Frauke Teschler, Heilpraktikerin
Immer mehr Menschen suchen nach wirkungsvollen Wegen und Möglichkeiten, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden in die eigenen Hände zu nehmen.
Diese Entwicklung sollten wir Heilpraktiker unterstützen und fördern, denn das Bewußtsein darüber, daß der gesundheitliche Zustand eines Menschen nicht allein vom Schicksal oder von den Erbanlagen abhängig ist, sondern maßgeblich von der Lebensweise und dem Engagement für sich selbst beeinflußt wird, nimmt zu. Immer mehr Menschen machen die Erfahrung, wie hilfreich es ist, Gesundheitsvorsorge zu betreiben und selbst Verantwortung für sein körperliches und seelisches Wohl zu übernehmen, anstatt den „Körper“ in die Werkstatt „Schulmedizin“ einzuliefern wenn er aus dem Ruder gelaufen ist.
Meridianenergie und Gesundheit
Zur Sorge für die eigene Gesundheit gehört die Pflege der Lebensenergie. Ist die Lebensenergie kräftig und im Fluß, fühlt ein Mensch sich in der Regel wohl und ist gesund. Er hat vitale Selbstheilungskräfte und besitzt die Fähigkeit sein Leben so zu gestalten, wie es ihm gut tut.
Ist die Lebensenergie eines Menschen geschwächt, gestört, gestaut oder in irgendeiner anderen Weise beeinträchtigt, wirkt sich dies sowohl auf das Wohlbefinden als auch auf die gesundheitliche Situation aus. Eine Störung der Lebensenergie schafft die Grundlage für Krankheiten und seelische Unausgewogenheiten.
Eine wunderbare Möglichkeit, die Lebensenergie zu stärken und Ungleichgewicht in ihr zu beheben, bietet die Auseinandersetzung mit den Meridianen. Das Wissen um die Bedeutung der Meridiane entstammt der traditionellen chinesischen Medizin und wird dort in vielfacher Weise genutzt. Aber nicht nur in der chinesischen Medizin, auch in westlich geprägten Therapieformen gibt es Methoden zur Stimulation der Meridianenergie. Eine davon ist die Polarity Meridiantherapie.
Die Polarity Meridiantherapie besteht aus Körperübungen, mit deren Hilfe ein Übender seine Meridianenergien stärken, harmonisieren und gesunden lassen kann. Das Besondere an dieser Methode ist, daß dies vollkommen in Eigenregie geschieht. Hat man die Polarity Meridiantherapie einmal erlernt, kann man sie unabhängig von einem Therapeuten oder Berater nutzen. Sie wendet sich an Menschen, die sich selbstverantwortlich um ihre Gesundheit kümmern wollen.
Die Polarity Meridiantherapie
Die Polarity Meridiantherapie umfaßt 16 Körperübungen.
Zu jedem der 12 Meridiane gehört eine Übung, zusätzlich gibt es eine Übung für die Thymusenergie, je eine Übungen für die Yin-Energie (das Gouverneursgefäß, das Aktive, das männliche Prinzip) und eine Übung für die Yang- Energie (das Konzeptionsgefäß, das Be- stehende, das weibliche Prinzip), sowie eine Übung zur Koordination aller Energien.
Im Mittelpunkt jeder Übung stehen die Energie, die organischen Zugehörigkeiten und die Themen eines Meridians. Denn Meridiane sind nicht nur Energiebahnen. Jeder Meridian steht mit einzelnen Organen und Körperbereichen in Verbindung und spricht gleichzeitig seelische Themen an, mit denen er korrespondiert.
Befaßt man sich mit Hilfe dieser Übungen mit der Meridianenergie, betreibt man gleichermaßen körperliche wie seelische Pflege, denn innerhalb der Meridianenergie gibt es keine Trennung zwischen dem Körperliche und dem Seelischen.
Im Folgenden möchte ich Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Themen und organischen Bezüge aller 12 Meridiane und der Thymusenergie geben. Die Thymusenergie entspricht der Grundenergie eines Menschen. Alle Meridiane stehen mit der Thymusenergie in enger Verbindung.
Thymus - Das Herz der Meridiane
Themen: Die Kraft zu leben. Ich-Bewußtsein, Identität, Integrität, Abwehrkraft, Grundvitalität, grundsätzliche Krankheitsneigung, Abwehrkraft.
Lungenmeridian - Austausch und Kontakt
Themen: Austausch, Kontakt, Veränderung, Abgrenzung, innere Weite, Sicherheitsgefühl. Lunge, Atemwege, Haut, Brust und oberer Rücken.
Dickdarmmeridian - Kraft und Kompetenz
Themen: Leben und leben lassen. In der Kraft sein. Hier sein. Präsent sein, Dasein, Kompetenz, lassen können, Vitalität. Darmerkrankungen, Verstopfung, Durchfall.
Magenmeridian - Annehmen und Aufnehmen von Dingen, Regeneration Themen: Sich den Dingen des Lebens stellen, die Tatsachen des Lebens verarbeiten können. Innere Ruhe, Regenerationsfähigkeit, Klarheit, Tiefe, entspannt sein. Körpervorderseite, Magen- & Speicheldrüsen, Magenschleimhaut, Geschmackssinn, allgemeine Nervosität.
