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Sigrid Häse, Heilpraktikerin Wenn wir uns mit dieser Artikelserie auf eine spannende Entdeckungstour quer durch die Welt machen, geschieht das mit dem Versuch, die einzelnen, vorgestellten homöopathischen Mittel mit der genannten Region in eine Beziehung zu setzen, um so in einem neuen Kontext besser zu verstehen und eventuell Familienzugehörigkeiten zu entdecken, die auch den Personen, die diese Mittel vielleicht brauchen, zu eigen sind.
Teil 1: Arabien Wir beginnen unsere Reise heute in Arabien. Denken wir an den Orient, sind die ersten inneren Bilder die von heißem Sand, flirrender Hitze, tausend-und einer Nacht, Bauchtanz, wohlriechenden Düften, den Stundengebeten der Muezzin, Kaffeehäusern, Dominosteinen und Reichtum aus Erdöl. Heißblütiges Temperament steht im Gegensatz zu hinter Schleiern verborgener Schönheit, unermeßlicher Reichtum im Gegensatz zur Kargheit der Wüste, Gedränge in der Medina im Kontrast zur Weite der Sahara.
Coffea arabica Soll das erste und wahrscheinlich bekannteste Mittel der vorgestellten Schönheiten heute Abend sein.
Das Mittel paßt zum überreizten, schreckhaften, sensiblen Menschen, der schnell und übersteigert handelt, ohne allzu sehr über die Folgen für sich und andere nachzudenken. Schlaflosigkeit und Heimweh sind die häufigsten Indikationen für Coffea, auch Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Geburtsschmerzen, die bis zur Ohnmacht führen.
Geschwätzigkeit, theoretisieren, übersteigerte Fantasien – Coffea wirkt auf andere immer leicht hysterisch, überkandidelt, aufgedreht. Doch das Geplapper soll nur ablenken von mangelndem Tiefgang, das Aufgedrehte ka- schiert Langeweile durch Überfluß, das ganze Theoretisieren maskiert Heimweh nach sich selbst. Genau das wird bestätigt durch ein höchst ungewöhnliches Symptom, welches praktisch ein Kardinalsymptom von Coffea ist: Freude verschlimmert! Freudige Ereignisse, wie Feste, Reisen, Zusammenkünfte machen den Betreffenden schlaflos, unruhig, zittrig, und steigern das Schmerzempfinden.
Ich sehe in Coffea die in Kaffeehäusern Domino spielenden Islamisten, die sich gegenseitig die Köpfe heiß reden, statt etwas zu tun, und Klageweiber, die am geöffneten Sarg verstorbener Familienmitglieder weinen und jammern gegen Geld.
Bei vielen orientalischen Familien ist der Fernseher das wichtigste Möbelstück überhaupt, der den lieben langen Tag läuft, und dessen Geplapper letztlich nicht wahrgenommen wird, weil er in erster Funktion ein Statussymbol ist, der aber auch das Heimweh (Fern-seher) in den Familien widerspiegelt. Fernsehen und Kaffee passen zusammen wie Topf und Deckel, sind Spiegel derselben Grundeinstellung zum Leben.
Doch paßt Coffea nicht nur zu orientalischen Menschen, sondern durchaus genauso zu Juppies und Managern, die viel Geld verdienen, aber keine Zeit haben es auszugeben, unter Kopfschmerzen leiden von Nächten ohne Schlaf, die sie vor den PC beim daddeln zubringen und die um die Außenalster joggen, auf der Flucht vor sich selber. Coffea lebt ein oberflächliches Leben, und unsere Zeit ist häufig sehr oberflächlich.
Interessant ist Coffea in der Sexualität, bei vorzeitigem Samenerguß der Herren und Vaginismus der Damen, denn es paßt zur Übererregbarkeit beider Geschlechter und zur Oberflächlichkeit in Beziehungen.
Eine große Hilfe ist das Mittel bei zappeligen, unkonzentrierten Schulkindern, die durch Computer und Fernsehen sowie Zucker und Colakonsum überreizt sind.
