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Wer sich Tiere hält, - einerlei ob Vogel, Hamster, Meerschwein, Fische, Hund, Katze oder gar ein Pferd, - tut unbewußt auch etwas für seine Gesundheit. Studien zufolge sind diese Menschen in der Regel zufriedener, werden seltener krank und brauchen demnach auch weniger Medikamente. Auch der Wille zu gesunden ist im Krankheitsfalle wesentlich ausgeprägter als bei alleinstehenden Patienten, denn da wartet jemand, für den man Verantwortung trägt und den man liebt.
Sozialforscher fanden heraus, daß Tiere „Medizin“ für Kranke sind. Manches Tier hat seinem Besitzer nicht nur das Leben verschönt sondern es auch verlängert. Ein Haustier kann sehr wohl auch therapeutischen Effekt haben. Mancher am Leben Verzweifelte - insbesondere psychisch Kranke - haben durch ein Tier wieder ihr Leben akzeptieren und leben können. Da ist ein Tier, das versorgt werden, um das man sich kümmern muß, - ganz zu schweigen von der Zuwendung, die es manches mal geradezu fordert und die es in unerschütterlicher Treue an uns zurückgibt.
So kann man ohne Übertreibung sagen, daß Haustiere tatsächlich „Therapeuten“ sind, die zur körperlichen und seelischen Gesundheit des Menschen beitragen. Ebenso wie das Tier unsere Nähe sucht, so brauchen wir auch die seine um uns wohlzufühlen. Die Bedürfnisse des Tieres zwingen den Tierhalter zur Aktivität und bringen Bewegung in sein Leben. Es ist jemand da, der zuhört, der tröstet, der ablenkt, der gestreichelt und versorgt werden will. All das stärkt den Lebenswillen und verbessert die Lebensqualität.
Durch die Anwesenheit eines geliebten Tieres kann der Krankheitsverlauf in positiver Weise unterstützt werden. Streßsituationen, Phasen depressiver Verstimmungen, selbst schmerzhafte Zustände werden besser ertragen und verarbeitet wenn ein geliebtes Tier im Spiel ist.
Psychologen wissen, daß die bloße Anwesenheit eines vertrauten Tieres krankhaft nervöse oder verhaltensgestörte Kinder beruhigt, - der gleiche Effekt, der bei Erwachsenen Blutdruck und erhöhten Puls normalisieren kann.
Wir wissen nicht exakt, wie das funktioniert, - fest steht jedoch, daß die im Gehirn freigesetzten „Glückshormone“ zu unserem Wohlbefinden beitragen. Schon beim Berühren und Streicheln des kuscheligweichen Fells eines Tieres kann der Organismus diese Stoffe ausschütten.
Ein Tier gegen Allergien?
Tiere tun insbesondere Kindern gut! Untersuchungen zufolge leiden Jungen und Mädchen ohne Haustiere vermehrt an Allergien und psychosomatischen Beschwerden. Man sollte meinen, das gerade das Gegenteil der Fall ist besonders was die Allergien betrifft, - weiß man doch, daß Tierhaare nicht selten Anlaß allergischer Reaktionen sind. Dennoch beweist die Statistik das Gegenteil, - also muß da noch etwas ganz anderes, etwas ganz Subtiles, im Spiel sein. Fest steht, daß die Gefühle und Empfindungen, die Kinder im Umgang mit ihrem Tier haben - und nicht zuletzt die Liebe und Anhänglichkeit des Tieres - äußerst positive Wirkung nicht nur auf ihre Psyche sondern auch auf ihr Immunsystem haben. (die Selbstheilungskräfte des Organismus werden dadurch aktiviert)
Laut Statistik ist der Wunsch nach einem Haustier in jeder Altersgruppe gleich stark, auch die mit einem Tier assoziierten Gefühle sind sich sehr ähnlich. Demnach finden Kinder es wunderschön, Tiere zu streicheln und mit ihnen zu schmusen.
„Sie sind so schön weich und kuschelig“, und „Man kann sie mit ins Bett nehmen und an sich drücken.“ Eine sehr häufig gegebene Antwort ist die: „Man ist nicht mehr allein. Da ist ein Freund, der immer zu einem hält“.
