Sprache der Organe: Jeder kann sie verstehen


Anne Jacob, Heilpraktikerin

Teil 1

Ich widme diesen Beitrag vorrangig den besonders stark beanspruchten Organen. Besonders stark beansprucht sind in der heutige Zeit unsere Leber, Nieren, Herz und Kreislauf, Lungen und Verdauungsorgane sowie Immunsystem und unser Lymphsystem.

In einer solchen Zeit ist es die erste Aufgabe des Therapeuten, Krankheiten zu verhüten, und erst in zweiter Linie, Krankheiten zu heilen. In China gilt es als oberster Grundsatz. Dort ist der Patient zutiefst enttäuscht, wenn sein Arzt – den er selbst wählte – ihn nicht so behandelt, dass er nicht schwer erkrankt.

Erkrankt dieser Patient an Grippe, Husten oder ähnlichen spontanen Krankheiten, so nimmt er das geduldig hin und kuriert es aus in Ruhe und mit Gelassenheit. Erkrankt der Patient aber an Stoffwechselstörungen und anderen sich langsam entwickelnden Krankheiten wie z. B. Krebs, so weiß er, daß der behandelnde Therapeut nicht früh genug die Signalzeichen seines Körpers erkannt hat und dem Patienten offensichtlich nicht aufmerksam genug zugehört hat; denn in der Regel ist es ja so, daß der Patient früh genug Mißempfindungen oder Beschwerden dem behandelnden Arzt mitteilt. Es ist daher dessen vorrangige Aufgabe, diese zuerst leichten Beschwerden von Anbeginn an richtig einzuordnen, ihre langfristige Weiterentwicklung zu erkennen und daher rechtzeitig in geeigneter Weise zu handeln.

Erkrankt der chinesische Patient schwer, so ist er wie gesagt von seinem Therapeuten zutiefst enttäuscht und in der Regel wechselt er den Arzt.

Was versteht man unter der Sprache der Organe, der Organsprache ?

Jeder Mensch weiß, welche Zeichen in der Natur darauf hindeuten, daß die Jahreszeiten sich ändern. Wenn es Frühling wird, bekleidet man sich dünner, wird es Herbst, holt man die wärmeren Sachen aus dem Schrank. Kurzum, man paßt sich wechselnden Situationen an.

So wie sich die Natur und auch die Menschen den Situationen oft stündlich, täglich oder in längeren Zeiten anpassen, so verhält sich auch unser Körper. Manchmal fühlt er sich dabei wohl, manchmal nicht so wohl. Aber immer sagt er es uns sofort und perfekt. Dabei spricht er mit uns in der Organsprache.

Leider können viele Menschen die Sprache ihrer eigenen Organe nicht mehr verstehen, weil sie der Natur und somit auch sich selbst entfremdet sind. Ich erlebe das in meiner Praxis täglich viele Male, gleichermaßen bei Frauen wie Männern, egal welchem Berufsstand sie angehören. Sobald ein einziges Organ im Körper dieser Patienten ein bißchen aufmuckt, werden sie ratlos, ängstlich und unglücklich; denn wie gesagt, sie verstehen die Sprache der eigenen Organe nicht mehr.

Ich will versuchen, diese Organsprache wieder jedermann verständlich zu machen. Ich möchte Ängste abbauen helfen und neben dem Wiedererlernen dieser Sprache Mut und Vertrauen in das eigene Immunsystem zu stärken. Hierzu gehört unbedingt das Wissen, daß Heilmittel nur zeitweise unterstützen können, aber eben nur zeitweise. Auch das beste Heilmittel wirkt nach einiger Zeit nicht mehr, wenn man sich (oder die Organe) daran gewöhnt hat.

Heilmittel sollten keine Ware sein, die man konsumiert, sondern kurzzeitige Hilfen! Etwa so, wie wenn man an einem schönen Sommertag kurz eine Jacke überzieht, wenn plötzlich ein Gewitter aufzieht. Ist das Gewitter vorüber, zieht man die Jacke wieder aus. Kommt eine längere Kälteperiode (längere Krankheit), wechselt man die Jacken oder die Pullover. Genauso sollte es mit den Heilmitteln auch sein!

In gesunden Tagen darf man keine Heilmittel vorbeugend einnehmen. Das ist nicht gut! Wie sollen dann diese Heilmittel in kranken Tagen schnell wirken? Der Körper kennt dann diese Mittel und reagiert nicht mehr darauf oder nicht mehr so schnell. Außerdem darf man nicht vergessen, dass Heilmittel bei jedem Menschen anders wirken. Sogar zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten wirken Mittel verschieden. Jahreszeiten und Situationen müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Hinzu kommt auch, dass es heute nicht mehr wie früher üblich ist, nur einen Arzt, den sogenannten „Hausarzt“ aufzusuchen und um Rat und Hilfe zu fragen. Heute gibt es fast nur noch Fachärzte! Es gibt Ohren- und Nasenärzte, Internisten, Chirurgen, Orthopäden, Gynäkologen, Urologen und viele andere mehr.

v Man weiß heute, daß das auch große Nachteile hat. Es ist nicht gut, dass jeder dieser Fachärzte nur sein Fachgebiet behandelt. Oft hat der Patient Beschwerden z. B. im Schulterbereich und er wird zum Orthopäden geschickt. Dieser Mann versucht oft vergeblich, das vermeintliche „Schulter-Arm-Syndrom“ zu heilen und es gelingt nicht, weil gerade im Schulterbereich die Leber sehr starke Beschwerden produziert, aber auch Eisenmangel bringt Schmerzen in diesem Bereich. Weiterhin führt die Aufteilung des Körpers auch dazu, daß der Ohrenarzt Antibiotika oder andere Mittel verschreibt, der Internist ebenfalls usw., usw. Es folgt oft ein heilloses Durcheinander im Körper des Patienten. Im wahrsten Sinne des Wortes „h e i l - l o s“.