Coffea ist aber genauso das Parademittel für Hunde an Silvester, die beim Geknalle den Schwanz einklemmen und unruhig in der Wohnung hin-und herrennen, sowie Hunde in Pflege mit Heimweh nach ihrem Rudel, die nachts in der fremden Umgebung nicht einschlafen können.
Phoenix dactylifera – die Dattelpalme Dies ist ein kleines, feines Mittel für Frauen, die in lebenslanger Sehnsucht nach einer erfüllten sexuellen Beziehung leben.
So, wie die Dattelpalme in Oasen lebt und den Menschen über Monate als einziges Nahrungsmittel mit allem versorgt, was er braucht, selber aber in der Kargheit der Wüste (wenig Wasser = wenig Emotionen) überdauern kann, so können auch die Frauen (und die Dattelpalme ist explizit ein Frauenmittel) in größter Beziehungskargheit existieren und von ihrer großen Liebe in Form eines Traumprinzen träumen, um am Ende festzustellen, daß er sich als Fata Morgana entpuppt.
Feuer und Angst vor Feuer ist ein zweites Kennzeichen des Mittels, und in der Tat ist ein Traumprinz letztlich sicherer, als gelebte Leidenschaft, die lodert und vergeht.
Aber Angst vor Feuer ist ein gängiges Symptom aller Baummittel, außer Sequoia.
Die körperlichen Symptome bestätigen die psychischen auf allen Ebenen: Honeymoon Zystitis (unerfüllter Sex schmerzt), Vaginalmykosen (vom „Falschen“ besetzt sein), Nephritisneigung (Wut, an den „Falschen“ geraten zu sein) und einseitige Gonarthritis (Wut, vor dem „Falschen“ auf die Knie gehen zu müssen). Alle geschilderten Schmerzen haben brennenden Charakter. Das Mittel wird leicht verwechselt mit Medorrhinum. Immer wenn Medorrhinum versagt, lohnt der Gedanke an die Dattelpalme.
Das männliche Gegenstück zur Dattelpalme ist die Zwergpalme, Sabal serrulata. Hier stehen Prostatabeschwerden im Vordergrund.
Phoenix dactylifera erneuert erkaltete Leidenschaft einer lauwarmen Beziehung und läßt diese wie Phönix aus der Asche neu entstehen. Frau erkennt mit diesem Mittel die positiven Eigenschaften ihres Spatzes in der Hand und vergeudet ihre Sehnsucht nicht länger an die Taube auf dem Dach. Wichtiges Eherettungsmittel!!!
Lac cameli dromedari – Kamelmilch Dieses Mittel läßt Gefühle jeglicher Art gar nicht erst zu. Vollkommen rational und kontrolliert lebt der Patient sein Leben und wird dadurch zum Fels in der Brandung für alle anderen.
Lac cameli dromedari ist der ewig gute Freund, bei dem man sich ausweint, der aber scheinbar emotional unbeteiligt bleibt. Der Freund, der für alle anderen die Lasten des Lebens klaglos mitträgt, ohne etwas zu verlangen und so leicht in Gefahr gerät, ausgenutzt zu werden. Der Freund, der einen in die sichere Wüstenoase führt, vor einem Wüstensturm beschützt, und dessen emotionalen Durst man selber gar nicht mehr wahrnimmt, weil er selber nie weint. Denn wer hat schon mal ein Kamel weinen sehn?
Doch diese scheinbare Emotionslosigkeit ist die Reaktion auf erlebte und verkapselte (Höcker = Speicher!) Traumata, weil irgendwann einmal auf seinen Gefühlen herumgetrampelt wurde (Trampeltier). Vorsicht: Lac cameli dromedari holt Leichen aus dem Keller!
Auf Körperebene wird die emotionale Trockenheit gespiegelt durch Verstopfung, trockene Haut und Schleimhaut, trockenen Husten und großen Durst. Ein gutes Vergleichsmittel wäre Bryonia, doch während Bryonia Gartenzwerge im Kleingartenverein zählt, träumt Lac cameli dromedari von Fernreisen durchs wilde Kurdistan, Bryonia ist engstirnig und kleinlich, Lac cameli dromedari denkt weit und raumgreifend. Tiere haben einfach einen anderen Radius als Pflanzen.
