Keime und Menschen


Mahir Schmidt-Tychsen, Heilpraktiker
 
Ideologien und Weltbilder haben Einfluß auf den Umgang und die Behandlung von Krankheiten. An den Beispielen der Impfproblematik und dem Phänomen AIDS soll im folgenden Artikel diese Wechselwirkung illustriert werden.
 
Der Mensch ist umgeben von Keimen (Bakterien, Viren, Pilze u.a.), mit welchen er in einem, mitunter empfindlichen, Gleichgewicht lebt, das leicht durch verschiedene Einflüsse gestört werden kann: Antibiotika, Kortison, Fehlernährung u.a. Im Körper erfüllen Keime (meist Bakterien) wichtige Funktionen: Die physiologische Flora (Eubiose) verhindert die Ansiedlung unphysiologischer (bzw. pathogener) Keime; Bakterien (im Darm) synthetisieren für den Menschen lebenswichtige Vitamine und sind für einzelne Funktionen des Immunsystems wichtig; Zellorganellen (Mitochondrien) sind bakteriellen Ursprungs, mit denen der Mensch in Symbiose lebt. Mit der Entdeckung von Keimen und deren Beziehung zu (Infektions-) Krankheiten, sowie durch die Entwicklung von Chemotherapeutika (zur Bekämpfung derselben) hat sich das allgemeine Verständnis von Krankheit geändert; der pathogene Erreger wird (in der Regel) als ursächlich krankheitserregend angesehen. Die „Ursache" - der Keim - läßt sich meistens gezielt bekämpfen. Keime werden, je nach soziokultureller Prägung, als unterschiedlich bedrohlich oder nützlich angesehen. Amerikaner würden im Allgemeinen den Kontakt zu Keimen zu vermeiden suchen - sie gelten als unrein und gefährlich. In Frankreich beispielsweise ist eher die Anschauung vertreten, daß Keime zum Leben dazugehören und eher nützlich im Sinne einer Stärkung der Abwehrkräfte sind. In Japan ist offenbar sogar noch die Sitte verbreitet, die Kinder bei niedrigen Außentemperaturen in Badehose in die Vorschule zu schicken, um eine Infektion zu provozieren. Das sei nur scheinbar grausam, härte ab und würde im späteren Leben vor Erkältungen schützen. Diese sozio-kulturellen Unterschiede schlagen sich natürlich auch in Diagnostik und Behandlung nieder - ein Umstand, der weniger mit Wissenschaftlichkeit als mit Glaubenssätzen zu tun haben dürfte.1
 
Die Psycho-Neuro-Immunologie, eine vergleichsweise neue (und wenig beachtete) Disziplin, läßt eine andere Sicht auf die Problematik zu. Sie untersucht die Abhängigkeiten zwischen Psyche und Immunsystem. So haben beispielsweise Depression, Einsamkeit und Angst eine Verminderung von T4 - Lymphozyten zur Folge, also de facto eine Schwächung des Immunsystems.2 Die Psycho-Neuro-Immunologie zeigt auf, daß eine Schwächung des Immunsystems / eine Infektion bzw. überhaupt alle Krankheiten immer den ganzen Menschen betreffen; den Menschen in seinem sozialen Gefüge (so ist letztendlich auch die Gesellschaft mit einbezogen), seinen Befindlichkeiten, etc. Dieser Sachverhalt ruft nach einem ganzheitlichen Menschenbild, welches uns weitgehend abhanden gekommen ist.3 Die Fixierung auf die Materie, also auf den Erreger, verstellt den Blick auf die Gesamtheit des Menschen - letztendlich auf das Leben. Der Erreger ist hier nur Ausdruck und Form einer Problematik, die sich somatisch am Menschen manifestiert. Eine Gesellschaft, die mit Medikamenten die vermeintlichen Ursachen - die Erreger - bekämpft, hat scheinbar kein Interesse, sich ursächlich mit der individuellen und übergreifenden (gesellschaftlichen) Problematik auseinander zu setzen. Das Verständnis von Krankheit (was ist das eigentlich?) bzw. das Weltbild, das der Behandelnde für sich akzeptiert hat, bestimmt die Vorgehensweise. Das heißt konkret: Wenn der Behandler im Falle einer Krankheit am eigenen Leibe nicht willens oder in der Lage ist, sich mit der Botschaft der Krankheit auseinander zu setzen (was ich als „normal"-neurotische Abwehr - Reaktion bezeichnen möchte), wird er in der Regel auch bei zu Behandelnden ein mechanistisch-organisches Menschenbild zu Grunde legen; da ein ganzheitlicheres Bild evtl. auch seine eigene psychische „Stabilität" gefährden würde. Meiner Ansicht nach birgt jede Krankheit eine Aufforderung in sich, etwas zu tun (oder evtl. etwas nicht zu tun); einen Umstand näher zu betrachten; sich aus einer Situation heraus zu begeben u.ä. mehr. Ihr kann auch eine Symbolik innewohnen und in der Regel bietet sie einen Krankheitsgewinn, der sich auf die eigene Person bezieht (Innehalten, Unfähig sein etwas zu tun), oder aber auf andere Personen (ich-möchte-daß-du-dich-um-mich-kümmerst) bezogen sein kann.
 
