22.04.2010: Der Lunity-Prozess


Auf dem Weg zur Gesundheit – die Suche nach einen individuellen Gesundungsweg

Gabriele Raimer, Heilpraktikerin
 
Was kann ein Mensch für sich tun, der mit einer existenziell bedrohenden Dia­gnose konfrontiert ist, und wie kann er die richtige Hilfe finden? In diesem Zu­sammenhang soll es um Menschen ge­hen, die an Krebs erkrankt sind, denn was für sie gilt, läßt sich ebenso für die meisten anderen Menschen mit chronischen oder lebensbedrohenden Krank­heiten sagen. Die Diagnose Krebs ist ein Schock, der massive und vielfältige Ängste auslöst und die eigene Existenz in Frage stellt, denn das Leben eines Betroffenen wird nie wieder so sein wie bisher, und diese Einsicht fordert ihm eine kaum vorstellbare Kraft ab. Aus­gerechnet in einer solchen Situation, in der sich ein Mensch ausgeliefert und ohnmächtig fühlt, sind seine innere Stär­ke, sein Vertrauen zu sich selbst, seine Klarheit und seine Ent­schei­dungs­fähig­keit am meisten gefordert, vor allem im Hinblick auf eine entsprechende Be­handlung.
 
Die Brisanz der Thematik wird am deutlichsten, wenn man sich bewußt wird, daß eine existenziell bedrohende Dia­gnose ein Handeln erzwingt, daß die besten Erfolgsaussichten im Hinblick auf eine Gesundung bietet, und was für den einen gut ist, muß nicht für den anderen gelten. In der Regel werden Pa­tienten hierfür die üblichen Vor­gehens­weisen (Operation, Chemo­thera­pie und Be­strahlung) angeboten, und dafür müs­­sen sie die massiven Neben­wir­kun­gen in Kauf nehmen, die ihre Gesund­heit zusätzlich beeinträchtigen. Und trotzdem wird ihnen niemand eine Ge­sundung garantieren und den Verlauf ihrer Erkrankung mit Gewissheit bestimmen können. Angesichts dessen, daß es letztlich keinen „richtigen“, eindeutig bestimmbaren Weg gibt und es für den Einzelnen schließlich um das Ganze geht, muß er sich deshalb über die Trag­weite seiner Entscheidungen be­wußt sein und sich fragen, wie seine! Ge­sundung im besten Fall funktionieren kann. Leider sind sich erkrankte Men­schen viel zu wenig der Konsequenz ihres Handelns bewußt, denn ihre Ge­fühle der Hilfsbedürftigkeit, des Aus­geliefert-Seins und der Ohnmacht können so überwältigend sein, daß sie die Verantwortung für ihre Gesundung meist an eine vermeintliche Autorität delegieren und der eigenen Unter­schei­dungs- und Entschlußkraft nicht allzu viel Wert beimessen. Diese Haltung ist nicht unbedingt förderlich, denn es steht für einen Betroffenen zu viel auf dem Spiel, da es schließlich um sein Leben und um seinen Körper geht. Die Mehr­zahl der Patienten geht davon aus, daß ihr jeweiliger Arzt weiß, was für sie das Beste ist. Das ist ja in vielen Fällen durchaus so, aber eben nicht in allen. Die Entscheidungen eines Betroffenen werden oft von einer existenziellen Angst diktiert, und deshalb sind ihm die weit reichenden Konsequenzen seiner Entscheidungen und seiner Mög­lich­kei­ten nur unzureichend bewußt. Pa­tien­ten stehen oft unter Zeitmangel, und daraus kann sich eine Panik ergeben, die immer ein schlechter Ratgeber ist. Des­halb kommt es ihnen häufig nicht in den Sinn, eine vorgeschlagene Be­hand­lung zu hinterfragen, eine zweite Mei­nung einzuholen und eventuell den Arzt oder die Klinik zu wechseln. Deshalb möchte diese Thematik die Wahl- und Ein­flußmöglichkeiten Betroffener ins Blick­feld rücken und dabei verdeutlichen, wie hilfreich die Nutzung ihrer Be­wußt­seins­kräfte dabei ist.
 