Elephas, das Elfenbein, ist ein blutiges, rachdurstiges Mittel, und bei diesem Mittel muß ich sofort an die vom Islam geforderte Blutrache und Ehrenmorde denken. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Die Patienten sind innerlich zerrissen von Vergeltungsgefühlen und echtem Wunsch nach Versöhnung.
Am liebsten würde ich dieses Mittel großflächig über Israel und Palästina streuen.
Genauso wenig, wie der Elephas Patient anderen Fehler verzeihen kann, kann er sich selbst vergeben. Selbstvorwürfe, Reue und die Erkenntnis eigener Schuld quälen ihn. Elephas hat ein Elefantengedächtnis für alle emotionalen Vergehen, die von anderen und die von ihm selber.
Familie geht ihm über alles, für die Familie opfert er sich auf, wer ein Familienmitglied angreift, greift ihn persönlich an. Vergangenheit nimmt einen großen, zu großen Raum, ein und läßt Freuden der Gegenwart und Visionen für die Zukunft gar nicht zu. Körperliche Beschwerden sind blaue Flecke, Blutungen aller Art, chronisch vergrößerte Polypen mit ständig verstopfter Nase, kariöse Zähne schon als Kind, Gesichtsneuralgien, blutig gekratzte Haut und Verlangen nach vegetarischer Kost.
Elephas liebt große und starke Tiere, hat aber selber Höhenangst.
Androctonus amoreuxii hebraeus – der hebräische Skorpion Dieser Patient hält all seine Emotionen unter Verschluß, lebt zurückgezogen, isoliert, einsam, die Welt erscheint ihm feindlich gesinnt. Aufgewachsen in Familien mit Gewalt und Drogen oder im Waisenhaus, hat er nie gelernt, Emotionen zu zeigen. Er tut nicht nur cool, er ist cool (Eminem).
Drogen helfen ihm die feindliche Umwelt zu vergessen, Waffen geben ihm innere Sicherheit. Soziale Verhaltensweisen hat Androctonus nie gelernt, er ist der ideale potentielle Auftragskiller oder Terrorist, der emotionslos Menschen tötet.
Nur wenn er tanzt, ist seine innere Ungezähmtheit zu spüren, und wenn er schläft, verkrampfen sich seine Muskeln.
Androctonus ist ein gutes Mittel bei Drogenentzug, wenn der Patient krampfhaft erbricht und zu Gewalttätigkeit gegen den Behandler neigt, weil er seine Droge will.
Alle Schmerzen von Androctonus sind stechend (wie Apis), eine Spinnenphobie sichert die Wahl des Mittels ab, der Sprachschatz von Androctonus ist meist bregenzt auf Scheiße, geil und cool, es besteht im Gehabe und der Äußerlichkeit viel Ähnlichkeit zu Antimonium crudum. Antimonium tut aber nur cool, Androctonus ist cool.
Scorpio australis, ein anderer Skorpion, zeigt ebenfalls gelebte Aggression und Extremismus.
Crocus sativus, der Safran, hat viel Ähnlichkeit mit Sepia. Zyklusabhängige Schmerzen, PMS, schwaches Bindegewebe, Scheinschwangerschaft, Blähungen, Blutungen, Sommersprossen, Pubertätsakne, Überarbeitungs-Mutter-Kind-Syndrom – Alles genau wie bei Sepia. Doch einige Besonder- heiten gibt es schon, wie ja auch der Safran etwas ganz Besonderes ist.
Safran hat auffällige Stimmungswechsel von großer Heiterkeit zu plötzlichem Zorn, von ärgerlichen Ausbrüchen zu Reue und Bedauern, von Melancholie zu Entrüstung.
Sepia ist gern allein, Safran braucht Gesellschaft (lebt in großen Kolonien). Genauso, wie die Stimmung leicht kippt, schlagen die körperlichen Symptome leicht um in geistige, und umgekehrt. Weinen fällt Crocus sativus schwer, doch gibt es viele Augensymptome, wie Funken vor den Augen oder Glaukombildung.
