Die Symptome einer Lungenerkrankung sind:

Bei Fülle:

• Asthma, Husten, rotes Gesicht
• Schmerzen in den Schultern und Rücken
• Schweißausbruch
• Schmerzen im Becken, den Schenkeln und den Knien, den Unterschenkeln und den Füßen.

Bei Leere:

• kurze stoßweise Atmung
• Minderung der Hörfähigkeit
• trockene Kehle
• Man muß die Punkte auf folgenden Meridianen stechen
• Lunge
• Blase
• Leber
22. Kapitel, Paragraph 14

Die Farbe der Lunge ist weiß. Für sie sind Nahrungsmittel mit bitteren Geschmack geeignet:

• Weizen
• Hammelfleisch
• Aprikose
• Schalotten

Die fünf Geschmacksrichtungen nützt einem Organ, sei es durch seine

• sedierende,
• sammelnde
• versüßende
• festigende
• geschmeidig
• machende Wirkung.

23. Kapitel, Paragraph 1

Die fünf Geschmackskräfte dringen ein:

• der pikante Geschmack in die Lunge

23. Kapitel, Paragraph 2

Ist die Energie der fünf Organe befallen, so treten jeweils typische Symptome auf, bei Befall der Lunge:

• Husten

23. Kapitel, Paragraph 3

Die reine Energie haben ihren Zustrom:

• strömen sie alle zu den Lungen, rufen sie Traurigkeit hervor

23. Kapitel, Paragraph 4

Die fünf Organe haben ihre Abneigung:

• die Lunge haßt die Kälte

Das nennt man die fünf Abneigungen.

23. Kapitel, Paragraph 5

Die fünf Organe wandeln die Flüssigkeiten:

• die Lunge den Nasenschleim

Das nennt man die fünf Verwandlungen.

23. Kapitel, Paragraph 6

Die fünf Geschmackskräfte und ihre Kontraindikationen:

• das Pikante schwächt die Energie. Daher darf bei Erkrankungen der Energie keine allzu pikante Nahrung zugeführt werden.
• das Süße schwächt die Haut/Muskeln. Bei Erkrankungen der Haut/Muskeln dürfen keine süßen Nahrungsmittel zugeführt werden.

Das sind die fünf Kontraindikationen. Man darf den Patienten nicht mit einer Nahrung ernähren, die zuviel Geschmackskräfte enthält.

23. Kapitel, Paragraph 10

Die fünf Organe beherbergen folgende Energien:

• die Lungen beherbergen das Lebensfluidum, Po

Das sind die fünf Herbergen.

23. Kapitel, Paragraph 11

Die fünf Organe haben ihre Abhängigkeiten:

• von der Lunge hängen die Haut und die Körperhaare ab

Das sind die fünf Abhängigkeiten.

23. Kapitel, Paragraph 12

Fünf Erschöpfungszustände bewirken folgende Veränderungen:

• zu langes Liegen verändert die Energie

Das sind Veränderungen, die durch fünf Erschöpfungszustände verursacht werden.

23. Kapitel, Paragraph 13

Die fünf Organpulse haben ihre Symbole:

• der Lungenpuls entspricht dem „Flaumfeder-Puls" des Herbstes

Das sind die normalen Pulse der Organe.

24. Kapitel, Paragraph 1

Beim Menschen sind normalerweise Blut und Energie in bestimmten Mengen vorhanden:

• der Tai Yin enthält normalerweise viel Energie und wenig Blut

Das ist die normalen Relation zwischen Energie und Blut in den Meridianen des Menschen.

24. Kapitel, Paragraph 5

Nadelt man den Tai Yin Meridian, kann man Energie entweichen lassen; man darf verletzen.

25. Kapitel, Paragraph 3

Huang Di fragt:

„... Das gilt auch für die Krankheiten; Leere und Fülle unterliegen zahlreichen Wandlungen.

Gibt es Regeln nach denen man diese Wandlungen erkennen kann?"