Das zur Zeit vorherrschende mechanistisch-analytische Weltbild äußert sich in beharrlichen Versuchen, möglichst alle Krankheiten monokausal zu erklären. Das Augenmerk liegt auf genetischen Veranlagungen sowie bestimmten Erregern. Krankheiten, die in letzter Zeit in den Fokus gerückt sind: Magengeschwür (Helicobakter pylori); Arteriosklerose (Clamydia pneumoniae); Bovine Spongiforme Encephalopathie (Prionen - kein Erreger im klassischen Sinne) u.a. Die Diskussion um genetische Veranlagungen will ich an dieser Stelle nicht führen - es sei nur angemerkt, daß genetische Dispositionen für den Ausbruch einer Krankheit keinesfalls ausreichend sind.4 5 In diesem Zusammenhang ist es auch zu verstehen, daß keine der bisherigen Gentherapie-Studien als Erfolg bezeichnet werden kann.6 Im Folgenden möchte ich anhand der Beispiele der Impfung und dem Phänomen AIDS die Problematik und Widersprüchlichkeit dieses mechanistischen Weltbilds beschreiben.
 
Die Impfproblematik
 
Es werden eine aktive sowie eine passive Immunisierung (Impfung) unterschieden.
 
Bei der aktiven Immunisierung werden virulenz-abgeschwächte Krankheitserreger (Vakzine), nicht vermehrungsfähige bakterielle oder virale Antigene, bzw. Bakterien-Toxine (in der Regel) parenteral verabreicht.
 
Bei der passiven Immunisierung werden lediglich spezifische Antikörper injiziert.
 
Die Dauer der Immunisierung beträgt dabei jedoch lediglich ein bis drei Monate. Die Idee der (aktiven) Impfung ist die Anregung einer Gedächtniszellbildung, um sich später den sog. Booster-Effekt (prompte und massenhafte Antikörperbildung) zu Nutze machen zu können. Zum besseren Verständnis: Antikörper werden nicht für bestimmte Erregerarten gebildet, sondern für bestimmte Eiweiße, bzw. Oberflächenstrukturen. Das Immunsystem „lernt" auch nicht mit der zunehmenden Exposition Krankheitserreger (bzw. bestimmte Eiweiße) kennen (wie man lange Zeit geglaubt hat), sondern es produziert Antikörper auf Verdacht. Man stellt sich das so vor, daß drei verschiedene DNA-Abschnitte im B-Lymphozyten „bewußt schlampig" abgelesen werden, um die Vielfalt (nach dem Zufallsprinzip) zu gewährleisten (unser gesamtes Genom würde nicht ausreichen, die Vielzahl der Idiotypen - also der genetischen Varianten der Immunglobuline - zu codieren). Die Ideologie, die der Immunisierung zu Grunde liegt ist also, daß die Exposition mit dem Erreger eine Krankheit auslöst, für die man möglichst gut gewappnet sein sollte. Die Impfung stellt einen Exclusiv-“Schutz" gegen einen winzigen Bruchteil der gesamten, potentiell pathogenen Keime dar. Der Impf-Idiologie immanent ist die Vorstellung, Krankheiten zu bekämpfen. In diesem Zusammenhang ist auch immer wieder vom Versuch der Ausrottung bestimmter Infektionskrankheiten die Rede, welche, im Beispiel der Pocken, von Impf-Befürwortern gerne als Beweis der Sinnhaftigkeit von Impfungen angeführt wird.
 