Denn letztlich ist es so, daß die Ent­scheidungen eines Betroffenen hinsichtlich seiner Behandlungen und individuellen Vorgehensweisen, der wichtigste Meilenstein auf dem Weg zu seiner Gesundung sind. Für denjenigen, der sich nicht entscheiden kann, wird dies ein anderer tun. Leider ist es häufig so, daß Betroffene die für sie am besten geeigneten Maßnahmen auf eigene Faust ausfindig machen müssen, denn die standardisierten Behandlungen bei Krebs­erkrankungen erwecken oft den Eindruck einer Einbahnstraße, die häufig das Gefühl vermitteln, nichts für sich tun zu können. Erkrankte Menschen werden leider nur unzureichend über andere mögliche Krebstherapien informiert, so daß sie aus ihrer Sicht häufig überhaupt keine andere Wahl haben. So gibt es z.B. eine weitere, inzwischen bewährte und unterstützende Säule in der Krebsbehandlung, die Hyper­ther­mie, von der die wenigsten Betroffenen wissen. Darüber hinaus gibt es Kliniken mit einem ganzheitlichen Ansatz, die neben einer Chemotherapie auch naturheilkundliche Behandlungen anbiete die auch für Kranken­kassen­patien­ten zu­gänglich sind. Sicherlich spielt die radikale Entfernung oder die schnelle Zerstörung eines Tumors durch Chemo­therapie und Bestrahlung zwar weiterhin eine wichtige Rolle, aber auf langfristige Sicht eben nicht die alles Ent- ­schei­dende, da sie nicht unbedingt gleichzusetzen ist mit der Verlängerung der Lebenszeit und schon gar nicht mit der Verbesserung der Lebensqualität. Nur weil Chemotherapien grundsätzlich von Krankenkassen bezahlt werden, bedeutet das noch lange nicht, daß diese auch für alle Patienten gut sind, da Nutzen und Schaden, wie schon er­wähnt, eben nicht eindeutig bestimmt werden können.
 
Vor allem der medizinische Alltag vermittelt insbesondere krebserkrankten Menschen häufig das lähmende Gefühl, keinen Einfluß auf ihren Ge­sun­dungs­prozeß zu haben, und suggeriert damit, daß ein solcher ausschließlich von einer konventionellen Behandlung ab­hängig ist, was aber so nicht stimmt. Das Augenmerk ausschließlich auf die Krankheit und auf die Vernichtung eines Tumors zu richten, bedeutet, die Symp­tome einer Krankheit zu beseitigen, aber gewiß nicht die Krankheit selbst. Für eine umfassende Gesundung ist die Berücksichtigung der größeren Gesamt­zusammenhänge eines erkrankten Men­schen entscheidend, und schwer erkrankte Menschen spüren dies oft intuitiv, und leider weist sie niemand darauf hin, daß sie in diesem Punkt selbst aktiv werden müssen. Die meisten haben ohnehin eine subjektive Wahr­nehmung von ihrer Erkrankung, die sich oft von der ihres Arztes unterscheidet. Viele von ihnen machen sich deshalb auf eigene Faust auf die Suche nach weiterreichenden Heilungs­möglich­kei­ten und versuchen ihre veränderte Le­benssituation und ihre Erkrankung in einem persönlichen Sinn zu beantworten.
 