Khi Pa antwortet:

„Die Grundlage ist das Gesetz der Entwicklung der fünf Elemente:

• trifft das Holz auf Metall, so wird es gespalten
• trifft das Metall auf das Feuer, so schmilzt es
Dieses Gesetz gilt für alle Lebewesen.“

32. Kapitel, Paragraph 1

Die Hitzekrankheit der Lunge hat zunächst folgende Symptome:

• Kältegefühl in der Haut
• Windempfindlichkeit
• allgemeine Kälteempfindlichkeit

dann Symptome des Kampfes zwischen dem Körper-Qi und der pathogenen Energie:

• Dyspnoe
• Husten
• Schmerzen am Thorax
• Schmerzen am Rücken
• Hypopnoe
• rasende Kopfschmerzen
• kalte Schweißausbrüche

Die Therapie besteht darin, Punkte des

• Lungen-Meridians
• Dickdarm-Meridians

zu nadeln und aus ihnen einen Tropfen Blut von der Größe einer kleinen Erbse austreten zu lassen.

38. Kapitel, Paragraph 1

Huang Di:

„Entsteht Husten ausschließlich bei Lungenerkrankungen?"

Khi Pa:

„Erkrankungen der fünf Speicher- und der sechs Hohlorgane, und nicht nur der Lunge, können Husten verursachen."

Huang Di:

„Können Sie mir darüber etwas erzählen?"

Khi Pa:

„Haut und Haare werden von der Lunge beherrscht. Bei einem Angriff der pathogenen Energie werden sie als erstes befallen und stehen in direkter Verbindung zum Organ. Bei Zufuhr kalter Nahrung dringt in gleicher Weise die Kälte in den Lungenmeridian ein und erreicht die Lunge. In beiden Fällen ist der Husten die Folge der pathogenen Kälte, die sich in der Lunge festgesetzt hat.

Die Affektion der Energie der fünf Speicher- und sechs Hohlorgane kann sekundär die Lunge erreichen und Husten auslösen.

Und in der Tat wird im Herbst die Lunge als erstes von der pathogenen Energie befallen.“

Huang Di:

„Wie unterscheidet man die verschiedenen Formen des Hustens?"

Khi Pa:

Der Lungenhusten ist von

Dyspnoe
Dysphonie
Hämoptyse
begleitet.

Der Herzhusten ist von

Herzschmerzen
Engegefühl im Hals
Tonsillitis
begleitet.

Der Leberhusten geht mit

• bilateralen Pleuraschmerz einher, bei dem der Patient sich nur mühsam bewegen kann, um nicht eine Fülle unterhalb des Hypochondriums zu riskieren.

Der Milzhusten geht mit

• einem rechtsseitige Pleuraschmerz einher, der zur Scapula und in den Rücken ausstrahlt, wobei der Patient sich nicht bewegen kann, ohne einen Hustenanfall auszulösen.

Der Nierenhusten geht mit

• Lumbalgie einher und in schweren Fällen mit überschießenden Speichelfluß.

38. Kapitel, Paragraph 2

Huang Di;

„Welches sind die Symptome des Hustens der sechs Hohlorgane?"

Khi Pa:

„Ein chronischer Husten der fünf Speicherorgane erreicht die sechs Hohlorgane. Das heißt:

• Ein nicht behandelter Milzhusten erreicht den Magen. Der Magenhusten geht mit Erbrechen und in schwerer Form mit Erbrechen von Askariden einher.

• Ein nicht behandelter Leberhusten erreicht die Gallenblase. Der Gallenblasenhusten geht mit Erbrechen von Galle einher.

• Ein nicht behandelter Lungenhusten erreicht den Dickdarm. Der Dickdarmhusten geht mit Stuhlinkontinez einher.

• Ein nicht behandelter Herzhusten erreicht den Dünndarm. Der Dünndarmhusten geht mit Flatus einher.

• Ein nicht behandelter Nierenhusten erreicht die Blase. Der Blasenhusten geht mit Harninkontinez einher.

• Ein nicht behandelter chronischer Husten erreicht den Dreifach Erwärmer. Der Husten geht mit Appetitlosigkeit einher.

