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Bei der Behandlung der chronischen Krankheiten kommt der Homöopathie ein besonderer Stellenwert zu. Im Gegensatz zur sogenannten allopathischen Medizin (die übliche Medizin mit Medikamenten, auch Pflanzenmedikationen), arbeitet die Homöopathie in der klassischen Form mit nicht materiellen Energien oder Informationen. Die homöopathischen Mittel basieren auf Pflanzenauszügen, Tierpräparaten wie z.B. Giften und Milch, auf Mineralien oder Metallen oder auch auf Medikamenten. Alles ist denkbar in homöopathischer Form, d.h. verdünnt und verschüttelt bis Trägersubstanz und Information getrennt sind und das homöopathische Mittel als Informationsträger zur Verfügung steht. Das Verständnis von Krankheit in der Homöopathie ist ein völlig anderes als in der übrigen Medizin. Es umfaßt nicht nur den ganzen Menschen, wie er jetzt als Individuum vor mir steht, sondern auch seine ganz besonderen, persönlichen Gemütssymptome. Dieses umfassende Krankheitsverständnis bezieht auch seine Krankengeschichte und seine familiäre Vererbung mit ein. Die Homöopathie kennt nur den kranken Menschen mit einer Krankheit, die sich an vielen Orten des Körpers und über viele Jahre in ganz verschiedenen Ausprägungen zeigt. Die individuellen Symptome Die besonderen Symptome einer Krankheit bei einem bestimmten Menschen weisen den Weg zum homöopathischen Simile nach dem Hahnemannschen Grundsatz: Ähnliches heilt Ähnliches. Diejenige Substanz, die unverdünnt oder nur mäßig verdünnt genau diese Symptome hervorruft, heilt genau die Krankheit, die diese Symptome hat. Migräne mit Übelkeit, mit Erbrechen, mit Sehstörungen; oder jedes Wochenende, alle drei Tage, alle 14 Tage, vor/bei Periode und wie die Modalitäten noch sein könnten, alle diese Symptome finden sich in den homöopathischen Symptomverzeichnissen. Es hört sich leicht an, hier das richtige Mittel zu finden, aber so einfach ist es nun leider nicht. Warum bin ich so krank? Die Homöopathie ist eine streng logische Wissenschaft, d.h. sie ist an den Ursachen der Erkrankung orientiert. Warum hat gerade dieser Mensch eine solche Krankheit? Aus der Sicht der Homöopathie kann das kein Zufall sein, sondern nur eine logische Folge vorangegangener Ereignisse. Folgte die Migräne auf eine Impfung? Entstand die Migräne nach einer mechanischen Verletzung, nach einem Unfall? War die Erkrankung die Folge einer Vorerkrankung, z.B. einer nicht ausgeheilten Infektion oder die Folge einer unterdrückten Erkrankung? Wie sieht die Vererbung aus, welche Hinweise führen zum richtigen, d.h. homöopathischen Mittel? Vielleicht ist die Migräne auch eine chronische Kunstkrankheit, sie entsteht zum Beispiel nach Einnahme der Antibabypille, nach Östrogen-, Gestagen- und Progesteronpräparaten. Auch Herzmedikamente gegen den hohen Blutdruck wie Betablocker oder gegen zu niedrigen Blutdruck oder gegen Kopfschmerzen wie Ergotinpräparate können zu der chronischen Kunstkrankheit Migräne führen. Migräne mit starkem Stirn- und Schläfenkopfschmerz kann z.B. bei Kindern auch nach reichlichem Antibiotika-Gebrauch entstehen - ein Hinweis auf den durch Antibiotika mißhandelten und gestörten Darm. Reichlicher Gebrauch von Paracetamol als Fieber- und Schmerzmittel kann im weiteren Verlauf zu einer Schädigung der Leber und zu einer von dieser verursachten Migräne führen. Oft ist viel Detektivarbeit erforderlich, um die möglichen Ursachen zu klären. Auf der Spur der Erkrankung Wie sieht die homöopathische Praxis bei der Behandlung der Migräne aus? Der Patient berichtet von seiner Krankheit und der gesamten Krankheitsgeschichte. Interessant für den Homöopathen ist in erster Linie die Entstehungsgeschichte der chronischen Krankheit, was war vorher, was kann die Ursache sein. Besteht eine chronische Kunstkrankheit, liegt eine Unterdrückung vor, haben Medikamente das ursprüngliche Krankheitsbild vielleicht auch inzwischen so verändert, daß die zur Zeit bestehenden Symptome nicht zur echten