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An den Anfang meiner Ausführungen über die ayurvedische Ernährung möchte ich ein indisches Sprichwort stellen: „Du brauchst keine Medizin, wenn Du Dich richtig ernährst, und Du brauchst keine Medizin, wenn Du Dich falsch ernährst!" (d.h. bei falscher Ernährung nützt die beste Medizin nichts). Die ayurvedische Ernährung unterscheidet sich von allen anderen Kostformen. Der Unterschied ist der, daß im Ayurveda die Individualität jedes einzelnen Menschen berücksichtigt wird, so daß jeder das zu sich nimmt, was für seine Konstitution geeignet ist. Grundlage dieser individuellen Betrachtungsweise sind die fünf Elemente, aus denen sich die Tridoshas (3 Bioenergien) ableiten.Die Tridoshas Vata, Pitta, Kapha sind in jedem Menschen vorhanden und bilden eine ganz spezielle Mischung, die in Harmonie bleiben sollte. Da diese drei Kräfte aber dynamisch wie der Lebensprozeß sind, kann eine Störung der Balance sehr leicht eintreten und damit den Menschen krank machen. Vielleicht bemerkt der Betroffene anfangs nur schwache Anzeichen in Form von Müdigkeit, Nervosität, Unkonzentriertheit etc.Wenn sich diese Symptome als funktionelle Störungen verfestigen, spricht die Schulmedizin von vegetativer Dystonie. In diesem Stadium haben sich die Doshas erhöht und eventuell schon ihren angestammten Platz verlassen. Aus ayurvedischer Sicht sollte jetzt mit einer Therapie begonnen werden, da es in diesem Stadium noch relativ leicht ist, die Doshas auszubalancieren. Ein wichtiger Ansatzpunkt im Ayurveda ist die Ernährung, die auf den Konstitutionstyp und auf die Störung ausgerichtet sein muß. Es gibt sieben Konstitutionstypen, wobei man sehen muß, daß generell in allen Menschen eine Mischung aus den drei Doshas vorhanden ist. 1. Vata (dominant) 2. Pitta (dominant) 3. Kapha (dominant) 4. Vata/Pitta (gleich stark) 5. Vata/Kapha (gleich stark) 6. Pitta/Kapha (gleich stark) 7. Vata/Pitta/Kapha (gleiche Anteile) Die Anamnese wird mit Hilfe eines sehr umfangreichen und detaillierten Fragebogens erhoben. Erst wenn man die Prakriti (Konstitution) und die Vikriti (Störung) ermittelt hat, kann eine gezielte Ernährungstherapie beginnen. Vata Als Bewegungsprinzip steuert es das zentrale Nervensystem, Herz und Kreislauf sowie die anderen beiden Doshas. Sein Hauptsitz ist das Colon.Die Eigenschaft von Vata ist beweglich, kalt, rauh, leicht, subtil, nicht ölig, nicht schleimig.Von Vata dominierte Menschen sind entweder klein oder sehr groß, schlank, mit hervorstehenden Gelenken und gut sichtbaren Venen. Da Vata aus Luft und Äther gebildet wird, frieren diese Menschen leicht, haben meist kalte Hände und Füße, rauhe, trockene Haut, brüchige, rissige Fingernägel und Spliß in den Haaren,Dieser Konstitutionstyp ist sehr kommunikativ und kreativ (analog den Luftzeichen in der Astrologie), er redet und bewegt sich schnell und gewandt. Auf der Negativseite wird er rasch ....... ängstlich, ist unstet, fängt vieles an und bringt nur wenig zu Ende. Das Auffassungsvermögen eines solchen Menschen ist sehr gut, ebenso wie das Kurzzeitgedächtnis. Pitta Als Stoffwechselprinzip steuert Pitta den Katabolismus und Anabolismus