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1. Entwicklungsgeschichtliche Prägung des Ernährungsverhaltens Übersicht über die Entwicklung der Ernährungsgewohnheiten: Der Mensch hat sich 1,4 Millionen Jahre lang von ausschließlich unerhitzter Nahrung ernährt. Die fast zu 100% erhitzte Nahrung heutiger Industrienationen geht vollständig an unserer Entwicklung vorbei. Sie basiert noch auf dem Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse des letzten Jahrhunderts, als in der Milch kranker Kühe der erste Tuberkuloseerreger entdeckt wurde. Danach begann eine groß angelegte Kampagne gegen unerhitzte oder kurz gegarte Nahrung. Sie wurde als infektiös strikt abgelehnt und die gesamte Bevölkerung wurde auf sterile Kochkost umgestellt. Heutige Erkenntnisse aus Raumfahrt und Arktisforschung haben diese Aussagen bereits seit mehreren Jahrzehnten widerlegt. Ernährt sich ein Mensch über mehrere Wochen von absolut steriler Astronautenkost, stirbt die Darmflora ab und das Immunsystem degeneriert. Um eine lebensgefährliche Infektion zu vermeiden, ist eine sofortige wochenlange Quarantäne und langsame Gewöhnung notwendig, um Darmflora und Immunsystem wieder aufzubauen. Wir brauchen die lebenswichtigen Vitalstoffe unerhitzter Lebensmittel zur ständigen Bereitschaft und Versorgung unseres Immunsystemes. Nicht umsonst heilen oft bei betont frischkostreicher Diät die schwersten Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Rheuma, Asthma, Krebs, AIDS etc. in kürzester Zeit. Aber auch eine 100% Frischkostnahrung geht an den 600 000 Jahren erhitzter Kost vorbei. Die menschliche Entwicklung nahm erst nach dem Einbezug des Fleisches in der Steinzeit und des Getreides nach Ackerbau einen großen Sprung. Durch die Energiezufuhr von fett- und kohlehydratreicher erhitzter Kost waren wesentlich größere Leistungen möglich. Eiweiße spielten von jeher eine geringe Rolle in der Ernährung und sollte möglichst gemieden werden. Das Fett war bis zu den 50er Jahren ein wichtiger Energielieferant und davon wurde erheblich mehr verzehrt als Eiweiß. Jedoch birgt fettreiche Nahrung ein zu hohes Krankheitsrisiko und wird in Zeiten reduzierter körperlicher Anstrengung nicht mehr unbedingt benötigt. Um in unserer heutigen streßhaften Zeit bestehen und Leistungen bringen zu können, ist ein gewisses Maß an gekochter Kost notwendig, die aber hauptsächlich aus Kohlehydraten bestehen sollte. Für die Praxis: Unsere Nahrung sollte aus 30 - 75% unerhitzter Nahrung bestehen. Die Spanne ist recht breit und richtet sich nach der individuellen Konstitution, den Jahreszeiten, dem Krankheitszustand und der elterlichen Prägung. Zur Energieversorgung sind Kohlehydrate am besten geeignet. Fette und Eiweiß spielen eine untergeordnete Rolle und sollten möglichst gemieden werden. Über eine Zeitspanne von fast 60 Millionen Jahren war die menschliche Ernährung geprägt von einer komplexen Kommunikation zwischen Nahrungslieferant und Nahrungskonsument. Bei der steinzeitlichen Jagd auf Tiere ist das sehr einleuchtend - nur der Stärkere überlebt. Aber wie können wir mit Pflanzen kommunizieren? Wir bilden uns in arroganter Weise ein, die Nahrungspflanzen existierten nur zu unserem Wohl. Jedoch ist die Pflanze in erster Linie an dem Fortbestand ihrer Art interessiert und das Wohl der Menschen und Tiere, von denen sie verspeist wird, interessiert sie nur sekundär. Um dieses Ziel zu erreichen, baut sie gezielt Täuschungsmanöver auf und beeinflußt mit „chemischen Kampfstoffen" ........ das körperliche und seelische Befinden ihrer Konsumenten und „Geschäftspartner" (Tiere und Menschen), so wie es für die Pflanze von Vorteil ist. Für die Praxis: Viele Nahrungsmittel können wir unerhitzt verzehren und alle Inhaltsstoffe sind hilfreich für unsere Gesundheit. Wir brauchen diese Reizstoffe um unser Immunsystem aufzubauen und damit Erregerangriffe auf unseren Körper abzuwehren (Zwiebel, Knoblauch, Sellerie, Rote Beete, Möhren). Andere Nahrungsmittel müssen erhitzt werden, da sich unser Körper an die Abwehrstoffe noch nicht angepaßt hat (Kartoffel, Hülsenfrüchte). Die alten Rezepte, Gewürze und Verarbeitungsmethoden der Naturvölker beinhalten noch die Weisheit, möglichst viele wertvolle Inhaltsstoffe beizubehalten und die schädlichen Abwehrstoffe gegen Parasiten und Fraßfeinde unschädlich zu machen. Machen wir einmal ein Experiment und versetzen uns in die Situation unserer unbeweglichen Nahrungspflanzen, die ihre Art weit über die ganze Erde verbreiten wollen. Mit schmackhaften Früchten (Stein-, Kernobst, Tomaten, Paprika, Gurken) locken die bewegungsunfähigen Pflanzen Tiere und Menschen an. Diese verschlingen in ihrer Gier das schmackhafte Fruchtfleisch mitsamt den unverdaulichen Kernen. Einige Stunden später wird der Same verpackt in idealem Dünger an einer oft kilometerweit entfernten Stelle wieder „ausgesät", kann keimen und so zu größerer Verbreitung der Pflanze führen. Nüsse sind ähnlich schmackhafte Leckerbissen, doch hier rechnet die Pflanze mit der Vergeßlichkeit der Tiere, die sich Depots mit den lang haltbaren Nüssen anlegen. Die Depots liegen meist unter der Erde, und in der Feuchtigkeit kann die Nuß bestens auskeimen. Für die Praxis: Der Verzehr aller Früchte (das sind Samen mit schmackhaftem Fruchtfleisch, Birnen, Äpfel, Tomaten, Paprika, Gurken) und Nüsse werden von dem Nahrungsproduzenten beabsichtigt und ideal und zu unerhitztem Verzehr geeignet. Sie können gern mit Schale und evtl. Kerngehäuse verzehrt werden. Durch unsachgemäße Lagerung besteht bei Nüssen allerdings die Gefahr der Unverträglichkeit und Vergiftung durch Gifte der Schimmelpilze. Knospen (Chicoree, Kohl, Salate etc.) können auch ungekocht verzehrt werden. An sie hat sich