Bach-Blütentherapie für Tiere


Reinhard Bayerlein, Heilpraktiker

"Der Farmgehilfe sagte, er sei schon damit beschäftigt gewesen, das Grab für das Pony auszuheben, das seit Tagen nichts mehr gefressen, bereits Schaum vor dem Mund hatte und kaum mehr auf den Beinen stehen konnte. Man war allgemein davon überzeugt, daß es die nächste Stunde nicht überleben werde."

Während der Farmgehilfe bei seiner Arbeit war, kam ein Mann des Weges daher. Es war Edward Bach. Bach fragte den Farmgehilfen, nachdem er sich erkundigt hatte, was da vor sich ging, ob er die Zunge des Ponys seitlich aus dessen Maul herausziehen könne. Der Farmgehilfe tat dies und Bach goß dem Pony den Inhalt eines Fläschchens in den Rachen. Sie können das Grab wieder zuschütten. Füttern und tränken Sie das Pony wie gewohnt." Das war alles was Bach tat. Dann ging er, so die Geschichte, weiter seines Weges. Das Pony kam danach schnell wieder zu Kräften (1). Es ist leider nicht bekannt, welches Mittel Bach dem kranken Pony gab. Seit dieser Zeit wissen wir aber, daß Bach-Blüten auch für die Behandlung kranker Tiere zu verwenden ist.

Die BBT wirkt bei Tieren ebenfalls auf der psychischen Ebene. Da deren Charakterstruktur normalerweise nicht so komplex wie die des Menschen ist, wirken die Mittel in der Regel relativ schnell und nachhaltig. Hauptindikationen sind bei der Behandlung von Tieren ebenfalls die auffälligen Gemütssymptome und die daraus resultierenden Verhaltensstörungen. Da Charakterveränderungen bei Tieren für einen Außenstehenden nicht immer leicht zu erkennen sind, ist hier oft die Hilfe des Tierhalters notwendig. Nicht selten wird man beobachten, daß das Umfeld des Tieres für dessen Verhaltensveränderung mitverantwortlich ist. So kann es manchmal sinnvoll sein, den Tierhalter mitzubehandeln. Hier besteht in der Regel eine ähnliche Interaktion von Gefühlen wie bei der Beziehung zwischen Kindern und Eltern, wo es ebenfalls häufig angezeigt ist, beide Parteien in die Behandlung miteinzubeziehen. Eine nicht artgerechte Haltung und Streß sind ebenso wichtige Faktoren, wie Inzucht und Überzüchtung. Wir erkennen hieraus, daß die BBT nicht immer das erste Mittel der Wahl sein wird, aber in den meisten Fällen gewinnbringend in die Behandlung integriert werden kann. Die Dosierung erfolgt, ähnlich der beim Menschen (auf 10 ml Flüssigkeit 1 Tropfen). Die Häufigkeit der Mittelgabe soll ebenfalls individuell gehandhabt werden. Die Mittel sollten wenn möglich, direkt in den Racheraum oder auf die Zunge gegeben werden. Bei Großtieren kann man die Dosis auch auf das Fressen geben. In der Regel wird man bei der Behandlung von Tieren weniger Blüten innerhalb einer Mischung benötigen, da die Gemütssymptome klarer in den Vordergrund treten. Auch hier wird aber der aktuelle Fall die Mittelwahl entscheiden.

Fallbeispiele:

Fall 1. Der kleine Igel
Ein Nachbar brachte uns im April 1996 einen Igel, der bei ihm den Kellerabgang hinuntergestürzt war und die Treppen nicht mehr hinauf konnte. Wir wissen nicht, wie lange der kleine Igel ohne Wasser und Futter war, aber als der Nachbar ihn uns brachte, zeigte der kleine Igel, außer seiner Atmung, praktisch keine Reaktion. Er berührte weder das Wasser, noch die Milch, noch das Katzenfutter, welches wir ihm anboten. Wir beschlossen daraufhin den Kleinen sofort am anderen Tag zum Tierarzt zu bringen. In unserer Ratlosigkeit gaben wir ihm einige Tropfen Rescue auf die Schnauze. Sofort öffnete er die Augen und begann zu schnüffeln. Leider hielt diese Reaktion auf das Mittel immer nur ein oder zwei Minuten an. Danach verfiel der kleine Kerl wieder in den ursprünglichen Zustand. Interessant war, daß diese Reaktion aber reproduzierbar war. Wir gaben ihm etwas fünf mal die Tropfen und ließen ihn dann aber in Ruhe. Am nächsten Tag brachten wir ihn dann zum Tierarzt, der ihn dann, um ihn nicht länger Leiden zu lassen, einschläferte. Heute überlegen wir, ob wir dem kleinen Igel nicht Olive hätten geben sollen.

