Das Fasten mit Gemüsebrühen nach Buchinger


Klaus Georg Dechert, Heilpraktiker

Das Fasten mit Gemüsebrühen wurde von dem Fastenarzt Dr. Otto Buchinger wiederentdeckt, mit großem Erfolg angewendet und weiter verbreitet. Dr. med. Hellmut Lützner griff die Gedanken Buchingers auf und trug zur Verbreitung seiner Fastenmethode bei. Inzwischen arbeiten viele Kliniken, Fastenleiter, Ärzte und Heilpraktiker nach diesen Prinzipien.

Dr. Otto Buchinger begann seine medizinische Laufbahn im Jahre 1904 als Marinearzt. Die vielen Reisen brachten den mit außerordentlicher Beobachtungsgabe und Sensibilität ausgestatteten Menschen schon früh mit östlichen Philosophien in Kontakt. Später beschäftigte er sich ausgiebig mit der Homöopathie Samuel Hahnemann's und entwickelte immer mehr eine ganzheitliche Anschauung des Menschen. Eine schwere Gelenkentzündung mit anschließender Arthrose und dazu noch eine therapieresistente chronische Gallenblasenentzündung über 10 Jahre heilten beide nach 3 Wochen Fasten für immer. Damit stand der Weg für ihn fest. Im Jahre 1919 nahm er die ersten Fastenpatienten auf und 1935 erwarb er ein Sanatorium in Bad Pyrmont. 1952 hatte er die Idee einer Klinik in Überlingen und gründete in seinem 80. Lebensjahr die Klinik Buchinger am Bodensee.

Das Fasten nach Buchinger beinhaltet drei Schwerpunkte, Gemüsebrühen und Säfte als einzige Nahrung, Bewegung und leichte sportliche Betätigung sowie psychische Betreuung und Therapie. Mit diesen Inhalten wird das Fasten nach Buchinger bereits seit Jahrzehnten in der Buchinger-Klinik und ähnlich arbeitenden Kliniken angewendet. Es ist für die meisten Menschen gut verträglich und kann sehr einfach durchgeführt werden. Aus diesem Grund und den erstaunlichen gesundheitlichen Erfolgen ist es zur weitverbreitetsten Form des Fastens geworden. Man kann es allein zu Hause machen, an berufsbegleitenden Gruppen und Urlaubsseminaren mit Betreuung teilnehmen und einen stationären Klinikaufenthalt unter medizinischer Versorgung und Kontrolle durchführen. Aus diesen Gründen wird das Fasten nach Buchinger ausführlich vorgestellt, wobei die anderen Fasten- und Entschlackungskonzepte genauso ihre Berechtigung und Anwendungsbereiche haben.

1. Notwendige begleitende Maßnahmen

Diese notwendigen Maßnahmen sind auch bei allen anderen Fasten- und Entschlackungskonzepten wichtig, jedoch gegebenenfalls in abgewandelter Form.

1.1 Die eingeleitete Darmentleerung

Unser Darminhalt ist nicht ausschließlich nur gut für uns. Durch Fäulnis- und Gärungsprozesse vergiften wir uns zeitweise innerlich selbst. Unser Darm funktioniert im Durchschiebeprinzip, wie ein Rohr voll mit Tennisbällen. Schiebt man vorn einen Ball hinein, kommt hinten nach kurzer Zeit ein anderer wieder heraus.

Fehlt im Darm der Nachschub, verbleibt der Darminhalt im Körper, die Fäulnis- und Gärungsprozesse verlaufen weiter und führen zu erheblichen Vergiftungserscheinungen. Darum ist es also wichtig vor dem Fasten den Darm gründlich zu entleeren. Dies verhindert die Vergiftung durch den Darminhalt, beschleunigt den Umschaltungsprozeß in das Fastenprogramm und reduziert das Hungergefühl.

Durch begleitende Durchfälle geschieht dies bei vielen Erkrankungen von selbst. Dies ist die natürliche Reinigungs- und Fasteneinleitung eines gesunden und natürlich funktionierenden Organismus.

Zur Einleitung einer Fastenzeit gibt es für die Darmentleerung mehrere Möglichkeiten.

1. Das altbewährte Glaubersalz (Natriumsulfat) oder Bittersalz (Magnesiumsulfat). Man nimmt hiervon ca. 20-40g; 3-5TL (die Menge richtet sich nach dem individuellen Stuhlverhalten) in 1/4l warmem Wasser, trinkt es möglichst schnell und spült hinterher mit viel Tee oder Wasser nach.

2. Sollte es große Probleme bereiten, das bittere Salz zu trinken, kann auf F.X. Passage (Handelsname eines Abführmittels) ausgewichen werden. Hierbei ist dem Salz etwas Sprudel und Zitronensaft beigemischt, was das Trinken erleichtert. Bis zu 5 Teelöffel in ca. 1/4 l Wasser nacheinander einrühren - es schäumt stark.

Bei beiden Varianten sollte man sich nach dem Trinken ca. 2-3 Stunden in der Nähe einer Toilette aufhalten.

3. Als sanfte Variante sind auch Laxoberal-Tropfen möglich. Man gibt 10 - 20 Tropfen in ein Apfelsaft-Wasser-Gemisch von 200 ml und trinkt es abends vorm Schlafengehen. Die Wirkung setzt dann erst am nächsten Morgen ein.

Immer öfter erzielen selbst hohe Dosen von Abführmitteln keine Wirkung mehr. Dies kann vorkommen und sollte nicht beunruhigen. Normalerweise reicht selbst dann die abführende Wirkung für den Dünndarm aus. Der Darminhalt staut sich dann zwar im Dickdarm, aber den Dickdarm säubert man sowieso täglich durch Einläufe. Sollten in den nächsten Fastentagen Unwohlsein und Völlegefühl auftauchen, kann die Darmentleerung auch noch einmal mit ca. 50% der Dosierung wiederholt werden.

Bei sehr sensiblen Därmen reicht zum Abführen hingegen auch schon Sauerkrautsaft oder Buttermilch.

Die Einnahme von Medikamenten sollte in gebührendem zeitlichen Abstand (ca. 2 Stunden) zu der Darmentleerung erfolgen. Durch die schnelle Darmpassage wird das Medikament nicht resorbiert und ist somit wirkungslos.

1.2 Einläufe

Einläufe sind bei jeder Fastenzeit obligatorisch. Das Organ Darm verstärkt die Ausscheidung in sein Inneres, und diese Ausscheidungen sammeln sich am Enddarm an. Faulen sie dort mehrere Stunden oder gar Tage vor sich hin, kommt es zu erheblichen Rückvergiftungserscheinungen wie Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen. Auch in Nicht-Fastenzeiten hat sich der Einlauf bei solchen Symptomen als Heilmittel bestens bewährt.

Um den Einlauf durchzuführen gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten:

1. Den Irrigator aus der Apotheke.

Irrigator

Er wird bei verschlossenem Auslaufhähnchen mit ca. 0,5 - 1l (je nach Körpergewicht) lauwarmen Wasser gefüllt und an einem Haken für Waschlappen oder einem Duschkopf in ungefähr 1,20 m Höhe befestigt. Kurzzeitiges Öffnen des Auslaufhähnchen entläßt sämtliche verbleibende Luft aus dem Gummischlauch. Das mit Vaseline oder Hautcreme eingefettete Einführrohr, bei linker Seitenlage in den After einführen und den Inhalt des Irrigatorgefäßes in den Darm einlaufen lassen.