und hat eine Verbindung zum Magen, Duodenum, Jejunum und Ileum sowie zu Milz, Pankreas (Enzymproduktion), Leber und zur Galle, Hauptsitz von Pitta ist der untere Teil des Magens sowie der Dünndarm.Die Eigenschaft von Pitta ist beweglich, heiß, scharf, beißend, sauer, flüssig und leicht ölig. Das Verdauungsfeuer Agni wird von Pitta produziert.Menschen, bei denen Pitta dominiert, haben einen mittleren Knochenbau, sind schlank aber athletisch und meist sportlich aktiv. Sie haben robuste Stoffwechselfunktionen, können große Mengen essen und trinken ohne zuzunehmen. Da Pitta sich aus Feuer und wenig Wasser zusammensetzt, können diese Menschen Hitze schlecht vertragen. Sie schwitzen stark mit intensiver Geruchsbildung, neigen zu unreiner Haut, zu Haarausfall und vorzeitigem Ergrauen der Haare. Sie sind sehr aktiv, haben einen scharfen Intellekt und neigen zu starken Emotionen. Sie sind ehrgeizig und perfektionistisch und streben nach Führungspositionen oder zu Selbständigkeit. Da in ihnen das Feuerelement sehr stark ist (analog den Feuerzeichen in der Astrologie) können sie rasch zornig und aggressiv werden und sich im Ton vergreifen. Kapha Als strukturgebendes Prinzip bildet Kapha unser Skelett.Seine Eigenschaft ist unbeweglich, kalt, schwer, weich, süß, ölig, schleimig. Kapha hat seinen Hauptsitz im Brustraum (oberer Magen und Lungen). Da es den Flüssigkeitshaushalt des Körpers regelt, ist es auch zuständig für die Bildung der Lymphe, des Liquors, der Synovialflüssigkeit und der Flüssigkeiten der serösen Häute im Körper.Menschen, bei denen Kapha dominiert, haben einen gut ausgebildeten Körper mit starkem Knochenbau, einen trägen Stoffwechsel und neigen daher zu Übergewicht. Von der Motorik her sind sie langsam, haben ein langsames Auffassungsvermögen, jedoch ein gutes Langzeitgedächtnis (analog den Erdzeichen und Wasserzeichen in der Astrologie). Kapha-Konstitutionstypen neigen zu Trägheit und schlafen gern viel. Sie frieren leicht, denn Kapha wird aus Erde (kalt) und Wasser (kalt) gebildet. Sie besitzen eine starke Lebenskraft, sind geduldig, großzügig, vergebend, pflichtbewußt und loyal. Die ayurvedische Ernährung ist eine lacto-vegetabile Ernährung und zwar für alle drei Konstitutionstypen. Diese Kostform nährt nicht nur unseren physischen Körper, sondern auch unsere vier feinstofflichen Hüllen (koshas), da unblutige Nahrung Prana (Lebenskraft) besitzt, und dadurch alle unsere Körper mit Leben und Vitalität versorgt. Ayurveda, genauso wie die Schwesterwissenschaft Yoga, sagt, daß man durch vegetarische Kost Himsa (Gewalt) verhindert, was einen positiven Einfluß auf unser Karma und unsere zukünftigen Leben hat. Neben den Tridoshas existieren noch subtilere Energien, die drei Gunas (Eigenschaften) Sattva, Rajas und Tamas. Sattva ist das positive, aufbauende Prinzip der Natur. Seine Eigenschaft ist lichtvolle Klarheit und Reinheit. Rajas ist die aktive Kraft, die zum Handeln motiviert. Seine Eigenschaft ist Bewegung, Erregung, Freude und Schmerz. Tamas ist eine träge dunkle Kraft, die Quelle von Widerstand, Unwissenheit, Illusion und Verhaftung.Grundprinzipien der ayurvedischen Ernährung: keine Nahrung, die mit Gewalt