Crocus hat Atemprobleme, Asthma, Schnappatmung, Gähnen, Seufzen und das Verlangen tief zu atmen sind kennzeichnend für das Mittel. Alle Symptome bessern sich, wenn sich Crocus künstlerisch ausdrücken darf. Singen, schreiben, töpfern, malen, musizieren – all dies beschäftigt den Geist von Crocus und läßt den Patienten nicht mehr an seine Beschwerden denken, woraufhin diese von allein verschwinden.
So paßt das Mittel zu den vielen Frauen, die ihre Individualität für das Wohl der Familie geopfert haben, die sich angepaßt haben an die Gegebenheiten. Ihre unterschwellige Wut darüber läßt sie körperlich erkranken. In dem Moment, wo sie sich ihre Individualität erlauben, verschwindet auch das Krankheitsbild.
In moslemisch geprägten Kulturen verschwindet die Individualität von Frauen hinter einem blickdichten Schleier, öffentliche Anerkennung bleibt ihnen in der Regel versagt. Nicht einmal die Wahl ihres Mannes steht ihnen frei, ganz zu schweigen von eigenem Geld, eigenem Beruf, eigener Zeitgestaltung, eigener Religionsausübung. Nur Familie und Unterordnung sind erlaubt, streng bewacht von Vater, Bruder, Mann, Schwiegermutter oder sogar Erstfrau. Wer in solchen Gesellschaftsstrukturen aufwächst, resigniert irgendwann oder schafft sich künstlerische Überlebensnischen. Resignation führt in die Krankheit, Überlebensnischen sichern inneres Entkommen aus dem äußeren Gefängnis.
Sal maris mortuis – Salz des Toten Meeres Das Tote Meer ist so salzhaltig, daß Leben darin nicht existiert, so sind Tod und Sterben in diesem Mittel impliziert.
Wenn wir im Toten Meer baden, ist der Auftrieb so hoch, daß wir nicht untergehen und ertrinken können, wir müssen oberflächlich bleiben, die Tiefe zu ergründen, ist uns nicht möglich.
Neurodermitiskranken tut es gut, im Toten Meer zu baden, und auch als Kügelchen sind trockene, rissige, aufspringende Haut die Hauptindikation für das Mittel. Waschzwang und Räusperzwang sind Neurosen, die durch dieses Mittel geheilt werden können. Extremer Durst, Stuhlentleerung nur mit Klistier möglich und Schilddrüsenerkrankungen sind weitere bewährte Anwendungsgebiete für dieses Mittel.
Patienten, die es benötigen, sind vom Wesen her ernst, moralisch, verantwortungsbewußt und wirken viele Jahre älter, als sie sind (was aber auch an der trockenen Haut liegen mag). Wer sich früh mit Tod, Sterben, Alter auseinandersetzt, findet meist früh eine Lösung für diesen Konflikt, und die heißt loslassen. Und so fügen sich Tod und Getragen sein in der gesunden Form von Sal maris mortuis harmonisch ineinander. Es ist das beste Mittel gegen die Angst vor dem Tod.
Olibanum sacrum – Weihrauch Weihrauch ist das Gnadenmittel in der Homöopathie.
Es geht bei Olibanum um die Sehnsucht nach Verschmelzung. Das Harz des Weihrauchbaumes Boswellia fließt aus der Wunde, welche symbolisch für alle Wunden des menschlichen Lebens steht. Die Wunde wird dadurch gereinigt und verschlossen, der Baumkörper schließt Frieden. Und genau diese Friedenskraft wirkt auch in den Kügelchen für den Menschen bei Einnahme. Sie bewirkt innere Aussöhnung mit dem erlebten Trauma, echtes Heil und dadurch eine Erhöhung der Schwingung, bis hin zu Hellsicht und Prophetie. Schmerzen aller Art, Schwere, Schwellungen, Schüttelfrost, Fieber, Ganzkörperjuckreiz, chr. Verdauungsbeschwerden, Rheuma, schwache Libido – alles wurde in den Prüfungen gezeigt und bei späteren Anwendungen des Mittels behoben. Die Wirkung des Mittels scheint eher unspezifisch heilend, ganzheitlich wirkend. Es scheint die Lebenskraft anzuregen, verjüngend, erneuernd, so daß der Körper langfristig in der Lage ist, sich selbst zu helfen. Frieden und Aussöhnung sind Vorraussetzung für jeden Heilungsprozeß. Olibanum sacrum schlägt die Brücke zur Lebenskraft im 3. Auge, was die Hellsicht erklärt. Man könnte es als Abkürzung für den spirituellen Erweckungsprozeß betrachten. Abkürzungen haben aber generell den Nachteil, daß bestimmte Informationen keinen Zugang zu uns finden. Dennoch ist das Mittel für alle Menschen von höchstem Wert, einem Wert, der offenbar schon den drei Weisen im Morgenland bekannt war.