der Mensch auch bereits seit mehrere Millionen von Jahren angepaßt. Es sollten nur nicht zu große Mengen grüner Blattanteile verzehrt werden, die bereits zu den Kräutern und Gräsern (wie Kopfsalat, Endivien, Feldsalat etc.) gehören. Zu deren Verdauung sind Prozesse (mehrere Mägen und Wiederkäuen, wie bei Rindern; oder Teile des Kotes fressen, wie die Kaninchen) nötig, die unser zu kurzes Verdauungssystem nicht ermöglicht. Wurzel- und Zwiebelpflanzen verfolgen zwei verschiedene Strategien. Erstens haben sie eine Vermehrung über Samen in der näheren Umgebung. Hierfür bildet die Pflanze eine Wurzel aus, als Energiespeicher für Trockenzeiten und zur Austreibung der oft beachtlichen Fruchtstände. Zweitens locken sie aber mit dem schmackhaften Inneren ihrer Wurzeln mittelgroße Tiere an, die sie ausgraben, sammeln und evtl. zu ihren Artgenossen transportieren. Dabei gehen oft einige Wurzeln verloren, werden beim nächsten Regen wieder in Erde eingespült und können so, weit entfernt vom ursprünglichen Standort anwachsen, was zu immer weiteren Verbreitung der Pflanze führt. Große Huftiere sind oft unfähig, sie auszugraben, und kleine Nager werden mit Giften abgewehrt, die von der verletzten Wurzel in Sekunden produziert wird. Deshalb beißen Mäuse und kleine Nager Wurzeln ja auch nur einmal kurz an und gehen dann zur nächsten über. Somit ist beiden gedient, der Kleinnager ist gesättigt und die Wurzel überlebt den kleinen Biß (z.B. Kartoffel, Möhren etc.). Wurzelpflanzen lassen sich auch sehr gut lagern, am besten eingeschlagen in der Erde und können so bei nächster Gelegenheit wieder auskeimen. Um dies auch sicherzustellen, bildet die Kartoffel z.B. bei Lichteinwirkung das hochgiftige Solanin, um diejenigen zu bestrafen, die sich ihr gegenüber nicht entsprechend verhalten. Sind die Fruchtstände angesetzt, ist die Pflanze bestrebt, ihren Samen zu verbreiten. Um jetzt das Ausgraben der Wurzel zu verhindern, wird sie jetzt unattraktiv, holzig und geschmacklos. Für die Praxis: Wurzelpflanzen sollten so geerntet und gelagert werden, daß sie ihren „Überlebenswillen" nicht verlieren. Sie müssen noch die Chance sehen, in Erde wieder wachsen zu können. Idealer Weise werden Wurzelpflanzen mit Feinwurzeln, der Blattknospe in der Mitte und Erdresten gelagert, ohne die Wurzelhaut zu verletzten. Gewaschene Wurzeln sind bereits nach wenigen Stunden tot und für die menschliche Vitalversorgung wertlos. Fast alle Wurzelpflanzen können vom Menschen ungekocht verzehrt werden. Einige Abwehrstoffe (z.B. gegen Insekten, Mikroben) kann sich der Mensch für sein Immunsystem nutzbar machen, andere (z.B. Solanin in Kartoffeln) werden durch erhitzen unschädlich gemacht. Mit Samen verfolgen die Pflanzen ebenfalls eine Vielfalt komplexer Strategien. Mit ihrer fast unbegrenzten Haltbarkeit laden die Ähren und Fruchtstände sehr zum Sammeln ein. Schon beim Transport gehen einige Samen verloren, und einige angelegte Depots werden vergessen. Beim Zerbeißen mit den Zähnen (die Pflanzen rechnen noch nicht mit unserer Mühlentechnologie) sind die Samen oft hart und rutschen wie die Steine und Kerne des Obstes zwischen den gierigen Zähnen hindurch. Einige Stunden später werden sie, mit „idealem Dünger versehen", an Wachstumsplätzen verteilt. Samen weichen schneller auf als Kerne und beginnen feuchtigkeitsabhängig in kurzer Zeit zu keimen. Wenn dies bereits im Darm geschieht, kann der Keim durch die Verdauungsenzyme geschädigt werden. So muß die Pflanze durch beigefügte Abführmittel, die durch die zerbissen Samen frei werden (z.B. Leinsamen), die Darmpassage verkürzen. Hier hat sich der menschliche Organismus an die Reizstoffe so gut angepaßt, daß er sie zur Verwertung der Getreide unbedingt benötigt. Entfernen wir in Auszugsmehlen die Reizstoffe, so kann der Körper die geschichtlich gesehen noch recht junge Getreidenahrung nicht sinnvoll verwerten und es führt zur Verstopfung. Für die Praxis: Getreidegerichte sind hinter Obst und Gemüse als zweitrangiges Lebensmittel anzusehen und aus dem vollen Getreidekorn zu verwenden. Erhitztes und fermentiertes Getreide (Sauerteig, Hefe) bevorzugen und Frischkorn nur bei guter Verträglichkeit und in geringen Mengen verwenden. Bei Durchfallneigung Getreideprodukte (besonders Frischkorn) reduzieren bis meiden. Hülsenfrüchte sind eigentlich gar nicht als Nahrung gedacht. Deshalb sind sie für den Menschen und die meisten anderen Tiere roh nicht genießbar. Ihre Früchte locken mit glänzender Hülle und interessanten Farben und täuschen eine Genießbarkeit vor, die nicht da ist. Einige Arten täuschen gezielt den glänzenden Chininpanzer von Käfern vor, um von Vögeln verschluckt zu werden, die sie gar nicht verdauen können. Wenn der Panzer der Hülsenfrüchte doch einmal geknackt wird, enthalten die Früchte komplexe Enzymstopper und unverdauliche Eiweißbausteine, die den Verdauungstrakt lahmlegen, damit noch eine möglichst große Anzahl von Früchten unverdaut den Darmtrakt passiert - oder entsprechend wieder erbrochen wird. Eine nordamerikanische Linsenart reguliert durch imitierte Hormone die Fortpflanzungsintensität der entsprechenden Wachtelart, von der sie überwiegend verzehrt wird. So paßt sie die Population der Vögel dem Nahrungsangebot an. Sonst würden Hungersnöte zu einer gewaltsamen Anpassung des Wachtelbestandes an das stark reduzierte Futterangebot führen. Bei diesen Pflanzen können Unverträglichkeiten oder Unbekömmlichkeiten gegen die chemischen Hilfs- und Abwehrstoffe der Pflanze auftreten. Wie der Ausspruch „Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen" schon verrät. Für die Praxis: Hülsenfrüchte sind schwer verdaulich, sollten sparsam eingesetzt, immer ausreichend gekocht und mit speziellen