2. Die Clyso-Pump aus der Apotheke.

Clyso-Pump

Die Clyso-Pump ist eine richtige Pumpe mit Saug- und Druckschlauch. Bei Benutzung einer Clyso Pumpe gibt man ca. 1,5l körperwarmes Wasser in eine separate Plastikschüssel. Man legt sich auf die linke Körperseite, hängt das Saugrohr in die Wasserschüssel und pumpt 1-2 mal bis sämtliche Luft aus der Pumpe entwichen ist. Danach führt man das eingefettete Ende in den After ein und pumpt ca. 6-10 mal.

Nach beiden Varianten sollte das Wasser ca. 5 Minuten im Darm einbehalten werden. Man kann sich dazu auf den Rücken legen und den Bauch mit kleinen kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn massieren. Nach dieser Zeit sollte der Darm auf der Toilette wieder entleert werden. Sollte es anfänglich schwerfallen den Stuhldrang einzuhalten, kann man sich gleich auf die Toilette setzen und dort den Darm massieren.

Die Einläufe sind in der Fastenzeit täglich durchzuführen. Am besten geeignet ist der Morgen nach dem Aufstehen, Einläufe können aber bei Zeitproblemen auch nachmittags oder abends durchgeführt werden.

Auf gar keinen Fall dürfen Einmalklistiere auf Mineralstoffbasis aus der Apotheke beim Fasten verwendet werden. Diese nicht resorbierfähige Salzpaste zieht Körperwasser in das Darminnere, wie Glaubersalz, und verflüssigt so den Darminhalt. Der tägliche Gebrauch in dieser Menge führt aber zu einem erheblichen Wasserverlust. Es entstehen Kreislaufstörungen, Toxinstauungen und andere schwerere gesundheitliche Probleme.

Ein Einlauf am Tag reicht normalerweise. Sollten Rückvergiftungserscheinungen wie Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit auftreten, sind auch 2 - 3 Einläufe möglich.

Bei hartnäckigen Beschwerden hilft auch ein Einlauf mit 1:1 verdünntem Bohnenkaffee der ca. 15 Minuten einbehalten wird. Ja, Sie haben tatsächlich richtig gelesen, hier handelt es sich um richtigen klassischen Bohnenkaffee. Kaffee ist sozusagen ein Medikament und überwiegend zu analem Gebrauch bestimmt.

Einläufe und Kaffee-Einläufe können auch nach dem Fasten bei Kopfschmerzen, Übelkeit, Konzentrationsmangel und Leistungsabfall ca. alle 10 - 14 Tage eingesetzt werden. Diese klassischen Zeichen einer Toxinrückresorption aus dem Enddarm sind mit Einläufen am besten zu beheben.

Merke: Einläufe entfernen Toxinansammlungen im Enddarm und verhindern die Rückvergiftung. Sie sollten in der Fastenzeit täglich durch- geführt werden.

1.3 Die ?Ernährung? des Fastenden

Die speziellen Fastengemüsebrühen enthalten zahlreiche, vom Körper in dieser Form leicht aufzunehmenden Vitamine, Mineral- und Spurenelemente. Sie unterstützen den fastenden Körper der sich von Schadstoffen, besonders Säuren (wie Harnsäure) befreit, indem sie ihm für diesen Vorgang wichtige basische Stoffe zuführen.

Die Rezepturen verschiedener Therapeuten sind oft sehr unterschiedlich. Einige Fastenleiter empfehlen sehr wäßrige Brühen mit in kaltem Wasser aufgesetztem Gemüse und bei schwacher Hitze ausgelaugten Mineralstoffen. Andere Fastenanbieter pürieren mehr oder weniger Gemüseanteile in die Brühe hinein. Beides hat seine Gründe. Die möglichst dünnen Brühen schonen die Verdauungsorgane für Regenerationsaufgaben. Die Kohlehydratfeststoffe der durch pürieren legierten Brühen bieten den immer häufiger werdenden Darmmykosen eine Basisnahrung und halten sie so vor dem ?Auswandern" in andere Organe ab.

Die Suppen sollten komplett ohne Salz gewürzt werden. Bitte auf keinen Fall Gemüsebrühwürfel verwenden, da sie alle zu viel Salz enthalten und manche gar Natriumglutamat. Die Basisbrühe immer selbst aus Gemüse auskochen. Die Suppenmenge von 1/4 l kann ein, oder zweimal täglich langsam gelöffelt werden. Langsames löffelweises Essen (am besten mit Teelöffel) und gutes einspeicheln hält die Verdauungsorgane auf Schongang und die Regeneration am Laufen.

Da die heutige Zivilisationskost überwiegend aus säurebildenden und basenraubenden Nahrungsmitteln besteht, sind Basensuppen in etwas dickflüssiger Form auch für die Dauerkost zu empfehlen.

Kräutertees können in möglichst großer Vielfalt und Abwechslung nach Belieben getrunken werden. Früchtetees sollten beim Fasten gar nicht getrunken und auch in der Dauerernährung nur als Genußmittel konsumiert werden. Sie wirken durch verschiedene Fruchtzusätze und Aromastoffe säuernd für den Körper.

Wer ein kreislaufanregendes Getränk statt Kaffee oder Schwarztee wünscht, kann in folgender Reihenfolge ausweichen: 1. Rosmarin-Tee, Yogi-Tee, Lemongras-Tee, 2. grüner Tee, 3. Mate-Tee. Nur, wenn der Kreislauf wirklich erheblich absackt, kann ein wenig schwarzer Tee getrunken werden.

Weiterhin ist Quellwasser ohne Kohlensäure (keine Mineralwässer) als Getränk zu empfehlen. Kohlensäure ist ein Stoffwechselendprodukt und somit ein ausscheidungspflichtiges Toxin, das während einer Fastenzeit dem Körper nicht zugemutet werden sollte. Zur Verstärkung der Ausscheidung kann 1-2 l destilliertes Wasser oder osmotisch gefiltertes Wasser getrunken werden. Dies erhöht erheblich die Durchflutung des Bindegewebes und die über die Nieren ausgeschiedene Toxinmenge.

Die Menge an Wasser und Tees richtet sich nach dem individuellen Bedarf. Da wir meist zu wenig trinken, sollte während des Fastens leicht über den Durst getrunken werden. Als Richtwert sind ca. 3l täglich während des Fastens an Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Zitronenscheiben auszulutschen ist erfrischend und regt den Kreislauf an. Die Zitronensäure unterstützt den Abbau der Harnsäure und deren Ausscheidung.

Gemüse- und Obstsäfte, evtl. milchsauer vergoren, können zur Variation des Geschmackserlebens anstelle einzelner Gemüsebrühenmahlzeiten oder auch zusätzlich genommen werden. Sie sollten ohne Salz- und Zuckerzusatz sowie nicht aus Konzentrat hergestellt sein. Säfte sollten unbedingt im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnt werden.

1.4 Körperpflege

Die Körperpflege sollte auf den fastenden Körper abgestimmt sein. Die meisten kosmetischen Produkte wie Make up, Lidschatten, Lippenstift, Nagellack oder Deodorants blockieren Ausscheidungswege des Körpers. Diese Produkte sollten während Fastenzeiten gemieden werden.

Durch die starke Entwässerung des Körpers während des Fastens kann die Haut etwas trocken werden. Hier können Sie eine Feuchtigkeitscreme einsetzen oder direkt nach dem Duschen wenige Tropfen Calendulaöl auf dem noch feuchten Körper verteilen.

Die beste Reinigung für die Körperhaut ist das Trockenbürsten mit anschließender Dusche. Es regt gleichzeitig auch den oft etwas labilen Kreislauf während des Fastens an und fördert die Hautdurchblutung und Regeneration, besonders wenn es mit anschließenden Kneipp'schen Güssen (s.u.) kombiniert wird.