erworben wurde (Fleisch, Fisch, Eier) täglich sollte man alle sechs Geschmacksrichtungen (Rasas) zu sich nehmen das Essen muß jedesmal frisch zubereitet werden keine Konserven, Fertigprodukte, Tiefkühlkost keine genmanipulierte Nahrung keine Nahrung aus der Mikrowelle Gemüse nicht zu lange kochen, da sonst Prana verlorengeht ü berreifes Gemüse und Obst nicht essen, da es kein Prana mehr besitzt Lebensmittel bevorzugen, die der Jahreszeit entsprechen möglichst regionale Lebensmittel aus biologischem Anbau täglich zwei Liter heißes Wasser trinken, das 15 Minuten geköchelt hat nicht zu viel essen (1/3 fest, 1/3 flüssig, 1/3 soll frei bleiben für Luft) angenehme Atmosphäre bei Tisch (keine Streitgespräche) mittags die größte Mahlzeit essen, da das Verdauungsfeuer am größten ist morgens bescheiden essen, da der Körper in der Kaphaphase ist und entgiftet abends nicht nach 20 Uhr essen und kein tierisches Eiweiß, am besten eine leichte Gemüsesuppe das rechte Maß zwischen sattvischer und rajasischer Nahrung finden Sattvische Lebensmittel Sie bringen die Psyche und den Geist in einen Zustand von Harmonie und nähren sowohl den physischen als auch die vier feinstofflichen Körper.Alle frischen, wohlschmeckenden, saftigen, süßen Lebensmittel sind sattvisch. Z.B. Dinkel, Weizen, Reis, Zucchini, Kürbis, Möhren, rote Beete, Mandeln, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Rosinen, Melonen, Trauben, süße Äpfel und Orangen, Bananen, Honig, Milch und Ghee (Butterfett). Rajasische Lebensmittel Sie machen aktiv, wappnen uns für den Lebenskampf, fördern aber auch Konkurrenzdenken, Egoismus, Sinnlichkeit, Geiz, Gier und einen labilen Intellekt. Auf der Körperebene erhöhen sie den Metabolismus und führen, im Übermaß genossen, zu Krankheiten wie Sodbrennen, Ösophagitis, Gastritis etc.Alle bitteren, scharfen, sauren, salzigen, heißen und trockenen Nahrungsmittel sind rajasisch, z.B. Fleisch, Fisch, Zwiebeln, Knoblauch, scharfe Gewürze, pflanzliche Öle sowie alle Genußmittel (Tee, Kaffee, Alkohol, Nikotin). Tamasische Nahrungsmittel Sie verstärken Unwissenheit, Gier, Pessimismus und Faulheit und erzeugen Minderwertigkeitskomplexe und Feindschaft.Wenn man bedenkt, daß der größte Teil der Weltbevölkerung sich tamasisch ernährt, so ist der kranke Zustand der Erde (Makrokosmos) und der Menschen (Mikrokosmos) nicht verwunderlich.Tamasisch wirkt alles, was beim Verdauungsprozeß viel Energie verbraucht, z.B. alte und schlecht schmeckende Nahrung, Fertignahrung, homogenisierte und ultrahocherhitzte Milch, Nahrung aus der Mikrowelle.Alle Lebensmittel, die mit Gewalt erworben wurden (Fleisch, Fisch und Eier) gelten als tamasisch. Das Verdauungsfeuer Agni Agni heißt brennen, umwandeln und ist der zündende Funke für den Metabolismus. Agni wandelt die Nahrung um, regelt die Körpertemperatur, sorgt für den Aufbau der Gewebe und hält die Immunität aufrecht. Agni ist heiß, trocken, leicht, beweglich und feinstofflich. Ein erhöhtes Agni führt zu einer Abnahme der Gewebe, zu Sodbrennen, Diarrhoe, Heißhungerattacken und Reizbarkeit. Therapie: Vermeiden von sauren Speisen und scharfen Gewürzen, kühle Getränke und Speisen bevorzugen. Ein vermindertes