Punica granatum – Granatapfelbaum Man kommt am Morgenland nicht vorbei, ohne den Granatapfel zu beleuchten. Wenn Olibanum sacrum das Mittel der drei Weisen aus dem Morgenland ist, ist Punica granatum das Mittel von Sheherazade und Eva. Verführung, aber auch Abhängigkeit sind das Oberthema dieses Mittels. Die körperliche Wirkung ist verjüngend und blutreinigend, doch die energetische Wirkung ist viel spannender, denn Punica granatum löst uns aus emotionalen Abhängigkeiten in Beziehungen und macht uns so zu unserem eigenen Herrn und König (Reichsapfel).
Nach erlebten Traumata, wie z.B. sexuellem Mißbrauch, ist es so, daß ein Teil des Emotionalkörpers des Mißbrauchers noch im Emotionalkörper des Opfers hängt, quasi wie ein Saugrüssel, und das Opfer so ein Leben lang Opfer bleibt, und ihm Energie entzogen wird. Ein einmal erfolgter Mißbrauch findet so ein Leben lang statt, wenn die Verbindung nicht gelöst wird. Punica granatum ist in der Lage, den Saugrüssel zu lösen.
In der Esotherik-Szene gibt es jede Menge Einweihungszeremonien. Auch nach solchen Ritualen bleiben Meister und Schüler ein Leben lang energetisch verbunden, nicht nur im Emotionalkörper, und nicht immer zum Nutzen des Schülers. Zumindest auf der emotionalen Seite läßt sich eine solche unfruchtbare Verbindung wieder lösen durch Punica granatum.
Beziehungssüchtige Menschen werden leicht Co-abhängig, das heißt, aus dem Bedürfnis nach Nähe und Harmonie heraus unterstützen sie z.B. Süchtige aller Art und versorgen sie mit dem Grundstoff ihrer Sucht. Meist sind es Frauen alkoholabhängiger Männer, oder Mütter von Drogenkids. Punica granatum kappt die emotionale Verbindung, so daß wir in der Lage sind, uns zu emanzipieren. Und eine Emanze wollte Gott schon im Paradies nicht haben, er wußte, was er tat, als er den Apfel verbot. Mit dem Biß in den Apfel machten sich Adam und Eva unabhängig von ihrem Schöpfer, deshalb mußten sie das Paradies verlassen. Und was machte Sheherazade? Sie machte den Sultan abhängig von ihrer Daily Soap, die sie ihm in Endlosfortsetzungen erzählte, bis er sie endlich heiratete. Gar nicht dumm, die Frau....
Petroleum – Steinöl Die Energie des Orients ist das Steinöl, oder Öl des Petrus (Petr-oleum) Es entspricht dem Blut der Erde, welches wir wie Zecken aussaugen und für kurzfristige Belange verpulvern.