Es ist wichtig, zu realisieren, daß Krebs auch heilbar ist und Betroffene nicht hilflos ausgeliefert sind! Ein Be­troffener hat wesentlich mehr Möglich­keiten, als er annimmt. Es gibt konventionelle und un­konventionelle Be­hand­- ­lungen und selbst innerhalb konventioneller Behand­lungs­möglichkeiten eine große Bandbreite der unterschiedlichsten Möglichkeiten. Für einen Be­trof­fenen ist es deshalb in dieser Situation am wichtigsten, sich nicht von seinen Ängsten überwältigen zu lassen, damit er sich seinen klaren Blick bewahren, sich Informationen beschaffen und sei­ne Wahl- und Ent­schei­dungs­möglich­keiten erkennen kann. Diese wird er auf den ersten Blick nicht erkennen können und er weiß auch nicht, welche Behandlungen für ihn die richtigen sind, da er ja ein medizinischer Laie ist. Seine Lebenssituation ist sowieso äußerst verunsichernd, und er benötigt dringend professionelle Hilfe. In dieser so belastenden Situation überfordert es ihn, wenn er sich zusätzlich noch im Dschungel der Medizin zurechtfinden muß. An dieser Stelle ist es für ihn wichtig, erst einmal inne zuhalten, einen Schritt innerlich zurückzutreten, seine Fragen zu sortieren und sich alle notwendigen Informationen zu verschaffen, um seine Gesamtsituation über­blicken, und eine innere Sicherheit ge­winnen zu können. Dabei hat er zu ent­scheiden, wie viele Informationen er braucht. Bei manchen ist es das eigene Wissen über die Krankheit, andere wiederum fühlen sich durch zu viele In­formationen verunsichert. Jedenfalls sind sich viele Betroffene aufgrund ihrer Ängste nicht bewußt, daß letztlich sie die entscheidenden Weichen für ihre Gesundung stellen, einfach deswegen, da sie letzten Endes darüber bestimmen, in wessen Hände sie sich begeben und welche Hilfen sie in Anspruch nehmen. In dieser Phase des Suchens und der Unsicherheit wird es für einen Be­trof­fenen im Wesentlichen darum gehen, herauszufinden, wer oder was ihm wirklich helfen kann. Es ist demzufolge eine Suche nach dem „richtigen“ Arzt und/ oder Heilpraktiker und der damit verbundenen Behandlung oder nach einer entsprechenden Klinik. Deshalb muss er sich kundig machen und ein Zeit­fenster setzen.
 
Manche Betroffene lehnen das übliche Behandlungsschema nach einer Ope­ration ab und schlagen einen grundlegend anderen Behandlungsweg ein, da sie das Gefühl haben, daß sie durch den pauschalen Einsatz einer Che­mo­therapie noch kränker werden. Sie lassen sich beispielsweise auf das Risiko gänzlich anderer Behandlungen ein und suchen eigenständig nach alternativen oder unkonventionellen Therapien, von denen sie überzeugt sind, daß sie ihnen persönlich mehr helfen als die üblichen Standardbehandlungen. Doch auch hier ist es im individuellen Fall natürlich nicht eindeutig bestimmbar, welcher Weg der jeweils bessere ist und in welchem Verhältnis Nutzen und Scha­den stehen. Leider gibt es innerhalb der alternativen Szene auch schwarze Schafe, die mit der Hoffnung auf Hei­lung u. U. auch gute Geschäfte mit überteuerten Medi­kamenten machen, denn ein erkrankter Mensch läßt sich aufgrund seiner Angst leicht manipulieren. Letztlich muß jeder selbst eine Ent­scheidung treffen, und das ist die schwierigste Heraus­forde­rung schlechthin, die niemand einem Betroffenen abnehmen kann. Für ihn ist es hilfreich zu erfahren, was andere Menschen getan haben, die eine herkömmliche Behandlung nicht favorisierten und welche Erfolge sie mit anderen Maß­nahmen hatten. Es gibt inzwischen un­abhängige ganzheitlich orientierte Krebs­berater, die Betroffene umfassend beraten und Informationen geben können, die sie von ihrem Arzt nicht erfahren. Denn diese sind gesetzlich dazu verpflichtet, Betroffenen eine konventionelle Behandlung anzubieten. Jeder Mensch sucht sich einen Weg durch sein Leben, und das allein ist manchmal schon herausfordernd genug, und um wie viel schwieriger ist das erst für einen schwer erkrankten Menschen!
 
