Fasten - unser natürlichstes Heilmittel


Hanne Pierre, Heilpraktikerin

Seit einiger Zeit biete ich Fasten-Seminare an. Ich halte Fasten und Bewegung (Wandern oder Radfahren) für die beste Prävention die uns bekannt ist. Aber immer noch müssen wir gegen viele Vorurteile arbeiten, deshalb Was ist Fasten? Fasten ist die natürlichste Form des Lebens - es ist nicht Hungern!Das ist Fasten:
 
Fasten bedeutet, körpereigene Nahrungsdepots verzehren.
Fasten bedeutet, daß der Körper aus sich selbst leben kann.
Fasten ist eine freie Entscheidung eines selbständigen Menschen.
Fasten betrifft den ganzen Menschen, jede seiner Zellen, seine Seele und seinen Geist.
 
Bei vielen Krankheiten wirkt sich Fasten günstig aus, wie z.B. bei:fieberhaften Infekten, Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose und Thrombose, Bluthochdruck, Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Rheuma, Arthritis, Arthrose, Ischias, Bandscheibenschäden; Hauterkrankungen, Asthma bronchiale, Übergewichtigkeit und Fettsucht (Adipositas). Der Beginn einer jeden Fastenkur ist die gründliche Darmreinigung. Hierzu haben wir verschiedene Möglichkeiten:
 
Der Einlauf
Ca. 1 ltr. körperwarmes Wasser in den Darm einlaufen lassen, während Sie am besten auf der linken Seite in Embryonalstellung liegen. Nach 2-5 Min. wird der Darm entleert.Diese Methode ist die schonendste und ergiebigste Darmpflege; sie trägt wesentlich zum Wohlbefinden des Fastenden bei und hilft auch bei Hungergefühlen, bei Kopf- und Gliederschmerzen. Der Einlauf kann auch während der Fastenzeit öfters wiederholt werden.
 
Glaubersalz
30 g auf 0,5 ltr. handwarmes Wasser trinken.Glaubersalz ist ein Natriumsulfat und bindet Wasser. Die Einnahme von Glaubersalz wird, wenn überhaupt, nur einmal empfohlen, da Glaubersalz möglicherweise aus dem Darm recht viel Schleimhaut, Darmflora und Mineralstoffe mitnimmt.
 
Bittersalz
Tägl. 1 Teel. auf 0,25 ltr. Wasser trinken.Bittersalz ist ein magnesiumsulfat und zieht Wasser an.
 
Sauerkrautsaft oder Pflaumensaft
Sanfte Darmreinigungshilfe, ist aber ein Nahrungsmittel und deshalb während des Fastens nicht zu oft zu empfehlen.
 
Wir vergegenwärtigen uns noch einmal die Aufgaben des Darmes: Einmal die Versorgung des Körpers und zum anderen die Entsorgung. Die Nährstoffe werden in die Zellen transportiert und die Abfallprodukte bleiben teilweise in den Zotten hängen, teilweise werden sie ausgeschieden. Zu diesen Abfallprodukten gehören auch die Faserstoffe und Gifte, die teilweise nicht gleich ausgeschieden werden. Dann gelangen sie wieder über das Blut in die Leber, und die sortiert die Gifte zum Glück gleich wieder aus, sonst wären wir längst vergiftet. So kann das Blut aus dem Mastdarm bis zum Kopf dringen. Daher können die Kopfschmerzen während des Fastens entstehen. Aus diesem Grunde ist die Darmreinigung so wichtig. Ich lasse die Darmreinigung gewöhnlich am Entlastungstag (3 Pfund Obst auf 3 Mahlzeiten verteilt essen) durchführen. Nach einer guten Darmreinigung schaltet der Organismus dann auf die Versorgung aus den Innendepots um. Der Hunger schwindet ...
 
Was geschieht beim Fasten?
 