Womit hat aber nun der Rückgang der Infektionskrankheiten zu tun? Wichtig waren die zivilisatorisch-technisch-hygienischen Fortschritte (Eindämmung von Ratten und Flöhen, Hinauswachsen der Städte über die Stadtmauern u.a.) - besonders bei Lepra und Pest. Der Rückgang von Polio korreliert v.a. mit Verbesserungen der Trink- und Abwasserhygiene. Bei anderen Infektionskrankheiten (Pocken, Tbc, Pertussis, Diphterie) ist ein sozio-ökonomischer Zusammenhang nur undeutlich. Ihr Rückgang hat vermutlich mit der Beseitigung des Hungers (Intensivlandwirtschaft, Einführung des Kartoffelanbaus) zu tun.7 Es besteht Grund zur Annahme, daß Impfmaßnahmen in eine Zeit des allgemeinen Rückgangs von Infektionskrankheiten fielen (und fallen), und nicht etwa für den Rückgang verantwortlich gemacht werden können8 - eher im Gegenteil: Von den 17, seit 1990 gemeldeten Poliomyelitis-Erkrankungen, waren in Deutschland allein 12 direkte Folge von Massenimpfungen; die übrigen fünf wurden aus Polio-Ländern eingeschleppt.9 Eine, von der WHO in acht Ländern durchgeführte Studie, ergab schon 1970, daß von 360 Poliomyelitis-Fällen 205 durch Impfung induziert waren (61 waren Geimpfte und 144 Fälle betrafen Kontaktpersonen der Geimpften).10 Auch bei der Tetanus-Impfung haben die Massenimpfungen von 1970-1980 keinen Einfluß auf die, ohnehin kontinuierlich abnehmende Krankheitshäufigkeit gehabt.11 Eine sehr geringe Inzidenz (Anzahl der Neuerkrankungen) - max. 20 Erkrankungen obgleich nur ca. 40% einen ausreichenden Impfschutz haben - bei einem Krankheitsgipfel im 6./7. Lebensjahrzehnt läßt eine routinemäßige Impfung von Kindern und Jugendlichen sehr zweifelhaft erscheinen. Als weiterführende Literatur in puncto Impfungen in Zusammenhang mit statistischen Krankheitsverläufen, sei auf das sehr sachkundige Buch von G. Buchwald verwiesen (siehe Literaturverzeichnis).
 
Die Bezeichnungen der Impfungen sind für medizinische Laien teilweise irreführend. Die Grippeimpfung soll nicht vor der, im Volksmund als Grippe bekannten, Krankheit schützen (Virusinfektion der oberen Luftwege mit Kopf- und Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, Fieber usw.), die mit ca. 300 verschiedenen Erregertypen in Zusammenhang stehen kann, sondern sie soll lediglich eine Immunität gegenüber Influenzaviren (vergleichsweise selten) bewirken. Bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) Impfung, die von Zecken übertragen werden kann (deswegen häufig leger als Zeckenbiß-Impfung bezeichnet), kümmert es wenig, daß Borreliosen viel häufiger ebenfalls mit Zeckenbissen in Zusammenhang stehen, gegen welche die Impfung nichts ausrichtet. Aber auch im Falle der FSME kann davon ausgegangen werden, daß lediglich jede 20.000ste Zecke Virusträger ist, zudem verlaufen 60-70% der Infektionen inapparent (symptomlos bzw. -arm). Das Risiko eines bleibenden Schadens (in Endemiegebieten) liegt bei 1:80.000.12 Es sind, auf der anderen Seite, sehr schwere Verläufe von FSME bekannt geworden. Im Falle einer Beteiligung des zentralen Nervensystems (ZNS) kann es zu bleibenden Schäden kommen. Die Sterblichkeitsrate liegt dabei bei 1-2%. Es muß m.E. nicht zuletzt abgewogen werden, welches das größere Übel ist. Keine Impfung ist ohne Risiko. Das FSME-Bulin schützt nicht zuverlässig (nur bei zwei von drei Behandelten zu erwarten) und kann wahrscheinlich einen schweren Verlauf der Meningoenzephalitis (Hirnhautentzündung) provozieren.13
 