verdauungsförderlichen Gewürzen zubereitet werden. So hat sich über Millionen von Jahren ein komplexes System des gegenseitigen Austausches von Geben und Nehmen entwickelt. Erst seit der verhältnismäßig kurzen Zeitspanne von 10 000 Jahren greift der Menschen gezielt verändernd in diesen Prozeß ein. Alte, ursprüngliche Zubereitungsweisen der Naturvölker offenbaren noch das Wissen um diese Zusammenhänge. Sie bereiten bestimmte Pflanzen mit genau zugeordneten Kräutern und Zutaten in alt überliefertem Verfahren zu, um die Abwehrmaßnahmen der Pflanzen zu reduzieren und sie unschädlich zu machen oder für die eigene Immunstimulation gezielt zu erhalten. Der menschliche Körper ist seit Millionen von Jahren darauf eingestellt, die benötigten Nährstoffe in der Zusammensetzung und Konzentration zu verarbeiten, wie sie in natürlich gewachsenen Lebensmitteln enthalten sind oder durch jahrtausendealte, bewährte Verfahren aufgeschlossen werden. Er bezieht aus der Nahrung nicht nur die täglich benötigte Energie, sondern auch Vitalstoffe, um die Körpersubstanz aufzubauen, zu erhalten und zu regenerieren. Diese Vitalstoffe bezieht er überwiegend aus artgerecht angebauten, geernteten und gelagerten ungekochten Nahrungsmitteln. Deshalb sprechen wir von Frischkost und nicht von Rohkost (roh muß nicht immer frisch sein). Durch die Möglichkeiten der Technik verändern wir Menschen mehr und mehr unseren Lebensraum, Lebensstil und unsere Ernährungsgewohnheiten. Der menschliche Körper, der sich über Jahrmillionen auf eine annähernd gleichbleibende Lebensweise eingestellt hat, ist mit diesen rasanten Veränderungen der letzten Jahrzehnte überfordert. Den heute erhältlichen, industriell verarbeiteten und konservierten Lebensmitteln fehlt ein Großteil dieser Vitalstoffe oder es sind industriell hergestellte Stoffe zugesetzt, die der Körper nicht kennt und mit denen er somit auch nichts anfangen kann. Viele unserer Krankheiten und Gesundheitsstörungen resultieren aus dem Fehlen dieser wichtigen Nahrungsbestandteile oder den störenden, belastenden industriellen Inhaltsstoffen. Die Auswirkungen dieser Fehlernährung treten meist sehr spät auf - oft erst in der nächsten Generation - und sind ebenso langsam wieder rückgängig zu machen. Ein kleines Rechenbeispiel: Einige Bakterien ernähren sich heute bereits von dem Antibiotikum, das sie vor 3 Jahren noch tötete. Ein Bakterium teilt sich alle 30 Minuten und kann sich somit durch eine neue Generation den äußeren Gegebenheiten sehr schnell anpassen. In den 3 Jahren hat das Bakterium bereits 50 000 Generationen durchlaufen. Der Mensch braucht bei einer Reproduktionszeit von nur 20 Jahren für 50 000 Generationen aber ganze 1 Million Jahre, um die gleiche Anpassungsgeschwindigkeit zu erreichen. Für die Praxis: Durch die Technik verändern wir Menschen unsere Umwelt und unsere Nahrung schneller wie sich der Körper anpassen kann. Unser Organismus kann nur die Stoffe verwerten, die er in seiner 2 Millionen Jahre alten Geschichte bereits in seiner Nahrung vorgefunden und sich angepaßt hat. Alle dem Körper nicht bekannten Verarbeitungsformen und Inhaltsstoffe sind als Gifte für den Organismus anzusehen und tunlichst zu meiden. 2. Die individuelle Prägung im Säuglings- und Kleinkindalter In den ersten 3 Lebensjahren bildet sich der Verdauungsapparat mit seiner Enzymtätigkeit für das ganze spätere Leben aus. Diese Zeit entscheidet darüber wie die Verdauungsdrüsen ein Leben lang funktionieren werden. Diese Wichtigkeit ist vielen Müttern durchaus bewußt, und sie lassen sich von Geschäftemachern und theoretisierenden Wissenschaftlern leicht verunsichern, anstatt dem naturgegebenen und logischem Ablauf zu folgen. Die Menschheit hat 2 Millionen Jahre bestens ohne Nährwert- und Vitamintabellen überlebt. Hier der einfache Ablauf der kindlichen Ernährungsprägung 1. Stufe: Während der Schwangerschaft verschluckt der Säugling bereits Fruchtwasser, um sein Darmsystem auszubilden. Dieses Fruchtwasser wird geprägt von der mütterlichen Ernährung und Enzymtätigkeit. 2. Stufe: In der Stillzeit erhält der Säugling seine vollständige Ernährung über die Muttermilch. Hier gehen nun verstärkt bereits verdaute, aktuelle Nahrungsbestandteile der Mutter durch die Milch auf den Säugling über. 3. Stufe: In der Abstillphase erhält der Säugling die gleiche Nahrung wie die Mutter naturgemäß durch Vorkauen und Einspeicheln der Mutter. Der Speichel der Mutter enthält die Enzyme und die homöopathische Information, die der Säugling ja bereits aus Fruchtwasser und Muttermilch kennt. 4. Stufe: Jetzt kann das Kleinkind nach und nach auf eigenständiges Essen umgestellt werden. Hier sollte das natürliche Geschmacksempfinden des Kindes berücksichtigt werden. Das Kind hat natürlicherweise Hunger auf die Lebensmittel, die es auch benötigt, um ohne Mangel aufzuwachsen. Diese Zeit ist prägend für das Ernährungsverhalten des Kindes in seinem gesamten folgenden Leben. Die Verdauungs- und Enzymtätigkeit stellt sich auf die momentan vorhandenen Lebensmittel in dieser Zeit ein. Jede gravierende Änderung des Eßverhaltens im späteren Leben kann negative gesundheitliche Folgen haben. Durch die folgenden Faktoren geschehen hier schon Störungen in der Ernährungsprägung. Die Prägung entspricht vollkommen dem Eßverhalten der Mutter. Wenn die Mutter schon kein natürliches Empfinden mehr hat über das, was sie benötigt und was nicht, kann dies bei dem Kind nicht besser sein. Durch in der Stillzeit mehr oder weniger beigefütterte Fremdeiweiße, oder gar industriell degenerierte Milchpulvernahrung, wird nicht nur das Geschmacksempfinden und somit die Nahrungsauswahl beeinträchtigt, sondern auch das gesamte Immunsystem stark irritiert. Ein Übriges gerade