Mit einer Bürste aus Naturborsten vor dem Duschen und/oder einem Sisalhandschuh während des Duschens sollten in kreisenden Bewegungen die Beine und Arme von den Füßen und Händen zum Körper hin gebürstet werden. Die Reihenfolge, vom rechten Bein über das linke Bein zum rechten Arm und am Schluß den linken Arm ist wichtig. Den Handschuh immer an der Außenseite der Extremität zum Körper hin und an der Innenseite vom Körper weg bewegen. Zum Schluß dann den Körper selbst, immer von der Herzferne zum Herzen hin abbürsten.

Kneipp'sche Güsse regen den Kreislauf an und die Hautdurchblutung, fördern so Regeneration und Entgiftung der äußeren Hautareale und sind gut geeignet bei allen Degenerationserscheinungen der Haut. Durch abschrauben des Duschkopfes kann man auch in der heimischen Dusche für einen gut fließenden breiten Wasserstrahl sorgen. Die Wassertemperatur ist auf die kälteste Temperatur einzustellen und der Wasserstrahl in der gleichen Abfolge wie beim Bürsten mit dem Handschuh zu führen.

1.5 Leberwickel

Die zentrale Funktion der Leber für das Fasten wurde bereits in Kapitel 2 ausgiebig beschrieben. Sie ist das Zentralorgan aller Entgiftungsfunktionen. Durch die heutige Ernährung, Lebensweise und Vergiftung unserer Umwelt ist sie meistens bereits über die Grenze ihrer Leistungskapazität belastet. Es lagern sich vermehrt Toxine und andere Stoffe innerhalb der Leber ab, machen die Gewebeflüssigkeit der Leber und das Blut in den Lebergefäßen dickflüssig wie festgewordener Honig. Die Entgiftungsfunktion der Leberzellen wird dadurch natürlich erheblich reduziert.

Der Leberwickel bringt Wärmeenergie in die Leber hinein und verflüssigt so die Gewebeflüssigkeit und das dickflüssige Blut wie ein festgewordener Honig, den Sie auf eine heiße Herdplatte stellen. Weiterhin verursacht die Wärme eine Art künstliche Leberentzündung.

Keine Angst, eine Entzündung im Körper ist immer etwas Gutes, wenn sie nicht überschießend ist. Eine Entzündung ist eine Heilungsreaktion - ohne Entzündung keine Heilung. Bei jeder heilenden Wunde wird das umliegende Gewebe rot, heiß und schwillt an. Das ist eine Entzündung und darauf folgt eine Mehrarbeit bestimmter im heißen Bereich liegender Körperzellen. Sowie die Einwanderung weißer Blutzellen, die Schadstoffe aufnehmen und abbauen. Somit fördert der Leberwickel einerseits durch Verflüssigung des Blutes und der Gewebeflüssigkeit die Nährstoffversorgung der Leberzellen und stimuliert andererseits durch eine von außen vorgetäuschte Entzündung ihre Regeneration und Entgiftungsleistung.

Durch seine zentrale Wirkung ist der Leberwickel während Fastenzeiten täglich anzuwenden. Am besten wirkt er abends vor dem zu Bett gehen oder mittags vor der Mittagsruhe. Er macht im Normalfall müde und erleichtert so das Einschlafen. Sie können sich gut mit dem Leberwickel schlafenlegen. Wenn Sie später wach werden und er stört, lassen Sie ihn gerade aus dem Bett oder von der Liege fallen.

Man feuchtet leicht mit warmem Wasser ein Gästehandtuch oder einen großen Waschlappen an. Danach legt man sich auf den Rücken und den feuchten Lappen auf den rechten Rippenbogen, so daß die Rippen den Lappen in der Diagonale kreuzen. Darüber legt man eine heiße Wärmflasche, gerade so heiß, daß man sich nicht verbrüht. Um den ganzen Körper herum wickelt man zum Schluß ein großes Handtuch, das die Wärme am Körper hält und nach außen isoliert. Der Leberwickel sollte ca. 1/2 Stunde aufliegen und kann danach abgenommen werden.

1.6 Bewegung

Die körperliche Bewegung, insbesondere das gleichmäßige rhythmische Gehen in der Harmonie von Atmung, Herzschlag und Schrittfrequenz ist für die Reinigung unseres ?inneren Ozeans" so wichtig wie die Gezeitenbewegung für das Meer.

Merke: Der menschliche Organismus ist von seiner Entwicklung her ?konstruiert" für 5 - 15 km Fußmarsch täglich und weniger führt auf die Dauer zu Toxinansammlung, Leistungsverlust und chronischen Erkrankungen.

Dies ist der hauptsächliche Grund, warum die Fastenwanderbewegung in den letzten Jahren einen solchen Aufschwung erhalten hat. Unser konstanter Bewegungsmangel macht eine erhöhte Entgiftung dringend notwendig. Dies führt besonders zu Erkrankungen der unteren Extremitäten von Fußpilz über Orangenhaut, Besenreiser, Venenerkrankungen, arteriellen Verschlußkrankheiten mit Sensibilitätsverlusten bis zu offenen Beingeschwüren. Bewegung regt den gesamten Organismus zum Abtransport der Schlacken. Diese Entgiftung wird annähernd erreicht, wenn das Fasten mit täglichen Wanderstrecken von 10-20 km kombiniert wird.

Die verstärkte und hoffentlich auch tiefere Atmung während des Gehens in frischer Luft erhöht dann natürlich auch noch die gasförmige Toxinausscheidung über die Lungen.

Natürlich sind auch eine sinnvoll angeleitete Gymnastik, Yoga, T'ai Chi, Feldenkrais etc. eine hilfreiche Unterstützung der Entgiftungsarbeit des Körpers.

Beim Fasten im Berufsalltag kann die Mittagspause, die ja nicht mehr zum Essen benötigt wird, zu einem kleinen Spaziergang genutzt werden. In der Fastenzeit sollte das Auto möglichst in der Garage bleiben und vermehrt auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen werden. Ein kleiner Spaziergang zu den Haltestellen fördert nicht nur die Ausscheidung durch die Bewegung, sondern reduziert auch gleichzeitig Streß und Hetze.

Treppensteigen anstatt den Aufzug zu benutzen ist nicht nur in Fastenzeiten sinnvoll.

Basisbrühe
Variationen:

Je Person ca. 200 ml Basisbrühe, je 1 Prise Paprika, Curry, Gemüsebrühe (Glutamatfrei!), dazu wahlweise:

40g Fenchelknollen, grob würfeln, 5 Min. kochen, pürieren mit 1 cm Banane, mit gehacktem Fenchelgrün dekorieren.

40g Möhren, grob würfeln, 5 Min. kochen, pürieren, mit 1 MS Curry und etwas Orangensaft würzen.

40g Tomaten, 5g rote Beete, grob würfeln, mit Basilikum würzen, 5 Min. kochen, pürieren, durch Sieb passieren, mit Mungbohnensprossen garnieren.

40g rote Paprika, grob würfeln, mit 1/2 TL Paprika edelsüß würzen, 5 Min. kochen, pürieren, gehackte Kapuzinerkresseblätter.

40g Brokkoli, grob würfeln, 5 Min. kochen, pürieren, mit Zitronensaft abrunden.

40g Grünkohl abstreifen, 5 Min. kochen, pürieren, mit Muskat würzen.

40g Kohlrabi grob würfeln, 5 Min. kochen, mit 1 Würfel Ananas pürieren

3 Mangoldblätter roh in heißer Brühe mit 1 Walnuß pürieren.

1/2 Schälchen Kresse roh in heißer Brühe (mit Muskat gewürzt) pürieren.

40g gelben Kürbis, grob würfeln, mit 1/4 TL Curcuma würzen, 5 Min. kochen, mit 1/4 Mandarine pürieren.