Petroleum entstand durch großen Druck und es sorgt dafür, daß alles wie geschmiert läuft. Und so hilft dieses Mittel besonders Patienten, die Beschwerden durch unterdrückte Emotionen haben, die ihre Gefühlswelt einschließen und abkapseln und selbst unter großem Druck weiterfunktionieren. Erfolg, Gewinn und Karriere sind ihnen wichtig, aber auch reibungsloses Arbeiten im Team, wo sie häufig als Schlichter funktionieren. Diese Rolle kennt jedes Sandwichkind (Mittelmaus), wenn es wieder einmal zwischen den Geschwistern steht, oder zwischen streitenden Eltern. Diese Kinder werden notgedrungen früh reif, und nicht selten benötigen sie hin und wieder Petroleum. Petroleum bezieht selber am liebsten keine Position und „schleimt“ sich durch. Das Temperament kippt leicht ins Gegenteil nach dem Genuß von Alkohol, dann brechen die aufgestauten Gefühle sich Bahn, wie eine Erdölfontäne nach dem Anbohren. Petroleum hat sich sonst immer unter Kontrolle, hält in der Öffentlichkeit die Klappe, haßt Schmutz, Schlamm, Klebriges, leidet an migräneartigen Kopfschmerzen und trockener, schrundiger Haut, besonders im Winter, sowie an Seekrankheit. Zu Wasser wird den Patienten schwindelig und übel. Sie mögen nicht gern berührt werden, sind leicht beleidigt und leiden verstärkt an Haarausfall, besonders am Hinterkopf.
Petroleum ist heute die Wunderlampe des Orients, die Arabien Anerkennung und Reichtum in der Welt schenkt, schmierig-ölige Händler gebiert, die händereibend mit blumiger Sprache uns in die Abhängigkeit treiben – bis alles in sich zusammenfällt. Denn die Erde wird sich unseren Raub nicht mehr lange gefallen lassen.
Falco peregrinus disziplinatus – Wanderfalke Falken sind traditionell ein Prestigeobjekt reicher Ölscheichs. Beim Falken heißt das zentrale Thema Geschwindigkeit, denn Falco ist seinen Mitmenschen im Denken immer 10 Schritte voraus. Allerdings fällt es ihm schwer, sein inneres Tempo in die Realität umzusetzen, und so kommt es bei ihm zu Koordinations- und Wahrnehmungsschwächen, die sich in Unfällen, Schreibproblemen bei Diktaten, Klavierspielen nach Noten und sonstigen motorischen Schwierigkeiten äußern. Er liebt Motorradfahren, Achterbahnfahren und raketenhaftes Fliegen. Schlägereien ist er nicht abgeneigt und hat gern ein lockeres Messer in der Tasche. Gegenüber langsam denkenden Menschen verhält er sich ungeduldig. Bei ihm besteht eine latente Gewaltbereitschaft, und feige ist er überhaupt nicht. Die Disziplin, die im lateinischen Namen des Mittels steckt, läßt der Klient manchmal vermissen.
Naja tripudians – die Brillenschlange Die Kobra, die durch die betörende Musik des Fakirs zum Aufrichten und Tanzen gebracht wird, spiegelt perfekt das orientalische Bild der Bauchtänzerin wieder. Verführung, Sünde, Fleischeslust, Intrigen und Herzlosigkeit sind Stichpunkte, die diesen Typ Mensch (meist Frauen) charakterisieren. Naja drängt sich rücksichtslos in bestehende Beziehungen, um ihre eigene Lust zu stillen. Körperausdruck ist im Falle von Naja allerdings ein Zeichen von gestörtem sprachlichen Ausdruck. Naja ist ein hervorragendes Mittel gegen Stottern. Gehemmte Sprache, in der Regel durch elterliche Bevormundung ausgelöst, finden wir bildlich wieder in dem zugenähten Maul der Kobra eines Schlangenbeschwörers, was bei den Tieren natürlich unstillbaren Hunger und Aggressivität hervorruft. Hunger nach Fleisch (Fleischeslust) und Aggressivität finden wir dann auch wieder bei den Anwärtern auf diese Arznei. Selbstzweifel, denen Naja mit auffälligen Gebärden und Kleidung begegnet, sowie exzessiven Behang durch Modeschmuck (Liberace) und übergroße Brillen (Elton John), goldene Schuhe und eine große Entscheidungsschwäche (sich in alle Richtungen windender Schlangenkörper) sind Markenzeichen eines Naja-Patienten. Naja hilft bei Herzbeschwerden, Asthma bronchiale, Heuschnupfen, sowie Migräne mit Sehstörungen.
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