Das einzige, was sich mit Sicherheit sagen läßt, ist, daß vor allem Krebs­patienten gesunden, die die Zerstörung ihres Tumors nur als einen Teilabschnitt ihrer Gesundung auffassen und die bereit sind, sich auf eigene Faust auf die Suche nach weitergehenden Möglich­keiten zu machen. Diese sehen eben für jeden anders aus und sollten neben der Heilung seines Körpers auch die seiner Seele und seines Geistes mit ein­schließen, denn das Gefühl, mit sich und der Welt im reinen zu sein und die Empfindung inneren Friedens sind die Grundlage jeglichen inneren Heilungs­prozesses. Jedenfalls ist es beachtenswert, daß es viele Patienten gibt, die schon aufgegeben wurden und die trotz ihrer schlechten Prognose überlebten, da sie sich eigenständig auf die Suche nach Alternativen machten. Sie folgten dabei ihrer Einsicht, daß es manchmal einfach nötig ist, eigene Wege zu gehen, und dabei ließen sie sich von ihrer Intuition und ihrem „stimmigen“ Gefühl leiten.
 
Erfahrungsgemäß ist es in der Regel so, daß Betroffene bei einer Erstdiagnose eine Standardbehandlung durchführen lassen, da ihnen diese Vorgehensweise am sichersten erscheint. Zusätzliche Möglichkeiten ziehen sie meist erst zu einem späteren Zeitpunkt in Betracht. Deshalb ist es ein entscheidender Punkt, daß sich ein erkrankter Mensch nur für den Arzt oder Heilkundigen entscheiden sollte, dem er vertrauen kann, der ihn ernst nimmt und ihn respektiert und von dessen Behandlung er überzeugt ist. Manche Menschen verlassen sich bei ihrer Entscheidung mehr auf ihren Verstand und manche mehr auf ihre Intuition. Beide Vorgehensweisen haben ihre Berechtigung und sind davon ab­hängig, welche einem Menschen mehr entspricht. Leider glauben erkrankte Menschen, daß die fachliche Kom­petenz ihres Arztes und/oder Heil­kun­digen für ihren Gesundungsprozeß aus­reichend ist, und stufen ihre eigene Kompetenz als unerheblich und zu ge­ring ein. Diese hat jedoch einen hohen Stellenwert, denn die eigene Geistes­klarheit und Intuition und das Gefühl von Stimmigkeit sind vor allem bei der Wahl einer Behandlung und auf der Suche nach weitergehenden Möglichkeiten von ausschlaggebender Wichtigkeit. Des­halb sollten Betroffene auf ihre Wahr­nehmungen achten und lernen, auf sich selbst zu hören und ihre damit verbundenen Gefühle wichtig nehmen. Damit messen sie ihren eigenen Impulsen Wert bei und machen im Laufe der Zeit die Erfahrung, daß sie ihrem „Bauch­gefühl“ und damit ihrer Intuition mehr und mehr vertrauen können.
 
Die Basis dafür sind das Wissen und die Erfahrung, daß es eine Instanz in ihnen gibt, die vollkommen heil und unzerstörbar ist und auf die eine Krankheit keinen Zugriff hat. Diese tiefere Schicht des Seins entspricht dem tiefsten Wesen eines Menschen. Es ist als eine Be­wußtseinsebene vorstellbar, die gleichzeitig mit einer größer dimensionierten Wirklichkeit verbunden ist. Damit in Verbindung zu sein, heißt, daß ein Mensch einen Zugang zu seiner Quelle innerer Weisheit finden kann. Denn auf dem Weg durch ihre Erkrankung benötigen erkrankte Menschen Selbst­ver­trau­en, innere Kraft, Stabilität und innere Sicherheit in erhöhtem Maß. Diese Qualitäten erwachsen ihnen aus dieser Beziehung innerstem Heil-Seins, sie nähren damit ein grundlegendes Ver­trauen und stärken ihre Zuversicht und ihren Glauben. Sich mit seinem innersten Wesen, mit seiner inneren Wahr­heit verbunden zu wissen, kann eine solch starke innere Überzeugungskraft entstehen lassen, daß ein Betroffener ganz einfach „weiß“, daß er in jedem Fall hinter seinen Entscheidungen stehen kann. Das ist besonders dann von Bedeutung, wenn es darum geht, angstbesetzte und verunsichernde Situa­tio­nen zu bewältigen und sich im unbekannten Gelände einer chronischen Er­krankung besser orientieren und zu­rechtfinden zu können. Deshalb macht es gerade in Bezug auf einen inneren Heilungsprozeß einen entscheidenden Unterschied, ob sich ein Betroffener an seiner Krankheit oder an seiner innewohnenden Ge­sund­heit orientiert. Da­durch kann er größere Zu­sam­men­hänge erfassen und damit besser er­kennen, welche Ent­schei­dungen die richtigen für ihn sind und was letztlich gut und heilsam für ihn ist.
 