In jede Suppe beim Pürieren ein rohes Scheibchen Knoblauch geben.



Menge/Zutaten/Verarbeitung

3l Wasser mit evtl. Gewürzkräutern (wie Thymian, Rosmarin, Liebstöckel, Salbei)

1/2 TL evtl. Kümmel

1/2 TL evtl. Nelken

1/2 TL Wacholderbeeren

2 Lorbeerblätter

1 Zwiebel, gehackt

3 Knoblauchzehen

etwas Lauch

600g Gemüse
(Kartoffel, Möhren, Sellerie, Petersilienwurzel, Pastinaken, Fenchel, Zuccini, Brokkoli- und Blumenkohlstrunke, wenig Kohl und Kohlrabi)

fein schneiden oder mit Maschine raffeln, dazugeben ca. 45 Min. köcheln lassen

Dann absieben, heiß in Fruchtsaftflaschen bis zum Rand füllen und sofort verschließen.

Hält bis zu 2 Wochen.

2. Mögliche Zusatzmaßnahmen

Neben den eben beschriebenen notwendigen Maßnahmen gibt es noch einige zusätzliche Möglichkeiten, Beschwerden zu lindern oder die Ausscheidungen anzuregen.

2.1 Honig

Gerade beim Fasten setzt in der Nachmittagszeit ein teilweise erheblicher Leistungsknick durch den Abfall des Blutzuckerspiegels ein. Begleitet wird der Blutzuckerabfall häufig durch Schwindel und Heißhunger. Dem kann mit einem gestrichenen Teelöffel Honig begegnet werden, jedoch nicht mehr! Mehr würde die Blutzuckerregelung der Bauchspeicheldrüse zu stark belasten und deren Regenerationsarbeit beeinträchtigen. Er kann direkt vom Löffel gelutscht, oder in etwas Tee aufgelöst werden.

Durch diesen Teelöffel Honig erfährt man beim Fasten ein weiteres fantastisches Erlebnis. Man stellt plötzlich fest, mit welch geringen Mitteln in unserer genußverwöhnten und in ihrer Empfindung desensibilisierten Gesellschaft wieder ein Hochgenuß erlebt werden kann.

2.2 Leinsamenschleim

Durch die starke Magenbelastung unserer Zivilisationskost sind Fastende häufig mit saurem Aufstoßen konfrontiert. Diesem Aufstoßen kann man beim Fasten gut durch einen abgekochten Leinsamenschleim abhelfen.

Zur Zubereitung nimmt man 1 EL ungeschroteten Leinsamen, kocht diesen in 250 ml Wasser ca. 5 Minuten und siebt den Schleim ab. Die ausgekochten Leinsamenkörner wirft man weg und löffelt langsam den Schleim. Dies wiederholt man 1-3 mal täglich, bis das saure Aufstoßen nachläßt.

2.3 Salzbad

Hautunreinheiten sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern können durchaus Vorboten von Hautkrebs sein. Sie sind Ablagerungen eines toxinbelasteten Körpers, der sie nicht mehr zur Ausscheidung bringen kann.

Psoriasis, Akne, Pickel und Furunkel sind umgeleitete Ausscheidungsvorgänge über die Haut auf Grund blockierter normaler Ausscheidung.

Eine Möglichkeit, die Toxinausscheidung über die Haut zu aktivieren, sind Salzbäder - nach der folgenden Beschreibung durchgeführt. Allerdings sollten Sie sie nicht ohne Aufsicht durchgeführten, da anfänglich leichte Kreislaufschwächen nicht auszuschließen sind. Bei labilem Kreislauf dürfen sie nicht angewendet werden.

Geben Sie 3 kg normales Stein- oder Kochsalz in eine Badewanne. Füllen Sie diese mit 26° C warmen Wassers, setzen Sie sich hinein und lassen Sie heißes Wasser zulaufen, bis Sie max 38-42° C erreicht haben. Bleiben Sie dann noch 20 Minuten im Wasser, das seine Temperatur halten sollte. Atmen Sie gut, aber ruhig durch.

Trocknen Sie sich nicht ab, sondern legen sich feucht, jedoch in ein vorgewärmtes Tuch gehüllt, ins Bett. Dort ruhen Sie etwa 30 Minuten unter der Decke, wobei Sie schwitzen sollten.

Dann trocknen Sie sich ab, ohne sich nochmals zu waschen oder zu duschen und kleiden sich an.

Trinken Sie nun warme oder heiße Tees (Brennessel, Zinnkraut, Schafgarbe, Brombeerblätter, Melisse) mit kreislaufstärkenden Komponenten, oder essen Sie heiße Brühen.Verlassen Sie die Wohnung erst, wenn Sie keine besondere Wärme mehr spüren.

Das zunächst unter Körpertemperatur befindliche Salzwasser laugt bereits eine große Menge Toxine aus dem Körper heraus. Durch das über die Körpertemperatur erhitzte Salzwasser nimmt der Körper von dem Überangebot an Kochsalz (deshalb auch die hohe Dosierung) vermehrt Kochsalz über die Haut auf. Zusätzlich werden durch die erhöhte Körpertemperatur der gesamte Stoffwechsel und auch die Toxinverarbeitung angeregt. Das Nachschwitzen und die damit verbundene hauptsächliche Ausscheidungswirkung werden gefördert durch die erhöhte Körpertemperatur und durch den gerade aufge- nommenen hohen Salzgehalt in der Haut.

Das Schwitzen verbraucht eine große Menge verschiedener Salze, insbesondere Kochsalz. Hat der Körper gerade sehr viel Kochsalz durch das Bad aufgenommenn hat er ein ausreichendes Angebot an Salz, um vermehrt zu schwitzen. So steigert der Körper die ausgeschiedene Schweißmenge durch den hohen Salzgehalt in der Haut. Die Ausscheidung des gerade aufgenommenen Kochsalzes reduziert die Ausscheidung anderer Salze und somit die Verluste an wertvollen Mineralien durch das Schwitzen für den Körper. Die Mineralstoffe stehen dann wiederum der Toxinverarbeitung zur Verfügung.

Eine höhere Schweißmenge bedeutet aber auch eine höhere Ausscheidung von Toxinen.

2.4 Ölziehen

Das Ölziehen ist eine traditionelle Methode der russischen Volksheilkunde und bewirkt eine generelle Steigerung der Entgiftungsleistung der verschiedensten Organe. Es kann täglich, aber auch besonders während Fastenzeiten angewendet werden.

Das Ölziehen wird morgens vor dem Zähneputzen angewandt, indem man ca. 1 EL kaltgepreßtes Sonnenblumenöl 10 - 15 Minuten im Mund behält, es saugend und drückend, bei zusammengebissenen Zähnen durch die Zahnzwischenräume bewegt. Das Öl nimmt nun die Keime an den Zahnhälsen und dem Zahnfleisch auf und entfernt sie aus dem Körper. So sollte das Öl auf keinen Fall geschluckt werden, sondern in das Waschbecken oder über die Toilette entsorgt werden. Danach ist gründliches Zähneputzen angesagt, um die Zähne von den anhaftenden belasteten Ölresten zu reinigen. Sie werden staunen, welch sauberes und reines Gefühl Sie danach im Mund haben.

Das Ölziehen wurde ausreichend durchgeführt, wenn das Öl eine weiße Farbe, wie Milch angenommen hat. Ist das Öl noch gelblich, dann wurde zu kurz gespült, und Sie sollten es beim nächsten mal länger im Mund behalten.