Bei den Kinderkrankheiten sind seit der Einführung der Impfstoffe, deren Komplikationen zum untragbaren Risiko stilisiert worden. Früher wurden noch Kinder zu an Windpocken erkrankten anderen Kindern geschickt, um sich zu infizieren - heute wird teilweise mit aller Macht versucht, durch Impfung (bes. Mumps, Masern, Röteln, die sog. MMR-Impfung) die Krankheit zu vermeiden; mit der Folge, daß es zu Verschiebungen der Erkrankungen ins Jugendlichen- und Erwachsenenalter, bzw. ins frühe Säuglingsalter kommt. In diesen Altersgruppen verlaufen alle 3 Kinderkrankheiten wesentlich komplikationsreicher.14
 
Die Impfung kann als unphysiologisch bezeichnet werden, da die Eiweiße (Antigene in Form von Viren, Bakterien, Toxinen oder Zellbestandteilen) direkt injiziert werden und somit die physiologischen Abwehrbarrieren hintergangen werden (gilt nicht für Polio Schluckimpfung, die entsprechend komplikationsärmer ist). Den Eiweißen werden Konservierungsstoffe wie Formol (Diphterie, Tetanus, Grippe) beigegeben, das, im speziellen, nachweislich krebserzeugend ist. Im Falle des Tetanols (Impfserum „gegen" Tetanus) werden Quecksilberverbindungen (Methylthiolactat) verwendet, die schon immer die Aufmerksamkeit der Allergologen erregt haben (8 von 30 Personen zeigten positive Reaktionen nach einem Sensibilisierungstest). Als abschwächende Substanzen werden Aluminiumverbindungen, Phenole, Antibiotika u.a. verwendet. Hinzukommen noch unbekannte Begleitsubstanzen aus den Nährböden, in denen die Erreger gezüchtet wurden (außer bei gentechnisch hergestellten Seren).15 Diese Begleitsubstanzen dürften auch hauptsächlich für die Impfkomplikationen (Impfschäden) verantwortlich sein.
 
