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Hildegard Willms-Beyárd, Gesundheitsberaterin Immer öfter lesen wir, daß Ernährungswissenschaftler raten, viel zu trinken. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist demnach unerläßlich für die Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Wir alle, insbesondere aber Kinder und ältere Menschen müssen reichlich trinken. Normalerweise signalisiert uns der Körper bei Flüssigkeitsmangel durch das auftretende Durstgefühl, daß wir „nachfüllen“ müssen, doch mit zunehmendem Alter läßt das Durstempfinden nach was unter Umständen sehr gefährlich werden kann. Schon bei einer Verminderung des körpereigenen Wasserhaushaltes um 5% stellen sich Müdigkeit, Schwindel und Muskelkrämpfe ein; bei weiterem Flüssigkeitsverlust drohen Bewußtseinsstörungen, Verwirrtheitszustände und Delirium, im extremen Fall sogar der Tod. Der Mensch besteht zu 2/3 aus Wasser Im Biologieunterricht haben wir gelernt, daß der menschliche Körper je nach Alter zu 60-70% aus Wasser besteht. Eine seltsame Vorstellung, daß zwei Drittel unseres Gesamtvolumens Flüssigkeit ist. Knochen bestehen aus 12% , Fettgewebe aus 30%, die Leber aus 70%, Muskeln und Gehirn aus 75% und unser Blut besteht gar aus 80% Wasser. Das Wasser als lebenswichtiges Element in unserem Körper dient als Lösungs-, Quell- und Transportmittel vieler Substanzen, ist aber auch wichtiger Temperaturregler. Durch Schwitzen regulieren sich Körpertemperatur und Wärmehaushalt, ansonsten würden wir einem Hitzestau erliegen. Bei schwerer körperlicher Arbeit, dazu noch bei großer Hitze, können wir eine ganze Menge Schweiß verlieren, im Extremfall bis zu eineinhalb Liter. Den Großteil der täglichen Wasserzufuhr scheiden wir im Normalfall wieder über den Urin aus, aber auch über Atmung und Haut. Es liegt also auf der Hand, daß wir tüchtig trinken müssen, damit das Flüssigkeitsdefizit immer wieder aufgefüllt wird. Grundsätzlich braucht unser Körper zum richtigen Funktionieren ca. 2-3 Liter Flüssigkeit am Tag. Keine Sorge, diese Menge muß nicht unbedingt getrunken werden, die Hälfte davon nehmen wir mit der Nahrung zu uns. Gemüse und Obst bestehen zu 80 - 95% aus Wasser, Kartoffeln zu 70%. Besonders die „knackigen“ Gemüsesorten wie Radieschen, Rettich, Gurken, Salat, Staudenfenchel und -sellerie eignen sich besonders gut weil sie viel Flüssigkeit aber wenig Kalorien enthalten. Trinken ist überlebenswichtig Wie wir wissen, kann der Mensch sehr wohl eine Zeit lang, bis zu ca. 10 Wochen, ganz ohne feste Nahrung auskommen. Wer jemals eine Fastenwoche erlebt hat weiß um die heilsame Wirkung des Nichtessens. Doch ohne Flüssigkeitszufuhr würden wir schon nach einer Woche sterben weil Wasser für all unsere Körperfunktionen von außerordentlicher Wichtigkeit ist. Das Wasser, das wir zur optimalen Gesunderhaltung benötigen ist Wasser im ursprünglichen, reinsten Zustand, - doch muß leider gesagt werden, daß unser heutiges Wasser diesen Anforderungen nicht mehr entspricht. Man beurteilt die Wasserqualität nach dem sogenannten „Ohm-Wert“. Je höher dieser Wert, desto besser. Seit Urzeiten hatte das Wasser den Idealwert von 6000 Ohm, doch in den letzten Jahrzehnten ist er, bedingt durch die globale Umweltbelastung, auf 2000 Ohm gesunken. Auch Mineralwasser ist aus dem gleichen Grund nicht immer so gut wie wir hoffen und wer meint, damit seinen gesamten Bedarf an Mineralstoffen und Spurenelementen decken zu können der irrt. Viele Mineralien kann der Körper nur in organischer Form aufnehmen und manches, was da auf dem Flaschenetikett steht, kann unser Organismus gar nicht verwerten. Man spricht davon, daß die Mineralstoffe des Sprudels auf Dauer sogar Schaden anrichten in dem sie im Laufe der Jahre die feinen Kanäle der Nieren verstopfen und deren Leistung verringern könnten. Wie auch immer: wer Mineralwasser trinkt sollte lieber ein „stilles“ Wasser, d. h. ein