Ernährung - Warum keine Kuhmilch


Wolfgang Podmirseg, Heilpraktiker

Seit das Rind vor über 10.000 Jahren domestiziert wurde, ist die Kuhmilch ein wichtiger Bestandteil (zum Schaden der Gesundheit) der menschlichen Nahrung. Die Kuh besitzt das größte Euter und stellt somit den größten Milchlieferanten dar. Diese Milch gilt in der Volkswirtschaft und auch bei den Eltern als ein beliebter Muttermilchersatz – weit gefehlt!

Hinsichtlich Allergien ist das Laktalbumin, das Eiweiß der Kuhmilch, das relevante Antigen. Manchmal wird das Kasein verantwortlich gemacht. Kasein stammt aus der Kuhmilch und beinhaltet daher ebenfalls Laktalbumin. Abgesehen von der Antigenität dieser Milch weist diese jedoch auch große Differenzen bezüglich Protein und Kohlenhydratanteil der Muttermilch auf. Will man aus Kuhmilch Babymilch produzieren, müssen Veränderungen vorgenommen werden. Nur der Vitamin A- und der Ascorbinsäuregehalt sind nahezu identisch. Die Verwendung von Kuhmilch reicht von der Käse-, Butter- und Yoghurterzeugung bis hin zur Ersatzmilch für Muttermilch (wie Mager-, Bifidusmilch, Yoghurt, Käse, Molke, Butter oder Sahne) ist das ß – Laktoglobulin in den verschiedenen Mengen enthalten. Dieses Eiweiß ist das Antigen – niemals der Milchzucker oder die Milchsäure. Der Milchzucker und die Milchsäure können keine Antigene sein. Die Milchsäure oder den Milchzucker als Antigen zu bezeichnen, ist ein Fehler aus Wissensmangel. Beide Produkte werden in den verschiedenen Nahrungsmitteln künstlich hergestellt und stammen nicht aus der Kuhmilch. Meist bestehen die Globuli für Homöopathika oder Isopathika aus Milchzucker (Laktose) somit sind sie für einen Kuhmilchallergiker ohne weiteres tolerierbar. Allerdings sollte man eine gut entwickelte Darmschleimhaut besitzen, da sich diese Laktose zu Monosacchariden abbauen kann, denn bei einer Mucosa-Atrophie (geschrumpfte Schleimhaut) fehlt häufig das Enzym Laktase.

Ebenso wichtig ist folgendes zu wissen: Sobald das Protein (Milcheiweiß) mit dem Allergen ß – Laktoglobulin (Magermilch, Milcheiweiß, Milchpulver, Sahne, Yoghurt, Käse) in einer Speise vorhanden ist – selbst in kleinster Konzentration –, löst es bei sensibilisierten Menschen allergische Reaktionen aus. Sehr oft wird die Frage von Eltern, Patienten und Therapeuten gestellt; warum man erst in den letzten Jahrzehnten die Kuhmilch so kritisch betrachtet und nicht schon seit einigen Jahrhunderten.