Agni führt zu einer Bildung von zu viel Gewebe minderer Qualität, zu Blähungen, Aufstoßen, Obstipation und geistiger Müdigkeit. Therapie: Schwarzer Pfeffer, Ingwer, Cumin, Salz, Ingwertee. Ernährung für die Vata-Konstitution Bei einer Vata-Konstitution ist das Agni meist schwankend. Der Appetit eines solchen Menschen ist sehr veränderlich; er ißt mal viel, mal wenig.Wenn Vata erhöht ist, treten Blähungen, Koliken und Obstipation auf, ebenso Nervosität, Schmerzen aller Art, Verspannungen und Schlafstörungen.Folgende Nahrung verstärkt Vata: kalte und leichte Speisen (u.a. Rohkost) rauhe und trockene Speisen (Hülsenfrüchte, Kohlsorten, Kartoffeln) bittere Speisen (Chicoré, Endivie, Kaffee) scharfe Speisen und Gewürze zusammenziehende Substanzen (Schwarztee) Folgende Nahrung harmonisiert Vata: warme ölige Speisen und heiße Getränke saftig, mild gewürztes und gekochtes Gemüse z.B. Okra, Karotten, rote Beete, Zucchini, Weizen, Dinkel, Hafer, Reis Samen und Nüsse Ghee, Milch und Joghurt Gewürze wie Zimt, Ingwer und Anis die Geschmacksrichtung süß, sauer und salzig Ernährung für den Pitta-Konstitutionstyp Ein Pitta-Konstitutionstyp hat ein starkes Agni und eine große Verdauungskraft. Wenn Pitta erhöht ist, treten Heißhungerattacken, brennende Empfindungen (z.B. Sodbrennen), Übersäuerung, Diarrhoe, Migräne mit Erbrechen, Schweiß oder Fieber auf. Folgende Nahrung verstärkt Pitta: saure, salzige und scharfe Speisen und Gewürze heißes Essen und heiße Getränke übermäßiger Genuß von Alkohol, Kaffee und Schwarztee (Nux vomica Typ) Folgende Nahrung harmonisiert Pitta: kühle Getränke und mäßig warme Speisen Rohkost Vollwertgetreide (Dinkel, Hafer, Reis) Ghee und Milch Gewürze wie Koriander, Fenchel, Safran, Kreuzkümmel süße Früchte (Trauben, Äpfel, Kirschen, Melone) Gemüse (Spargel, Okra, Rosenkohl, Weißkohl, grüne Bohnen, grüne Paprika, Zucchini, Kartoffeln, alle Blattsalate, Pilze) die Geschmacksrichtung süß, bitter und zusammenziehen Die Kapha-Konstitution Kapha-Konstitutionstypen haben einen trägen Stoffwechsel und ein schwaches Agni.Wenn Kapha erhöht ist, führt das zu Völlegefühl, Müdigkeit, Trägheit, Antriebslosigkeit, Schweregefühl und Steifheit in den Gelenken, Gewichtszunahme und starker Verschlackung (Ama = ein Stoffwechselzwischenprodukt, z.B. Harnsäure in den Gelenken oder Cholesterinablagerung in den Arterien). Folgende Nahrungsmittel erhöhen Kapha: süße Speisen (Kuchen, Pudding, Schokolade ...) saure und salzige Speisen schwere, ölige, schleimige und kalte Nahrungsmittel alle Milchprodukte- Nüsse Folgende Nahrungsmittel harmonisieren Kapha: warme, leichte und trockene Speisen scharfe, bittere und zusammenziehende Speisen und Gewürze Ingwertee zum Frühstück oder etwas Obst Gemüse wie Artischocke, Spargel, alle Kohlsorten, rote und gelbe Paprika, Sprossen, Bittersalate Roggen, Hirse, Gerste, Buchweizen Gewürze wie Chili, Gelbwurz, Ingwer, Kreuzkümmel, Knoblauch, Bockshornklee die Geschmacksrichtung scharf, bitter und zusammenziehend Die sechs Geschmacksrichtungen (Rasas) Ayurveda kennt sechs Geschmacksrichtungen:süß, salzig, sauer, bitter, scharf, zusammenziehend.Alle sechs Rasas sollen in verschiedenen Mengen (je nach Konstitutionstyp) täglich gegessen werden. 