Zusätzlich können Sie nach dem Zähneputzen mit dem Zeigefinger das Zahnfleisch von Ober- und Unterkiefer nach hinten zum Gaumen hin ausstreichen. Sie beginnen vorn bei den Schneidezähnen, drücken mit dem Zeigefinger gerade so fest auf das Zahnfleisch, daß es nicht schmerzt, und streichen alle vier Seiten außen und innen an den Zahnwurzeln entlang bis zum Kiefergelenk. Das bringt die Lymphe im Mundraum zum fließen, kräftigt das Zahnfleisch und reduziert Zahnfleischentzündungen.

Viele schwere innere Erkrankungen finden ihre Ursachen in einem Herdgeschehen in den Zahnwurzeln. So nimmt die Zahnherdsanierung in der Naturheilkunde einen großen und wichtigen Bereich ein.

Wie entstehen nun die Zahnherde? Die Zähne reichen mit ihren Wurzeln bis in die Kieferknochen und deren Hohlräume hinein. Diese Hohlräume sind feucht und schlecht durchblutet. So werden sie von der körpereigenen Abwehr sehr schlecht erreicht. An den Zahnhälsen gelangen nun Mikroben in diesen Bereich und können sich hier - von der Immunabwehr unzureichend eliminiert - „häuslich niederlassen". Sie leben hier ein Parasitendasein und schädigen den Körper mit ihren Stoffwechselprodukten. Es entstehen mikroskopisch kleine Zahnherde, die selbst auf Röntgenaufnahmen noch nicht zu sehen sind. Bei einem degenerierten Immunsystem werden die Herde schnell größer, bis sie auch auf Röntgenaufnahmen sichtbar sind. Diese massiven Herde stören nicht nur die angrenzenden Zähne, sondern haben auch noch Fernwirkung auf alle inneren Organe des Menschen. So gibt es ganz spezifische Zahn-Organ-Verbindungen, die anzeigen, bei welchem Zahnherd das entsprechende Organ beeinträchtigt ist.

Die Störungen fangen aber bereits schon bei den röntgenologisch nicht sichtbaren, mikroskopisch kleinen Herden an. Der Körper kompensiert diese zwar sehr gut, und Sie merken überhaupt nichts davon. Jedoch führen sie über Jahre zur schnell fortschreitenden Degeneration des Organismus.

2.4 Zunge reinigen

Häufig findet sich beim Fasten ein gelblich-weißer oder grau-grünlicher Belag nach dem Aufwachen auf der Zunge. Dies sind Ausscheidungen der Schleimhäute und sollten von der Zunge entfernt und nicht gerade durch Hinunterschlucken wieder dem Körper zugeführt werden. Die Zunge reinigt man am Besten mit einem Tee- oder Kaffeelöffel. Mit diesem kratzt man von hinten nach vorn die Zunge entlang und spült den abgekratzten Belag in das Waschbecken hinunter. Es wird bei einer Anwendung so lange wiederholt bis reiner Speichel und kein Belag mehr auf dem Löffel bleibt. Dies fördert die Regeneration der Geschmackszellen und die während des Fastens stattfindende Verfeinerung der Geschmacksempfindung.

2.5 Seelische Reflexion

Körper und Seele haben eine tiefe Verbindung. Wo körperliche Ablagerungen und Toxine aufgewühlt werden, kommen auch die psychischen „Leichen aus dem Keller" hervor. Darum auch der eingangs beschriebene Vorgang des Fastens als religiöses Reinigungsritual.

Therapeutische Gespräche in Einzel- oder Gruppentherapie sind hilfreich, die aufgedeckten psychischen Probleme und Neurosen zu bearbeiten und zu heilen. Die Gespräche helfen, die augenblickliche Lebenssituation zu reflektieren und Lösungen für Probleme zu finden. Mit der freiwerdenden Kreativität können Ideen für die Zukunft entwickelt werden. Die entstehende Kraft und Dynamik lassen sich verwenden, um Maßnahmen und Meilensteine für die Zukunft zu setzen und durchzuführen. Gerade bei Neu- oder Umorientierung der beruflichen oder privaten Situation bieten sich Fastenzeiten an. In Lebenskrisen bekommt man neue, oft ungeahnte Ideen, um Auswege aus der Situation zu finden.

Fördern kann man den kreativen Ausdruck durch Malen, Zeichnen oder Tagebuchschreiben während des Fastens.

2.6 Wohnung ausmisten

Nicht nur Körper und Seele spiegeln sich gegenseitig, auch unser Wohnumfeld spiegelt unser inneres Wesen. In einem Chaos können kein geordneter Körper und Geist wohnen. Wenn wir unseren Charakter weiterentwickeln wollen, muß sich unser Wohnumfeld mitverändern.

Oft drängt es uns in Fastenzeiten zu größeren Aufräumaktionen in unserer Wohnung. Diesem Drängen sollten wir nachgehen und es sogar unterstützen. Die Entscheidung, was wir wirklich noch brauchen können - besser gesagt - was wir nicht mehr brauchen können, fällt in Fastenzeiten um vieles leichter. Ein Hausputz, das Durchforsten der Bücherregale, Rumpelkammern, Dachböden, Kellerräume oder alter Briefe und nicht zuletzt des Kleiderschranks bringt Ordnung und Klarheit. Alles, was man in den letzten 2 Jahren nicht in der Hand hatte, wirft man am besten weg oder verschenkt es. Es stellt meist nur noch eine Belastung dar.

Man kann die Raumgestaltung der Wohnung nach neuen Vorstellungen überprüfen. Vielleicht gefallen die Wandfarbe oder einige Möbelstücke nicht mehr? Die Fastenkreativität nutzt man bestens zur Anpassung des Wohnumfeldes an die weiterentwickelte neue Persönlichkeit.

Es ist gut, sich einen Einkaufsbummel zu gönnen und sich neu einzukleiden mit Kleidung, die Sie unterstützt, ihre Ziele zu erreichen. So kann man das durch Fasten eingesparte Geld sinnvoll investieren.

Merke: Nicht nur der Körper entgiftet, sondern auch die Seele will sich von altem Ballast befreien.
3. Praktische Durchführung
der Fastenzeit

3.1 Vorbereitende Maßnahmen

Zunächst sollte man sich mit den in den folgenden Kapiteln beschriebenen verschiedenen Fastenkonzepten kritisch auseinandersetzen und für die Variante entscheiden, die am besten zusagt.

Will man allein, ohne Betreuung fasten, versichert man sich, ob man organisch und psychisch dazu in der Lage ist. Ein negatives Erlebnis kann das Fasten für immer verleiden. Man wählt im Zweifelsfall den sicheren Weg und wendet sich gerade beim ersten Mal an einen Therapeuten oder Fastenleiter, der zumindest beratend zur Seite steht.

Man macht sich die Risiken und Möglichkeiten des Fastens im Alltag deutlich und klärt Familie, Kollegen und Vorgesetzte über das Vorhaben auf.

Sollten Sie für die Zubereitung der Familienmahlzeiten zuständig sein, dann fragen Sie sich, ob Sie es während des Fastens weitermachen wollen oder organisieren Sie eine Vertretung.

Reduzieren Sie alle privaten und beruflichen Termine in dieser Zeit auf das absolut notwendige Minimum.

Besorgen Sie sich die notwendigen Fastenutensilien:
Einlaufgerät, Mittel für Darmentleerung, Bürste für Trockenbürsten, Sisalhandschuh für Naßbürsten, Wärmeflasche, Säfte, Tees, Wasser und Gemüse für Brühen.

3.2 Die Entlastungstage

Vor den eigentlichen Fastenbeginn gehören noch bis zu 3 Entlastungstage. In diesen Tagen sollten bereits keine großen Eßgelage mehr veranstaltet werden, der Fleisch- und Käsekonsum und der Verzehr von Genußgiften wie Kaffee, Zucker, Alkohol sind einzustellen. Das Rauchen, wenn kein Totalverzicht möglich ist, sollte doch auf ein Minimum reduziert werden.

