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Hildegard Willms-Beyárd, Gesundheitsberaterin
Rund 30 Jahre ist es her, daß der Generalsekretär der Vereinten Nationen die Welt beschwor, „eine weltweite Zusammenarbeit zu beginnen, um das Wettrüsten zu stoppen, den menschlichen Lebensraum zu verbessern, die Bevölkerungsexplosion niedrig zu halten und ihnen den notwendigen Impuls zur Entwicklung zu geben..“ Er beendete seine aufrüttelnde Rede mit der Feststellung, ( „...) Wenn eine solche weltweite Partnerschaft innerhalb der nächsten 10 Jahre nicht zustande kommt, so werden, fürchte ich, die erwähnten Probleme derartige Ausmaße erreicht haben, daß ihre Bewältigung menschliche Fähigkeiten übersteigt.“
Zu beurteilen, inwieweit U Thant damals recht hatte, übersteigt unsere Kompetenz. Doch die Aussagen des Club of Rome, - ein informeller Zusammenschluß von Wissenschaftlern, Industriellen, Wirtschaftlern und Humanisten, der 1968 in Rom gegründet wurde, um die Ursachen der sich immer stärker abzeichnenden kritischen Menschheitsprobleme zu ergründen, weisen in dieselbe Richtung.
Der Club of Rome verfolgt die Absicht, Politiker in der ganzen Welt zu motivieren, durch Gesetzgebung und Verordnung die Umwelt und mit ihr die gesamte Menschheit vor noch größerem Schaden zu bewahren. Die Frage ist also nicht nur, ob, sondern wie wir unseren gefährdeten blauen Planeten retten können, und das ist genau der Punkt, der jeden einzelnen von uns angeht.
Das Gremium sagt zur Lage der Menschheit, sie sei sehr bedrohlich, - jedoch nicht ohne Hoffnung.
Die beschleunigte Industrialisierung, das rapide zunehmende Bevölkerungswachstum, die weltweite Unterernährung, die Ausbeutung der Rohstoffreserven und die Zerstörung des Lebensraumes werden jedoch weiterhin zunehmen, wenn sich nicht grundlegend etwas ändert. Konfrontiert mit Fakten und Symptomen, die, dringlicher als je zuvor, das gigantische Ausmaß der globalen Probleme aufzeigen, befällt uns ein Ohnmachtsgefühl angesichts dessen, was da alles im Argen liegt: massive Umweltbelastung durch Masseneinsatz chemischer Spritz- und Dünge- mittel, weltweite Verbreitung von Schadstoffen, Massentierhaltung, Reaktorunfälle, Ölpest, Ausrottung seltener Tier- und Pflanzenarten, Mißachtung der Kreatur und der Menschenwürde, Zerstörung der Wälder, Verunreinigung der Gewässer und der Meere, Klimaveränderung, Ozonloch und nicht zuletzt die Bevölkerungsvermehrung und der Hunger in der Welt.
Wir haben durch unser gewinnorientiertes Handeln die Welt so verändert, daß wir unsere eigenen Wurzeln beschädigt haben, - oder, anders ausgedrückt, wir sägen an dem Ast auf dem wir sitzen. Stärker als je zuvor setzt die Menschheit auf Fortschritt und Technik. Man nimmt ganz selbstverständlich an, daß dies der richtige Weg ist und daß die Wissenschaft alle etwaigen daraus resultierenden Probleme in den Griff bekommt. Die Frage, inwieweit dieses Denken die Lebensqualität auf unserem Planeten beeinflußt, stellt sich anbetracht der Notsituation, in der sich ein Großteil der Weltbevölkerung befindet.
Viele Zeitgenossen schwören auf High-Tech und Fortschritt als Allheilmittel für die anstehenden Schwierigkeiten, - wieder andere - die Ignoranten - glauben, das regele sich alles irgendwie und irgendwann von alleine. Wenn der Mensch in das Gefüge der Natur eingreift regelt sich kaum noch etwas von alleine; darauf zu hoffen kann tödlich sein!
Es ist allerhöchste Zeit, daß wir die Dinge so sehen wie sie sind und uns nicht in trügerischer Sicherheit wiegen. Sich informieren und kritisch werden und, daraus resultierend, die eingefahrenen Verhaltensweisen zu ändern, sind das Gebot der Stunde.
Zugegeben, es ist nicht einfach, liebgewordene und festgefahrene Gewohnheiten neu zu überdenken, - und nur die Einsicht, daß es so nicht mehr lange weitergehen kann, gibt Kraft und Mut für Veränderung. Nur das gemeinsame Bemühen bringt uns aus der Sackgasse heraus! •
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