In einer Umfrage wurde Kindern die Frage gestellt, weshalb sie sich ein Tier wünschten. Die Antworten machen betroffen und sind keineswegs so lustig, wie sie klingen. „Tiere schimpfen nicht“, „Tiere meckern nicht dauernd an uns herum“ und „Tiere hören zu und verstehen uns“, - waren die am häufigsten geäußerten Begründungen.
In den spontan geäußerten Bemerkungen der Kids klingt ein ganz großes Stück Sehnsucht nach Verständnis, Liebe und Zuwendung mit. Etwas, das wir den Kindern nicht immer in ausreichendem Maße geben können scheinen Tiere bedingungslos zu verschenken.
Wir Eltern wissen es alle: nicht nur Liebe, auch Zeit und Einfühlungsvermögen fordern unsere Kinder von uns, - Tag für Tag, Woche um Woche, Jahr für Jahr, - und das ist auch ihr gutes Recht. Doch manchmal ist die familiäre oder berufliche Situation so, daß sich die Kinder allein gelassen fühlen. Auch die besten Eltern müssen dann und wann feststellen, daß sie sich in ihre Sprößlinge trotz allen guten Willens nicht hineindenken können. Folge: das Kind fühlt sich unverstanden und allein gelassen. Einzelkinder haben es da besonders schwer, es sind keine Geschwister da, denen sie sich mitteilen können.
Sie fühlen sich nicht nur allein, sie sind es oft auch!
Befragt man Kinder, die bereits schon ein Tier besitzen, antworten sie stolz, was für ein kluges Tier sie hätten und wie schön es sei, mit ihm zu spielen und sich mit ihm zu unterhalten. Ja, - Kinder reden mit ihrem Tier! Sie schütten ihm ihr Herz aus wenn sie traurig und allein sind. Tiere geben ihnen anscheinend den Trost, den sie anderweitig manches Mal nicht finden, aus welchen Gründen auch immer. All das macht nachdenklich und zeigt, wie wichtig die Tier-Kindbeziehung sein kann.
All diese Aspekte und noch mehr gehen auf das Konto der tierischen Freunde. Das alles hat sogar einen Namen: „Animal Assisted Therapy“ und reicht von der Physio- bis zur Psychotherapie. Erinnert sei auch an die spielerisch inszenierten Delphinkontakte sowie an die zwischen Pferden und spastisch gelähmten Kindern, - Therapien, die in jüngster Zeit zunehmend von sich reden machen.
Plädoyer für die Tiere
Viele Eltern wehren sich vehement, dem Wunsch ihrer Kinder nachzukommen und ein Tier anzuschaffen. Ihre größte, sicherlich auch berechtigte Sorge ist, daß die Kinder nach der ersten Begeisterung ihr Tier vernachlässigen könnten und den Eltern die ganze Arbeit des Fütterns und Sauberhaltens überlassen wird. Das mag sicherlich oft genug der Realität entsprechen, doch liegt es in der Hand der Erwachsenen, das Kind behutsam zu Verantwortlichkeit und Pflichtgefühl zu erziehen. Prägend ist natürlich das, was Kindern vorgelebt wird, - Eltern sind nun einmal, zumindest wenn die Kids noch klein sind, ihre Vorbilder.
Daß Kinder erst einmal lernen müssen, die Bedürfnisse der Tiere zu respektieren, versteht sich von selber, auch darf das Tier nicht vor lauter Liebe „vermenschlicht“ werden. Im täglichen Umgang mit dem Tier lernt das Kind eine ganze Menge: Verantwortung tragen, sich um das anvertraute Lebewesen zu kümmern in guten und in schlechten Tagen, - und vor allen Dingen des Tieres Individualität zu respektieren.
Eines ist sicher: Tiere sind viel besser als manche Menschen es je sein werden. Sie sind treu, anhänglich, zärtlich und liebevoll, verständig und oft sogar richtig schlau. Tiere bereichern unser Leben; sie machen uns Freude, gehören zu uns und tun uns außerordentlich gut und wir können uns gar nicht vorstellen, wie traurig und leer die Welt ohne sie wäre.
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