Symbolisch ist diese Situation etwa so zu beschreiben: Ein Körper ist ein Teppich aus zahllosen Fäden, die erst in ihrer Verknüpfung Muster und Festigkeit ergeben. Nimmt man nur einen Faden heraus, betrachtet ihn für sich, so wird man nicht nur dem Ganzen nicht gerecht, sondern bewertet auch den einzelnen Faden in den meisten Fällen falsch.

Doch zurück zur Wirkung der Heilmittel. Verschiedene Heilmittel wie Jodum, Spongia und ähnliche wirken im Norden unseres Landes anders als im Süden. Man weiß ja auch, daß ein Auto sich im Gebirge anders verhält als in der Ebene. Man sollte auch keine zu große Angst vor Krankheiten haben, die auch notwendig sind um unser Immunsystem zu stärken. Jeder sofort unterdrückte Husten, Magen-verstimmung, Durchfall usw. schwächt unsere Körperabwehr. Jede normal verlaufende Krankheit baut uns auf. Natürlich sollte ein Durchfall keine Woche mit unvermittelter Heftigkeit andauern, sonst ist der Mineralverlust und Flüssigkeitsverlust zu hoch. Aber ein bis zwei Tage benötigt der infizierte Darm schon, um die Bakterien oder Viren hinauszubefördern. Und nur das tut er ja in dieser für ihn kritischen Situation. Oder z. B. eine Mandelentzündung! Die Mandeln (Tonsillen) sind lymphatisches Gewebe. Dieses Gewebe hat die Aufgabe, Krankheitserreger zu speichern und unschädlich zu machen. Dabei strengen sie sich sehr an und schwellen an und vergrößern sich. Man kann ihnen helfen mit den Krankheitserregern fertig zu werden, aber direkt Antibiotika oder Breitbandantibiotika zu geben ist nicht gut.

Antibiotika sind eine segensreiche Entdeckung – aber eine sehr, sehr große Gefahr, wenn sie sofort bei jeder Bagatellinfektion eingesetzt werden. Man weiß ja auch im Falle einer Infektion am Anfang nie, ob sie auf Bakterien oder auf Viren zurückgeht. Und gegen Viren hilft nun mal kein Antibiotikum, sondern Antibiotika helfen nur gegen Bakterien und längst nicht gegen alle Bakterien. Zu viele Stämme sind infolge „Antibiotikamißbrauchs“ resistent geworden.

Ich habe ein sehr altes Medizinbuch. In diesem Buch kann man nachlesen unter welch furchtbaren Umständen die Menschen vor der Entdeckung von Antibiotika an Lungenentzündung, Bauchfellentzündung und auch an den weitverbreiteten Geschlechts-krankheiten zugrunde gingen. Besonders tragisch war die hohe Kindersterblichkeit an Halsbräune und anderen Krankheiten. Das darf man nicht vergessen! Für schwere Erkrankungen sind diese Mittel ein Segen. Aber sie wurden zum Fluch, weil eben bei jeder Bagatellerkrankung sofort Antibiotika verschrieben werden.

Damit schlägt man die eigene Körperabwehr tot. Der Mensch hat nämlich sehr viele sogenannte „gute Bakterien“. Sie leben im Darm, in Nase, Hals und Rachen und auch in der Scheide der Frauen. In diesen gefährdeten Regionen von Mensch und Tier warten sie auf Angreifer, eben auf Bakterien oder Viren und töten diese oder versuchen es wenigstens.

Antibiotika erschlagen auch gute Bakterien, sie unterscheiden nicht zwischen Freund und Feind. In der Folge von Antibiotika erkrankt der Mensch immer schneller, häufiger und schwerer an irgendwelchen Infekten. Dieses Wissen ist leider nicht Allgemeingut, aber es ist wichtig, dass es das wird.

Überall da, wo Umwelt mit unserer Innenwelt in Berührung kommt, bzw. Umwelt (= Nahrung und Atemluft) unsere Innenwelt berührt, sind wir in zunehmendem Maße durch Umwelteinflüsse besonders anfällig geworden. Töten nun Antibiotika die körpereigenen Bakterien, so folgt eine Pilzinfektion oder andere Infektionen oft auf dem Fuß. Diesen Infektionen hat man dann nichts mehr entgegenzusetzen. Es gibt inzwischen sehr viele Medikamente gegen Pilzinfektionen, aber diese helfen nur gegen herkömmliche Pilzsporen, nicht aber gegen resistente (nicht angreifbare) Pilzstämme. Inzwischen führen sehr viele Pilzinfektionen zum Tode.

Außerdem muß jedes Kind gegen Bakterien und Viren, die in seinem Lebensraum vorkommen Abwehrkräfte bilden können, sonst kann es nicht überleben. Deshalb haben Kinder im Kindergartenalter und Schulalter so viele Infektionskrankheiten zu überstehen, gegen die sie dann Abwehrstoffe bilden und später immun sind. Auch Impfungen können oft Masern und andere Kinderkrankheiten nicht unterdrücken; denn auch Bakterien und Pilze ändern sich und können so nicht unterdrückt werden!

Ich möchte ein Beispiel nennen, das Ihnen wohl allen bekannt ist. Als in den Jahren 1531 bis 1534 Pizarro Amerika eroberte, brachten er und seine Besatzung das Masernvirus nach Amerika mit, das dort bislang nicht vorkam. Die Indios, deren Abwehrsystem keine Abwehrstoffe gegen diese Krankheit bilden konnte, weil man eben diese Krankheit in Südamerika nicht kannte, starben fast alle daran. Die Kinder dieser Indios überstanden oft diese Krankheit, aber sie verhungerten, weil keine Eltern mehr da waren, die sie ernährten. Auch diese Begebenheit , glaube ich, ist nicht jedermann bekannt.