Alle diese Hustenformen wirken auf den Magen ein, der mit der Lunge in Verbindung steht; daher kommt es zum

• Nasenlaufen
• Ödeme
• Verschlimmerung des Husten
• Rötung des Gesichtes“

Huang Di:

„Wie ist die Therapie"

Khi Pa:

„Die Behandlung des Hustens der fünf Speicherorgane beruht auf den

• Shu-Punkten

Die des Husten der sechs Hohlorgane auf den

• He-Punkten

Die des Ödems auf die

• Meridianpunkte“

42. Kapitel, Paragraph 5

Huang Di:

„Worin unterscheidet sich die durch Wind hervorgerufenen Erkrankungen der Speicher- und Hohlorgane. Wie kann man eine Diagnose stellen?"

Khi Pa:

„Die Krankheit Fei-Feng, Lungen-Wind hat folgende Symptome:

• übermäßiges Schwitzen
• Windempfindlichkeit
• blasser Teint
• Husten
• oberflächige Atmung
• Besserung am Tag
• Verschlimmerung in der Nacht

Ein typisches Symptom bei Fei-Feng ist die weißliche Verfärbung über den Augenbrauen."

43. Kapitel, Paragraph 2

Huang Di:

„Das Bi-Syndrom kann in den fünf Speicher- und sechs Hohlorganen auftreten. Was ist die Ursache hierfür?"

Khi Pa:

„Die fünf Speicherorgane stehen alle mit den fünf Körperschichten in Verbindung. Im chronischen Stadium kann die in einer bestimmten Schicht fixierte pathogene Energie das entsprechende Organ befallen. Das heißt: • Das nicht behandelte und durch einen neuen Angriff der pathogenen Energie verschlimmerte ‘Haut-Bi’ befällt die Lunge.

Jede ‘Bi-Erkrankung’ kann durch ein erneutes Eindringen pathogener Energie verschlimmert werden, wodurch es zum ‘Organ-Bi’ kommt.“

43. Kapitel, Paragraph 3

Erreicht das „Bi" ein Organ, so ändert sich seine Pathophysiognomie. Das heißt: Das Bi der Lunge hat folgende Symptome:

• Traurigkeit
• Fülle im Thorax
• Dyspnoe
• Erbrechen
43. Kapitel, Paragraph 4

Eine friedliche Zirkulation der Energie in den fünf Speicherorganen bewahrt die Energie im Inneren. Eine turbulente Zirkulation schädigt es. Eine übermäßige Ernährung schädigt den Magen und die Därme produzieren verdorbene Energie. Dies kann verursachen:

• eine Dyspnoe mit Anhäufung von „Bi" in der Lunge

So können sich alle Bi-Formen in die Tiefe hin entwickeln. Die „Bi-Formen", bei denen der Wind dominant ist, sind relativ leicht zu therapieren.

44. Kapitel, Paragraph 1

Huang Di:

„Auf welche Weise können die Speicherorgane ‘Wei’ verursachen?"

Khi Pa:

„Im Organismus

• beherrscht die Lunge das System der Haut und Haare

Das bedeutet:

• Bei Hitzebefall der Lunge werden die Lungenflügel welk und trocken, die Haut wird schlaff und dünn. Verbleibt diese Hitze lange in der Lunge führt sie zu ‘Wei durch Zerstörung’“.

44. Kapitel, Paragraph 2

Huang Di:

„Wie entstehen die Wei-Erkrankungen?"

Khi Pa:

„Die Lunge ist der Chef der Speicherorgane, der Schutzschirm des Herzens, das heißt:

• eine große Enttäuschung oder eine große Unannehmlichkeit hemmen den Kreislauf der Lungenenergie und lösen damit ein verdunkeln der Lunge aus mit Überhitzung der Lunge und Austrocknung der Lungenflügel. Daher sagt man: Unter der Einwirkung der Lungenhitze und der Austrocknung der Lungenflügel erzeugen die fünf Speicherorgane das Wei durch Vernichtung.“

44. Kapitel, Paragraph 3

Huang Di:

„Wie kann man die fünf Formen des Wei unterscheiden?"

Khi Pa:

„Der Hitzebefall der Lunge manifestiert sich durch einen weißen Teint und eine Schädigung der Behaarung."

48. Kapitel, Paragraph 1

Kennzeichen einer Fülle von Leber, Niere und Lunge ist:

• ein Ödem.

Kennzeichnung einer Blockierung der Lunge ist:

• eine Dyspnoe mit Fülle im Hypochondrium.

