26.10.2009: Grüner Tee - näher betrachtet


Peter O. Neumann, Heilpraktiker

Wir Naturheilkundler bedienen uns schon lange vieler Tees, dazu zählt auch der grüne Tee.

Leider sind vielen die Geheimnisse dieser Pflanze nur wenig bekannt. Im Fernen Osten ist der grüne Tee seit Jahrtausenden als Medizin bekannt. Millionen Menschen wollen auf ihr Elexier für ein langes, gesundes Leben nicht verzichten.

Im Jahre 1997 fand man im „Nature“-Fachblatt Forschungsergebnisse über die Gerbsäure im grünen Tee (EGCG = Epigallocathechin-3-O-gallat). Diese Säure gehört zu den sekundären Pflanzenstoffen.
 
Der grüne Tee, richtig zubereitet, hemmt Geschwulste, neutralisiert krebserregende Substanzen, hemmt die Blutgerinnung und ist 100 Mal stärker als Vitamin C. Calcium und Fluor sind gut für Zähne und Knochen. Die Verzögerung des Alterungsprozesses bedingen die im Tee befindlichen Carotinoide, Vit. C und E. Die Flavonoide dienen als Radikalenfänger, steigern die Immunabwehr und bieten Schutz vor Herz- und Kreislauferkrankungen. Vorbeugung vor Arteriosklerose stellt eine weitere Indikation dar.
 
Im Tierversuch verzeichneten japanische Ärzte erfolgversprechende Ergebnisse bei Diabetes und Cholesterin-Senkung.

Magen, Darm und Lunge (Raucher) profitieren vom grünen Tee. Wo in China geistige Wachsamkeit gefragt ist, trinkt man gerne grünen Tee, und die ätherischen Öle sorgen für Ausgeglichenheit.

Grüner Tee - ein Wundermittel?
Gewiß nicht, aber jahrtausend alte Erfahrungen sollten wir nicht beiseite schieben!

Tee-Qualitäten
Blattsprossen-Tee (Primärqualität), gewonnen durch Handpflückung

Blätter-Tee (möglichst junge Blätter)

Blätter-Tee (geschnitten)

Alle Qualitäten sind geeignet, jedoch ist der Blattsprossen-Tee der beste.
Im Ernteland werden die Blätter in beheizbaren Wannen sanft erwärmt, dabei werden einige, wenige Enzyme schonend inaktiviert, da sonst die wertvollen Inhaltsstoffe des Tees zerstört würden.

Kaffee-Tee-Vergleich
In beiden befindet sich Coffein (gleicher Aufbau), jedoch die Molekular-Bindungen unterscheiden sich erheblich.

Im Kaffee ist das Coffein an Calcium gebunden. Durch die Salzsäure im Magen wird das Calcium schlagartig vom Coffein getrennt. Dadurch wirkt
der Kaffee sofort, läßt aber schnell in der Wirkung nach.

Beim Tee lagert sich das Coffein an die Gerbsäure an. Die Bindung ist stärker als beim Kaffee. Das Coffein löst sich allmählich in der Magensäure und wird nach und nach an den Körper abgegeben. Der Wirkungseffekt hält länger an.

Tee-Prüfung
Guter Tee riecht nach frischem Heu, ist trocken und fest, hat eine grüne Farbe und einen matten Glanz.

Nach dem Aufbrühen erkennt man beim Herausfischen einzelner Blätter die Qualität.

Zubereitung
Pro Tasse einen Teelöffel Blätter mit max. 80 Grad warmem Wasser übergießen und ca. 5-8 Minuten ziehen lassen, bis die Flüssigkeit grün wird (kochendes Wasser zerstört die Inhalts- stoffe und der Tee schmeckt bitter!).

Dieselben Blätter lassen sich bis zu 5 Mal nutzen. Wer schwimmende Blätter nicht mag, kann auch eine „Teerose“ „überbrühen“ (im Handel erhältlich).

Bei den Chinesen eignet sich hartes Wasser am besten. Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, sollte der Mensch täglich 5 Tassen grünen Tee trinken.

Verwenden auch wir den grünen Tee als Lebenselexier - so wie die Chinesen und Japaner es vormachen -, aber richtig.

 
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