Es sollte überwiegend Frischkost und in Wasser gedünstetes Gemüse verzehrt werden.

Es können in den ersten Tagen nach einem Verzicht auf die Genußgifte Entzugserscheinungen (z.B. Kopfschmerzen) auftreten, von denen Sie in der Fastenzeit verschont bleiben sollten.

Merke: Die Fastenzeit beginnt bereits mit den Entlastungstagen.
3.3 Der Abführtag

Ab heute wird nun keine feste Nahrung mehr zu sich genommen. Die eingeleitete Darmentleerung gibt dem Körper den Umschaltimpuls für das Fasten. Genußgifte wie Kaffee, Zucker und Alkohol sind ab jetzt erst recht tabu. Für das Rauchen gilt das gleiche, mit der Einschränkung, daß bei großer Abhängigkeit zumindest vormittags darauf verzichtet werden sollte.

Nach der Einnahme des Mittels zur Darmentleerung sollte man sich ca. 2-3 Stunden in der Nähe einer Toilette aufhalten, viel trinken und sich Ruhe gönnen. Bei Kreislaufproblemen sollte man sich etwas hinlegen.

Es sind mehrere durchfallartige Stuhlgänge möglich. Sollte sich keine derartige Wirkung zeigen, ist dies auch nicht schlimm.

3.4 Die weiteren Fastentage

Der Verzicht auf Genußgifte und die Einschränkung des Rauchens treffen natürlich auch auf die Fastentage zu.

Wichtig ist ein täglicher Spaziergang von einer Stunde an der frischen Luft. Möglichst sollte man das Auto stehen lassen und alle Tätigkeiten ruhiger angehen. Hetze ist eines der schlimmsten Dinge, die man sich beim Fasten antun kann.

Möglichst früh aufstehen und den Tagesablauf ruhig angehen. Mit der geringeren Belastung durch das Weglassen der Nahrung und Genußgifte wird der Körper leistungsfähiger und benötigt normalerweise weniger Schlaf.

Hier der Vorschlag eines Tagesablaufes:

Morgens

Trockenbürsten, Wechselduschen und Einlauf
Kräutertee langsam trinken, am besten mit Teelöffel „essen". Dies sorgt für ein Sättigungsgefühl, und gutes Einspeicheln reduziert die noch nötige Verdauungsleistung.

Mittags

1/4l Gemüsebrühe, evtl. Obst- oder Gemüsesäfte, Kräutertee auch langsam löffeln. Danach Mittagsruhe ca. 1/2 Stunde mit Leberwickel oder ausgiebiger Spaziergang.

Nachmittags

Zitronenscheiben auslutschen und/
oder 1 gestrichener Teelöffel Honig

Abends

1/4 l Gemüsebrühe oder Obst- und Gemüsesäfte

Schlafengehen möglichst früh mit Leberwickel

Durch die Umstimmung des Körpers auf das Fastenprogramm und die schubweise Lösung von Toxinen und Ablagerungen sind Unbefindlichkeiten, Schmerzen und Stimmungsschwankungen bei je-dem Fastenden möglich. Ausreichende Bewegung, Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten helfen dem Körper, damit fertig zu werden. Sollte man normalerweise über Nahrung und Genußgifte die Stimmung aufbessern, ist während des Fastens frühzeitig für gesundheitsförderlichen Ersatz (z.B. Musik hören, Duftbad, Waldspaziergang etc.) zu sorgen, den man auch nach der Fastenzeit durchaus beibehalten kann.

In solchen Krisen nie überstürzt die Fastenzeit abbrechen, sondern dem Körper bei der Ausleitung der Gifte helfen und ihn durch die beschriebenen Maßnahmen unterstützen. Der Körper braucht Zeit zu reagieren. Krisen von 1-2 Tagen sind durchaus normal. Sollten sie 3 Tage und länger anhalten, sucht man kompetenten Rat bei einem Fastentherapeuten und geht dann gegebenenfalls langsam und bewußt in die Aufbautage über. Die Fastenzeit sollte 5 Tage nicht unterschreiten und ohne fachliche Betreuung auch nicht über 10 Tage ausgedehnt werden.

3.5 Die Aufbautage

Ab dem ersten Aufbautag entfällt der Einlauf und jede andere eingeleitete Darmentleerung. Der Aufbau der Mahlzeiten erfolgt am ersten Aufbautag idealerweise wie folgt:

Morgens:

1/2 geraffelten oder klein gewürfelten Apfel, 30 Minuten oxydieren lassen mit 2 über Nacht in Wasser eingeweichten Trockenpflaumen. Die Oxydation reduziert zwar den Vitamingehalt, die entstandenen Fermente machen ihn jedoch bekömmlicher.

Mittags:

Ca. 90g Apfel-Möhre geraffelt mit frisch ausgepreßtem Zitronensaft und evtl. etwas kaltgepreßtem Sonnenblumenöl.

Abends:

Ca. 150g Gemüsefrischkost aus Apfel, Möhre, Rote Bete, Kohlrabi, Blumenkohl etc. nach Geschmack und Jahreszeit beliebig kombiniert, mit Zitronensaft, Obstessig und kaltgepreßtem Sonnenblumenöl angemacht.

Nächster Morgen:

ca. 150g Obstsalat nach Saison.

Die folgenden Punkte sind nicht nur während der Aufbautage wichtig für eine optimale Verdauung:

Nehmen Sie sich Zeit zum Essen, essen Sie langsam und kauen Sie jeden Bissen solange, bis er gut eingespeichelt ist und nicht mehr nach dem Essen schmeckt.

Hören Sie bereits beim ersten Sättigungsgefühl auf zu essen und überessen Sie sich nicht.

Essen Sie, wenn Sie wirklich Hunger haben und nicht, wenn die Zeit dazu ist.

Gönnen Sie sich Ruhe während und nach dem Essen. Lieber eine Mahlzeit auslassen, als in Hetze und Eile herunterschlingen.

Unterscheiden Sie zwischen Hunger (essen für den Körper) und Appetit (Kompensation für die Psyche) und denken Sie nach, warum Sie was brauchen.

Achten Sie auf Ihren Körper, wie er nach einer Mahlzeit reagiert. Mit Unwohlsein zeigt er an, was ihm nicht gutgetan hat, und vermeiden Sie dies in Zukunft.

Die weiteren Mahlzeiten gestaltet man nach dem individuellen Geschmack. Verzichten sollte man möglichst lange (am besten für immer) auf Genußgifte, glutamathaltige Speisen, chemische Nahrungsinhaltsstoffe, Fertiggerichte, übermäßig gesalzene oder zu heiße Speisen.

Merke: Es ist nicht nur wichtig, während des Fastens den Körper zu entgiften, sondern nach dem Fasten zu einem bewußteren, gesundheitsförderlichen Lebensstil zu finden.

Eine Fastenzeit kann nur ein Bruchteil dessen korrigieren, was ein gesundheitswidriger Lebensstil zerstört. Deshalb ist die Korrektur des Lebensstils der wichtigste Grund des Fastens und langfristig erst der Garant für Gesundheit, Schönheit und Leistungsfähigkeit.