1. Der Geschmack (Rasa), den man auf der Zunge mit Hilfe der Geschmackspapillen und des Speichels wahrnimmt, ist süß, salzig, sauer, bitter. Den scharfen und zusammenziehenden Geschmack kann man im gesamten Mund und Rachenraum wahrnehmen, aber es gibt dafür keine Geschmackspapillen. 2. Die temperaturmäßige Energie (Kälte oder Hitze), die von dem Nahrungsmittel ausgeht und den Körper beeinflußt, nennt man auf Sanskrit Virya. 3. Der Geschmack des Stoffwechselproduktes, das nach der Verdauung entsteht, kann nicht unmittelbar wahrgenommen werden, aber er wirkt in allen Geweben und Organen. Man bezeichnet diesen Geschmack als Vipaka. Es gibt drei solcher Vipakas: a. Der salzige und süße Geschmack wird zu süßem Vipaka b. Der saure Geschmack wird zu saurem Vipaka c. Der scharfe, bittere, zusammenziehende Geschmack wird zu scharfem Vipaka Vata: Harmonisierung: süß, salzig, sauer Erhöhung: scharf, bitter, zusammenziehend Pitta: Harmonisierung: süß, bitter, zusammenziehend Erhöhung: scharf, sauer, salzig Kapha: Harmonisierung: scharf, bitter, zusammenziehend Erhöhung: süß, salzig, sauer Der süße Geschmack (Madhura Rasa) Elemente:Wasser und Erde; Eigenschaft: kalt, ölig, schwer Guna (feinstoffliche Eigenschaft)*: Sattva Repräsentant: Zucker Eigenschaft: kräftigend, heilend, nährend für Gehirn, antitoxisch, kräftigt Haut und Haare, stillt Durst, gut für Herz, Rachen, Kehle, Laktation. Vermindert Vata und Pitta, erhöht Kapha. Der salzige Geschmack (Lavana Rasa) Elemente: Wasser und Feuer; Eigenschaft: heiß, ölig, schwer Guna: Rajas Repräsentant: Steinsalz, Meersalz Eigenschaft: schleimlösend, appetitanregend, digestiv, auswurffördernd, erweitert Körperkanäle (Srotas) und beseitigt Blockaden. Vermindert Vata, erhöht Pitta und Kapha. Der saure Geschmack (Amla Rasa) Elemente: Feuer und Erde; Eigenschaft: heiß, ölig, leicht Guna: Rajas Repräsentant: Zitrone Eigenschaft: appetitanregend, digestiv, kräftigend, erhöht den Speichelfluß, antikoagulativ, antihaemostatisch. Harmonisiert Vata, erhöht Pitta und Kapha. Der bittere Geschmack (Tikta Rasa) Elemente: Luft und Äther; Eigenschaft: kalt, trocken, leicht Guna: Rajas Repräsentant: Aloe vera Eigenschaft: blutreinigend, appetitanregend, digestiv, fiebersenkend, antitoxisch, anthelmintisch, entzündungshemmend, baut Körpergewebe ab und trocknet aus. Harmonisiert Pitta und Kapha, erhöht Vata. Der zusammenziehende Geschmack (Kasaya Rasa) Elemente: Luft und Erde; Eigenschaft: kalt, trocken, schwer Guna: Rajas Repräsentant: Schwarztee Eigenschaft: blutstillend, wundheilend, absorbierend, Sekretionsverminderung, normalisiert Hautpigmente. Harmonisiert Pitta und Kapha, erhöht Vata. Der scharfe Geschmack (Katu Rasa) Elemente: Luft und Feuer; Eigenschaft: heiß, trocken, leicht Guna: Rajas und Tamas Repräsentant: Pfeffer und Chili Eigenschaft: digestiv, reinigt den Mund, verflüssigt Schleim, regt Tränenfluß und Nasensekretion an, antikoagulativ, anthelmintisch, beseitigt Verstopfung der Gefäße. Zu viel scharf zehrt aus! Harmonisiert Kapha, erhöht Pitta und Vata. Ernährung nach den Jahreszeiten Nach ayurvedischen Gesichtspunkten sind wir Menschen