in dieser Zeit häufig durchgeführten Eingriffe durch die diversen Impfmaßnahmen. Sollte die Mutter sich ausnahmsweise ideal ernähren und der Säugling wurde voll gestillt, setzt spätestens bei der Breifütterung das Chaos ein. Denn - wie jeder denkt, oder von der Werbung vorgegeben wird - ein Kleinkind braucht ja eine speziell abgestimmte Babykost, und die Fertiggerichte aus dem Gläschen sind ja erstens viel besser für das Kind und zweitens auch viel bequemer. Aber daß das Fertiggläschen gänzlich anders zubereitet und gewürzt wurde als das Essen der Mutter, worauf das Kind via Fruchtwasser und Muttermilch bereits geprägt wurde, vergessen wir dabei. Wir verstehen es auch dann noch nicht, wenn das Kind uns den mühsam in das Mündchen gestopften Brei wieder in das Gesicht prustet. Erst wenn die Mutter aus Verzweiflung auch einmal einen Löffel gegessen hat und so dem Kind demonstrieren will, was es zu tun hat, beginnt das Kind zwar widerwillig, aber doch hin und wieder, etwas zu essen. Kein Wunder, denn nachdem die Mutter den Löffel im Mund hatte, schmeckt das Essen wenigstens geringfügig nach etwas Bekanntem - nämlich nach Mutter. Und jetzt kommt die Krönung des Ganzen! Durch Fertiggerichte in Säuglings- und Kleinkindzeit wird das Geschmacksempfinden des Kindes schon auf die Konservierungsstoff-, Geschmacks- und Gewürzzusammenstellung der Hersteller dieser Fertiggerichte geprägt. Ist es dann noch ein Wunder, wenn die heranwachsenden Gören nun nur noch diesen einen Ketchup, die ganz besondere Fertigpizza, oder eben ein anderes X-beliebiges Fertiggericht einer ganz bestimmten Firma essen wollen? In der Ferkelzucht ist dieser Mechanismus bereits bestens bekannt und wird gezielt wirtschaftlich ausgenutzt. Dem Futter der Muttersau wird ein Aroma beigemischt, der über die Muttermilch auf das säugende Ferkel übergeht. Genau den gleichen Aromastoff findet das Ferkel nun in seiner Nahrung vor und akzeptiert die eigenständige Fertignahrung bereits schon einige Wochen vor dem eigentlichen Zeitpunkt. Damit ist die Zuchtsau frei und kann schneller wieder trächtig werden und in kürzerer Zeit mehr Ferkel „produzieren". Für die Praxis: Die kindliche Ernährung prägt für das ganze spätere Leben. Alle Verdauungsorgane und das Enzymsystem stellen sich darauf ein. Jede gravierende Änderung durch drastische Diäten und sture Ernährungsrichtlinien in die verschiedensten extremsten Richtungen oder exotische Lebensmittel können sich verheerend auf die Funktion der Verdauungsorgane und Enzymsituation auswirken. Eine Änderung dieses geprägten Ernährungsverhaltens ist nur in einer mehrjährigen langsam Umstellung möglich. Die Wichtigkeit der frühkindlichen Ernährungsprägung ist den Müttern sehr bewußt. Deshalb lassen sie sich schnell von Geschäftemachern mit den verschiedensten wissenschaftlichen Gutachten verunsichern. Vergessen Sie Werbung und Wissenschaft und hören wieder auf das, was Ihnen Ihre natürliche Intuition sagt. Nach einer Stillzeit von ca. 6 Monaten ist die elterliche Ernährung das Beste für das Kind, denn auf die hat sich der frühkindliche Organismus bereits in Schwangerschaft und Stillzeit eingestellt mit Nahrungsmittelzusammenstellung und Würze. Kochen Sie mild gewürzt Speisen ohne stark blähende Lebensmittel und zerdrücken oder pürieren etwas davon für das Kleinkind. Als Frischkost beginnen Sie vorsichtig mit geriebenen Früchten (Apfel, Birnen, Bananen), Wurzeln (Möhren, Rote Beete, Sellerie), Nüssen (Cashew, Mandeln gemahlen) und später evtl. etwas Haferschrot eingeweicht. Machen Sie sich keine Sorgen wegen Unterversorgung, der Organismus braucht wesentlich weniger Nahrung als wir denken und ein zuviel am Anfang kann die Darmflora bereits kippen oder zur Fettleibigkeit programmieren. Das Kind weiß instinktiv was und wieviel gut für es ist. Sie müssen nicht alle Nahrung vorher einspeicheln. Nur bei jedem neuen Lebensmittel, das Sie dazu nehmen, kann es einige Male sinnvoll sein. Und wenn Sie nun meinen, Sie haben alles genau so und richtig gemacht, gibt es keine Garantie für das „richtige" Ernährungsverhalten Ihres Kindes. Sind die Eltern nahrungsmittelsüchtig (z.B. Kaffee, Eiweiß, Süßigkeiten etc.), wird es das Kind auch sein. Da es keinen Kaffee bekommt, wird es dieses Verlangen auf erreichbare Suchtmittel umstimmen, z.B. Süßigkeiten. Ist die elterliche Ernährung nicht absolut stimmig und unterliegen die Eltern einem selbst gesetzten Zwang (z. B. „Fleisch ist schlecht für meine Gesundheit, darum darf ich es nicht essen, obwohl ich Gelüste danach habe"), dann werden die Kinder intuitiv die verdrängten Schattenseiten der Eltern leben und zu totalen Fleischfressern werden können, obwohl beide Eltern vielleicht vegetarisch leben. 3. Typengerechte Ernährungsweise Die allgemeine historische Prägung wird so variiert durch die individuelle Säuglingsprägung. Es entstehen ganz unterschiedliche Menschen mit teilweise ganz verschiedenen Stoffwechseleigenschaften. Das Beispiel Übergewicht zeigt dies am eindrucksvollsten. Manche Menschen können große Mengen an Lebensmitteln verzehren ohne an Gewicht zuzunehmen, während andere nur geringe Mengen essen ganz schnell zulegen. Es müßte im Prinzip für jeden Menschen eine eigene Ernährungslehre geschaffen werden. Die ayurvedische Ernährungslehre berücksichtigt dies durch drei unterschiedliche Grundtypen. Diese Grundtypen mischen sich meist untereinander und kommen eigentlich selten in Reinform vor. Erstaunlicherweise hat Carl Huter als Deutscher des 19. Jahrhunderts vergleichbare Typen entdeckt. Er lehnte seine Typen der Keimblattlehre an. Die folgende Tabelle vergleicht die Keimblätter, die Huter'sche Naturellehre und die ayurvedischen Typen. 