Krankheit gehören? Beim Blättern im Repertorium von Dr. Robin Murphy erzählen die vierwertigen Migränemittel eine beeindruckende Geschichte über individuelle Ausprägungen der Migräne. Hier einige Beispiele: Agaricus muscarius (der Fliegenpilz) heilt ein überreiztes Nervensystem, mit Neuralgien, Spinalreizung, Zuckungen am ganzen Körper. Es besteht eine große Empfindlichkeit gegen Kälte und Feuchtigkeit und umgekehrt dazu gibt es Empfindlichkeit gegenüber Sonnenbestrahlung. Es findet sich oft anhaltender Schwindel, der im warmen Zimmer besser oder schlechter sein kann. Causa (Krankheitsursachen) für Agaricus Symptome sind Coitus, wonach subjektive Symptome auftreten. Frost. Sonne. Schreck. Geistige Anstrengung oder Erregung. Überanstrengung. Alkoholismus, Blutvergiftung. Bei Kopfschmerzen oft Nasenbluten oder Absonderung von dickem Schleim, Schmerz wie von einem Nagel in der rechten Kopfseite oder wie Eisnadeln oder Splitter, Neuralgien mit eiskaltem Kopf. Wunsch, den Kopf warm einzuhüllen. Übelkeit, schneidende und krampfartige Magenschmerzen können die Migräne begleiten. Antimonium crudum (das natürliche Antimonsulfit) ist das Mittel der Migräne, die durch Magen-Darm-Störungen ausgelöst wird. Charakteristisch für Ant.-c. sind Hornhaut, Schwielen, Warzen, dick weiß belegte Zunge, Zahnfleischentzündungen. Verursachungen: Überessen. Heisses Wetter. Sonnenhitze. Überhitzung. Enttäuschte Liebe. Unterdrückte Ausschläge - diese Causa gibt meist den entscheidenden Hinweis auf die durch Unterdrückung entstandene Magen-Darm-Schädigung. Antimonium crudum ist auch eins der hochgradigen Impfmittel. Modalitäten sind Verschlimmerung durch Hitze und Waschen mit kaltem Wasser, sehr kälteempfindlich. Die Antimonium crudum Migräne hat neben Kopfschmerzen mit Schwindel, die oft krampfartig oder bohrend sind, ausgeprägte gastrische Symptome und ist empfindlich auf Tabakrauch. Asa foetida (Harz aus der Wurzel des Stinkasant) ist das Mittel der Hysterie, der akuten Nervenreizungen. Causa: Unterdrückte Hauterkrankungen und plötzlich unterdrückte Absonderungen und Eiterungen. Alle Kopfschmerzen sind besser gegen Abend; im Zimmer während der Ruhe, Sitzen oder Liegen; sie sind schlimmer beim Aufstehen oder Umhergehen im Freien. Die Asa foetida Migräne hat oft heftig bohrende Schmerzen über den Augenbrauen oder durch das Auge in den Kopf, Augenentzündungen und Geschwüre, trockene, brennende Augen. Die gastrischen Symptome sind Heißhunger, Ekel vor Speisen, Erbrechen, Magen- und Bauchschmerzen und Blähungen Ipecacuanha (die Brechwurz) ist das Mittel der Depression mit Reizbarkeit des Gewebes. Charakteristisch ist die Übelkeit mit starkem Erbrechen, krampfartiger Husten mit Asthma, starke hellrote Blutungen. Ipecacuanha ist botanisch mit China verwandt und wurde früher oft als Antidot gegen Chinin eingesetzt. Causa: Ärger und unterdrücktes Mißbehagen. Verletzungen. Unterdrückte Ausschläge. Chinin. Morphium. Unverdauliche Speisen. Die Migräne geht einher mit Schwindel, Kopfschmerz wie von einer Prellung, der durch alle Halswirbel hindurch in die Zahnwurzeln sticht, Anfälle von Druckschmerz, lanzierenden und stechenden Schmerzen, mit Übelkeit und Erbrechen, große Geräuschempfindlichkeit. Iris versicolor (die bunte Schwertlilie) ist eines der großen Heilmittel bei Migränekopfschmerz mit starkem Bezug zur Bauchspeicheldrüse (Entzündungen und Diabetes) und zu den Speicheldrüsen. Die Iris Migräne kehrt periodisch wieder, oft auch irregulär, langsamer oder plötzlicher Beginn der Anfälle mit Trübsehen und Müdigkeit. Die Migräne kann auch immer nach Essen von Süßigkeiten entstehen. Die Begleiterscheinungen der Magensymptome geben den Schlüssel zu vielen Fällen, die Iris brauchen, Obstipation und Diarrhoe sind oft eine starke Indikation auf Iris. Charakteristisch sind auch Niedergeschlagenheit, große Depression bei Kopfschmerzen, Furcht vor einer zu erwartenden Erkrankung, Beschwerden im Frühjahr und Herbst. Oft reichlich Speichelfluß bei Kopfschmerzen