Der Einsatz eigener Bewußtseinskräfte, wie er z.B. im Lunity- Gesund­heits­trai­ning eingeübt wird, kann in diesem Zu­sammenhang ein unschätzbarer Wert für Betroffene darstellen und bedeutet, daß sie ihre Vorstellungskräfte gezielt einsetzen. Jeder Mensch verfügt über einen unbewußten Schatz an inneren Kräften, Heilenergien, Informationen und früheren Erfahrungen, die seinem rationalen Geist nicht zugänglich sind. Wenn ein Problem mit dem rationalen Geist keine Lösung findet, dann blok­kiert er. Wenn es einem Betroffenen dann gelingt, seinen rationalen Geist zu unterwandern, kann sich dieses unbewußte Potential entfalten und die erforderliche Lösung finden. Konkret heißt das, daß wenn sich Betroffene mit ihren inneren Bildern auf entsprechende Hilfe und die beste Möglichkeit ihrer Ge­sundung ausrichten, diese auch auftauchen können. Verständlicher wird dies, wenn man die Funktionsweise des Gehirns versteht. Das Gehirn kann nicht zwischen einer realen Erfahrung und der mentalen Stimulierung durch innere Bilder unterscheiden und gibt dem Unterbewußtsein einen klaren Auftrag zur Realisierung. Die Vorstellungskraft bildet sozusagen neuronale Pfade im Gehirn und je häufiger diese eingesetzt und vom Gehirn verarbeitet werden, desto stabiler prägen sich diese Pfade aus. Durch intensive Konzentration wird damit eine geistige Energie freigesetzt, die wie ein inneres Radarsystem wirkt und Fenster der Möglichkeiten öffnet. In diesem Moment passieren Dinge, die oft nicht logisch erklärbar sind. Betroffene treffen dann auf Menschen, die ihnen weiterhelfen oder wichtige Hinweise geben. Sie finden zu dem Arzt und/oder Heilpraktiker, der für sie der richtige Wegbegleiter ist, oder sie landen in einer Klinik, wo sie sich wirklich aufgehoben fühlen. Sie finden die richtige Behand­lung und können Verände­run­gen einleiten, die ihnen helfen, wieder gesund zu werden. Ein solch innerer Kompaß wirkt jenseits des Wach­bewußtseins, und um einen solchen zu wissen und darauf vertrauen zu können, gibt eine ungeahnte innere Sicherheit, denn es bedeutet, darauf vertrauen zu können, daß jeweils Richtige für sich zu tun, was auch immer das für den Ein­zelnen in ganz bestimmten Momenten heißen mag. Ein Weg wird dann sichtbar, so­bald die Aufmerksamkeit darauf gerichtet wird!
 