4. Bewertung der verschiedenen Durchführungsmöglichkeiten für das Fasten mit Gemüsebrühen

4.1 Das Fasten im Alleingang

Dies ist die preiswerteste und bequemste Form des Fastens. Sie können es zu Hause durchführen oder sich im Urlaub in einem Hotel einmieten. Sie sollten sich jedoch der Risiken bewußt sein und besonders beim ersten Mal evtl. einen erfahrenen Therapeuten beratend zu Hilfe nehmen. Ein guter Freund, der schon mal gefastet hat, reicht unter Umständen nicht aus, denn jeder Organismus reagiert anders. Es können
bei Ihnen ganz andere Schwierigkeiten und Komplikationen auftreten.

Kosten:

Die Kosten sind sehr gering, wenn man bedenkt welche positiven Wirkungen des Fasten hat. Es können höchstens Hotelkosten im Urlaub oder Kosten durch reduzierte Arbeitsleistung bei Selbständigen auftreten. Ansonsten ist, durch Ausfall der Nahrungs- und Genußmittel sowie Kneipengänge Restaurant- und Cafébesuche, sogar mit einem finanziellen Gewinn von DM 100 bis 300,- (je nach Lebensstil) in der Woche zu rechnen.

Merke: Es gibt kaum eine andere Maßnahme, die einerseits so preiswert und andererseits so gesundheitsfördernd ist, wie das Fasten.

Vorteile:

Die großen Vorteile liegen beim Alleinfasten in der individuellen Gestaltungsmöglichkeit der Fastenzeit. Den gesamten Tagesablauf und die Aktivitäten kann jeder Fastende selbständig bestimmen.

Die Eigenständigkeit in den Fastenaktivitäten und das Durchhalten des Fastens an sich bewirken eine Willensstärkung und eine Steigerung von Tatkraft und Motivation zur Erreichung der individuellen gesteckten Ziele.

Die Steigerung der Sensibilität, die Rücksichtnahme auf die körperlichen Grenzen und Lebensrhythmen sind anschließend an die Fastenzeit leichter in den Alltag zu integrieren.

Nachteile:

Fastenkrisen und -flauten werden sich sicher einstellen. In diesen Zeiten sind Alleinfaster sich selbst überlassen. Es besteht die Gefahr, sich in solchen Krisen in Depressionen zu stürzen oder sich in Gedanken unaufhaltsam im Kreise zu drehen, ohne ein umsetzbares Ziel zu erreichen.

Sehr schnell kommt es zu Fehleinschätzungen der eigenen gesundheitlichen Situation, da sich viele Menschen gesünder und belastbarer einschätzen als sie am Ende wirklich sind. Während des Fastens tritt der Organismus in Reinigungs- und Regenerationsprozesse ein. Alte, schon fast vergessene Beschwerden holt der Organismus aus seinem Speichergedächtnis hervor und arbeitet sie ab. Der Körper reagiert bei Reinigungsphasen mit teilweise erheblichen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen etc.. Beides kann Alleinfastende sehr verunsichern und zum Abbruch der Fastenzeit führen.

Angriffen von Kollegen, Familienangehörigen und Freunden, die sehr entmutigend wirken können, sind Alleinfastende ohne Unterstützung ausge- setzt.

Zusatzmaßnahmen:

Eine Auswahl an möglichen Zusatzmaßnahmen wurde bereits vorgestellt.

Bewegungstherapien, Gymnastik, Wandern, Yoga, Tai`Chi sind besonders sinnvoll in Fastenzeiten.

In persönlichen Krisen und Orientierungszeiten können Supervisionsstunden, Therapien und Gespräche während einer Fastenzeit eingesetzt wer- den.

Hilfreich ist hier vor allen Dingen die unterstützende Betreuung durch einen erfahrenen Fastenleiter, Heilpraktiker oder Arzt.

Ziele:

Neben den körperlichen Entgiftungswirkungen des Fastens hilft gerade das Alleinfasten zur Willensstärkung, Steigerung des Selbstbewußtseins und Förderung des Körperbewußtseins. Es wirkt klärend in persönlichen Krisensituationen und bei privater oder beruflicher Neuorientierung. Allerdings sollten eine gewisse Selbstsicherheit und Durchhaltevermögen bereits vorhanden sein, denn ein Abbruch der Fastenwoche wirkt sich unter Umständen verheerend auf den Selbstwert aus.

Mit medizinischer Betreuung ist die Heilung von rheumatischen Erkrankungen (Rheuma, Gicht, Arthrose, Arthritis) selbst in kurzer Zeit möglich.

Kontraindikation:

Menschen, die psychisch labil, unsicher und sensibel sind, sollten nicht unbedingt allein fasten.

Bei jeder Erkrankung, bei Einnahme von Medikamenten oder der Übersäuerung durch Genußgifte ist vom Alleinfasten ohne qualifizierte Betreuung abzuraten.

4.2 Berufsbegleitendes Fasten
in der Gruppe

Bei dieser Form treffen sich Gruppen von ca. 5 - 20 Personen unter einer erfahrenen Leitung zum gemeinsamen Fasten. Durch den Fastenleiter werden die Gruppenmitglieder gezielt zum Fasten angeleitet, Hilfestellung zur Darmentleerung, zum Tagesablauf und den jeweiligen Maßnahmen gegeben. In regelmäßigen Gruppentreffen während der Fastenzeit tauschen die Teilnehmer ihre Erfahrungen während des Fastens aus und erhalten Unterstützung von anderen Gruppenmitgliedern und dem Fastenleiter. Zusätzlich finden Gespräche mit hilfreichen Tips zum Fasten, zu Gesundheit und Ernährung statt. Je nach Neigung und Ausbildung des Fastenleiters werden Meditationen, Autogens Training oder Yoga etc. angeboten.

Berufsbegleitende Fastengruppen finden sich in fast allen Programmen von Volkshochschulen und Familienbildungsstellen sowie bei einigen Kirchengemeinden, Naturheilpraxen und Gesundheitszentren. Fragen Sie zuerst nach Art und Durchführung des Fastens, vergewissern Sie sich über die Qualifikation des Leiters und fragen Sie nach, wie er mit Beschwerden, Krankheiten, Medikamenten und Krisen umgeht.

Kosten:

Die Kosten richten sich nach Dauer und Anzahl der Treffen und liegen für eine Fastenwoche bei ca. 40-90 Euro. Sie können also auch hier noch durch Einsparung von Nahrungs- und Genußmitteln einen finanziellen Gewinn erwirtschaften.

Vorteile:

Der regelmäßige Gruppenaustausch ist hier der entscheidende Vorteil. Die durch den Fastenleiter geschaffene vertraute und geborgene Atmosphäre gestattet den Teilnehmern einen offenen Austausch ihrer Erfahrungen, Probleme und Lebenssituationen. Der Erfahrungsaustausch motiviert bei Fastenkrisen zum Durchhalten. Das Erzählen anderer Teilnehmer über ihre bewältigten Probleme gibt neue Anregungen für das Angehen eigener Schwierigkeiten. Der Fastenleiter kann mit erfahrenem Rat und mit angeleiteten Meditationen diesen Prozeß verstärken und die Integration der Erfahrung festigen.

Die gemachten Erfahrungen und gesammelten Erkenntnisse können direkt am nächsten Tag bereits in das Alltagsleben integriert werden.

Nachteile:

Die Fastenden sind sich noch überwiegend selbst überlassen. Bei Beschwerden und Krisen warten sie unter Umständen mehrere Stunden oder gar ganze Tage, bis am nächsten Treffen eine Hilfestellung gegeben wird.

Auch hier sind sie wieder Angriffen und Anfechtungen aus Familie und Kollegenkreis ausgesetzt. Die starken Anforderungen besonders engagierter Menschen in Beruf und Familie lassen wenig Besinnlichkeit aufkommen und reduzieren dadurch die Wirkung der Fastenzeit erheblich.

Durch Vorgaben des Fastenleiters und Zwänge der Gruppendynamik können eigene Neigungen und Wünsche übergangen werden.