4. Empfehlungen für eine physiologisch sinnvolle Ernährungsweise 4.1 Wasser - das wichtigste Lebensmittel Nicht Schadstoffbelastung, Vitamine und Geschmack der Nahrung sind das Wesentlichste, sondern das Wasser als homöopathischer Informationsträger. Wasser ist speicher- und erinnerungsfähig. Wasser ist der Informationsträger der Natur, wie neueste Forschungen der Quantenphysik bestätigen. Jede Zelle, jedes Lebewesen kann diese Information lesen, wie wir ein Buch lesen. Wenn wir in homöopathischen Medikamenten über die Information im Wasser bereits schwere Krankheiten heilen, wieviel wichtiger ist die natürliche Information in unserer Nahrung. Über die Information im Wasser und darin enthaltene wasserlösliche Geschmacks- und Aromastoffe steuert der Organismus seinen Bedarf, und schmeckt etwas gut, hat der Organismus einen Bedarf danach. Bei Trockenprodukten ist diese Geschmacksregulation nicht möglich. Der möglichst natürliche Wassergehalt der Lebensmittel ist entscheidend wichtig für dessen Verarbeitung im Körper. Allen Konzentraten und Trockenprodukten fehlt der natürliche Wassergehalt und somit die homöopathische Information, wie der Körper mit dem Stoff umgehen soll. Darum ist es bedenklich, wenn Lebensmitteln der natürliche Wassergehalt entzogen wird und vor dem Verzehr mit jedem x-beliebigen Wasser wieder aufgefüllt wird. Dem Körper fehlt hier die entsprechende homöopathische Begleitinformation, wie er mit dem Lebensmittel zu verfahren hat. Im Wasser ist praktisch die Gebrauchsanweisung für die Verwendung der Inhaltsstoffe gespeichert. Machen wir uns immer bewußt, daß wir mit jeder Nahrung auch die Information der Pflanze oder des Tieres aufnehmen. Wir wissen noch nicht endgültig, wie unser Organismus diese Information verarbeitet. Können wir noch beruhigt ein Schweinesteak aus einer Massentierhaltung verzehren, wo nur durch ein ungewohntes Geräusch der halbe Schweinestall an Herzinfarkt verendet? Oder eine vor sich hin kränkelnde, überzüchtete Pflanze, die nur durch massivsten Einsatz chemischer Mittel am Leben erhalten werden kann? Könnte nicht auch hier ein Grund für die Krankheitsanfälligkeit vieler Menschen liegen - einfach an der Krankheitsanfälligkeit unserer Nahrungslieferanten; gleichgültig ob es nun Tiere oder Pflanzen sind? Für die Praxis: Verwenden Sie keine Nahrung aus Konzentraten und Trockenprodukten. Fruchtsäfte und Milchprodukte sind häufig aus Konzentraten hergestellt. Nicht überwiegend pulverisierte Säuglings- und Kleinkindnahrung!!! Keine Nahrungsergänzungsmittel in Tablettenform einnehmen! Der Organismus kann ohne Wasser keine Bedarfssteuerung vornehmen, und die langfristige Überdosierung von Vitaminen und Mineralstoffen sind noch nicht ausreichend erforscht. Keine Nahrung in der Mikrowelle erhitzen. Chemisch nachweisbare Inhaltsstoffe bleiben zwar erhalten. Aber was geschieht mit der homöopathischen Information? Die Umgebung, in der die Lebensmittel aufwachsen, prägt deren Informationsgehalt. Darum nicht nur aus Schadstoffgedanken biologisch angebaute oder natürlich gewachsene und produzierte Lebensmittel bevorzugen. 4.2 Vitalstoffreiche Lebensmittel Verzehrt werden sollten überwiegend pflanzliche Lebensmittel, mit einem individuell abgestimmten Teil davon als unerhitzter Frischkost und Eier, Fisch und Fleisch nur als gelegentliche Zugabe. Verluste an natürlichen Vitalstoffen durch unsachgemäße Lagerung, übermäßige Be- und Verarbeitung sollten möglichst vermieden werden. Die Produkte sollten möglichst aus biologischem Anbau sein, schmackhaft, abwechslungsreich und der Jahreszeit entsprechend zubereitet werden. Gemüse und Obst sind reich an essentiellen Nährstoffen (lebensnotwendig und vom Körper selbst nicht herstellbar) wie Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren. Gerade Gemüse hat einen hohen Gehalt an Nährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe) bei geringem Energiegehalt (Kalorien). Dadurch wird Gemüsefrischkost als Hauptbestandteil der Nahrung zum besten Mittel für eine sinnvolle, langfristige Gewichtreduktion. Die Ballaststoffe in der Frischkost regulieren die Transitzeit der Nahrung (Verstopfungsneigung verschwindet von selbst), sie binden toxische Substanzen, fördern positive Darmbakterien und senken den Cholesterinspiegel. Gemüse und Obst haben gerade als Frischkost einen hohen Gehalt an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen mit Heilwirkung. Für die Praxis: Der Hauptbestandteil der Nahrung sollte aus Gemüsen und Früchten bestehen. Diese sollten, in individuell verträglichem Anteil, als Frischkost verzehrt werden. Die Frischkost immer vor der gegekochten Speise (auch Obstsalate) verzehren. So ist eine bessere Verdauung und Resorption der wertvollen Bestandteile gewährleistet. Es entsteht eine schnelle und anhaltende Sättigung, die zu weniger Nahrungsaufnahme und langsamer, anhaltender Gewichtsreduktion führt. Getreide und Getreideprodukte sollten aus dem gesamten Getreidekorn und mit natürlicher Teigführung (Sauerteig, Backferment, Hefe, Weinsteinbackpulver) hergestellt werden. Zu meiden sind Produkte aus Auszugsmehlen und/oder mit chem. Teigführung. Auszugsmehle haben weniger als 30% des Vitamin- und Mineralstoffgehaltes des vollen Kornes. Aus diesem Grund könnte ein Vollwertbrot den 3-fachen Preis eines Auszugsmehlbrotes haben. Rechnen Sie hier nicht mit einer Mark fürs Kilo. Beim Autokauf fragt auch niemand, warum ein Mittelklassewagen mehr kostet als ein Kleinwagen. Für die Praxis: Kaufen Sie hochwertige Brote aus dem ganzen Korn und mit natürlicher Teigführung. Fragen Sie in den Geschäften, ob das Getreidekorn selbst direkt vor der Verarbeitung vermahlen wurde. Sind sie sich unsicher, dann backen Sie ihr Brot lieber selber. Es ist nach