Ein Beispiel für ein solches selbst verantwortliches, allerdings auch höchst riskantes Vorgehen aus der Praxis dafür soll das verdeutlichen. Eine Brust­krebs­patientin stellte sich in einer Univer­sitätsklinik vor, da ein Rezidiv eine weitere Operation notwendig machte. Gleichzeitig hatte ihr eine Freundin einen Termin bei einem Heilpraktiker, der über sensitive diagnostische Fähig­keiten verfügte, ermöglicht. Seine Diagnose war niederschmetternd, da er neben ihrem bösartigen Brustkrebs der einen Brust mit Lymphdrüsenbefall ebenso einen weiteren Krebsherd ihrer anderen Brust, ebenfalls mit Befall der Lymphdrüsen, diagnostizierte. Sie ließ diesen Verdacht mit bildgebenden Ver­fahren abklären, ohne daß, sich ein Be­fund ergeben hätte. Trotzdem folgte sie ihrer Intuition und sagte sich, daß wenn das stimmen sollte, eine Operation zu diesem Zeitpunkt keine wirkliche Bes­serung bedeuten würde. Ihre Situation war also äußerst ernst, und sie war sich bewußt, daß ihr weiteres Leben von ihren nächsten Entscheidungen abhängen würde. Sie stellte sich mit inneren Bildern auf die für sie besten Vor­ge­hens­weisen ein und versuchte ihren Ängsten Einhalt zu gebieten, indem sie all ihre Konzentration auf die Mög­lich­keiten einer Gesundung richtete und wurde in mehrfacher Richtung tätig. Sie stellte ihre Medikamente um und erfuhr von den Möglichkeiten der Hyper­ther­mie. Sie fand eine ganzheitlich ausgerichtete Klinik, die diese Behandlungen durchführte, und ließ sich damit ihre Lymph­knoten behandeln. Eine Chemo­therapie zog sie lediglich als allerletzte Maßnahme in Betracht. Kurz danach konsultierte sie einen Heiler, und dieser erkannte, daß sich hinter einem Mut­ter­mal in der Falte ihrer anderen Brust, das bislang als völlig harmlos diagnostiziert wurde, ein bösartiges Melanom im Unter­hautbindegewebe verbarg. Die Dia­gnose des Heilpraktikers hatte also doch gestimmt! Hätte sie sich lediglich ihre Brust operieren lassen, so hätte sie letztlich an einem aggressiven Melanom sterben können, das niemand zu diesem Zeitpunkt erkannte. Bezüglich ihres Melanoms entschied sie sich für eine unkonventionelle Therapie, die erfolgreich verlief. Im späteren Verlauf ließ sie sich dann ihre Brust operieren. Die Patientin machte sich in der Folge viele Gedanken darüber, welche Änderungen in ihrem Leben nötig waren, die sie bisher nicht in Betracht gezogen hatte und zog daraus ihre Konsequenzen. Dieses Beispiel möchte aufzeigen, daß es manch­­mal das eigene Leben retten kann, wenn man auf seine inneren Im­pulse hört und aufzeigen, daß es bei dieser Thematik weder eindeutige Re­geln gibt noch geben kann.
 
Bedauerlicherweise werden Patienten auch viel zu wenig darüber aufgeklärt, daß ihre vorteilhaftesten Chancen darin bestehen, wenn sie sich für das jeweils Beste aus Schulmedizin und Natur­heil­kunde im Verlauf ihrer Erkrankung entscheiden. Ganz besonders erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang Untersuchungen, die zweifelsfrei ergeben haben, daß eine individuell ausgerichtete Komplementärmedizin, die Schul­medizin und Naturheilkunde gleichermaßen berücksichtigt, die besten Ergebnisse zeigt, da sie erkrankten Menschen ein maßgeschneidertes, auf sie abgestimmtes Behandlungskonzept anbieten kann. Leider wird diese Tat­sache im schulmedizinischen Betrieb nicht berücksichtigt, und gerade deshalb ist es für jeden Betroffenen unabdingbar, sich der zahlreichen Möglichkeiten der Naturheilkunde bewußt zu werden und sie entsprechend zu nutzen. Denn die Wirkung einer schulmedizinischen Therapie ist in erhöhtem Maß auch davon abhängig, wie gut der Körper seine Entgiftungs- und Regu­lations­mög­lichkeiten wahrnehmen kann. Dabei spielt die Ausleitung toxischer Stoff­wech­selendprodukte und die Ver­sor­gung des Organismus mit Sauerstoff z.B. mit einer HOT-Behandlung oder auch Ozonbehandlung eine große Rolle. In diesem Zusammenhang ist es aufschlußreich, daß der Nobel­preis­träger Otto Warburg nachwies, daß der Stoffwechsel einer Krebszelle unter Ausschluß von Sauerstoff stattfindet. Das macht deutlich, wie notwendig eine erhöhte Zufuhr von Sauerstoff für den Organismus ist. Wie bedeutsam darüber hinaus eine Stoffwechsel­op­ti­mie­rung und eine Steigerung der Fitneß für die Abwehrkräfte sind, soll in Zu­sam­men­hang nicht näher erläutert werden, sondern es ist das Anliegen, den Blick­punkt auf den Wert begleitender naturheilkundlicher Maßnahmen zu richten.
 