52. Kapitel, Paragraph 1

Huang Di:

„Ich möchte etwas über die Kontraindikationen wissen."

Khi Pa:

„Die fünf Organe haben jeweils besondere Charakteristika, die man kennen muß:

• die Energie der Lunge entsteht auf der rechten Seite, sie fließt nach unten.

Die Nadelung dieser Gegend muß vorsichtig erfolgen, um mehr oder minder schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden."

52. Kapitel, Paragraph 2

Eine tiefe Akupunktur die die Lunge erreicht, kann in drei Tagen zum Tode führen, wobei als Prodrom Husten auftritt. 52. Kapitel, Paragraph 4

Die tiefe Nadelung des Thorax mit Verletzung der Lunge führt zur Dyspnoe, die den Patienten zwingt, den Kopf zu heben, um zu atmen.

57. Kapitel, Paragraph 1

Huang Di:

„Weshalb weisen die Luo Mai verschiedene Farben auf: rot, grün ...?"

Khi Pa:

„Die Hautfarbe im Areal der Luo Mai der Lunge sind weiß."

62. Kapitel, Paragraph 4

Huang Di:

„Welches sind die Symptome von Leere und Fülle der Energie?"

Khi Pa:

Bei einer Fülle des Qi kommt es zu

• Husten
• Dyspnoe
• rotes Gesicht
Bei einer Leere kommt es zu
• Hypopnose
• Schwächezustand

64. Kapitel, Paragraph 4

Bei der Nadelung der fünf Organe ist folgendes zu beachten:

• wird bei der Nadelung die Lunge erreicht, tritt der Tod nach drei Tagen nach dem Husten ein.

65. Kapitel, Paragraph 5

Eine Lungenerkrankung mit Husten und Dyspnoe entwickelt sich folgendermaßen:

• nach einem Tagen wird die Leber befallen, daher kommt es zur Fülle und Schmerzen im Hypochondrium
• nach drei Tagen wird die Milz befallen, daher kommt es zu Schmerzen und Schweregefühl im ganzen Körper
• nach fünf Tagen wird der Magen befallen, daher kommt es zur Blähung und Fülle im Epigastrium
• ist nach zehn Tagen die Krankheit nicht geheilt, dann tritt der Tod im Winter in der Abenddämmerung und im Sommer im Morgengrauen ein.

Lao Tse, Tao Te King, Das Buch der Wandlung

2. Kapitel

Stimme und Klang schwingen miteinander

5. Kapitel

Ist es zwischen Himmel und Erde nicht wie ein Blasebalg?

Leer und doch fällt er nicht zusammen.

Je mehr er sich bewegt, desto mehr bringt er hervor.

Mehr Worte sagen weniger.

Halte an der Mitte fest.

8. Kapitel

Kein Kampf - kein Tadel.
Im Wohnen sei nahe dem Boden.
In der Meditation gehe tief ins Herz.
In der Beziehung sei sanft und freundlich.
In der Sprache sei offen und ehrlich.

23. Kapitel

Wenige Worte zu gebrauchen ist natürlich.
Heftige Winde währen nicht den ganzen Morgen.
Starker Regen währt nicht die ganze Nacht.

25. Kapitel

Weil es das Höchste ist, dehnt es sich aus.
Es dehnt sich weit ins Jenseits.
Weit ins Jenseits gedehnt, kehrt es zurück.

43. Kapitel

Die Lehre ohne Worte und Nutzen des Nicht-Tuns
Wird nur von wenigen verstanden.

56. Kapitel

Jene, die Wissen, reden nicht.
Jene die reden, wissen nicht.

70. Kapitel

Worte haben Ahnen.
Taten haben Ansehen.

81. Kapitel

Wahre Worte sind nicht schön.
Schöne Worte sind nicht wahr.

I Ging, Das Buch der Wandlung

10, Lü
das Zeichen besteht aus
oben das Trigramm
für Himmel, Tian
unten das Trigramm
Heiterkeit, Dui

Erklärung

Das Zeichen handelt von Rangunterschieden in der menschlichen Gesellschaft. Wenn diese Rangunterschiede eine innere Berechtigung haben, dann werden sie auch von den Menschen akzeptiert. Nur dürfen die Rangunterschiede nicht willkürlich erfolgen, oder gar ungerecht sein. Hier käme es zu Konkurrenzkampf und Auseinandersetzungen.