etwas Übung sehr einfach. Getreideprodukte (Bratlinge, Nudeln, Reis, Brot) sollten immer als Zugabe zu Obst und Gemüse gerechnet werden und schon gar nicht den Hauptteil der Nahrungsmenge ausmachen. Öle und Fette werden heute fast ausschließlich industriell verarbeitet und unterlaufen chemischen und physikalischen Prozessen, die sie für die menschliche Ernährung wertlos oder gar höchst schädlich machen. Die Molkereien setzen in der Käseproduktion vermehrt gentechnisch hergestelltes Lab ein und verwenden häufig synthetische Farbstoffe und Aromen. Für die Praxis Verzehren Sie naturbelassene Fette (Butter, Käse, kaltgepreßte Öle) in Maßen; raffinierte, industriell verarbeitete Produkte (wie Margarine etc.) sind zu entschieden zu meiden. Sollte das Braten in einer Pfanne unumgänglich sein, dann verwenden Sie hocherhitzbare Bratfette wie ungehärtetes Kokosfett. Bratlinge und Kartoffeln lassen sich auch ohne Fett auf dem Blech im Backofen garen, Kartoffelpuffer und Pfannkuchen in einer Waffelform und Fisch und Fleisch (wenn' s denn sein muß) im Römertopf oder der Bratfolie. Alle extrahierten, raffinierten und gehärteten Öle, Fette und Margarinen sind höchst schädlich und entschieden zu meiden. Fisch und Fleisch ist für die menschliche Ernährung nicht zwingend erforderlich. Fleisch hat wenig Vitamine, keine sekundären Pflanzeninhaltsstoffe und Ballaststoffe und einen hohen Eiweißgehalt. Tierisches Eiweiß wird über Purine zu Harnsäure abgebaut. Die Ausscheidungsrate der Nieren reicht oft für den Überkonsum nicht aus. Harnsäurekristalle lagern sich ab und führen zu Gicht, aber auch zu Arthrose, Arthritis und allen rheumatischen Erkrankungen. Der Eiweißüberkonsum führt im Darm zu einer schweren Irritation des Immunsystems und deren Folgeerkrankungen wie Schuppenflechte, Neurodermitis, AIDS und Krebs. Fleisch hat eine hohe Schadstoffbelastung durch die Ansammlung der Umweltgifte über das Futter und chemische Medikamente in der Tierhaltung. Es entstehen erhebliche „Veredelungsverluste" bei der Fleischproduktion. Veredelungsverluste bedeutet, daß im Mittel 7 pflanzliche Kalorien benötigt werden um eine tierische Kalorie Nahrung zu erhalten. Würden die westlichen Nationen annähernd vegetarisch leben, wäre ausreichend Nahrung für alle Menschen vorhanden. Aber wir mästen unser Tiere mit Sojaprodukten aus den Entwicklungsländern. Für die Praxis: Verwenden Sie Fleisch nur als gelegentliche Beigabe. Als Empfehlung, je Woche 1 Fischmahlzeit, 1-2 Fleischmahlzeiten, 1-2 Eier (in Gebäck und Bratlingen mitgerechnet), Vorzugsmilch und Produkte aus Vorzugsmilch als gelegentliche Beigaben. Meiden Sie alle minderwertigen Wurstwaren, Käse (Schmelzkäse) und Milchprodukte (aus Pulver, aus Konzentraten oder H-Milchprodukte). Industriezucker und Produkte daraus rauben B-Vitamine und bauen eine schädliche Darmflora auf. Für die Praxis: Vermeiden Sie industriellen Zucker und Produkte daraus (Kuchen, Gebäcke, auch Ketchup, Fruchtjoghurt etc.). Verwenden Sie bevorzugt frische Früchte zum Süßen oder Trockenobst. Sparsam auch Honig, Sirup, oder Dicksäfte. 4.3 Schadstoffarme Lebensmittel Chemisch veränderte und synthetisch hergestellte Nahrungsbestandteile (Farb-, Geruchs-, Geschmacks- Konservierungs-, sonstige Hilfsstoffe, Vitamine, Süßungsmittel) kennen und erkennen die Körperzellen nicht. Sie finden keine Verwendung im Stoffwechsel, können teilweise schwer oder gar nicht ausgeschieden werden und führen zu Ablagerungen. Auch der Eiweißverzehr ist generell auf ein Minimum zu reduzieren. Eiweißüberkonsum führt zur Störung des Purinstoffwechsels und zu kristallinen Ablagerungen in den Gelenken. Ein Teil des verzehrten Eiweißes wird unverdaut resorbiert und muß von dem Immunsystem als körperfremdes Eiweiß unschädlich gemacht werden. Die Abbauprodukte beeinträchtigen die Körperfunktionen und die Aktivität des Immunsystems. Der sehr empfindliche Säure-Basen-Haushalt wird durch stark verarbeitete Nahrungs- und Genußmittel gestört. Anreicherung mit Schimmelpilzgiften und anderen hoch toxischen Stoffen, wie z.B. verbrannte Fette durch Gerichte aus Pfanne und Friteuse, schädigen massiv die Leber. Kaffee bindet wertvolle Mineralstoffe. Dadurch entsteht eine Übersäuerung des Körpers, die wiederum schwere degenerative Erkrankungen fördert. Zucker und daraus hergestellte Produkte wirken als Vitamin B-Räuber und führen zur Degeneration des Darmsystems durch Förderung der Mykosenbildung. Nikotin bringt erheblich Toxine in den Körper und behindert die gasförmige Toxinausscheidung aus der Lunge. Alkohol belastet die Leber und fördert die Mykosenbildung im Darm. Eine zu große Vielfalt an unbekannten, exotischen Nahrungsmitteln überfordert des Verdauungs- und Enzymsystem, die körpereigene Abwehr wird irritiert und Allergien können gefördert werden. Für die Praxis: Unsere Umwelt belastet mit ihren Giften den menschlichen Organismus bereits bis an seine Grenzen. Bringen Sie durch gedankenlosen Lebenswandel, Nahrungs- und Genußmittel nicht noch unnötige Toxine in den Körper. Vermeiden sie alles Fettgedruckte im obigen Text. In regelmäßig durchgeführten Fastenzeiten befreit sich der Körper von vielen Giften und hat Zeit, neue Programme zur Entgiftung und Verarbeitung unbekannter Stoffe zu entwickeln. 