Ein Impfschaden ist ein, über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehender, meist bleibender Gesundheitsschaden. Von Seiten der Ärzte wird vielfach behauptet, Impfschäden seien sehr selten und somit bei der Entscheidungsfindung „für oder gegen Impfen" zu vernachlässigen. Aus mehrerlei Gründen ist Zweifel angebracht: In der Bevölkerung ist das Wissen um Impfschäden sehr gering (Ein Zusammenhang zwischen der Impfung und den folgenden Symptomen wird nicht hergestellt); die Erfassung von Impfschäden beruht auf unvollständigen Rückmeldungen der Ärzte (sog. Underreporting), da es sich um eine unbeliebte Angelegenheit handelt einen iatrogenen (vom Behandler verursachten) Schaden zu melden, da es dem allg. Selbstverständnis zuwider läuft; Ein Impfschaden muß zweifelsfrei auf das Ereignis der Impfung zurückgeführt werden - was in der Praxis häufig schwierig ist, besonders, wenn Schadensersatz-Ansprüche eine Rolle spielen; bei kleinen Kindern ist eine Impfkomplikation ungleich schwerer zu diagnostizieren (da Krankheitszeichen nicht geäußert werden können) - das einzige sichere Zeichen ist der Entwicklungsknick (aufgrund einer Enzephalopathie). Postvakzinale Enzephalopathie (eine gefürchtete Impfkomplikation z.B. infolge einer Keuchhusten“schutz"impfung) zeigt Symptome von Bewußtseinsstörungen bis zum Koma, Fieber, seitenbetonte oder generalisierte Krampfanfälle, Gliedmaßenlähmungen, gelegentlich isolierte Hirnnervenlähmungen, seltener Meningismus. Postvakzinale Enzephalopathie geht nicht immer mit derartig ausgeprägten Symptomen einher. Sie kann auch symptomarm (jedoch nicht symptomlos) verlaufen; z.B. mit Apathie, besondere Schläfrigkeit, Nahrungsverweigerung, Erbrechen. Dabei ist besonders darauf zu achten, ob es zu einem Entwicklungsstillstand kommt. In der Regel besteht eine Parallelität zwischen der Schwere der Symptome und dem Ausmaß der Folgen.16 Von einigen Autoren, mit Impfkomplikationen in Zusammenhang gebracht, sind ferner: Seh- und Hörstörungen, Konzentrationsstörungen, Alexie, Legastenie, Autismus, Hyperkinetisches Syndrom, Minimale Cerebrale Dysfunktion (MCD), Sprachentwicklungsverzögerungen, plötzlicher Kindstod (SID-Syndrom), Allergien u.a. Kurzum: Impfen ist keine so harmlose Angelegenheit wie weithin angenommen. Es liegen Schilderungen (seitens der Ärzte) schwerer Komplikationen bei Infektionskrankheiten vor, die beim Leser Angst erzeugen können. Diese Angst ist für den großen moralischen Druck verantwortlich, sich impfen zu lassen. Die Entscheidung (z.B.) einer Mutter, ihre Kinder nicht impfen zu lassen, gilt vielfach als unverantwortlich. Nicht zu vernachlässigen ist, daß an der Impfthematik ein pharmazeutischer Industriezweig aus ökonomischen Interessen beteiligt ist, denn mit Impfseren läßt sich Geld verdienen. Für den Arzt ist es eine Möglichkeit, scheinbar aktiv etwas für die Gesundheit seiner Patienten zu tun (und daher in der Regel auch dem Selbstbildnis zuträglich), und nicht zuletzt, ebenfalls zu verdienen.
 
Die Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen, sollte m.E. aus einer inneren Sicherheit heraus getroffen werden - es hat keinen Wert, wenn die Angst, möglicherweise doch an dieser oder jener Infektionskrankheit zu erkranken, überwiegt.
 
