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Petra Stolle, Heilpraktikerin
Einleitung In eine Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin kommen Menschen mit unterschiedlichen Störungen, mit akuten und chronischen Problemfeldern.
Allen gemeinsam stellt sich die Frage nach Verhaltensmöglichkeiten in der Nachsorge, nach Ausheilung oder Stabilisierung ihrer Störung sowie in der Vorsorge, um neuen Problemen gegenüber vorzubeugen.
Im normalen Praxisalltag kommen solche gesundheitsbewußten Patienten regelmäßig alle 4-6 Wochen zur konstitutionellen Akupunkturbehandlung. Es macht Sinn, eine weitere eigenverantwortliche Maßnahme zu integrieren. In diesem Feld steht das Erlernen einer Qi Gong Übungsfolge.
Was ist Qi Gong?
Qi Gong ist eine Sammelbezeichnung für eine Vielzahl selbstregulierender Übungen der jahrtausende alten Kultur Chinas. So unterschiedlich die Methoden des Qi Gong aus ihren Traditionen auch sein mögen, allen gemeinsam sind doch die „Drei Regulierungen“, die Regulierung der Atmung, des Körpers und des Geistes.
Durch Kombination von Atmung und Vorstellung regulieren sanfte Bewegungen den Körper.
Welche Qi Gong Übungsfolge ist die Richtige?
Erst einmal ist „richtig“, was Spaß macht und mir gut tut!
In China gibt es Kliniken, die alle Arten von Krankheiten ausschließlich mit Qi Gong behandeln, ohne Akupunktur und ohne Kräutertherapie. Die Erfolge sind nachweisbar und durch komplexe Studien in China belegt. Hierzu üben die Patienten täglich viele Stunden (bis zu 6 Std.) Qi Gong! Diese Art der Behandlung ist bei uns in Europa noch nicht realisierbar.
Eine Behandlung mit chinesischer Medizin ist bei uns immer eine Kombination aus Akupunktur, Kräutertherapie, ggf. Körpertherapie, Ernährungsberatung und evtl. Qi Gong.
Aber die Erfahrungen der chinesischen Qi Gong Kliniken können wir uns zu Nutze machen.
Aus diesem Grunde habe ich noch eine zweite, medizinische Qi Gong Ausbildung, ein Kontaktstudium mit chinesischen Qi Gong Kliniken absolviert. Die medizinischen Qi Gong Übungsfolgen sind erprobt, basieren auf den Grundlagen der TCM und integrieren umfassend das gesamte Leitbahnsystem in die Übepraxis. Sie bestehen aus kleinen in sich geschlossenen Einheiten, die sich mühelos von den Patienten in ihren Alltag integrieren lassen.
Wie ist die Umsetzung in der Praxis?
Manche Patienten wählen Einzelstunden, viele buchen einen Gruppenkurs. Die Einzelstunden sind effektiver, wir brauchen weniger Zeit. Die Gruppenkurse bieten den Vorteil, Austausch unter Gleichgesinnten und Entstehen von Gruppendynamik. Fast alle Teilnehmer der Anfängerkurse wollen in einem Fortgeschrittenenkurs weitermachen, um ihre Kenntnisse und Übepraxis zu vertiefen und weil es einfach Spaß macht.
Um für mich die Wirksamkeit der Qi Gong Übungsfolgen zu ermitteln, entwickelte ich einen Fragebogen, den ich am letzten Übungsabend von den Teilnehmern, ohne Namensnennung ausfüllen lasse. Alle Teilnehmer erlernen mit Freude die Grundlagen der Qi Gong Übungsfolge innerhalb von zehn Unterrichtseinheiten je 1,5 Stunden im Wochenturnus.
Auffallend sind schon die Veränderungen nach einem Anfängerkurs. Das Körperbewußtsein nimmt bei allen stark zu, innere und äußere Wahrnehmungsfähigkeit erhöhen sich. Zufriedenheit, innere Ausgeglichenheit und Optimismus steigen an. Der Schlaf wird bei fast allen tiefer (schon nach 1-2 Unterrichtseinheiten). Fast alle überstehen Streßzeiten besser als früher. Die Teilnehmer sind glücklich, etwas für sich und gegen evtl. Beschwerden zu tun.
Ausblick
Qi Gong paßt in eine Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin. Es kann die anderen Säulen, Akupunktur, Kräutertherapie, Ernährung und Körpertherapie nicht ersetzen, aber sehr wirkungsvoll ergänzen. Mir als Heilprak- tikerin liegt es sehr am Herzen, die Menschen u.a. durch Qi Gong in der Eigenverantwortung für sich und ihren Körper zu stärken. •
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