4.4 Streßfrei essen In unserem Körper gibt es zwei Grundprogramme: den Sympathikus und den Parasympathikus. Der Sympathikus ist verantwortlich für Aktion, für Flucht, Jagd und Kampf. Der Parasympathikus ist verantwortlich für Regeneration, für Essen, Verdauung und Resorption. Diese Steuerung beeinflußt alle Verdauungsdrüsen vom Mundspeichel über Leber, Pankreas, bis zur Darmtätigkeit. Stehen wir unter ständiger Anspannung, auch während des Essens, werden die Verdauungsdrüsen nicht richtig aktiv und die Nahrung gelangt ohne ausreichende Verdauungsenzyme durch den Darm. Unser Körper stellt nur Verdauungsenzyme bereit, wenn er Nährstoffe braucht und dies durch Hunger anzeigt. Essen wir ohne Hunger, oder noch weiter, obwohl wir eigentlich satt sind, hält der Körper keine Verdauungsenzyme bereit. Die Nahrung bleibt unverdaut und wird von Fäulnis- und Gärungsbakterien verwertet, deren Toxine unseren Körper überfluten und die Leistung mindern oder schwere chronische Krankheiten erzeugen. Der Durchschnitts-Deutsche ißt 30% für seine körperliche Ernährung, mit den restlichen 70% füttert er seine Darmparasiten und den Geldbeutel der Ärzte. In allen Kulturen ist die Aufnahme der Nahrung eine religiöse Handlung. Erst durch den Materialismus unserer westlichen Industrienationen haben wir uns zu einer Abfüllkultur entwickelt - das Essen bedeutet uns oft nicht mehr als das Auftanken unseres Autos an der nächsten Tankstelle. Danken Sie Gott oder - wenn es für Sie keinen gibt - dann zumindest den Pflanzen und Tieren, die Sie mit Nahrung versorgen. Denken Sie während des Essens daran, wofür Sie die Substanz und Energie der Nahrung verwenden wollen. Für die Praxis: Essen Sie nur, wenn Sie Hunger haben und nehmen Sie sich Zeit zum Essen. Essen Sie lieber gar nichts als im Streß. Beim Essen größte Beachtung auf Kauen und Einspeicheln. Das Essen so lange anschauen bis sich Speichel im Mund bildet. Danach einen kleinen Bissen in den Mund nehmen. Kauen bis kein Essensgeschmack mehr im Mund zu spüren ist. Erst danach hinunterschlucken. Wenn sich keine ausreichende Menge Speichel mehr bildet, sofort mit dem Essen aufhören. 5. Essen und Lust Der Zusammenhang zwischen dem Eßverhalten und der Psyche dürfte sich inzwischen auch bis in die entferntesten Winkel unserer Gesellschaft herumgesprochen haben. Jeder kennt das Gefühl der Lust auf etwas zu essen, ohne wirklich Hunger zu verspüren. Wir kompensieren eine Vielzahl psychischer Defizite über unser Eßverhalten - und das ist gut so. Wenn wir uns dieser Kompensation berauben, werden wir früher oder später alle in der „Klappsmühle" landen oder schwere körperliche Erkrankungen produzieren. Darum das oberste Gebot, wenn´s ums Essen geht: Verzichten Sie auf keinen Genuß Ihrer Gesundheit zuliebe und essen Sie nichts, wogegen sie einen Widerwillen verspüren, nur weil es gesund sein soll. Ob Sie gern Havannas rauchen, hin und wieder ein Gläschen guten Wein oder Cognac trinken, gerne Pralinen oder Sahnetorte naschen oder mit Vorliebe Steaks essen: Wenn Sie keine akuten Beschwerden haben und Sie von Ihrem Arzt oder Heilpraktiker eine Diät verordnet bekommen haben, macht der psychische Streß eines Verzichtes Sie unter Umständen kränker als das, was Sie zu sich nehmen. Vertrauen Sie Ihrem Geschmackssinn, wir haben ihn nicht umsonst. Stellen Sie sich vor, worauf sie gerade Lust haben und spüren Sie, wie Ihnen das Wasser im Mund zusammenläuft. Wenn Sie keinen Hunger auf etwas haben, dann lassen Sie es, auch wenn es noch so gesund sein sollte. „Iß wozu Du Lust hast" ist aber auch zu einfach und funktioniert genausowenig. Wir müssen lernen, zwischen „Hunger" und „Lust" zu unterscheiden. Wir müssen lernen, zwischen dem zu unterscheiden, was unser Körper physiologisch braucht für ein gesundes symptomfreies Leben und dem, was unsere psychische Stimmung aufmuntert. Dann müssen wir lernen, die Stimmungsaufheller so zu reduzieren, daß sie ihre Wirkung auf unsere Psyche behalten, aber den Körper nicht weiter schädigen als unbedingt notwendig. Reduzieren Sie gezielt in einem Bereich, in dem es Ihnen leicht fällt zu verzichten. Auswahl haben Sie genug, hier einige Beispiele: Fleisch, Wurst, Fett, Zucker, Süßigkeiten, Limonaden, Alkohol, Nikotin, Kaffee, schwarzer und grüner Tee. Wenn Sie einmal Erfolg gesehen haben, können Sie sich dann auch an Ihr „Lieblingsthema" wagen. Werden Sie sich hierbei klar darüber, welcher Hunger hinter dem Hunger steckt und befriedigen Sie zuerst Ihr wirkliches Bedürfnis (z.B. Süßigkeiten = Zuneigung und Zärtlichkeit). Oder Sie kompensieren den wirklichen Mangel ganz bewußt auf der Ernährungsebene, solange das reale Bedürfnis nicht befriedigt werden kann. Viele schlaue Ernährungswissenschaftler und geistreiche Gurus sind bestrebt, uns ihr Ernährungssystem zu verkaufen. Hierbei ist zu bedenken, daß es eigentlich ebenso viele Ernährungsrichtlinien geben müßte, wie es verschiedene Menschen gibt. Es funktioniert nicht, unsere Verantwortung an preisgekrönte Wissenschaftler oder erleuchtete Gurus abgeben zu wollen. Wir müssen zuletzt immer selbst entscheiden, welche Ernährung uns förderlich ist und welche Lebensmittel eher schädigend wirken. Was kann uns nun bei der Entscheidung behilflich sein? Zunächst unsere Intuition, die jedoch meist verfälscht ist, dazu aber später mehr. Für die Praxis: Verändern Sie Ihr Ernährungsverhalten langsam und ohne Hast. Wenn Sie keine akute schwere Erkrankung haben ist einige Jahre Zeit sinnvoll. Gewinnen Sie neue wertvolle Lebensmittel hinzu und lassen Sie zunächst das Ungesunde weg, auf das Sie bequem verzichten können. Jeder hat seinen kleinen individuellen Drogenkonsum. Entweder direkt über Nahrungs- und Genußmittel (Kaffee, schwarzer Tee, Alkohol, Nikotin) oder er füttert damit seine Darmparasiten, die erzeugen die Droge dann über ihren eigenen individuellen Stoffwechsel (Zucker und Obst, Auszugsmehle, Fleischnahrung). Werden Sie sich des Unterschiedes von Lust (= Auffrischung des Drogenpegels) und Hunger (= Nährstoffbereitstellung für den Organismus) bewußt und versuchen immer öfter, die Lust anderweitig auszugleichen als durch Drogen. Fastenzeiten helfen hier sehr, den Unterschied deutlich zu machen. 