Hier sind einige Gründe: Die Kuhmilch weist wie vor Jahrhunderten, sogar noch vor 100 Jahren, eine differente Zusammensetzung zu der heutigen Milch auf. Auch die Viehhaltung hat sich sehr deutlich geändert. Einerseits handelt es sich um eine finanzielle Angelegenheit, denn das Rind ist heute für den Bauern ein wertvolles Gut als tägliche Einnahmequelle. In früheren Zeiten diente die Kuh mehr dem eigenen Bedarf. (Für sich selbst hatte man höhere Gesundheitskriterien gestellt.) Andererseits pflegt man alles gut, was Geld bringt. Das macht der Viehhalter auch mit seinen Tieren, zum Teil mit vielen widernatürlichen Tricks. Eine Krankheit wird nach den „modernsten“ üblichen Verfahren mit Antibiotika (?) oder Hormonpräparaten behandelt. Meist kennt sich der Bauer darin sehr gut aus und führt die Behandlung selbst durch. Um den Milchertrag oder das Gewicht zu erhöhen, wurde das Futter verändert. Außerdem bekommen die Landwirte durch Subventionen der EU, massenhaft zweifelhafte chemische Produkte von ihren Genossenschaften (ob sie es wollen oder nicht) nachgeworfen. In diesem Vorgehen zeigt sich ein großer Fehler unserer Zeit, wenn man die Physiologie des Rindes mit der des Menschen vergleicht. Ein Mensch ist als Allesesser ausgestattet. Er kann Kohlenhydrate, Eiweiß, Gemüse und Obst verdauen. Das Rind ist als Grasfresser bekannt, dennoch werden Kohlenhydrate und Eiweiß verfüttert. Außerdem sind noch einige Stoffe (Vitamine, Spurenelemente usw.) beigefügt, von denen der Normalverbraucher nichts weiß. Je mehr Protein den Rindern verfüttert wird, umso kränker werden sie. Der Grund dafür liegt nicht alleine in der Überforderung des Verdauungstraktes, sondern vielmehr in der Qualität des Eiweißfutters. Zunächst muß es in das Bindegewebe eingebaut werden (Gewichtszunahme). Gelingt das nicht hundertprozentig, wird medikamentös nachgeholfen. Meist werden Fleischabfälle von Schlachtungen fragwürdig gesunder Tiere als Tierfutter verwertet (auch heute noch, trotz BSE). Futtermehl ist demnach durchsetzt mit Rückständen von Arzneien, evtl. auch Bakterien und Viren. Auf jeden Fall finden sich auch Anteile von Tiermehl. Vielleicht trägt es Anteile, die durch mehrere Verdauungsvorgänge (Rindspassagen) gegangen sind, und ist mit Abdrücken von genetisch fixierten Krankheiten behaftet. Eiweißfutter ist kein artgerechtes für Rinder, sondern ein Konglomerat von Stoffen, die für Kühe unnatürlich sind. Hin und wieder kann man hören, daß selbst die Kälber nicht nur mit Kuhmilch groß gezogen werden, sondern ebenso einen Anteil von künstlichen, artfremden Futteranteilen enthalten, das heißt, die Tiere werden schon zur Krankheit erzogen bzw. aufgezogen.

Das eben Geschilderte spricht nicht für artgerechte Tierhaltung – stellt Tierquälerei ersten Grades dar und ist ein Verbrechen an der Gesundheit von Mensch, Tier und Natur.

Sogar das Gras, und somit auch das Heu, weist geänderte Beimengungen auf. Viele Wiesen liegen entlang stark befahrener Autostraßen, in der Einzugszone von Lande- und Startbahnen für Flugzeuge, und sind getränkt von Benzin, Kerosinniederschlägen, haben Palladium, Blei, Zink und andere Schwermetalle in der Zellstruktur. Dazu kommt, dass die Kommunen ihre Fäkallasten an die Bauern verkaufen und diese damit ihre Wiesen und Felder düngen. (Mist jeder Art war noch nie ein guter Dünger – auch wenn es Tradition ist.)
Auch in unserem modernen Zeitalter ist nämlich eine Abwasserkanalisation bzw. Kläranlage in vielen Regionen noch lange keine Selbstverständlichkeit. Darin sind auch Tenside oder Detergentien, die die Oberfläche von Fett und Öl zerstören und teils als Geschirrspülmittel verwendet werden, enthalten. An den Belastungen für unsere Kühe sind auch wir Menschen beteiligt. Jede Pille zur Empfängnisverhütung, zur Behandlung bestimmter Krebsarten oder der Osteoporose besteht aus verschiedenen Hormonen (im allopathischen Sinne). Diese Hormone und sonstiger chemischer nutzloser Mist, werden in den menschlichen Körper aufgenommen und nach ihrer Arbeit wieder ausgeschieden. Der natürliche Kreislauf bringt es mit sich, daß solche Hormone auf die
schönen grünen Wiesen gelangen. Die Kühe fressen das Gras, das diese Stoffe enthält, bauen diese in ihr Fleisch ein, und all die Eiweißteilchen, Medikamentenreste sowie Entzündungsrückstände erscheinen schließlich auch in der Milch wieder. Wir Menschen haben dann die größte Mühe, diese Lasten wieder auszuleiten. Meistens ist dies nicht mehr möglich. Für die Säuglings- und Kleinkinderzeit ist somit die Kuhmilch ein schwer belastetes Lebensmittel geworden. Da Babymilch aus Muttermilch besteht, versprechen natürlich die Hersteller, daß ihre Milchlieferanten nur bevorzugte Weiden verwenden und die beschriebenen Zusätze nicht in der Milch vorkommen. Das ist in der Realität nicht möglich. Tatsache ist nur, daß es für jedes Gift Obergrenzen gibt; solange die nicht überschritten werden, ist alles legal. Einem Säuglingsdarm helfen diese schützenden Werte wenig. Selbst kleinste Dosen Gift können bei ihm durch den sogenannten Summationseffekt einen unvorhersehbaren Schaden hervorrufen. Hinzu kommt noch die tägliche Menge von Produktionsstoffen aus den Babymilchflaschen.