Abbau
Bis unsere Speckreserven angegriffen werden, vergeht relativ viel Zeit, denn der Körper hat im Blut noch genügend Nahrung für etwa einen Tag. Danach holt er sich die in der Leber und in der Muskulatur abgelagerten, selbst aufgebauten Zuckervorräte. Diese können ihn jedoch bestenfalls nur einen weiteren Tag noch versorgen. Daraufhin baut der Körper die verbrauchten und kranken Zellen und das kaputte Gewebe ab und verwertet es noch. Jetzt erst macht er sich an das leider oft in großen Mengen in uns abgelagerte Eiweiß.
 
Unser Körper benötigt pro Tag etwa 25 Gramm hochwertiges Eiweiß (UNO 100 Gramm). Da wir meist mehr zu uns nehmen, kommt es zur Verschlackung der Kapillaren. Folgekrankheiten sind: Stoffwechselkrankheiten, Herz- und Kreislaufschäden, Spätfolge Herzinfarkt, Gelenk- und Weichteilrheumatismus. Durch das Fasten wird der Eiweißspeicher abgebaut und wir sollten lernen ihn nicht gleich wieder zu füllen. Hauptlieferant: Fleisch und Milchprodukte! Diese Eiweißüberschüsse können bis zu 5 kg betragen.
 
Beim Fasten wird das überflüssige abgelagerte Eiweiß recht schnell abgebaut. Dabei bildet sich Harnsäure. Diese bräunlich-rötlichen Kristalle sollten jedoch sofort aus dem Körper ausgeschieden werden, da sie sich sonst in den Gelenken ablagern und zu Gelenkrheumatismus und Gicht führen können. Daher ist es so wichtig beim Fasten viel zu trinken (3 ltr. und mehr).
 
Unser Urin kann morgens dunkel verfärbt sein und penetrant riechen, dies ist ein Zeichen, daß Eiweiß abgebaut wird. Auch ist es ein Zeichen, daß wir zu wenig trinken. Erst nach einigen Tagen ist es nun endlich soweit, daß sich unser Körper an die Fettreserven heranmacht. Ein zu hoher Gehalt an Blutfetten vermindert sich mit jedem Fastentag (normal 3,6-8,2 g/l altersabhängig). Sobald die Blutfettwerte normal sind, wird abgelagertes Fett auch aus den Leberzellen, aus den Blutgefäßen - aus allen verfetteten Organen herausgelöst. Damit beginnt das Fasten.
 
Entschlackung
 
Die einfachen Schlacken
 
Dies sind die Abfallprodukte bei der Verdauung und beim Stoffwechsel. Sie sind dem Körper vertraut. Wenn der Körper jedoch über Jahre und Jahrzehnte nicht dazu kommt diese einfachen Schlacken abzutransportieren, verstopfen sie nach und nach unsere Zwischenzellsubstanz und unseren gesamten Organismus. Dadurch bleiben immer mehr Giftstoffe und Krankheitserreger überall im Gewebe haften und bedrohen unsere Gesundheit. Die Versorgung der Zellkerne ist dann sehr mangelhaft. Der Körper merkt sehr schnell, daß gefastet wird. Nicht selten treten auch Blutungen bei Frauen ein. Es sollte als Geschenk angesehen werden, daß der Körper gründlich reinigt.
 
Jede Körperzelle will ernährt werden. Der Organismus ist bemüht, es hinzutransportieren. Oft sind aber die Aderwände dick mit Ablagerungen belegt, dann können die Lebensstoffe nicht durch und verstopfen weiter. Diese Stoffe holt sich der Körper nun, wenn wir fasten.
 
Die hartnäckigen Gifte
Hierzu zählen: Koffein, Teein, Nikotin, Schwermetalle, Chemikalien, Medikamentenrückstände. Um diese Gifte aus dem Körper zu bekommen brauchen wir mehr Zeit (ca. 3-4 Wochen). Sie liegen tiefer im Gewebe und müssen erst herausgeholt werden.
 
An der Reinigung sind folgende Organe beteiligt
 
Die Leber
Alles Blut wird ca. 30 x tägl. durch die Leber geleitet und dort gesäubert. Dies ist gerade während des Fastens sehr anstrengend (Heublumenkissen-Leberwickel).
 