kohlensäurearmes, bevorzugen, - das gilt insbesondere für besonders magenempfindliche, zu Sodbrennen neigende Menschen. Wer unter hohem Blutdruck leidet muß generell auf den Natriumgehalt (Salz!) des Wassers achten; in der Regel ist er auf dem Etikett angegeben. Unter hohem Natriumgehalt versteht man beispielsweise 70 Milligramm pro Liter, der durchschnittliche Wert läge bei ca. 40 mg, - es gibt aber auch Sprudel, der so gut wie kein Natrium enthält. Was sollen wir trinken? Besonders Kinder, aber auch viele Erwachsene, möchten beim Essen etwas trinken; doch besteht die Gefahr, daß die Speisen nicht genügend gekaut und mit dem Getränk hinuntergespült werden. Übermäßiges Trinken während der Mahlzeit kann ebenso die für die Verdauung so wichtigen Magensekrete verdünnen und die Eiweißverdauung erschweren. Völlegefühl und Blähungen sind die Folge. Wie auch immer wir den Flüssigkeitsbedarf unseres Körpers decken, es sollte nicht während der Mahlzeiten passieren, auch nicht mit Alkohol, Kaffee, Coca Cola und süße Limonaden, sie sind ungeeignet dafür. Jeder Schluck eines gezuckerten Getränks mag mit Sicherheit unserem Geschmackssinn gefallen, unserem Organismus jedoch nicht. Ferner wäre auch der Kaloriengehalt der Getränke zu beachten, - eine Flasche Limonade hat stolze 35o Kalorien aufzuweisen und Traubensaft, mit Zucker gesüßt, ist eine Kalorienbombe im Vergleich mit Wasser. Zum guten Schluß noch ein paar Tips über den Umgang mit der Sorte „Kranenberger“. Wasser ist nicht gleich Wasser; ob wir hartes oder weiches haben unterliegt leider nicht unseren Wünschen, auch wenn man sagt, das harte Wasser wäre vom Geschmack her besser. Weiches Wasser hat den Vorteil, keine Kalkansätze zu hinterlassen, - hat aber auch den Nachteil, unter Umständen schädliche Stoffe aus alten Rohrleitungen und Armaturen herauszulaugen. Deshalb im Zweifelsfall vor Gebrauch etwas Wasser aus dem Hahn laufen lassen ehe man es verwendet. Außerdem sollte man wissen, daß bakterielle Krankheitserreger durch Abkochen abgetötet werden. (wichtig im Ausland.) Manchmal nimmt unsere Nase den Chlorgehalt des Trinkwassers wahr, denn Chlor riecht und schmeckt man deutlich. Wenn wir den Verdacht hegen, daß unser Wasser überchlort ist, sollten wir es vorsichtshalber 5 -10 Minuten kochen lassen, - danach ist der Chlorgeruch und -geschmack verschwunden. Heilwirkung des Wassers In der Naturheilkunde sagt man dem abgekochten heißen Wasser nach, es reinige in ganz besonderer Weise den menschlichen Organismus. So eine Trinkwasser-Kur vermag trotz ihrer Einfachheit (oder gerade darum) unserem Körper Gutes zu tun. Das Rezept ist denkbar einfach: Gutes Leitungswasser oder mineralarmes Quellwasser wird 10 bis 15 Minuten lang gekocht, kurze Zeit stehengelassen damit sich die Schwebeteilchen absetzen und dann in eine Thermosflasche gefüllt. Halbstündlich bis stündlich trinkt man eine kleine Tasse oder auch nur zwei bis drei Schluck, kurmäßig mehrere Tage bis einige Wochen lang. Diese Trinkkur ist bei Hauterkrankungen ganz besonders wirksam. Sie lindert den Juckreiz, optimiert die Ausscheidung von Stuhl und Urin, entlastet die Leber und regt den Stoffwechsel der Haut an. Angenehme „Nebenwirkung“ der Trinkwasserkur: auch das Sättigungsempfinden normalisiert sich so, daß der Appetit auf ungesunde und dickmachende Naschereien oft von selbst verschwindet. Schon Goethe hat gesagt „Ohne Wasser ist kein Heil.“ Denken wir also immer daran, daß Wasser unsere Lebensgrundlage ist. Gesundes oder verschmutztes Wasser, - beides liegt in der Hand des Menschen und bestimmt die Verhältnisse der Umwelt und unser aller Leben, denn Wasser ist und bleibt unser Lebensquell! Literatur: „So heilt natürliche Nahrung“ von I. Münzing-Ruf, W. Heyne-Verlag, München „Wasser ist nicht gleich Wasser“ aus dem Buch „Die grüne Familie“ von M. Wiucha und K. Oberbeil, Goldmann-Verlag, München
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