Milz-Pankreas-Meridian - Bei sich sein
Themen: „Gerade sein“, in der vielfachen Bedeutung des Wortes. An die Themen des Lebens herangehen, ohne Ängste zupacken. Selbstbewußtsein, Ausstrahlung, Lebenslust, Kreativität. Oberer Bauchraum, Pankreas, Stoffwechselerkrankungen.
Herzmeridian - Mitgefühl und Empfinden
Themen: Das Gefühl, tun und lassen zu können, was man will und kann. Verantwortlich und liebevoll damit umgehen. Zugewandt sein. Erleben, Gefühl, Mitmenschlichkeit. Herz, Schultern.
Dünndarm - Integrieren und Verstehen
Themen: Verstehen und das Verstandene integrieren, auseinandersetzen, auswerten, unterscheiden, geistige Klarheit, Klugheit, Probleme denkend bewältigen können, anwesend sein, identifiziert sein mit dem, was man ist und tut, Entscheiden können. Dünndarm, Allergien, Nahrungsaufnahme und Verwertung, Tinnitus.
Blasenmeridian – Loslassen können
Themen: Alles ist in Ordnung. Ich bin OK, Du bist OK. Das Gleichmaß / der Gleichklang der Dinge ist erreicht und bleibt. Blase, Hämorrhoiden, Durchfall, Zysten, Ischiasschmerzen, Zyklusstörungen, Empfindungslosigkeit der unteren Extremitäten, Lenden- und Beinschmerzen.
Der Nierenmeridian - Ich und Du
Themen: Deutlichkeit, Eindeutigkeit, Selbstsicherheit, Standfestigkeit, Integrität, ein Rückgrat haben, Beziehungsfähigkeit, Vergangenheitsbewältigung, Urvertrauen. Erkrankungen der Niere, Übersäuerung des Körpers, Bluthochdruck, Erkrankungen der Zähne, verdreckt sein.
Kreislauf-Sexus-Meridian - Die persönliche Ausstrahlung
Themen: Charisma, sexuelles Interesse, Libido, sozial integriert sein, soziale Kontaktfähigkeit, soziales Interesse, Selbstsicherheit. Hormone, Durchblutung, Kreislauf.
Dreifacher–Erwärmer-Meridian - Das Wesen des Menschen, das Wesentliche
Themen: Kritikfähigkeit, Präsenz, Ich-Bewußtsein, Selbstbewußtsein, innerlich beweglich sein, Kongruenz. Störungen innerhalb der Regulation des Stoffwechsels und der Verdauung, Schilddrüsenstörungen, Hormonstörungen.
Gallenblasenmeridian - Klarheit und Vernunft
Themen: Denken, die Klarheit des Denkens, geistige Ruhe, Stille der Gedanken, absolute geistige Präsenz, Erkenntnis. Galle, Gehirnfunktionen, Verdauungsstörungen, Schmerzen im ganzen Körper.
Lebermeridian - Körperlichkeit und Kraft
Themen: Ich bin da. Ich fühle mich. Ich bin ein verantwortlicher Mensch. Ich kann und ich will. Ich bin (körperlich) fähig. Ich kann zupacken. Ich bin Körper. Leber, Stoffwechsel, Körperkraft, Suchterkrankungen.
Wie wirkt die Polarity Meridiantherapie?
Die Meridianenergie eines Menschen ist so individuell wie die Form seiner Finger-, Fußnägel, Beine oder Ohren. Man findet mit großer Sicherheit keine zwei Menschen, mit einem identischen Zustand ihrer Meridiane.
Dem kommt die Polarity Meridiantherapie entgegen, indem sie durch ihr Vorgehen den individuellen Zustand der Meridianenergie eines Übenden anspricht.
Innerhalb einer Meridianübung wird mit Hilfe einer Körperhaltung der Zustand der Meridianenergie des Übenden aktiviert. Der Übende kann sich diesen Zustands bewußt werden, ihn wahrnehmen, ihn erleben und im Anschluß daran Blockierungen innerhalb der Energie lösen und korrigieren. Der Prozeß der Gesundung der Meridianenergie findet mit Hilfe von Bewegungen statt.
Der Nutzen der Polarity Meridiantherapie in der naturheilkundlichen Praxis
Die Polarity Meridiantherapie kann in vielfältigster Weise in der Naturheilpraxis eingesetzt werden.
Die Übungen sind sowohl zur grundsätzlichen Stabilisierung des Patienten, als auch zur Behandlung von konkreten körperlichen und seelischen Problemen einsetzbar. Sie sind von jedermann leicht zu lernen und können vielfach selbst in hohem Alter noch ausgeführt werden. Die Methode ist zusätzlich auch für die Arbeit mit Schulkindern geeignet.
Die Übungen können als alleiniges therapeutisches Mittel verordnet werden, zur Unterstützung einer medikamentösen Behandlung dienen oder in Kursen und Einzelunterricht zur grundlegenden Gesundheitsvorsorge angeboten werden.
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