Interessant war hier die spontane Reaktion auf Rescue und die Erkenntnis, daß man vielleicht nicht immer nur an Rescue denken sollte, wenn kritische Situationen bestehen.

Fall 2. Die ängstliche Katze
Der Kater Cicero ist von Natur aus ein sehr vorsichtiger Zeitgenosse. Wenn irgendwo Geräusche oder Personen etc. sind, die er nicht kennt, geht er erst einmal in Deckung um sich einen genauen Überblick über die momentane Lage zu machen. Die Züchterin sagte, daß er in seiner Kindheit wohl ein paar mal von dem Staubsauger der Reinemachefrau erschreckt worden wäre. Im Frühjahr 1994 veränderte sich seine natürliche Vorsicht jedoch in sichtbare Angst. Wenn man ihn streicheln wollte, duckte er sich und versteckte sich so gut er konnte. Hier muß angemerkt werden, daß er nie von jemand geschlagen worden ist. Da sich dieser Zustand immer mehr verstärkte, entschloß man sich zu einer BBT.

Gemütssymptome (2)
Schreck vor dem Staubsauger Star of Bethlehem
Angst vor Geräuschen und Personen Mimulus

Die Mischung wurde ihm in seinen Trinknapf gegeben. Nach einer Woche hatte sich weder objektiv noch subjektiv etwas verändert, außer von einer Veränderung in seinem Verhalten, welches am nächsten Tag nach der Mittelgabe für einige Stunden sichtbar wurde. Eventuell hätte man hier sofort mittels der Pipettierflasche die Medikamentation fortführen sollen. So hat er wahrscheinlich erst am nächsten Tag wieder etwas getrunken und die Abstände zwischen den Gaben waren zu groß. Nach der zweiten Woche wurde Cicero wieder etwas zutraulicher und in der dritten Woche kuschelte er wieder mit Frauchen und Herrchen. Nach zwei Monaten mußte die Mischung nochmals wiederholt werden. Bis heute ist sein Verhalten wieder normal. Das heißt er ist zwar weiterhin vorsichtig, aber in der Umgebung in der er sich sicher fühlt, ist er völlig zutraulich.

Fall 3. The King
Bobby, eine etwa sieben Kilogramm schwere Norwegische Waldkatze, ruht in sich selbst und ist sich seiner Kraft wohl bewußt. Richtig kritisch wird er nur, wenn er sein Revier gegen Hunde verteidigen muß oder wenn Essenszeit ist. Beim Essen kennt er keine Verwandten und seinen Futternapf liebt er über alles. Im Herbst 1996 nimmt seine Gier, die er beim Fressen an den Tag legt, plötzlich Ausmaße an, die nicht mehr erträglich sind. Er miaut laut und konstant bis er etwas zu Fressen bekommt, will nach der ersten (großen) Portion noch eine weitere und tyrannisiert dann seine Menschenfamilie noch bei Frühstück, Mittagstisch und beim Abendbrot. Um sich seine Wurstzipfel zu sichern, springt er plötzlich auf den Tisch, was er noch nie getan hat. Dieses unangenehme Benehmen spitzt sich mit der Zeit zu, als er beginnt seine Krallen einzusetzen. Man entschließt sich zu einer Behandlung mit Bach-Blüten.

Gemütssymptome (2)
Gier nach Besitz von anderen Chicory, Holly
Tyrann Chicory, Vine
Aggression Holly

Die Mischung der Blüten Chicory, Holly und Vine, wird ihm, wie in Fall zwei, in den Trinknapf gegeben. Schon nach einer Woche wird er wieder ruhiger und nach drei Wochen benimmt er sich wieder wie früher. Bobby liebt sein Fressen zwar nach wie vor, aber er benimmt sich wieder und trottet nach ein paar Minuten weg vom Tisch, wenn nicht „zufällig" etwas freßbares auf den Boden fällt.

Die BBT kann auch bei der Therapie von Tieren schnelle und sanfte Besserung bringen und helfen, daß ein Tier, das ja zweifellos ein Seelenwesen ist, eine „tierwürdige" Behandlung erhält.Für die Zusendung weiterer Fallbeispiele an den Arbeitskreis Bach-Blüten-Therapie (ABBT) und Therapie mit Blütenessenzen (TBE) wären wir dankbar.

Fußnoten:
1. Edward Bach/ Die nachgelassenen Orginalschriften/ Howard,Ramsell/ Irsiana1995 Seite 218
2. Bayerlein, Bayerlein/ Bach-Blüten-Repertorium/ Haug-Verlag 1996

 
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