Sind Tier- und Kuhmilch hygienisch?

Diese Frage ist provokant, aber man muß sich ihr stellen. Sie wird nur von Eltern gestellt, die glauben, eine vom Biobauern gelieferte Milch oder eine andere Tiermilch ersetzt eine fabrikmäßig produzierte Babymilch. Auch wenn man – wie der Autor – ganz auf der Seite der Muttermilch und dem Stillen steht und daher die Natur bevorzugt, muß man in diesem Fall trotzdem den modernen Babymilchen den Vorzug geben gegenüber der reinen oder puren Tiermilch. Im Urzustand sind die Tier- und Kuhmilch keineswegs so steril. Man denke nur an die vielen Keimpopulationen am Euter, auch an den melkenden Händen oder der Maschine. Da die Säuglinge und Kleinkinder sicher kein so gut erprobtes Immunsystem besitzen, um all den Keimen, besonders aber den seltenen und sehr aggressiven Mikroben zu widerstehen, muß man eine gewiße Sorgfalt walten lassen. Zunächst einige wichtige, die Hygiene betreffende Fakten. Hier sind die Eltern gefragt, die ihre Kinder, als Muttermilchersatz oder nach dem Abstillen mit purer oder gewässerter Tier- oder Kuhmilch und Kindergrieß füttern. Eine ausschließliche Säuglingsfütterung mit purer Tier- oder Kuhmilch ist nicht nur eine Belastung für das kindliche Immunsystem, sondern auch von der Ernährungsphysiologie her verboten. Es stellt nicht nur eine Bedrohung durch Keime dar, sondern vielmehr eine Schädigung durch eine Fehlernährung. Diese besteht darin, daß diese Milch im Gegensatz zu den hergestellten Babymilchen nicht adaptiert ist. „Adaption“ heißt, daß die Babymilch im Vergleich zur Muttermilch dieselben Prozentzahlen bezüglich Eiweiß, Kohlenhydraten und Fetten aufweist. Die fehlende oder mangelnde Adaption führt zu einem Mangel oder Überfluß an Protein oder aber zu einem Überfluss an Kohlenhydraten (= Eiweißmangel). Solche untergewichtigen aufgeblähten Bäuche sieht man immer noch in der Praxis. Zudem wird von vielen Eltern nicht wahrgenommen, dass Babynahrung aus Kuhmilch und Grieß der direkte Weg zur Kuhmilchallergie ist.

Dieser Irrglaube der Eltern läßt somit die Kinder bewußt oder unbewußt leiden. Damit kann man auf einen Schlag eine Primärallergie und nachfolgend gleich eine Sekundärallergie (Grieß, Weizen, Gluten) erzeugen. Der Rohgenuß von Tiermilch, gleich welcher Art, ist in den ersten zwei Lebensjahren für Kinder generell nicht geeignet.