Urteil

Das Schwache ist hinter dem Starken her und berührt es. Aber der Starke läßt es sich gefallen.

Das Bild

Oben der Himmel, unten die See. Das Bild des Auftretens. Der Überlegene unterscheidet zwischen hoch und niedrig und formt dadurch den Sinn des Menschen.

Shen Shu,
Das Orakel der heiligen Zahlen

Zahl 9

Text

Die Möglichkeit, ehrenwerte Gäste zu empfangen, stellt sich schneller als erwartet ein. Auf dem vertrockneten Baum im Innenhof setzt sich würdevoll ein Phönixvogel. Besser Du schmiedest Langzeit- als Kurzzeitpläne. Überhöre die nichtssagenden Kommentare Außenstehender.

Erklärung

Es ist anzunehmen, daß jemand sich in dieser Fragestellung allein gelassen fühlt, oder daß er tatsächlich lange einsam war, sei es aus eigenem Wunsch, oder durch Lebensumstände, auf die er keinen direkten Einfluß hatte. Doch diese Zeit nähert sich dem Ende. Die eigentliche Entscheidung ist vom Fragenden selbst zu treffen.

Akupunkturpunkt

Akupunkturpunkte werden chinesisch als

Kong Xue
Liao Xue
Dao Xue

bezeichnet. Das verbindende Wort stellt Xue dar, was soviel wie fließen bedeutet. Kong ist ein Loch, Liao ein Kellerloch und Dao bedeutet der Weg. Somit ist ein Akupunkturpunkt in der chinesischen Medizin als Loch definiert, wo ich etwas fließen lassen kann. Deswegen werden Akupunkturpunkte im lateinischem als Foramina bezeichnet.

In der westlichen Medizin wird der Begriff Gefäß-Nerven-Bündel benutzt, denn Akupunkturpunkte befinden sich immer in der Nähe von Gefäßen und Nerven.

Es gibt verschiedene Arten von Akupunkturpunkten:

Ah-Shi
Standardpunkte auf den Hauptmeridianen
Extrapunkte
Punkte außerhalb des Meridian

Akupunkturpunkte haben unterschiedliche Funktionen.

Tonisierungspunkt

liegt immer auf den zugehörigen Meridian und wird bei Energiemangel des entsprechenden Meridians manipuliert.

Sedierungspunkt

liegt ebenfalls auf seinem zugehörigen Meridian und wird bei Energiefülle manipuliert.

Quellpunkt

hat eine deutliche Verstärkerfunktion auf den gleichnamigen Meridian.

Alarmpunkt

wird bei akuten Erkrankungen bevorzugt. Neben dem therapeutischen Wert dient er auch zur Diagnose.

Zustimmungspunkt

wird bei chronischen Erkrankungen bevorzugt manipuliert. Sie liegen alle auf dem inneren Blasenast am Rücken.

Spaltpunkte

liegen ebenfalls auf jedem Meridian. Sie liegen meist in einem Muskelspalt und können deswegen sehr tief gestochen werden. Diese Akupunkturpunkte werden meist in akuten Situationen eingesetzt. Ihre Wirkung erstreckt sich auf Schmerzstillung, krampflösend und Blutstillend.

Grundlagen der Akupunkturpunkte

Akupunkturpunkte haben bestimmte Strukturen und können so auch definiert werden. Unter anderem haben die Akupunkturpunkte einen

histologische Aufbau
elektrophysikalische Reaktionen
unterschiedliche Hauttemperatur
neurochemische Reaktionen
neurophysiologische Reaktionen

Prinzipielle Wirkung von Akupunktur

Gemäß der traditionellen chinesischen Medizin kann jeder Akupunkturpunkt

Qi
Xue

bewegen. Darüber hinaus werden noch weitere Eigenschaften diskutiert: Schmerzlindernde Wirkung

Di 4 He Gu
MP 6 San Yin Jiao
Ma 36 Zu San Li
Lu 7 Lie Que

Homöostatische Wirkung

Di 4 He Gu
Di 11 Qu Chi
MP 6 San Yin Jiao

Sedierende Wirkung

LG 20 Bai Hui
Ma 36 Zu San Li
He 7 Shen Men
Bl 62 Shen Mai
Immunstimulierende Wirkung