Angelernte Verrichtungen wie Lesen, Schreiben, Kochen, Nähen, Musizieren usw. machen wir Menschen „bewußt“. Aber alle lebenswichtigen feinen Tätigkeiten des Körpers wie Herzschlag, Atmung, Verdauung, Wärmeregulierung, Frieren, Schwitzen, Leberentgiftung, Abwehrmechanismen bereitstellen, alle diese Funktionen und noch viel mehr regelt unser Körper ganz alleine. Wir wären vollständig überfordert, müßten wir all diese Funktionen bewußt steuern, den Lebensumständen anpassen und dazu noch untereinander koordinieren...

So wie unser Körper diese Funktionen zu unserem Besten regelt, so kann er uns auch mitteilen, wann und wo irgend etwas nicht stimmt. Er macht es auch früh genug, doch oft sind diese „Hilferufe“ so leise und diskret, daß der betreffende Mensch gar nicht darauf achtet. Dabei sind auch diese leisen Rufe unüberhörbar, wenn man sie kennt!

Ich kann nicht alle Organe und Regelkreise des Körpers beschreiben, aber einige der wichtigsten nehme ich heraus und hoffe, deren Körpersprache so einfach und klar darzulegen, daß viele Menschen sie wieder verstehen und frühzeitig ein wenig danach leben. Hört man auf diese „Hilferufe“, so kann man größeres Unheil zumeist verhüten.

Es ist bei jeder Erkrankung wie mit einem Dachziegel. Ist ein Ziegel defekt und man ersetzt ihn sofort, so ist der Schaden schnell behoben. Läßt man den Ziegel defekt, so löst der Sturm und Regen den nächsten und übernächsten Ziegel und bald ist ein großes Loch im Dach und das Gebäude erleidet großen Schaden und geht schnell zu Grunde.

Es ist Unsinn, wenn es durchregnet, einen Maler zu bestellen um den Wasserschaden zu übertünchen. Es ist Unsinn einen neuen Teppich zu kaufen, wenn es durchregnet. Es ist Unsinn, nasse Wände zu reparieren, wenn das Dach undicht ist. Sinn hat nur, den defekten Ziegel zu ersetzen, d. h. den Schaden zu heilen.

Genauso ist es Unsinn, Wasseransammlungen aus den Beinen, den Händen oder dem Gesicht mit Entwässerungstabletten abzuhelfen. Rheuma zu behandeln und anderes mehr ist Unsinn, wenn man die Nieren nicht mit behandelt, weil nur durch mangelhafte Nierentätigkeit z. B. Rheuma entsteht.

Ich höre meine Patienten förmlich sagen: „Aber ich habe meine Nieren röntgen lassen, die Nierenwerte nehmen lassen, den Urin untersuchen lassen – alles ist normal!“ Und wieder und wieder muß ich erklären, daß alle diese Untersuchungsmethoden sehr grob und unspezifisch sind. So wie wir die „feinen Tätigkeiten“, die ich anfangs erwähnte, nicht steuern können und sie dem Körper selbst überlassen müssen, so können wir diese feinen Verrichtungen der Organe nicht untersuchen.

Und nun will ich erklären, wie die einzelnen Organe zu Ihnen reden und Sie anleiten, diese Sprache zu verstehen und die Hilferufe frühzeitig zu beachten.

Je mehr ein Organ geschädigt, d. h. vorerst noch nicht krank ist, um so drastischer ruft es. Früher konnten die Menschen diese Sprache gut verstehen. In allen alten Kulturen gab es gute Heilkundige und weise Frauen, die sie kannten, darauf hörten und den Menschen halfen. Auch die sogenannten Hexen im Mittelalter verstanden sich darauf und mußten zum Teil deshalb auf dem Scheiterhaufen sterben.

Nur bei sehr alten Kulturvölkern mit noch aufrechterhaltenen Traditionen und überliefertem Wissen wie z. B. Chinesen, Indianern, Indios und den Naturvölkern Afrikas ist dieses Wissen zum großen Teil noch erhalten geblieben. Ich selbst habe Reisen nach China und Tibet unternommen und erlebt, daß man dort die Organsprache noch versteht. Ich war erstaunt, wie sie beachtet wird und wie man darauf hört und bei allen Untersuchungen darauf eingeht. Es ist genau das gleiche Wissen, wie es die Medizin in westlichen Ländern hat, nur kann man es z. B. in China noch unmittelbarer lernen auf der Grundlage des überlieferten Wissens. Dort erkennt man alle Krankheiten langsam und schrittweise, man behandelt schrittweise und wartet nach jedem Schritt die Besserung ab. Die größte Weisheit in allen Bereichen des Lebens ist, dass man nie den zweiten Schritt vor dem ersten tun darf.

Wenn nach einiger Zeit keine Besserung eintritt, versucht man mit neuen diagnostischen Methoden zu ermitteln, an was die jeweiligen Beschwerden liegen und behandelt jedoch weiterhin mit Naturmitteln. Jede Operation wird ebenfalls eingeleitet mit Naturmitteln und nach einer jeden Operation werden Tees und Auszüge zur Heilung eingesetzt. Immer wieder war ich überrascht von der schnellen Wiederherstellung der gesamten Gesundheit.

Unsere westliche – im Vergleich zur Organsprache oft grobe Apparate-medizin – ist unvergleichlich aufwendiger. Nur denken und fühlen können Apparate im Vergleich zu einem gewissenhaften Diagnostiker und Therapeuten nicht. Sie unterscheiden auch nicht zwischen Männern und Frauen und berücksichtigen nicht Konstitutionen und Lebenslagen!

Die Toleranzgrenze, ab wann Organe leise rufen, bevor man ihr Rufen hört, ist bei jedem Menschen anders. Wenn Organe erst schreien, bevor man ihr Rufen hört, ist es meist zu spät!

Es ist bekannt, daß z. B. die Alkoholtoleranzgrenze bei der Frau viel niedriger liegt als beim Mann, d. h. der Mann kann einige Bierchen und auch harte Alkoholika mehr trinken als eine Frau, ehe er betrunken wird. Darum möchte ich direkt etwas zur Dosierung unserer Medikamente sagen.