Die Milch als solche ist infolge ihres Gehaltes an Proteinen, Kohlenhydraten, Fett, Mineralstoffen und Vitaminen in gelöster, grob disperser oder kolloidal verteilter Form durch verschiedene
chemisch-physikalische Einwirkungen
gefährdet und außerdem für die Mikroorganismen ein ausgezeichneter Nährboden. Deshalb sind die Anleitungen zur Behandlung der Milch zwecks der Verhütung der Übertragung von tierischen Krankheiten auf den Menschen (TBC, Listeriose, Milzbrand, Q- Fieber und Salmonellose) zu beachten. Personen, die an Krankheiten leiden, welche durch die Milch übertragen werden können, sind bei der Gewinnung und dem Verkehr von Milch ausgeschlossen, vorausgesetzt, diese Personen wissen um ihre Krankheit. Diesem sehr wichtigen Absatz ist nichts mehr hinzuzufügen oder wegzunehmen. Die Milchgewinnung ist nicht steril und deshalb liegt die Primärzahl an Keimen bei der Größenordnung von 10,2 ml. In gekühlter Milch vermehren sich besonders die Milchsäurebakterien, unter ihnen in erster Linie Streptococcus lactii. Mit steigender Säurebildung unterdrücken sie das Wachstum der sich zu Beginn teilenden gramnegativen Keimflora (Bacteroides, Colibakterien) deren Stoffwechsel weniger durch Lactosespaltung als durch Proteolyse (Eiweißabspaltung) charakterisiert ist. Bei der Kühllagerung der Milch auf dem Bauernhof überwiegt bis zur Verarbeitung, Abgabe oder bis zur Tiefkühlung die gramnegative Flora. Eine folgende Pasteurisierung vermag die Keimarten quantitativ zu vermindern, eine solche Milch säuert allerdings nicht mehr, sondern verdirbt. Bei den Krankheitskeimen, die bei der Gewinnung der Milch ganz allgemein eine Rolle spielen, muß man zwei Gruppen unterscheiden:

Als tierische, auf den Menschen übertragbare Krankheitserreger in der Milch sind zuerst die Tuberkulosebakterien zu nennen. Als Eintrittspforte für die TBC bei Säuglingen und Kleinkindern gilt zu 100% der Darmtrakt, bei Erwachsenen mehr die Atemwege. Es gibt zwar weitgehend tuberkulosefreie Bestände, doch nimmt die Möglichkeit einer Infektion des Viehbestandes durch den Menschen zu, denn die TBC nimmt allgemein wieder zu. Immer mehr Kühe werden in immer kleinere Boxen gestellt (Massentierhaltung = Tierquälerei). Das erhöht das Infektionsrisiko. Weiterhin sind zu nennen: Die Brucellen, Maul- und Klauenseuche, Viren und Coxiella burneti. Auch bei den Listerien ist Vorsicht geboten. Sie treten als Infektionserreger nur bei Rohgenuß von Milch auf. Der Genuß von roher Schafs-, Ziegen- oder Kuhmilch kann zu einer Zoonose führen. Eine Infektion erfolgt häufig in der Zeit der Schwangerschaft und Rekonvaleszenz. Die Infektion mit Listerien verursacht bei den Erwachsenen meist eine stumme Infektion, also ohne wesentliche Beschwerden. Sehr viel gefährlicher ist die diaplazentare Infektion in den letzten Schwangerschaftswochen, weil eine Fetopathie die Folge sein kann (Abgang der Leibesfrucht). All das gilt nicht nur für pasteurisierte Milch (die aber wertlos ist). Bedingt kommt noch Mastitiserreger und Streptokokken der Gruppe B in Frage, da sie in Ausnahmefällen für Menschen pathogen sind. Mehr zu beachten sind bei den Euterentzündungen die Staphylokokken, da die Streptokokkenmastitis durch den Einsatz der Antibiotika wesentlich stärker zurückgegangen ist als die durch Staphylokokken verursachte Form.

In Ställen gehaltene Tiere, die nie die freie Wiese und Natur gesehen haben, erkranken viel häufiger an allen möglichen Infektionen, als Kühe die artgerecht gehalten werden. Enthornte Tiere (heute die große Modetorheit in der Landwirtschaft) sind auch sehr krankheitsanfällig, weil mit dieser unsinnigen Maßnahme das Immunsystem stark geschwächt wurde, das man mit Arzneimitteln und Kraftfutter nicht stärken kann.

Bei diesen Hinweisen ist zu beachten, daß die Kuhmilch bei „Bezug ab Hof“ zuhause pasteurisiert werden muß (auf 60 Grad eine Minute erhitzen), da die nicht pasteurisierte Form möglicherweise stark pathogene Keime enthält.

Neue künstliche Milchprodukte verursachen verstärkt Allergisierungen!

Die sogenannte „Frischmilch“ kann jede Molkerei ohne weiteres auch aus einzelnen Milchteilen zusammensetzen (panschen). Bei einem Besuch eines Milchhofes vor etlichen Jahren wurde stolz vorgetragen, daß man sich in Notzeiten jederzeit helfen kann (früher hieß es Notzeiten, heute nennt man es Designerfood, beides aber ist blanker Betrug).