6. Das Stuhlverhalten zur Regulierung der Nahrungsauswahl Eine gute Verdauung hat wenig mit regelmäßigem Stuhlgang zu tun. Eine gute Verdauung kennzeichnet sich durch folgende charakteristische Stuhlbeschreibung: Der Stuhl sollte: ... die Farbe mittelbraun haben, nicht zu dunkel bis schwarz und nicht ocker bis gelb oder grau. Schwarze Stühle entstehen durch Fäulnisbakterien und gelblich, graue Stühle durch Leber- und Bauchspeicheldrüsendegeneration. ... gut geformt sein und die Form eines Maiskolbens haben, wobei Größe und Menge irrelevant sind. Schafkotartige, harte Stühle zeigen die Gefahr von Verstopfung und Rückvergiftungserscheinungen und weiche vergorene Stühle zeigen die Tendenz zu alkoholischer Gärung an. ... im Wasser schweben. Unphysiologische Darmbakterien produzieren Gärgase. Sind diese zu viel in den Stuhl eingearbeitet, lassen sie ihn im Wasser an die Oberfläche treiben. Sinkt der Stuhl sofort ab, ist die Passage zu lang, und die eingearbeiteten Gärgase sind im Darm bereits entwichen und führen zu Winden. ... beim Spülen keine Rückstände an der WC-Schüssel hinterlassen. Der Gebrauch einer Toilettenbürste sollte überflüssig sein. ... nicht mehr Rückstände am After hinterlassen, wie durch ein Blatt Toilettenpapier zu beseitigen sind. Toxische Produkte in Lebensmitteln und durch Genußmittel in den Darm eingebracht, regen den Darm zur Schleimbildung an. Dieser Schleim setzt einerseits an der Dickdarmwand an, führt dort zur Degeneration und ist die Ursache der schmierigen, klebrigen Konsistenz des Stuhles. ... nicht stark unangenehm, faulig oder vergoren riechen. Normaler Stuhl riecht angenehm wie Kompost oder Walderde. Faulige Gerüche und alkoholisch, vergorene Gerüche entstehen durch die entsprechende degenerierte Darmflora. ... ein bis mehrmals täglich leicht und ohne Kraftanstrengung oder Schmerzen abgesetzt werden. Jeder nicht tägliche Stuhlgang ist bedenklich und führt langfristig zu erheblichen Rückvergiftungserscheinungen. Nur die, für die alle diese Punkte zutreffen, haben eine gute Verdauung. Fehlt auch nur ein Kriterium, ist die Verdauung gestört und es liegt eine Darmerkrankung vor, die langfristig zu erheblichen Beschwerden oder zumindest negativen kosmetischen Einflüssen führen wird. Hierzu zählen Übergewicht, aber auch abgemagerte, kachektische (eingefallenes Gesicht und schlaffes Bindegewebe) Zustände mit starker Faltenbildung, Orangenhaut, Bindegewebsrisse (Schwangerschaftsstreifen), Akne, Pickel, Leber-, Altersflecken, stumpfes Aussehen von Körperhaut, brüchige Haare, brüchige, gerillte und fleckige Hand- und Fußnägel. Dazu ist zunächst grundlegend zu sagen: Das menschliche Verdauungssystem ist, dank seiner Millionen Jahre alten, bewegten Geschichte, sehr universell angelegt und kommt mit vielen Nahrungsbestandteilen zurecht - aber mit nichts ideal. Es krankt immer an einer Stelle, wie alle „universellen, eierlegenden Wollmilchmastschweine". Für eine rein pflanzliche Nahrung ist unser Verdauungstrakt viel zu kurz und für eine reine Fleischnahrung zu lang. Zu langsame Darmpassagen und feste Stühle sollten mit erhöhtem Frischkostanteil, reduzierten fleischlicher Nahrung und starker Einschränkung der Genußmittel wie Kakao, Kaffee, Weißmehl und Alkohol reguliert werden. Es entstehen sonst Fäulnisprodukte, die unseren Organismus erheblich belasten und zu starken Intoxikationen führen. Zu schnelle Darmpassagen, oft mit unverdauten Nahrungsbestandteilen, können mit geringen Essensmengen und sehr gut Kauen und Einspeicheln ausgeglichen werden. Es kann hier zu Mangelerscheinungen und zu Gärungsintoxikation kommen. Klappt es damit immer noch nicht oder stimmt die Färbung des Stuhles nicht, müssen Leber und Bauchspeicheldrüse, und meist auch die Darmflora, therapeutisch regeneriert werden. 7. Reaktivierung der natürlichen Intuition durch Fasten Unsere Geschmackssensoren sind durch eine oft jahrzehntelange degenerierte Ernährung mit chemischen Substanzen, Geschmacksverstärkern, Süßstoffen etc. so verfälscht, daß sie uns nicht mehr zuverlässig anzeigen, was uns gut tut. Während einer Fastenzeit stellt sich der Körper nicht nur auf einen Reinigungs-, Regenerations- und Ausscheidungsvorgang um, sondern resensibilisiert sein natürliches Geschmacksempfinden. Das merken Sie daran, wie sich nach einer Fastenzeit die Körperreaktionen auf bestimmte Lebens- und Genußmittel verändern. Werden Sie sich dieser Reaktionen bewußt und benutzen Sie sie zur Zusammenstellung Ihres Menüplanes und Ihrer Lebensgestaltung. Dadurch lassen sich anhaltend unerwünschte Abhängigkeiten und Gewohnheiten verändern. Im Gegensatz zu Diäten ist dem Körper das Fasten durchaus bekannt. Bei vielen Erkrankungen, Streß oder Lebenskrisen vergeht der Appetit von selbst und wir fasten 5-7 Tage. Dies macht jedes kranke Tier, und auch Kinder verweigern natürlicherweise die Nahrung bei Erkrankungen. Längere Fastenzeiten wurden überwiegend bei religiösen Einweihungen und Ritualen benutzt. Sie sollten nicht zu häufig durchgeführt werden. Sie sind bei komplexen Erkrankungen aber auch ein einfaches Heilmittel, sollten aber nur unter ständiger Aufsicht erfahrener Therapeuten durchgeführt werden. Für die Praxis: Fasten schult die natürliche Intuition, das Hungergefühl und Nahrungsbedürfnis. Fasten ermöglicht eine schnellere Änderung einer negativen Ernährungsprägung. Fasten dient zur Ausscheidung von Giftstoffen aus Körperstoffwechsel, Nahrung, Umwelt, Genußmittel und Parasiten. Fasten ermöglicht eine bessere Anpassung an die veränderte Umwelt und Nahrungssituation. Literatur: Udo Pollmer Prost Mahlzeit! Krank durch gesunde Ernährung Kiepenheuer & Witsch Karl O. 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