Auf den meisten Beipackzetteln steht geschrieben: Dreimal eine oder dreimal zwei Tabletten oder Dragees einnehmen. Es ist egal ob eine Frau oder ein Mann dieses liest, es steht so da! Ich denke, dass dies sehr schädlich ist, denn die individuelle Dosis ist sehr verschieden.

Ein drastisches Beispiel ist die Antibabypille. In letzter Zeit häufen sich die Leberzyrrhosefälle bei Frauen zwischen 30 und 50 Jahren. Es besteht ein unmittelbarer Zusammenhang mit der Einnahme dieses „Medikamentes“. An erster Stelle der Nebenwirkungen steht dort immer: Leberfunktionsstörungen! Bei langjähriger Einnahme ist doch selbstverständlich, daß die Leber zusammenbricht und das Gewebe verhärtet und seinen Dienst aufgibt. Schon in der Bibel steht zu lesen: „Die Frau ist das schwächere Gefäß, stütze und ehre sie!“

Die Empfängnisverhütung wird in jetziger Zeit nur den Frauen aufgebürdet, egal ob sie „die Pille“ nehmen oder eine Spirale in die Gebärmutter „gebohrt“ bekommen. Traurig ist nur, daß kaum eine Frau dagegen aufmuckt! Wenn der Frauenarzt sagt, daß diese Methoden gänzlich ungefährlich sind und keinerlei Bedenken bestehen, wird dieses kritiklos hingenommen und eingenommen.

Entstehen dann nach einiger Zeit Hautausschläge, Oberbauchbeschwerden, Depressionen, Venenstauungen und anderes mehr, so wird dies als „gesonderte“ Krankheit behandelt. Natürlich gehen diese Beschwerden unter Einnahme der Pille nicht zurück und die Frauen klagen weiter. Bei allen diesen Frauen wird dann vorgeschlagen, sie sollen und müssen einen Psychologen oder gar einen Psychiater aufsuchen, da diese Beschwerden sicherlich auf eine frühkindliche unangenehme Erfahrung oder sonstiges zurückgehe. Diese langwierige, auch noch von den Krankenkassen bezahlte Behandlung bringt meist auch nichts und dann sitzen diese Frauen bei mir in der Praxis.

Jedesmal werde ich echt wütend und unglücklich dazu, da auch ich diesen Leidensweg gehen mußte. Ich nehme dann die „Rote Liste“ zur Hand und lasse diese Frauen lesen, wessen Verschulden ihr Zustand ist. Oft brechen diese langjährig mißhandelten Frauen in Tränen aus und fragen verzweifelt: „Aber warum sagt mir das mein Frauenarzt nicht?“ Darauf weiß ich keine Antwort, oder aber ich sage diese Antwort lieber nicht, da ich sonst noch mehr angefeindet werde. Die Frauen aber, die nun ab sofort die Pille weglassen, gesunden in sehr kurzer Zeit. Allerdings gebe ich zweimal täglich Leber- und Nierenentgiftungstropfen, denn ohne diese gehen diese schwersten Schädigungen an unseren Ausleitungsorganen nicht zurück. In ca. vier Wochen sind diese Frauen frei von Beschwerden und dankbare Patientinnen.

Nun möchte ich noch einmal zurückkehren zu der Medikamentendosis. Man kann dieses gut nachvollziehen auf dem Land. Dort haben die Bauern ihre Tiere. Wenn ein Tier erkrankt, wird der Tierarzt gerufen und für eine kurze Zeit ein Medikament oder Heilmittel gegeben. Ist das Tier wieder gesund, wird das Medikament oder Heilmittel sofort wieder abgesetzt. Genauso sollte es bei uns Menschen sein. So war es auch früher, als noch nicht so viel Geld zur Verfügung stand, um laufend die Menschen medizinisch zu betreuen. Sicher hat sich heute vieles verbessert, aber die wahllose Medikamenteneinnahme, die zu vermehrten Krankheitsschäden führt, ist nicht mehr abzusehen. Sogar Vitamin- und Mineraltabletten, wenn sie unkontrolliert eingenommen werden, belasten Leber und Nieren bis auf`s Äußerste. Wir haben heute schon Todesfälle gerade durch Übervitamisierung und Überdosierung von Mineralien.

Diese Dinge sind in der Natur Spurenelemente, d. h. der Mensch braucht nur Spuren davon. Nimmt er zu viel nach dem Motto: "Viel hilft auch viel!“ so schadet es ihm und seine Ausscheidungsorgane Leber und Nieren werden überlastet. Es führt oft sogar dazu, dass sich Nieren- oder Gallensteine bilden.

Auch wenn der Mensch nach einer langen Krankheit gesundet ist, benötigt er meist keine Medikamente mehr. Er braucht statt dessen Heilmittel, die der Rekonvaleszenz d. h. der Genesung dienen. Es ist doch eigentlich logisch, daß man im akuten Krankheitsfall, im leichten Krankheitsfall und erst recht in der Nachbehandlung andere Dinge benötigt als zu normalen Zeiten.

Auch ein Haus wird nach diesem Prinzip erbaut. Man baut zunächst ein solides Fundament mit einem Keller, dann ein Obergeschoß und erst abschließend setzt man das Dach darauf. Genauso sollte jeder Heilungsprozeß angegangen werden. In der akuten Krankheitsphase fängt man mit bestimmten Heilmitteln an, wechselt dann über zu organspezifischen Heilmitteln bei längerer Krankheitsdauer und in der Genesungsphase benötigt man wiederum andere Mittel. Ist der Mensch wieder gesund, muß man ihn dringend darauf hinweisen und anleiten, dass sein Körper lange Zeit nun wahrscheinlich gar kein Medikament benötigt. Man muß ihm zeigen, daß der Körper nun vieles wieder alleine macht und besser als jedes noch so gute Mittel. Dieses ist eigentlich die schwerste Phase überhaupt. Man ist heute gewohnt, daß man immer etwas „tun“ muß, daß der Therapeut wirklich viel Zeit und Geduld aufbringen muß, dem Patienten wieder Glauben an sich selbst zu geben.