Man baut eine Milch zusammen aus der Molke, gelagert in der Molkerei X, und dem Milchfett, gelagert in der Molkerei A. Was vor langer Zeit als gangbar bezeichnet wurde, geht logischerweise heute noch besser. Das sieht man an den vielen neuen Produkten:

Durch Zusätze – wie Himbeersirup, Fruchtsirup, Obst, Bifidus, Bakterien, Antibiotika, künstliche Farbstoffe, Emulgatoren, Aromastoffe, Dickmittel, Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, Mittel gegen Säuerung oder Gerinnung – lässt sich die Milch zu völlig neuen (sinnlosen) Produkten umbauen – alles aus der Retorte und der Chemiegiftküche.

Versuchen sie z.B. eine Frischmilch stehen und daraus Sauermilch werden zu lassen. Das gelingt aufgrund der verschiedenen Zusätze nicht (mehr). Vergessen Sie nicht Yoghurt und Käse, auch diese Milchprodukte haben eine Vielzahl von Zusätzen, Mager- oder fettarme Milch sowie Bifidusmilch sind ebenfalls Kuhmilchpräparate. Bei der heutigen Verarbeitungungstechnik der Kuhmilchbestandteile darf es nicht wundern, daß die Kuhmilch und ihre Produkte immer mehr in die Linie der Kritik kommen, man erwirbt hiermit in der Regel kein gesundes oder unbedenkliches Lebensmittel – somit dürfte der alte Irrglaube des „Gesundbrunnens Milch“ endgültig aus der Welt geschaffen sein. Es ist erstaunlich, daß man das Kuhmilchantigen, das ß Laktoglobulin, nicht mehr alleine für die vielen Arten der
klinisch und subjektiv erlebten „Kuhmilchintoleranz“ verantwortlich machen kann. Die Verfeinerung der Kuhmilch erfordert chemische Veränderungen mit Zusatzstoffen und Estern zwecks Geschmacksveränderungen, Sämigkeit und Haltbarmachung (alles wider die Natur und für den Menschen nicht verträglich). Solche chemischen Umformungen vermehren die Möglichkeiten allergischer Reaktionen bei Personen, die bereits auf kleinste Mengen eines Kuhmilchproduktes (speziell schon Babies und Kleinkinder) überschießende körperliche Probleme erleiden. Gegenüber den einzelnen chemischen Stoffen müssen die Betroffenen gar nicht überschießend (allergisch) reagieren, aber das Zusammentreffen mehrerer Additiva kann eben auch andere oder zusätzliche Allergien auslösen.

Der menschliche Körper kann sowohl gegen das Fremdprotein Kuhmilch als auch zusäzlich gegen die Fremdzusätze in der Milch eine Allergisierung erfahren – ist einmal erst der Schaden da, dann will es niemand gewesen sein. Diese Möglichkeiten bestehen bei atopischen Kindern, sprich „Neurodermitis“ bereits in den ersten Wochen der Säuglingszeit, sowie generell bei jedem Kind in den ersten 10 – 12 Lebensmonaten. Dieser Punkt ist deshalb von großer Wichtigkeit, weil viele Mütter wahllos Milchprodukte einkaufen und essen – und zugleich stillen. (Beides geht nicht zusammen.) Besonders gerne tun sie das in der Schwangerschaft. Man sollte immer bedenken, daß alles, was gegessen wird, über die Brustmilch auch in den kindlichen Körper gelangt. Gerade bei Atopien ist dies besonders zu beachten. Nach langjährigen medizinischen Erfahrungen und belegten wissenschaftlichen, unumstößlichen Fakten kann ein Erwachsener ohne weiteres auf Kuhmilch verzichten.

In der asiatischen Kultur kennt man keine Kuhmilch. Diese Menschen sind deshalb auch viel gesünder und robuster und erreichen nicht selten ein Alter von 100 Jahren und mehr.