Die Niere
Es werden in 24 Stunden aus 1.500 ltr. Blut etwa 150 ltr. Primärharn, d.h. 1,5 ltr. Urin produziert. Die Niere scheidet die Endprodukte des Eiweißstoffwechsels, Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin, aber auch Salze wie Phosphate, Sulfate aus.
 
Der Darm
Wurde bereits beschrieben.
 
Die Haut
Die Haut ist mit ihren ca. 1,6 m² unser größtes Ausscheidungsorgan. Wir scheiden Wasser, Salze, Fett, Gase und körperfremde Stoffe aus.
 
Die Lunge
Bei der äußeren Atmung wird der Gasaustausch in den Alveolen zwischen Luft und Blut mit Sauerstoff-Aufnahme und Kohlendioxid-Abgabe durch die Bewegung beim Fasten gesteigert.Jetzt kann bei der inneren Atmung der Gasaustausch des Blutes mit dem Gewebe durch die Sauerstoff-Abgabe sowie Kohlendioxid-Aufnahme ins Blut verstärkt erfolgen.
 
Die Zunge
Die Zunge ist oft graugelblich, manchmal braun belegt - je nachdem, was der Körper gerade auszuscheiden hat.
 
Fastenkrisen
In den ersten Tagen haben wir gelegentlich morgens Kreislaufbeschwerden oder Kopfschmerzen. Nach einigen Tagen wird Krankhaftes und Abgelagertes besonders intensiv aus dem Gewebe herausgelöst - wir fühlen uns flau, gereizt oder schwermütig. Dies verschwindet, wenn die Stoffe ausgeschieden sind. Die Krisen entstehen durch einen erhöhten Giftspiegel im Blut. Dieses Gift kommt entweder aus dem Darm oder es wird im Gewebe frei. Als kleine Krise treten gelegentlich Konzentrations-, Reaktions-, Gedächtnis- und Sehschäden auf.
 
Fastennahrung
Die Fastennahrung nach Dr. Buchinger sieht wie folgt aus: 2
 
Eßl. Leinsamen ungeschrotet, nicht gequollen - als letzte Mahlzeit vor dem Fasten
stilles Quellwasser
verschiedene Kräutertees
1 Teel. Honig tägl.
naturreine Frucht- und Gemüsesäfte (0,25 ltr. tägl.) u
ngesalzene Brühe (aus Frischgemüse)
 
Bewegung
Dadurch, daß der Organismus auf die körpereigenen Nahrungsdepots zurückgreift, spart er sich die Verdauungsarbeit, die 30 Prozent des gesamten Energieaufwandes beansprucht. Durch diese gewonnenen Energien fühlen wir uns aktiver und leistungsfähiger. Diese Leistungsfähigkeit sollten wir nutzen um uns mal wieder in der Natur zu bewegen und zu uns zurückzufinden. Die Lebendigkeit der freien Natur wiederzuentdecken, ist für den Fastenden ein besonderes Geschenk.
 
Durch Konditionstraining vergrößert sich die Muskulatur, während sich das Gewicht vermindert. Dem gutgenährten Fastenden stehen genügend Eiweißreserven zur Verfügung, abgebaut wird das Fett - zur Energiegewinnung.
 
Kontraindikationen (Gegenanzeigen) für das Fasten:
 
Depressionen und psychische Erkrankungen, Nierenversagen, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, Gicht, Tbc, insulinpfl. Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, Steinleiden (Nieren-, Gallen- u. Blasensteine), Schwangere und Kinder im Wachstum. Jeder Gesunde kann unbedenklich 7-10 Tage Fasten. Fasten ist Neubeginn.
 
„Die Krankheiten überfallen uns nicht wie aus heiterem Himmel, sondern sind Folgen fortgesetzter Sünden wider die Natur; erst wenn diese sich häufen, brechen die Krankheiten scheinbar plötzlich hervor."

 
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