eingebunden in das kosmische Geschehen und sollen dementsprechend mit der Natur leben und nicht gegen sie, d.h. daß wir uns nicht nur nach unserer individuellen Konstitution richten sollen, sondern auch nach den klimatischen Gegebenheiten. Vata dominiert im kalten, trockenen und windigen Spätherbst und Winter Kapha dominiert im feuchtkalten späten Winter und im Frühjahr Pitta dominiert im heißen Sommer und warmen Frühherbst. Diese Gegebenheit müssen wir in unseren Ernährungsplan mit einbeziehen, wenn wir die Nahrung als Heilmittel einsetzen wollen. Das Frühjahr Kapha herrscht vor und findet seinen Niederschlag in der Frühjahrsmüdigkeit, in erhöhter Schleimproduktion, was zu Erkältungskrankheiten und Bronchitis führen kann. Da unter dem Kapha-Einfluß auch Agni, das Verdauungsfeuer, schwach ist, sollte die Ernährung warm, leicht und trocken sein, um das Agni zu stärken und damit dem Körper zu helfen, die Schlacken (Ama), die im Winter angesammelt werden, auszuscheiden. Alle schweren, öligen, salzigen und sauren Speisen sind zu vermeiden, u.a. Joghurt, Quark, Käse, Kefir, Buttermilch ... Günstige Lebensmittel Dinkel, Weizen, Buchweizen, Gerste, bittere Salate und frische Kräuter, Spargel, Rettich, Kichererbsen, Linsen, Kürbis, Äpfel, Birnen, Honig, Ingwer, Kreuzkümmel, Gelbwurz, Safran, Asafoetida. Der Sommer Im Sommer steigt das Pitta in der Atmosphäre an, wodurch sich die Hitze im Körper vermehrt. Jetzt werden verstärkt Schlacken (Ama) verbrannt. Das körpereigene Agni wird schwach, die Körperfunktionen träge, deshalb sollte man alle Lebensmittel meiden, die Pitta erhöhen (saure, salzige, scharfe Lebensmittel und alles was trocken und heiß ist). Auch Genußmittel sind jetzt sehr sparsam einzusetzen. Günstige Lebensmittel Alle wäßrigen und weichen Gemüse wie Gurken, Zucchinis, Blattsalate, Weizen, Dinkel, Reis, Melonen, süße Beeren, Pfirsiche, Trauben, Aprikosen, Pflaumen, Kreuzkümmel, Koriander, Fenchel sowie Milch und Ghee. Der Herbst Noch herrscht Pitta vor, das Wärmeprinzip, das den Körper auf den Winter vorbereiten will. Im Frühherbst sollten Lebensmittel verzehrt werden, die Pitta reduzieren, also süße, bittere und zusammenziehende Lebensmittel und Gewürze. Günstige Lebensmittel Gerste, Mais und Reis, Stangenbohnen, Blumenkohl, Zucchini, Erbsen, Hülsenfrüchte, süßes Obst und Trockenobst. An Gewürzen sind hilfreich: Ingwer, Muskat und Bockshornklee. Der Winter Im Winter hat das Vata die Oberhand, draußen ist es kalt und trocken, deshalb sollten alle Lebensmittel, die Vata erhöhen (bittere, scharfe und zusammenziehende Substanzen) vermieden werden. Schädlich sind jetzt auch reine Rohkost und alle kalten Speisen, während jetzt schwere Speisen leichter verdaut werden können. Eintöpfe aus Gemüse sind jetzt sehr günstig. Cave: Niemand sollte in dieser Jahreszeit fasten, da beim Fasten das Agni vermindert wird, und das Kälteprinzip zunimmt. Günstige Lebensmittel Schwere, ölige, wärmende Speisen mit der Geschmacksrichtung süß, sauer, salzig. Ghee und Öl kann jetzt großzügiger verwendet werden, auch Nüsse, Samen und Trockenfrüchte kann man in dieser Jahreszeit mehr essen.Hilfreich sind