Allergien, speziell der Haut und auf Nahrungsmittel, sind in diesen Kulturen völlig unbekannt. Verzicht auf Kuhmilch bedingt keinen Kalziummangel, wie das immer behauptet wird. Dieser Spiegel mit seinen Normalwerten ist ohne-
hin viel zu niedrig angesetzt. Hier kann kein Milchgenuß Abhilfe schaffen, außer man trinkt täglich einige Liter,
und das ist unmöglich bzw. schädlich. Dieses Faktum mag Aufruhr bedeuten, ist aber leicht erklärt. In der Literatur werden über 60% der Menschen als empfindlich auf Kuhmilch angegeben, (in der Praxis noch viel mehr) Solange eine Darmschleimhautatrophie besteht, also nur verminderte oder gar keine Absorption der einzelnen Mineralien und Spurenelemente möglich ist, nehmen die meisten Menschen kein Kalzium oder eine deutlich verminderte Menge davon auf. Zusätzlich führt eine solche Darmstörung (was bei den meisten Milchtrinkern der Fall ist) zur Bildung von Kalkseifenstühlen. Bei starken Obst-, Gemüse- und Rohkostessern wird das Kalzium mit den Oxalaten dieser Speisen zu den bioloisch nicht lösbaren Phytaten und klinisch zu den Kalk- und Magnesiumseifenstühlen eingebaut. Diese Chelate werden per vias naturale ausgeführt.

Demnach kann also das Kalzium aus der Milch gar nicht aufgenommen werden. Jede frühzeitig (im 3. Lebensjahrzehnt) beginnende Therapie per Kalziumbrausetabletten mit Vitamin D 3 1 x täglich, ist eine wesentlich bessere Medikation (alternativ Biochemie Dr. Schüßler) für die Erwachsenen bezüglich Kalziumproblematik (Osteoporose) als das insuffiziente Milchtrinken. Zudem fehlt dem Menschen die Kaseinase, die das an das Kasein gebundene Kalzium der Kuhmilch für den menschlichen Darm absorptionsfähig macht. Die Brausetabletten werden sofort absorbiert, schädigen keine duodenale Schleimhaut und geben ausreichend Schutz gegen die Osteoporose.

Wiederholt sei hier gesagt, daß es eines der größten Probleme für einen Behandler ist, das Stillen für 12 Monate zu fördern und somit die Primärantigene, die einen großen Bereich des täglichen Lebens abdecken, zu vermeiden – manche Mütter, trotz gründlicher vorheriger Aufklärung–, werden erst weise, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Das oft fehlende Stillen erhärtet die physiologischen Voraussetzungen für die Bildung eines Allergens. Ein allergisches Geschehen kann sich nur entwickeln, wenn genügend große Mengen des entsprechenden Antigens genügend lange auf ein Darmorgan einwirken, wie besonders bei der „Kuhmilchverabreichung“. Um ein Primärantigen zu bilden, sind weitere Bedingungen nötig – grundsätzlich aber gilt: Jede Allergie nimmt ihren Ursprung im Darm.

Zuerst kommt es durch die Überforderung der Darmschleimhaut in den ersten 10 – 12 Monaten zu einer lokalen partiellen bis subtotalen Entzündungsreaktion mit nachfolgendem Untergang des Zottenapparates und der Schleimhaut. Obendrein merken sich die Primärantigene die Immunzellen (Plasmazellen) ein Leben lang sehr gut.

Schlußbetrachtungen

Was lernt der Patient oder die Mutter aus diesen Fakten trotz guter Aufklärung und Information? Im Allgemeinen nichts. Kuhmilch dient allein der Kälberaufzucht – der Nutzen für den Menschen wurde bis heute nicht belegt. Falsche Botschaften aus Medien, Werbung, Verwandtschaft, Freundeskreis und alten Traditionen, das Thema betreffend, hat die Volksgesundheit nicht verbessert. Die Zunahme von Allergien und anderen Erkrankungen durch Milch und Abkömmlinge ist wissenschaftlich nicht mehr zu widerlegen. Milch schwächt das darminduzierte Immunsystem (durch Ansäuerung und Austrocknung), ruiniert die Schleimhäute und setzt einen Teufelskreis in Gang. •


Literaturhinweise:
Konrad Werthmann, Kuhmilch und Eiweißallergien bei Kindern,Sonntag Verlag, Stuttgart; Ratgeber für Allergiker und chron. Kranke, Semmelweis Verlag, Hoya; Ernährungsumstellung für chron. Kranke u. Allergiker, Semmelweis Verlag, Hoya

 
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