AIDS
 
AIDS = Tod; das ist ein Gleichnis, das bis heute noch Gültigkeit hat - teilweise sogar in Fachkreisen. Es ist eins der Postulate, die scheinbar fest mit der noch vorherrschenden Hypothese verbunden ist, AIDS sei auf eine Retrovirus-Infektion zurückzuführen. Die Diagnose wurde lediglich auf das Vorhandensein von Reverse Transkriptase gegründet - ein Enzym, wodurch die Umwandlung von RNA in DNA möglich wird. Das Vorhandensein von Reverse Transkriptase galt (gilt) als Beweis für die Anwesenheit von Retroviren, denen eben diese Fähigkeit zugeschrieben wird. Mittlerweile wurde nachgewiesen, daß Reverse Transkriptase, auch in nicht mit HIV assoziierten Zellen, nachzuweisen ist. Es hat den Anschein, daß dieses Rückschreiben von RNA in DNA in normalen Zellen von Hefe, Insekten und Säugetieren auftritt17 und ihr eine physiologische Aufgabe in der DNA-Reparatur zukommt.18 19 Ansonsten wird das Vorhandensein des HI-Viruses in der Regel durch einen Antikörpertest „nachgewiesen". Das scheint zweifelhaft: Nachweisen ließe sich, daß ein Kontakt in der Vergangenheit stattgefunden hat oder daß er gerade stattfindet. Im Falle von AIDS nimmt man jedoch an, daß gerade die Anwesenheit von Antikörpern der Nachweis eines Todbringenden Virus im Körper sei. Warum dem Körper, seit es die Diagnose AIDS gibt, nicht zugestanden wird, mit dem Virus fertig zu werden, bleibt schleierhaft. Hinzukommt, daß bisher zu keinem Zeitpunkt tatsächlich ein Virus isoliert und dessen Strukturen dargestellt wurde20. D.h., daß Antikörpertests (Die gebräuchlichsten sind der ELISA (Enzyme-linked immuno Assay) - ein sog. „Suchtest", und der Western Blot als sog. „Bestätigungstest") auf der Basis eines hypothetischen Virusmodells funktionieren. Bei der Polymerasen-Ketten-Reaktion (PCR), einem weiterem Nachweisverfahren, mit dem genetisches Material isoliert werden kann, scheint es unerheblich zu sein, daß die Ergebnisse nicht mit denen der Antikörpertests übereinstimmen.21 Für den „Bestätigungstest", den Western Blot, wurde weder Reproduzierbarkeit nachgewiesen, noch ist er spezifisch oder standardisiert (5 Maßstäbe für die Western Blot Auswertung bestehen nebeneinander).22 Die epidemiologischen Daten, die mit diesen Tests erhoben werden (wurden), sind entsprechend zweifelhaft. Die Gleichung Antikörper = Virus ist zu einer Art Gewohnheitsrecht geworden, die nicht hinterfragt werden darf. Anderen Aussagen zufolge bestehen Hinweise darauf, daß es sich um Autoantikörper gegen zelluläres Aktin handelt.23 Bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen (rheumathoide Arthritis, Lupus erythematodes) zeigt der Test falsch positiv an24, sowie bei Malaria Antikörpern (zu 25% falsch positiv), Bei Multipler Sklerose (41% falsch positiv) und bei Lungen Tuberkulose (50% falsch positiv)25. In diesen Fällen weist der HIV-Antikörpertest eine Belastung mit HI-Viren fälschlicherweise nach.
 
AIDS ist für die Normalbevölkerung als medizinische Rarität einzustufen; da das Erkrankungsrisiko bei >1:90.000 liegt.26 AIDS hat sich in den westlichen Ländern nicht über die Risikogruppen (v.a. Homosexuelle, Drogensüchtige und Hämophile) hinaus ausgebreitet. In den Risikogruppen sind eine Vielzahl von nicht mit HIV assoziierten Ursachen, die das Immunsystem schädigen, bekannt: Venerische (sexuell übertragbare) Erkrankungen mit entsprechender antibiotischer Behandlung, Nitrite (Poppers), Mangel- und Fehlernährung, Kokain und Opiate mit entsprechender immunsupressiver Wirkung, Risiken der Substitionstherapie von Gerinnungseiweißen u.a.27
 
In den Ländern der sog. 3. Welt werden meist keine HIV-Tests durchgeführt. Die Diagnose beruht auf Unterernährung (slim desease), Fieber und einigen Seitensymptomen. Oftmals werden in diesen Regionen bereits gut bekannte Krankheiten (Tbc u.ä.) mit einer neuen Diagnose versehen: AIDS. Auf diese Weise bleiben strukturelle Probleme und andere Immunsupressionsmechanismen (Hunger ist das am längsten bekannteste) unberücksichtigt. Dennoch wird die hohe Sterberate in den Ländern der 3. Welt immer wieder als Beweis für die Existenz eines HI-Virus angeführt.
 