Weizen, Dinkel, Vollkornreis, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Erbsen, Pilze, rote Beete, Karotten, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze wie Gelbwurz, Kardamom, Nelken, Zimt, Ingwer, schwarzer Pfeffer, Muskat und Lorbeerblätter. Das Fasten Es ist aus ayurvedischer Sicht hilfreich, allerdings müssen der Konstitutionstyp und die Jahreszeit berücksichtigt werden. Das Frühjahr und der Herbst sind gute Jahreszeiten zum Fasten, auch der Sommer ist geeignet. Gemieden werden sollte der Winter. Prinzipiell gilt: Fasten nur bei abnehmendem Mond oder zu Neumond (jetzt entgiftet der Körper am stärksten). Jeder ayurvedischen Reinigungstherapie (Pancha Karma) geht ein kurzes Fasten voraus. Die einzelnen Konstitutionstypen können wie folgt fasten: Vata Der Vata-Konstitutionstyp sollte nicht länger als drei Tage fasten, da Fasten die Leichtigkeit im Körper vermehrt und somit Vata-Dosha stört, wenn länger gefastet wird. Gefastet wird mit 1,5 Liter rotem Traubensaft, verdünnt mit der gleichen Menge warmem Wasser. Zusätzlich trinkt man Ingwertee (aus frischem Ingwer, ca. 2-3 Tassen), damit die Schlacken gut verbrannt werden. Pitta Der Pitta-Konstitutionstyp sollte nicht länger als vier Tage fasten. Gefastet wird mit 1,5 Liter grünem Traubensaft, verdünnt mit lauwarmem Wasser. Zusätzlich sollte ebenfalls Ingwertee getrunken werden. Kapha Der Kapha-Konstitutionstyp ist der einzige, der länger fasten darf, weil er genug Körpersubstanz hat und das Fasten für ihn zu mehr Leichtigkeit führt, die hier erwünscht ist. Gefastet werden sollte mit 1,5 Liter Apfelsaft, verdünnt mit 1,5 Liter warmem Wasser. Zusätzlich sollte ebenfalls Ingwertee getrunken werden. Genußmittel Kaffee, Tee und Alkohol sollte man nur in kleinen Mengen und als Genußmittel gelegentlich zu sich nehmen. Das Coffein des Kaffees kann mit 1 Msp. Kardamom entgiftet werden. Dasselbe gilt auch für Schwarztee, den man zusätzlich noch mit 1 Msp. Ingwer zubereiten sollte. Ingwer verhindert, daß die Nierentubuli verstopfen. Alkohol, Kaffee und Schwarztee haben diuretische Wirkung und bedeuten Streß für das Herz. Wenn wir diese Genußmittel in Streßsituationen zu uns nehmen, so schädigen wir Herz und Nervensystem. Deshalb, so hat es mein indischer Professor gesagt, solle man Kaffee, Tee und Alkohol nur trinken, wenn man entspannt ist und sich wohlfühlt. Cave: Honig niemals erhitzen. Führt zu Bildung von Ama Melone immer nur allein essen Folgende Lebensmittel niemals mit Milch zusammen essen: Butter, Ghee, Zucker, Reisflocken, Gerste, Ingwer, Pfeffer, saures Obst, Mango, Trauben, Amla, Jackfrucht, Banane, Blattgemüse, Rettich, Mungbohnen, Sesamsaat, Sesamöl, Senf, Wein. Die ayurvedische Ernährung hat nicht nur das Ziel, den physischen Körper zu nähren und gesund zu erhalten, sondern auch die vier feinstofflichen Hüllen (koshas). Ein indisches Sprichwort sagt es treffend: Wie die Nahrung, so der Geist Quellen: Caraka Samhita, bearbeitet und ins Englische übersetzt von Prof. P. V. Sharma Heilpflanzen der Ayurvedischen Medizin von Andrea Zoller/Hellmuth Nordwig, Haug Ayurveda - Wesen und Methodik von Prof. Dr. Subhash Ranade, Haug
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