Nochmals sei darauf hingewiesen, dass alle lebenswichtigen Dinge, wie Körpertemperaturhaltung, Herzschlag, Darmtätigkeit, Leber- und Nietentätigkeit, sämtliche Funktionen des Gehirns und vieles andere mehr – alles unser Körper allein regelt! Wir Menschen wären gar nicht in der Lage, alle diese hochkomplizierten Vorgänge zu regeln und zu koordinieren. Wir wären damit vollständig überfordert.

Während ich diese Zeilen schreibe und mich voll darauf konzentriere, funktioniert mein Körper wie ein Uhrwerk, vollkommen perfekt und selbständig.

Nur an kranken Tagen muß man dem Körper ein bisschen helfen. Der Heilungs- und Gesundungsprozeß wird dann eingeleitet und in der Regel auch schnell zum Abschluß gebracht.

Krankwerden ist ja auch ein Hilferuf des Körpers, dass irgendwo irgendwas nicht stimmt. Sobald man diesen Ruf hört und ihm folgt, ist alles gut. Hört man in den Bergen oder sonstwo Hilferufe, so folgt man diesen auch und manchmal ist eine „Rettungsaktion“ schwer und langwierig und manchmal leicht und schnell. Genauso ist es mit unseren Krankheiten!

Vor allem dem älteren Menschen darf man nicht so viele Medikamente oder Heilmittel verordnen, welche nur manipulieren, sonder mehr aufbauende Mittel. Der Therapeut muß suchen und abwägen, wo eventuell dem Körper etwas fehlt. Wenn dieses fehlende Mittel oft in nur kleinsten Mengen dem Patienten zugeführt wird, so gesundet er in der Regel in überraschend kurzer Zeit!

Heute ist es weit verbreitet, dass man zumeist Symptome behandelt. Die Krankheitsursachen hinter den Symptomen zu erkennen und zu behandeln, sollte jedoch das Ziel und die Aufgabe eines jeden Therapeuten sein. Ein Symptom zu behandeln ist einfach Kurpfuscherei!

Früher wußten unsere alten Ärzte und auch die Heilkundigen heute in den Naturvölkern wissen sehr genau, welche Krankheiten sich hinter welchem Symptom oder welcher Körpersprache verbergen. In Tibet und in China wird zum Beispiel die „Pulsdiagnose“ gelehrt und ausgeführt. Ich selbst habe dort in einer Klinik mitgearbeitet und mußte täglich viele Kranke untersuchen und mit der Pulsdiagnose bestimmen, an welcher Krankheit die Patienten litten, bzw. welches Organ „schwach“ war.

Im Anfang war ich sehr überrascht, als die dortigen Ärzte mir zeigten, wie die Pulsdiagnose vor sich geht und wie ich dann lernte, daß man wirklich Herz, Leber, Nieren, Milz und Lunge genau unterscheiden kann, und wo ein Patient eine Schwäche hat bzw. schon erkrankt ist.

In China und Tibet erkennt man nur 484 Krankheiten, aber 84 000 mögliche Störungen im Körper. Störungen können jedoch oft mit keinem Gerät in so großer Zahl erfaßt werden. Und sind sie erfaßt, so deutet man sie oft falsch.

In der westlichen Medizin behandelt man in der Regel nur die verbrauchten und defekten Organe. In der chinesischen Medizin und in allen alten Medizinen behandelt man hingegen schon die gestörten Funktionen. Diese gestörten Funktionen wieder ins Gleichgewicht zu bringen, dieses Ziel muß auch unsere Medizin wieder vorrangig verfolgen und in diese Richtung müssen wir künftig unsere ganze Kraft lenken, damit dieses auch bei uns wieder alltägliche Realität wird. Dann wird es auch wieder möglich sein, die Menschen in relativ kurzer Zeit und auf Dauer zu heilen.

Schließlich ist ja inzwischen jedermann bekannt und bewußt, dass trotz einer nie dagewesenen Kostenexplosion im Gesundheits-wesen und noch nie dagewesener Forschungsaktivitäten der Gesundheitszustand der Gesamtbevölkerung nicht besser sondern eher schlechter wird.

Statistische Zahlen über die Zunahme von Leber- und Nierenerkrankungen, Herz- und Kreislaufbeschwerden, Hauterkrankungen, Krebs und eine zunehmende Schwächung des Immunsystems stehen in krassem Gegensatz zum jährlich wachsenden Aufwand im Gesundheitswesen.

Doch nach wie vor gilt: Jede Krankheit folgt ihrer eigenen Gesetzmäßigkeit hinsichtlich der Inkubationszeit, der Krankheitsdauer, des Krankheitsverlaufs sowie der Genesungszeit. Dabei ist es wichtig zu wissen, daß nicht jeder Patient sich gleich schnell erholt. Auch das Lebensalter spielt dabei eine große Rolle. Jüngere Menschen erholen sich in der Regel schneller als ältere Menschen. Kinder fiebern dafür wesentlich schneller und heftiger als ältere Menschen. Im Extremfall kann der alte Mensch z. B. an einer schweren Lungenentzündung erkranken und man bemerkt es kaum, da bei ihm kein Fieber (keine Reaktion) mehr auftritt.

Krankheitsentstehung und Krankheits-verlauf ähneln oft einem alten, rostigen Gartentor. Ein Kind geht und will es öffnen, doch es geht nicht, weil das Tor klemmt. Es ruft dann den Vater oder den Großvater zu Hilfe und mit mehr Kraft kann man dann dieses rostige Tor wieder bewegen.