Zusatzmaßnahmen:

Die Zusatzmaßnahmen richten sich nach den Ausbildungen und Erfahrungen der entsprechenden Fastenleiter. Es können Meditationen, Körperübungen, Gymnastik, meditatives Malen und Gestalten sowie Vorträge etc. eingesetzt werden.

Ziele:

Die Gruppenatmosphäre fördert die Selbsterfahrung sowie Korrektur und Neuorientierung bei persönlichen Problemen.

Durch erfahrene Gruppenleiter erhalten die Teilnehmer Informationen und Erfahrungen zur Veränderung der Lebensgestaltung.

Das Fasten dient hier der Sensibilisierung des Körperbewußtseins, der Prävention und Vorbeugung vor schweren Erkrankungen.

Kontraindikationen:

Hier ist die Qualifikation des Fastenleiters gefragt. Versichern Sie sich bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme, ob der Fastenleiter mit den evtl. auftretenden Problemen umgehen kann. Nicht in einer berufsbegleitenden Gruppe fasten sollten Menschen mit schweren Erkrankungen und starken psychisch depressiven Psychosen.

4.3 Fasten in Urlaubsseminaren

Hier gibt es eine immer größer werdende Palette von Anbietern der verschiedensten Seminare mit teilweise ganztägigem Begleitprogramm.

Die Qualität der Anleitung, die Ausstattung der Häuser und der begleitende Service sind genauso breit gestreut wie der Preis der Seminare.

Vor der Buchung sollten Sie sich genau über die psychische und medizinische Qualifikation der Leitung informieren. Die Seminarleitung sollte genauestens in die Modalitäten des Fastens einführen und die Gruppe sollte auch ganztägig betreut werden. Es sollten aus frischen Gemüsen hergestellte Brühen verwendet werden und qualitativ hochwertige Tees, Wasser und evtl. Säfte in beliebiger Menge vorhanden sein.

Die Zimmer sollten beim Fasten unbedingt maximal als Doppelzimmer belegt und immer mit Dusche und WC ausgestattet sein. Dies ist kein übertriebener Luxus, sondern die pure Notwendigkeit, denn Darmreinigung und Einläufe sind ein fester Bestandteil der Fastenseminare. Bei Mehrbettzimmern mit Etagendusche und WC wird ganz schnell auf den Einlauf aus Bequemlichkeitsgründen verzichtet, was die Wirkung des Fastens hinfällig macht.

Wenn Erstfaster durch schlechte Betreuung eine negative Erfahrung machen, werden sie sicher nicht so schnell wieder fasten. So höre ich auch immer wieder von Teilnehmern in Seminaren, die das Fasten abbrechen.

Kosten:

Die Kosten belaufen sich für 6-7 Tage von ca. 250 bis 400 Euro.

Bitte erfragen Sie genau Standard, Ausstattung und Betreuung.

Vorteile:

Suppen, Tees und Säfte werden vorbereitet, und der Fastende braucht sich nicht um die äußere organisatorische Versorgung zu kümmern. Sehr hervorzuheben sind die intensivere Selbsterfahrung durch die ganztägigen Gruppenprozesse sowie evtl. angeleitete Übungen und Meditationen, der ausführliche, ganztägige Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern und der Seminarleitung.

Selten kommt es zu Langeweile und Krisen bei ganztägiger Betreuung und Gruppenmotivation. Dennoch auftretende Krisen oder Beschwerden können mit einfachen Mitteln durch den Fastenleiter häufig in kurzer Zeit beseitigt werden.

Nachteile:

Einmalige Entscheidung bedingt ein Ausgeliefertsein an den Fastenleiter, was bei dessen Unqualifiziertheit das ganze Seminar verdirbt. Durch indirekten Gruppenzwang wird öfter das Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe übergangen.

Zusatzmaßnahmen:

Wie bei 4.2, jedoch mit noch bedeutenderem Stellenwert, da die Zusatzmaßnahmen das hauptsächliche Zeitkontingent ausmachen.

Ziele:

Wie bei 4.2, doch sind Selbsterfahrung und Gruppenaustausch wesentlich tiefgehender.

Kontraindikationen:

Wie bei 4.2 mit noch stärkerer Bedeutung der Qualifikation des Fastenleiters.

4.4 Heilfasten in der Fastenklinik

Auch mehr und mehr Kurkliniken spezialisieren sich auf das Fasten als Therapieform. Die üblichen Brühen, Säfte und Tees werden hier in viel größerer Vielfalt angeboten. Es können durchaus auch mehrere Fastenkonzepte gemeinsam oder kombiniert durchgeführt werden z.B. Brühefasten und das F.X. Mayr Semmelfasten. Ein Aufenthalt von ca. 2-3 Wochen ist die Regel, längere Kuren können bei entsprechenden Erkrankungen notwendig werden. Einige Fastenkliniken haben hier bereits jahrzehntelange Erfahrung und betreiben eine intensive Therapieforschung und Dokumentation mit großen Heilerfolgen bei unheilbar chronisch kranken Patienten. Nach Bedarf werden Milchprodukte und Eiweißzufuhr bei schwachen Patienten und Langzeitfastenden additiv zugesetzt.

Kosten:

Die Kosten belaufen sich auf ca. 150-225 Euro pro Tag für den Aufenthalt inkl. medizinischer und therapeutischer Grundversorgung. Bei einzelnen Erkrankungen notwendige spezielle Leistungen werden gesondert berechnet. Krankenkassen erstatten inzwischen zu- mindest teilweise die Therapie in Fastenkliniken und auch Hausärzte werden durch die veröffentlichten Forschungsergebnisse der Fastenkliniken wieder aufgeschlossener und stimmen einer klinischen Fastenkur immer öfter zu.

Vorteile:

Hochwertige schulmedizinische Rundumversorgung beim Fasten mit naturheilkundlicher Weitsicht macht die Heilung von vielen unheilbar geglaubten Erkrankungen möglich.

Nachteile:

Die Kosten sind erheblich, wenn sie nicht durch Krankenkassen übernommen werden.

Bei öfterem Langzeitfasten besteht bei veranlagten Personen die Gefahr der steten Gewichtszunahme. Dies muß gegen die Vorteile des Fastens abgewogen werden.

Auch wunderbare Therapien wie das Fasten ersetzen bei Erkrankungen nicht die notwendige Verhaltensänderung. Um das zu korrigieren, was das ganze Jahr über gedankenlos gelebt wird, sind regelmäßige Kuraufenthalte sicher sehr einfach. Doch erfordert jede Erkrankung eine Änderung des Lebensstils. Darum sollte die Zeit nach dem Klinikaufenthalt bei Therapien in Fastenkliniken immer eine besondere Beachtung finden.

Zusatzmaßnahmen:

Das Angebot der in Kliniken durchgeführten Zusatzmaßnahmen ist erheblich und umfaßt eine ganze Palette von schulmedizinischen und naturheilkundlichen Diagnose- und Therapieverfahren. Großen Wert wird auf Bewegung und Entspannung, auf Körper- pflege und Darmpflege sowie auf psychische Betreuung und Therapie gelegt.

Ziele:

Die Heilung verschiedenster Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (Rheuma, Gicht, Arthrose, Arthritis), Allergien, Störungen des Immunsystemes, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Altersdiabetes und Asthma sind möglich.

Kontraindikationen:

Von dem Fasten in Kliniken sind dann nur noch Schwangere, Stillende und stark abgemagerte oder ausgezehrte Menschen ausgenommen.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Lehrbrief „Fasten“„ des Fernlehrgangs Naturkost des Forum Berufsbildung e.V., Charlottenstraße 2, 10969 Berlin

 
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