und viel zäher Speichel. Das Erbrochene ist sehr sauer, manchmal bitter. Oft Brennen im ganzen Verdauungskanal. Für die Indikation von Iris ist keine Causa bekannt. Die vorgestellten Migränemittel sind nur typische Beispiele, daß sich für diese Erkrankung oft eine Ursache finden läßt - teils durch Medikamente/Gifte bedingt, aber auch durch Ereignisse, die das Gemüt erschüttern und krank machen. Wie das Beispiel Iris zeigt, kann auch keine klare Causa erkennbar sein. Nach meinen Erfahrungen hängen die Krankheiten der Bauchspeicheldrüse und überhaupt des gesamten Verdauungstraktes sehr häufig ursächlich mit Impfungen und der Behandlung der daraus resultierenden Erkrankungen (vorzugsweise mit Antibiotika) zusammen. Der Spannungskopfschmerz Die Migräne, die ihre Ursache in Spannungskopfschmerz und Verkrampfungen der Halswirbelsäule hat, geht auch mit Übelkeit einher, aber weniger mit starkem Erbrechen. Viele Patienten, die bereits eine Ernährungsumstellung gemacht haben, regelmäßige Entspannungsübungen durchführen, Gymnastik und Yoga üben, treibt diese Migräne zur Verzweiflung - nichts hilft. Auch die sonst üblichen modernen Migräne Schmerzmittel versagen hier. Die Ursache dieser unkontrollierbaren Schmerzzustände ist eine chronische Reizung der Meningen, der Gehirnhäute. In den USA versucht man bereits Migränepatienten mit Gehirnoperationen zu „behandeln“ (vgl. Wall Street Journal vom 11.11.99) und so den Prozeß der von den Nerven ausgehenden Muskelverkrampfungen, den versetzten Wirbeln und der Übelkeit zu stoppen. In der Homöopathie sind viele Heilmittel bekannt, die auf die Meningen wirken und in den entsprechenden Rubriken des Repertoriums zu finden sind. Jüngster Fall aus der Praxis war eine an akuter Migräne leidende Patientin, deren Anfälle seit ca. 15 Jahren bestanden und in letzter Zeit immer häufiger wurden. Nach einer Gabe Fluorsäure ließ der Schmerz sofort spürbar nach. Auch die verspannten Muskeln lockerten sich, die versetzten Wirbel ließen sich zurechtrücken und eine Gabe Silbernitrat brachte anschließend das Wohlbefinden völlig zurück. Ein weiteres Beispiel für die Bedeutung der Ursachenforschung und Diagnostik in der Homöopathie. Die Behandlung einer Krankheit nach der Symptomatik allein bringt sehr häufig keine Erfolge. Lediglich die individuellen, sehr besonderen Symptome dienen als wertvoller Fingerzeig zum homöopathischen Simile.Die homöopathische Behandlung hat das Ziel einer vollständigen Heilung des Patienten. Die Dauer der Behandlung hängt von der Vorschädigung des Patienten ab und davon, wieweit eine Komplizierung mit einer chronischen Kunstkrankheit vorhanden ist. Homöopathische Mittel enthalten keinerlei materielle Substanz, sie haben deshalb auch keine Nebenwirkungen. Sie haben aber oft sehr massive Wirkungen! Die Kehrtwendung, die der Organismus manchmal macht, wenn er - endlich - die zur Selbstheilung leitende Information bekommt, kann mitunter sehr abrupt sein. Erinnerungen an alte, längst vergessene und auch nicht erwähnte Krankheiten können sich mit den entsprechenden Schmerzen in Erinnerung bringen, Jahre zurück liegende Infektionen klingen noch einmal an oder der Kranke durchleidet einen besonders heftigen Migräneanfall. Letztlich antwortet der Körper nach Einnahme der homöopathischen Mittel mit diesmal echten Symptomen, die schrittweise den Weg zu weiteren homöopathischen Mitteln weisen, bis über kurz oder lang die echte, vollständige und dauerhafte Heilung, wie Hahnemann sie von seiner homöopathischen Medizin verlangte, eintritt. Interessantes Lesematerial: Lynne McTaggert, Was Ärzte Ihnen nicht erzählen. Sensei Verlag ISBN 3-932576-55-1 Ich habe festgestellt, daß viele Erkenntnisse aus der homöopathischen Praxis über die Gefahren der modernen Medizin, auch in der Schulmedizin längst vorhanden sind und vielfach auch durch Studium belegt sind. Lynne McTaggert hat dies sehr gut zusammengestellt und anschaulich erklärt.
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