Ein weiterer maßgeblicher Faktor auf dem Weg zur Gesundung ist die Re­aktion eines Menschen auf seine Er­krankung. Eine solche kann genauso belastend sein, wie die Krankheit selbst, z.B. wenn er in seinem Kopf ständig den Gedanken reproduziert: „Ich habe Krebs, ich muß sterben, und das ist furchtbar.“ Wenn erkrankte Menschen lernen, innere Gedankenmuster zu lockern und ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf ihre gesunden Potentiale zu lenken, wird diese Haltung sie zunehmend unabhängiger von ihren Er­wartungen hinsichtlich einer Ge­sundung machen und damit auch freier von ihrer Hoffnung und Furcht. Die Ge­fahr, sich mit der Krankheit zu identifizieren und sich als ihr Opfer zu fühlen, ist verständlich, denn der Umgang mit Ängsten und seelischen Schmerzen ist bei einer Krebserkrankung zentral. Der Schritt zur Bewältigung liegt darin, eben die Angst und den Schmerz nicht zu bekämpfen, sondern sie als gegeben anzunehmen und akzeptieren zu lernen. Ihnen mit dieser Haltung Raum zu geben, bedeutet, daß sie sich in der Folge in etwas anderes verwandeln können. Denn andererseits können sich erkrankte Menschen auch genauso gut mit ihrer innewohnenden Gesundheit identifizieren. Es ist manchmal für Außen­stehende kaum nachvollziehbar, wie zufrieden und ausgeglichen er­krankte Menschen sogar dann sein können, wenn ihr objektiver Befund nicht sehr ermutigend ausfällt. Sie konnten lernen, ihre Wünsche nach Gesundheit dem Möglichen anzupassen und Demut zu üben. Als hilfreich haben sich dabei ganz persönliche Heilungssätze erwiesen, die sich ein erkrankter Mensch immer dann sagen kann, wenn ihn seine Angst zu überwältigen droht.
 
Eben­so lenkt die Gestaltung einer Vi­sion der eigenen Gesundung die Ener­gien eines Betroffenen in die richtige Richtung. Es ist unwesentlich, sich zu fragen, ob das alles wirksam ist. Wirk­lich ist das, was wirkt, und daran sollte sich jeder Mensch orientieren, der auf der Suche nach eigenen Heilungs­quellen ist. Nichts beeinflußt die Sicht auf die Realität so stark, wie die eigene Vor­stellungskraft und Phantasie. Ge­ra­de das Bewußtsein innewohnender Ge­sundheit kann als Gegenmittel für Angst und Unsicherheit eingesetzt werden und ermöglicht es, z.B. auch mit Krebs glücklich leben zu können.
 