LG 14 Da Zhui
Di 11 Qu Chi

Darstellung der Akupunkturpunkte

Es werden nun einzelne Akupunkturpunkte des Meridians aufgezeigt. Im Prinzip kann zu jedem Punkt folgende Struktur aufgebaut werden:

Funktion aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einem Meridian
Funktion aufgrund der Lokalisation
Funktion aufgrund seiner besonderen Fähigkeit

Zhong Fu, Lu 1
Alternative Namen

Mitte-Bezirk
Mitte der Eingeweiden
Zentralpalast
Sammelzentrum<
Mitte im Amtssitz
Wirkungskreis der Eingeweiden
Mittlerer Saal
Versammlungshalle der Mitte
Aula media
Central Palace
Central Treasury
Treasury center Shu
Breast Center Shu
Breast Shu
Lung Mu

Qualifikation
< br> Alarmpunkt der Lunge
Jiao Hui von Tai Yin
Lunge und Milz-Pankreas

Wirkung gemäß Maciocia

reguliert Lungen-Qi
fördert das Absteigen des Lungen-Qi
wirkt antitussiv
löst Völleempfindung im Thorax
beseitigt Lungen-Hitze
stärkt das Lungen-Yin
wirkt analgetisch
Wirkung gemäß Flaws

reguliert die Zirkulation des Lungen-Qi
stärkt das Lungen-Yin
klärt den oberen Dreifach Erwärmer
Wirkung gemäß Ross

beseitigt Lungen-Qi-Stagnation
beseitigt lokale Qi- und Blut-Stagnation
beseitigt Schleim
beseitigt Hitze
Indikationen

gemäß Alarmpunkt für die Lunge
Bronchitis
bronchiale Verschleimung
Keuchhusten
Asthma
Kurzatmigkeit
Schluckauf
gemäß So Quenn, 22. Kapitel
Schulterschmerzen
Thoraxschmerzen
gemäß dem Yang-Partner, Dickdarm
Gedunsenheit von Bauch und Gliedmaßen
Übelkeit
Brechreiz
Magen-Darm-Grippe

Kombinationen

Lu 1 + Bl 13
Stärkung der Lunge
Lu 1 + Di 4 + Lu 7
eliminiert den pathogenen Faktor Kälte
Lu 1 + KS 6
Thoraxschmerzen
Lu 1 + Ma 40
eliminiert Schleim im Thorax
Lu 1 + MP 3 + Ma 36
Stärkung von Lunge und Milz
Lu 1 + Lu 6
schmerzhafter Husten mit klebrigen Auswurf

Anwendung der Methode Mu Shu Jing

Lu 1 + Bl 13
Erkrankungen der Lunge

Diskussion

Lu 1, als Alarmpunkt für die Lunge, hat sich sehr bewährt bei akuten Fülle-Erkrankungen vom Wind-Hitze-Muster. Einer der wertvollen Punkte bei akuten Erkrankungen der Lunge. Bei der Benutzung von Brustsalben hat sich das intensive Einreiben des Punktes als sehr hilfreich erwiesen.

Yun Men, Lu 2

Alternative Namen
Wolken-Tor
Tor der Wolken
Porta Nubium
Cloud Gate

Wirkung gemäß Maciocia

zerstreut thorakales Völlegefühl
fördert das Absteigen des Lungen-Qi
stillt Husten

Wirkung gemäß Flaws

reguliert die Lungen
wandelt Schleim um
kühlt Lungen-Hitze
befreit von Reizbarkeit

Wirkung gemäß Ross

beseitigt Lungen-Qi-Stagnation
beseitigt lokale Qi- und Blut-Stagnation
beseitigt Schleim
beseitigt Lungen-Hitze
Indikationen

gemäß zerstreut thorakale Völlegefühl
Völlegefühl in der Brust
gemäß fördert das Absteigen des Lungen-Qi
Kurzatmigkeit
Husten
Asthma
gemäß stillt Husten
Husten
Keuchhusten
gemäß Lokalisation
Schmerzen im Oberarm
Schmerzen in der Schulter

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