Mit AIDS wurde von Anfang an der Versuch unternommen, diverse, neue oder schon seit längerem bekannte Risiken und Symptome auf eine gemeinsame Ursache zurück zu führen: Ein Retrovirus. Die Unmöglichkeit, das Virus selbst (direkt) nachzuweisen, wurde durch zweifelhafte, unklar definierte molekulare Kriterien ersetzt. Je weniger die Testbefunde vergleichbar sein werden, desto mehr HIV-Subtypen werden noch etabliert werden, denke ich. Robert Gallo, der Wissenschaftler, der die ersten Fälle von AIDS beschrieben hat, ist Fachmann für Retrovirologie. Anfangs ging er - und andere - davon aus, daß sie Krebs erregen; diese These mußte mangels Beweisen jedoch wieder verworfen werden.
 
Die Diagnose HIV-positiv kann durchaus als zweifelhaft bezeichnet werden Selbst vollständig Gesunde werden mit einem rein fakultativen Befund konfrontiert, und in dessen Begleiterscheinung mit sozialer Diskriminierung, Angst, Depression etc. überschüttet. Solch psychischer Distress kann in der Lage sein, das Immunsystem - selbst in der Abwesenheit von anderen Immunsuppremierenden Faktoren - zu beinträchtigen, bzw. einen Abfall der T-Lymphozyten zu bewirken.28 29
 
Warum aber, könnte sich der Leser jetzt Fragen, wird die HIV-Hypothese nicht fallengelassen, wenn Diagnosen/Befunde, Krankheitsverläufe, epidemiologische Daten etc. nicht mit einer Virushypothese korrelieren? Ich gehe davon aus, daß eine Krankheit wie AIDS nicht nur das Problem der unmittelbar Betroffenen darstellt (immunsuppressive Risiken, Angst, Autoagressivität, Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit, Manie, Depression, Sexualproblematik30), sondern eine gesellschaftliche Komponente hat: Benötigen wir AIDS?. Ein Drittel der Bundesbürger hofften 1986, daß das viel zu freie Sexualleben durch AIDS ein Ende nehmen würde.31 Nach dem gescheiterten Versuch der sexuellen Befreiung (haupts. in den 70er-Jahren), ist ein Trend zu konservativen Werten zu verzeichnen. Nichts desto trotz ist das Thema Sexualität nach wie vor mit Angst besetzt. Ich denke AIDS ist ein Ausdruck des damit zusammenhängenden Verdrängungs-Mechanismusses „Ich würde ja gerne eine freiere Sexualität leben, aber das geht ja nun mal nicht". Auf der anderen Seite hängen an der AIDS-Forschung viele Existenzen, die ihre Identität auf das HIV-Dogma aufgebaut haben. Ich gehe davon aus, daß es vermessen wäre anzunehmen dogmatische AIDS-Protagonisten würden einräumen, daß es Zweifel an der Existenz vom HI-Virus gäbe und AIDS ein Artefakt sei, denn: Kann die eigene „Seele" es verkraften, sich und der Welt einzugestehen, sich derart geirrt zu haben? Wir werden wohl noch (eine Weile) mit der Hypothese leben müssen.
 
Fazit:
 
Jede Krankheit ist psycho-somato-ökologisch; das heißt, um eine Krankheit verstehen zu können, ist es immer notwendig, die psychische Struktur und deren Problematik, die somatischen Erscheinungen und Einflüsse, sowie die Einbindung in einen größeren, gesellschaftlichen Zusammenhang und dessen Wechselwirkung, zu betrachten. Das intellektuelle Verständnis der Krankheit ist zwar wünschenswert, Heilung und Veränderung findet jedoch nur auf einer emotionalen Ebene des Fühlens und Be-greifens statt. Ein eindimensionaler Blick auf scheinbare Ursachen von Krankheiten (Strahlung, Keime, genetische Dispositionen u.a.), wird häufig von einer neurotischen Grundhaltung des „Nicht-Fühlen-" und „Nicht-Wahrhaben-Wollens" instrumentalisiert. Entwicklung, Veränderung und mehr Emotionalität werden behindert. In den von mir angeführten Beispielen „Impfen und AIDS" sind, meiner Einschätzung nach, durch die gängigen Dogmen und Betrachtungsweisen der mechanistisch-analytischen Wissenschaft, Wege und Entwicklungschancen, die zu einem anderen Verständnis bezüglich der Problematik - und somit auch zur Heilung der Erkrankten - führen, behindert und versperrt.
 