Genauso ist es mit unseren Organen, manchmal sind sie eingerostet, dann benötigt man eine bestimmte Kraft und diese findet man z. B. in der Homöopathie immer, um dieses Tor wieder gängig zu machen. Bleiben wir bei dem Beispiel des Tores. Der Vater oder der Großvater holt ein Kännchen mit Öl und ölt dieses Tor. Manchmal nimmt er auch ein Stück Sandpapier und schmirgelt es erst ab und ölt es dann. Und siehe da, das Tor ist wieder für viele Monat oder Jahre funktionstüchtig. Genauso verhält es sich mit Funktionsstörungen und Krankheiten. Heute muß man angesichts der hohen Vorbelastung der Umwelt in der Regel so vorgehen, daß man zuerst die Schlacken beseitigt, d. h. den Rost abkratzt und dann erst ölt, also z. B. Heilmittel dem Körper zuführt, um ihn wieder funktionstüchtig zu machen.

Unsere sogenannte moderne westliche Medizin mit ihrer inzwischen hochentwickelten „Modultechnik“ dürft spätestens an dieser Stelle versucht sein, anstelle des alten Gartentores ein komplett neues Gartentor im Austauschverfahren einzusetzen, wie man ja heute Hüftgelenke, Schultergelenke, Zähne und Herzschrittmacher einsetzt oder sogar Nieren, Lebern und Herzen verpflanzt. Ich persönlich bin dennoch der Meinung, dass ein altes Gartentor das wieder funktioniert immer besser zu seiner Umgebung paßt als ein neues...

Leber und Galle

Nun aber zurück zur Sprache der Organe. Wir Menschen sind scheinbar alle gleich, haben alle eine Leber, zwei Nieren, einen Kreislauf usw. Die Anzeichen, daß irgendwo irgend etwas nicht stimmt, sind bei den meisten Leberpatienten zwar ähnlich. Die Reaktionen können aber je nach Veranlagung und Alter von mäßig bis heftig schwanken.

Am Beispiel unserer gutmütigen Leber möchte ich Ihnen ein besonders wichtiges Organ und seine Funktion erklären. Die Leber hat es in der heutigen Zeit in zweifacher Hinsicht sehr, sehr schwer, so daß sie demzufolge sehr oft um „Hilfe“ ruft! Heute haben viel mehr Menschen Leberbeschwerden als früher, denn wir leben heute mit zu vielen Umweltgiften und unsere Leber ist die wichtigste Entgiftungsstation in unserem Körper. Außerdem stellt sie Glykose (Traubenzucker) für unsere Tätigkeiten bereit und vieles, vieles mehr. Die einzelne Leberzelle hat etwa 600 Funktionen, die bis heute bekannt sind. Wahrscheinlich sind es noch viel mehr.

Die Leber reagiert zweitens äußerst empfindlich bei Ärger, Streß und Angst usw. Viele alte Sprichwörter belegen das und auch Zitate aus der Bibel z.B.:

1. Er hat eine bittere Zunge.
2. Sie spuckt Gift und Galle.
3. Ihm oder ihr ist die Galle übergelaufen.
4. Ihm oder ihr ist eine Laus über die Leber gelaufen.
5. Er oder sie ärgern sich grün (Galle).
6. Sie hat einen galligen Ausdruck im Gesicht.

Ich möchte nun noch etwas erklären, was viele Patienten nicht wissen, aber unbedingt wissen sollten.

Die Leber ist unsere größte Drüse im Körper und produziert täglich etwa eineinhalb Liter Gallenflüssigkeit. Diese Gallenflüssigkeit fließt zuerst in die Gallenblase und von dort aus in den Darm. Die Gallenflüssigkeit emulgiert die Fette in unserer Nahrung und schlüsselt diese Fette somit auf. Dadurch werden fettige Speisen verträglich. Hat ein Patient nun eine schwache Leber, das heißt eine nicht direkt kranke Leber, so produziert diese geschwächte Leber weniger Gallensaft. Die Nahrung, d. h. die Fette werden mangelhaft emulgiert und aufgeschlüsselt und die Nahrung liegt lange im Darm und verdaut nur zum Teil. Folge davon ist starkes Aufstoßen, Magendruck, Übelsein, Depressionen und vieles andere mehr. Da diese unangenehmen Beschwerden fast immer als Magenbeschwerden gedeutet werden, schiebt man natürlich dem Magen auch die Schuld zu und verordnet Magenmittel, die aber bei diesen Beschwerden keine oder nur wenig Erleichterung bringen.

Anschließend werden Magenspiegelungen, Röntgenuntersuchungen und vieles mehr angeordnet. Ist der Magen unauffällig bei diesen Untersuchungen, so ist wieder einmal der Patient psychisch belastet und der Weg zum Psychologen vorprogrammiert.

Eine schwache, also nicht kranke Leber hat völlig unauffällige Leberparameter, auch die Blutsenkung ist normal. Einziges Indiz ist der oft erhöhte Cholesterin- oder Triglyzeridespiegel. Diesen schiebt man dann wieder völlig dem Patienten zu, da er ja angeblich falsch ißt und trinkt. Die Medikamenteneinnahme wird fast nie erwähnt und so ist Heilung oder Besserung für diesen Patienten illusorisch und er quält sich weiter herum.

Als Folge von Leberfunktionsstörun-gen haben heute auch viele Menschen Gallensteine, weil der Lebersaft, d. h. die Gallenflüssigkeit eine andere Zusammensetzung hat und schneller kristallisiert, d. h. Steine bildet. Diese Zusammenhänge sind erschreckend wenig Menschen bekannt. Viele Menschen glauben heute noch, daß Leber und Galle unabhängig voneinander funktionierende Organe sind. Kommt nun ein Patient in die Sprechstunde und klagt über Oberbauchbeschwerden, Magendrücken, Leistungsabfall, Traurigkeit und Unverträglichkeit gewisser Speisen, so überprüfe ich zunächst fast immer die Leber. Die Patienten erklären mir dann oft: „Ich habe die Leber untersuchen lassen und alle meine Leberwerte sind in Ordnung“. Hierin liegt ein Trugschluß, der oft durch unsere moderne Laborapparate-Diagnostik entsteht. „Meine Leberwerte sind in Ordnung“ heißt keinesfalls, dass auch die Leber in Ordnung ist; denn die Leber versucht noch lange das Blut zu klären und ihre Arbeit zu tun, auch wenn sie schon völlig überlastet ist. Nur im akuten Entzündungsstadium steigen die Leberwerte.

