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Andrea Rittich Durch meinen Beruf als ganzheitlich arbeitende Physiotherapeutin habe ich die verschiedensten Bewegungsformen und Körpertherapien kennengelernt. Eine Skoliose hat mich dazu gebracht ungefähr 20 Jahre lang Wirbelsäulengymnastik in unterschiedlichen Variationen zu praktizieren. 1998 lernte ich bei Deutschlands erster Nia Trainerin Ann Christiansen „Nia“ kennen. Nach den ersten 10 Minuten war mir klar: „Das ist es, was ich immer gesucht habe, genau das. Diese Ausbildung werde ich machen.“ Das schwierigste an „Nia“ ist, es mit Worten zu beschreiben. Jeder spürt und erfährt „Nia“ auf seine ganz persönliche Weise, genauso wie jeder von uns einzigartig ist, und daher seine eigenen Wahrnehmungen hat. „Nia“ ist die Abkürzung von: neuromuscular integrative action, auf Deutsch etwa „alle Sinne umfassende Bewegung“. Es ist eine Mischung aus Tanz, ganzheitlichen Körpertherapien und Kampfsportarten. Es verschmelzen Bewegungsformen aus Jazzdance, Yoga, Tai Chi und vielem mehr. Entwickelt wurde Nia bereits 1983 von Carlos und Debbie Rosas in Portland/USA. Carlos war Tennisprofi, Debbie Aerobic-Trainerin. Aufbauend auf ihren Erfahrungen kreierten sie nach intensivem Studium der verschiedenen Disziplinen ihre eigene Sportart, die die Gelenke schont und die Seele streichelt. Seit 1997 gibt es Nia in Schweden, seit 1998 in Deutschland. „Nia“ stellt einen für Europa völlig neuartigen Bewegungs- und Therapieansatz dar. Es lehrt die Teilnehmer auf die Weisheit ihres Körpers zu hören und damit ihren eigenen Heilungsprozeß in Gang zu setzen. Dieses Training kann jede therapeutische Methode ergänzen. Über Freude und das Wohlgefühl an der Bewegung finden wir Zugang zu unserem Körper, unserem Verstand, dem Geist und unseren Emotionen. Es werden Seiten in uns angesprochen, die in unseren sonstigen Lebensgewohnheiten eher unterdrückt werden, die aber unter anderem bei der Entwicklung von psychosomatischen Erkrankungen eine wesentliche Rolle spielen. Wir lernen unsere verschiedenen Emotionen auszuleben ohne Aggressionen gegen andere zu haben. Die komplexen Bewegungen, Vibrationen und spezielle Schüttelbewegungen führen zu einer Aktivierung der gesamten, und damit auch der intrinsischen Muskulatur. Dies ist einer der wesentlichen Unterschiede zum herkömmlichen Bewegungstraining, wo fast ausschließlich die extrinsische Muskulatur trainiert wird. Es kommt zu einer verstärkten Tätigkeit der inneren Organe und des Stoffwechsels, die Ausscheidungsorgane arbeiten vermehrt, die körpereigene Abwehr wird gestärkt und die Allergiebereitschaft nimmt ab. Unterstützt wird dieser Prozeß durch das sogenannte Toning (den Gebrauch der Stimme), wo durch Vibrationen die Gesamtheit aller Zellen angesprochen wird. Die Bewegungen in „Nia“ können weich und fließend, manchmal schnell und präzise, oder auch ruhig und kraftvoll sein. Sie lassen sich sehr gut in die bewährte Physiotherapie integrieren und geben ihr sowohl für den Patienten, als auch für den Therapeuten eine völlig neue Qualität. „Nia“ wird barfuß getanzt und ist unabhängig von Alter und Kondition ein ausgezeichnetes Herz - Kreislauftraining. Der direkte Kontakt der Füße zur Erde wird oft als sehr wohltuend empfunden und kann im wahrsten Sinne des Wortes wieder „Boden unter den Füßen“ geben. „Nia“ ist wie ein lebendiger Bewußtseinsstrom, der uns ein Leben lang begleiten, inspirieren und heilen kann.
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