Literatur- und Quellenverzeichnis:
 
(1) Biermann, Hans. Die Gesundheitsfalle. München: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur, 1994
 
(2) Irvin, M. u.a. „Life events, depressive symptoms, and immune function". Am J Psychiatry 144 (1987): 437-441
 
(3) Schmidt-Tychsen, Mahir. „Was ist ganzheitliche Behandlung?". HP NATUR-Heilkunde 2 (1998). M+M-Verlag: 4
 
(4) Strohmanm, Richard. „Epigenese: Ein fehlender Erklärungsweg in der Biotechnologie". Biogum 5 (1995): 1-18
 
(5) Wess, Ludger. „Zurück auf Los". Die Woche 42 (13. Okt. 1995)
 
(6) Stolze, Cornelia. „Mit dem Gentaxi auf holprigen Wegen". Berliner Zeitung (24. Sept. 1998)
 
(7) Buchwald, Gerhard. Impfen - Das Geschäft mit der Angst. 3. Aufl. Lahnstein: emu-Verlags-GmbH, 1995: 131-133
 
(8) Ebenda: 134
 
(9) Stollorz, Volker. „Abschied vom Zucker". Die Woche (8. Aug. 1997)
 
(10) Delarue, F. u. S. Impfungen, der unglaubliche Irrtum. München: Hirthammer Verlag (1990): 38
 
(11) Siehe (7): 86-87
 
(12) Siehe (7): 118
 
(13) Arznei-telegramm 12/93. Zitiert nach (7)
 
(14) Albonico, Hans Ulrich. Gewaltige Medizin. Bern: Haupt Verlag (1997): 31-32
 
(15) Siehe (10): 34-35
 
(16) „Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbeschädigungsrecht". Ausgabe 1983. Zitiert nach (7)
 
(17) Varmus, Harold. „Reverse Transkription". Spektrum der Wissenschaft (Nov. 1987): 112-119
 
(18) Boeke, Jef D. „A little Help for my Ends". Nature 383 (1996): 579-581
 
(19) Teng, S.-C., Kim, B., Gabriel, A. „Retrotransposon reverse-transcriptase mediatet repair of chromosomal breaks". Nature 383 (1996): 641-644
 
(20) Lanka, Stefan. „HIV - Is there a scientific revolution?". Continuum 3 (1995): 4-9
 
(21) Ebenda
 
(22) Papadopulos-Eleopulos, E., Turner, V.F., Papadimitriou, J.M. „Is a positive western blot proof of HIV Infection?". Biotechnologie 11 (1993): 696-707
 
(23) Hässig, Alfred u.a. „Offene Fragen zur Spezifität der Anti-HIV Antikörper". Schweiz.Zschr.Ganzheits Medizin 6 (1996)
 
(24) Kremer, Heinrich. „AIDS - Ein von Ärzten forciertes Todessyndrom". Raum&Zeit 86 (1997): 23-32
 
(25) Jeschke, Wolfgang. „Glücksspiel AIDS-Test". Die Woche 32 (15. Aug. 1993)
 
(26) Ebenda
 
(28) Evans, Dwight L. u.a. „Stress associated Reductions of Cytotoxic T-Lymphozytes and Natural Killer Cells in Asymptomatik HIV Infection". Am J Psychiatry 152 (1995): 543-550
 
(29) Albonico, Hans Ulrich. „Zur psychosomatischen Relevanz der Diagnose einer HIV-Infektion". Schweiz. Zschr. Ganzheits Medizin 5 (1993): 234-238
 
(30) Ocken, Raimar. „Das Ende des ´HIV-AIDS`-Dogmas?". WIR 3 (1996): 35-37
 
(31) Krüger, Susanne. „AIDS - Wieviel Angst verträgt die Seele?". Fortschritte der Medizin 19 (1990). Zitiert nach (30)

 
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