Bei einer chronischen Entzündung oder Leberschwäche sind die Leberwerte in der Regel normal. Und da beginnt das Dilemma. Kann der Arzt oder Heilpraktiker die Zusammenhänge noch erkennen, so findet er den Schaden schnell und kann heilend eingreifen. Verläßt er sich aber auf die Labordiagnostik und andere technische Diagnosegeräte, so ist der Patient in arger Bedrängnis.

Aber nun zurück zur Organsprache. Kommt ein Patient mit dem Symptomkomplex Völlegefühl, Druck, Müdigkeit in meine Praxis, so muß ich weiter fragen: „Schlafen Sie gut oder schlecht?“ Der Leberpatient kann immer schlafen, ist sehr viel müde und abgespannt. Der nervöse Patient ist z. B. auch abgespannt. Legt er sich aber zu Bett, so kann er nicht schlafen! Er liegt dann oft sogar lange Zeit wach. Der Leberpatient dagegen ist viel müde und schläft dann auch, ist aber trotzdem morgens übermüdet und schafft tagsüber nichts.

Als nächstes sollte man den Patienten die Zunge zeigen lassen. Ich habe in China an einer Universität gearbeitet und festgestellt, daß dort die Zungendiagnostik so ausgereift ist, daß man direkt an der Zunge sehen kann, ob es ein Leber- oder Magenpatient ist. Ist die Zunge rot und glänzend und hat an den Rändern deutliche Zahnabdrücke, so handelt es sich immer um einen Patienten mit einer schwachen, wenn nicht gar schon kranken Leber. Die Zunge eines Magenpatienten ist hingegen weiß oder gelblich belegt.

Als drittes schaue ich mir dann sofort die Innenhandflächen der Patienten an. Ist die Handfläche oder zumindest die untere Handfläche unter dem kleinen Fingerballen rosa oder sogar rotrosa getüpfelt, so kann man im Pschyrembel, dem klassischen klinischen Wörterbuch (Es sollte in keinem Haushalt fehlen.) diese Symptome selbst nachlesen – auch Fachausdrücke.

Im Pschyrembel steht unter der Bezeichnung „Palmarerythem“, so heißt die Rötung der Hand-Innenfläche an besagter Stelle: „Leberhautzeichen, bei chronischer Hepatitis oder Leberzyrrhose!“ Was heißt nun Hepatitis? Es bedeuten:

Lateinisch: Hepar = Leber
Lateinisch: -itis = Entzündung
zu deutsch = Leberentzündung

Eine Entzündung erkennt man auch daran, daß die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) erhöht ist. Die normale BSG ist etwa 10 zu 20. Ist sie etwa 20 zu 40, so zeigt sie meistens eine chronische Entzündung an. Ist sie noch höher, so liegt meist eine akute Erkrankung vor. Nun sollte man jedoch auch nicht direkt in Panik verfallen. Es gibt gute entzündungshemmende Heilmittel. Der Patient muß dann ca. zwei bis drei Wochen lang entsprechende Tropfen in Wasser verdünnt einnehmen und dann läßt man die Blutsenkung wiederholen. Ist diese dann gesunken, sind keine weiteren Untersuchungen nötig, denn die Blutwerte haben sich ja wieder der Norm genähert. Dieses ist eine sehr deutliche Aussage des Körpers, dass er sich der Gesundung nähert und diese Sprache muß verstanden werden! Bleibt die Blutsenkung aber weiterhin hoch, muß man weitere Untersuchungen auf sich nehmen.

Sofort belastende und kostspielige Untersuchungen anzusetzen, ist im Interesse des Patienten nicht gut und auch nicht kostensparend für unsere im Moment sehr stark (oft unnötig) strapazierten Krankenkassen. Und ungefährlich sind diese Untersuchun-gen beileibe nicht. Sonst würden die Krankenhäuser und Ärzte nicht Unterschriften von den Patienten verlangen, daß diese über mögliche Risiken aufgeklärt wurden und somit für etwaige schlimme Folgen weder Krankenhaus noch Arzt aufkommen müssen. Das Risiko trägt dann wieder einmal der Patient! Schuldzuweisung und Risiken sind sowieso Sache des Patienten und wenn er nur „schlechte Venen“ hat, wenn Fachpersonal falsch punktiert.

Spezielle Untersuchungen sind sicher wichtig und nötig, aber nicht bei einer einfachen Hepatitis. Hepatitis braucht nur eines: Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe und Wärme auf dem Ober- bauch. In China lernte ich, daß süße Suppen die Heilung schnell einleiten. Bei meinen Patienten mache ich es genauso und bin stets überrascht, wie leicht und schnell Leberpatienten gesunden. Indem ich aber untersuche und nicht sofort therapiere, bringe ich keine schnelle Heilung für das erkrankte Organ, sondern nur zusätzliche Belastung. Man muß immer erst versuchen, das um „Hilfe“ rufende Organ zu beruhigen und zu entlasten, das ist das Wichtigste und Sinnvollste.

Nun weiter zu unserer Leber!

Hat der Patient zusätzlich auch noch Schmerzen zwischen den Schulterblättern oder unterhalb des rechten Schulterblattes oder auf den Schultern, so ist die Diagnose ziemlich klar und man kann ein Leberentlastungs- und Leberheilmittel einsetzen. Diese Maßnahme bringt in sehr kurzer Zeit spürbare Erleichterung. Dieses Prinzip funktioniert sehr perfekt und sehr schnell wie ich immer wieder in meiner Praxis erlebe!

Anhand eines weiteren Beispieles möchte ich dieses kurz beschreiben. Nochmals möchte ich auf den heute so oft erhöhten Cholesterinspiegel hinweisen. Wie schon gesagt, entstehen erhöhte Cholesterinspiegel immer dann, wenn die Leber nicht mehr voll funktionstüchtig ist, d. h. wenn sie mehr abbauen muß als sie verkraften kann. Jeder Mensch und jedes Tier versagen, wenn man sie zu lange über ihre Kraft hinaus belastet.

Ich möchte noch einmal betonen, daß Ultraschalluntersuchungen und Blutuntersuchungen dieses fast nie anzeigen. Nur der Cholesterinspiegel ist eben erhöht! Wenn man nun weiß, dass die Leber/Galle für die Fettverdauung zuständig ist, so ist es doch für jeden Menschen leicht verständlich, dass er diese Sprache versteht.

Kommt nun ein Patient mit einem hohen Cholesterinspiegel in meine Praxis, so prüfe ich erst einmal, ob dieser Cholesterinspiegel nicht doch altersgemäß tolerierbar ist. Es geht ja nicht an, daß dem älteren Menschen der Cholesterinspiegel eines gesunden jungen Menschen zugrunde gelegt wird. Unsere Augen werden zumeist auch mit zunehmendem Alter schwächer und wir benötigen eine Brille. Dass die ältere Leber eben auch höhere Cholesterinspiegel produziert, ist doch einfach logisch. Außerdem predigt man heute vermehrt, dass der höhere Cholesterinspiegel durchaus auch positive Seiten hat. Die Abwehr ist besser, die Psyche mehr im Gleichgewicht und vieles andere mehr.

Komme ich nun zu dem Schluß, dass der Cholesterinspiegel doch etwas zu hoch ist, gehe ich folgendermaßen vor: Zuerst kläre ich den Patienten auf, das cholesterinsenkende Mittel die Leber noch mehr belasten, wie aus den Beipackzetteln hervorgeht. Nachdem der Patient dieses eingesehen hat, gebe ich leberentlastende und leberklärende Heilmittel. Dieses verordne ich dem Patienten ca. ein Vierteljahr. Unter der Einnahme dieser Heilmittel fühlt sich der Patient sehr wohl und nach zwölf Wochen ist der Cholesterinspiegel in der Regel abgesunken auf einen erträglichen Wert.

Anschließend möchte ich nun aufzeigen, wie die Leber leise ruft und auf sich aufmerksam macht.

Leise Rufe sind:

1. Druck und Völlegefühl in Oberbauch und Speiseröhre
2. Übelkeit und Brechneigung, jedoch meist ohne Erbrechen
3. Rote, glatte Zunge und Zahneindrücke außen an den Zungenrändern
4. Aufstoßen und viel Luft im Bauchraum
5. Müdigkeit und Abgeschlagenheit (Müdigkeit ist der „Schmerz der Leber!!“)
6. schlechte Belastbarkeit, körperlich und seelisch
7. Rote Handinnenflächen (Palmarerythem)
8. Schmerzen in den Schulterblättern oder auf den Schultern
9. Unverträglichkeit verschiedener Speisen, bei verschiedenen Menschen auch verschiedene Speisenunverträglichkeit!

Laute Rufe der Leber sind:

1. Starke Schmerzen in Oberbauch und Rücken ausstrahlend
2. Gallenkoliken
3. Depressionen mit dem Tenor: „Ich will ja, aber ich kann nicht!“ (Echte Depressionen im Vergleich: „Ich könnte, aber ich will nicht!!“)
4. Kreislaufstörungen, Schwächeanfälle, infolge zeitweiliger Unterzuckerung!

Auch bei der jeweiligen Ernährung kann man „hören“ lernen! Die Unverträglichkeit verschiedener Nahrungsmittel ist wie gesagt von Patient zu Patient verschieden. Bestimmte Speisen zu verbieten ist genauso Unsinn wie verschiedene Nahrungsmittel als leberfreundlich zu deklarieren. Z. B. wird Quark bei vielen Leberpatienten nicht vertragen, während Butter und Sahne ausgezeichnet bekommen. Jeder Patient muß „hören“ lernen auf seine Organe. Wenn sein „Bauch“ sich bei bestimmten Speisen nicht wohlfühlt und sich meldet, so meidet man diese Speisen sofort.

Ich zum Beispiel vertrage Seefisch und Kiwis absolut nicht und bekomme sogar Allergien davon. Flußfisch vertrage ich ausgezeichnet. Kein Arzt versteht dies und doch ist es so und ich halte mich daran. Denn wenn nach Genuß dieser Dinge starke Beschwerden auftreten, so muß ich sie aushalten und nicht der Arzt oder Behandler!

Zum Schluß dieses Kapitels möchte ich noch einmal daran erinnern, dass Ultraschalluntersuchungen und Laborwerte bei Leberpatienten sehr oft keine eindeutigen pathologischen d.h. krankhaften Befunde ergeben, obwohl die Organsprache schon lange vorher eindeutige Störungen der Leberfunktion signalisiert! Werden diese Signale, ob laut oder leise, nicht „gehört“, so folgen unmittelbar die Lebererkrankung, Leberzyrrhose und zum Schluß Leberkrebs. Es ist inzwischen auch der Fachwelt bekannt, daß die Leberzyrrhose steil im Ansteigen begriffen ist, besonders wie schon gesagt, bei Frauen zwischen 30 und 50 Jahren. Und Leberzyrrhose sowie der Leberkrebs sind auch heute sehr schwer zu beeinflussen. Wer beim ersten „Laut“ der Leber ein bißchen hört, hat aber alle Chancen gesund zu werden und zu bleiben!

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