Diese Loslösung der Identifikation mit der Krankheit gelingt Betroffenen am ehesten, wenn sie eine geistige Ent­spannung kultivieren, mit der sie die Dinge so sein lassen können, wie sie nun mal sind, und dabei darauf achten, was aus ihrer seelischen Tiefe auftaucht, und, wie schon angedeutet, ihre Entscheidungen aus dieser inneren Mitte heraus treffen. Diese Haltung ist an sich schon heilsam. Denn in einer Situation wie dieser, kann sich ein Betroffener auch auf die Möglichkeit einer Freiheit besinnen, die ihm niemand nehmen kann: nämlich sich zu entscheiden, wie er sich auf das ihm Widerfahrene beziehen und wie sich all das auf ihn auswirken soll. Denn zwischen der Konfrontation mit der Diagno­se Krebs und der Reaktion darauf, kann auch die verborgene Chance einer inneren Freiheit liegen. Aus diesem Blick­winkel können Angst und Unsicherheit sozusagen die Triebfeder dafür sein, mit der ein Erkrankter seine Erkrankung über­winden und zu einer inneren Frei­heit finden kann, vor allem wenn noch weitere schwer zu bewältigende Le­bensumstände hinzukommen, wie z.B. Trennungen aufgrund der Er­kran­kung oder wenn ein Betroffener keine Fa­milienangehörige hat, die ihm beistehen. Das Bewußtsein eines heilen inneren Raumes kann verhindern, daß die leidvollen Erfahrungen, die mit einer solch schweren Erkrankung einhergehen können, das eigene Herz nicht verhärten und machen es leichter, den Wunsch nach Gesundheit den Gege­benheiten anzupassen. Es ist klar, daß eine solch innere Ausrichtung nur das Ergebnis eines längeren Prozesses sein kann, doch in letzter Instanz ist es damit aber auch möglich, die Angst vor dem Tod zu überwinden. Und vor allem die Angst vor einem Rezidiv macht es notwendig, innere Stärke auszubilden, so daß sich ein Betroffener sicher fühlen kann in der Gewissheit: was immer passiert, ich werde damit umgehen können und das für mich Richtige und Wichtige für meine ganz persönliche Gesundung finden, wie immer diese auch aussehen mag.
 
Jedenfalls ist die Gesundung bei einer chronischen Erkrankung alles andere als selbstverständlich, da es in einem solchen Fall keine generellen Patent­rezepte für jedermann gibt und auch niemals geben wird. Deshalb ist es so überaus bedeutsam, daß erkrankte Menschen eine tiefere Verbindung zu sich selbst, zu ihrer innewohnenden Gesundheit, herstellen können, um daraus mentale Stärke, Ruhe, Weitblick und Zuversicht schöpfen können. Aus dem Gesagten ergibt sich, daß es keine allgemeingültige Zauberformel geben kann, die einen individuellen Ge­sun­dungsweg klar umreißt, sondern daß es darum geht, zu angemessenen Ent­scheidungen und zu einer Orien­tie­rung zu finden, aus der einem Be­troffenen eine große innere Kraft zur Bewältigung seiner Krankheit erwachsen kann. So mag diese Thematik in unterschiedlichen Stadien einer Er­krankung relevant werden, doch sie soll nicht dazu verleiten, zu glauben, daß man zum Macher seiner eigenen Ge­sundheit werden kann, und noch viel weniger, daß man Gesundheit durch Willenskraft herbeiführen kann. Das sicherlich nicht, da im schlimmsten Fall die Krankheit immer stärker sein wird. Aber es ist für Be­troffene möglich, in ihrer Bedrängnis wach und aufmerksam in der Ge­wiß­heit bleiben zu können, daß es immer Hoffnung gibt, auch dann, wenn keine Aussicht auf eine Gesundung besteht.
 
Eine chronische Erkrankung ist ein Wendepunkt im Leben eines Menschen. Um die entscheidende Frage, was Betroffene tun können, um wieder in ihre eigene Kraft zu kommen, soll es im nächsten Artikel gehen.

Fortsetzung folgt!

Diese Thematik beschäftigt sich damit, wie und auf welche Weise chronisch er­krankte Menschen ihre Gesundung, ne­ben einer entsprechenden Be­hand­lung, unterstützen können. Sie geht der Frage nach, wie und auf welche Weise Be­troffene aus eigener Kraft ihre Le­bens­energien stärken und auf ihren Ge­sundungsprozeß einwirken können. Sie bezieht sich in erster Linie auf Men­schen, die an Krebs erkrankt sind, denn was für sie gilt, gilt auch für andere existenziell bedrohliche Erkran­kun­gen. Diese erfordern immer die Mithilfe eines Betroffenen, da nur er in der Lage ist, jene tiefe Kraft und Entschlossenheit zu mobilisieren, die notwendig ist, um mit einer solchen Lebenssituation umzugehen, sie bewältigen und letztlich gesunden zu können. Die Intensität einer lebensbedrohenden Erkrankung kann einen Menschen in eine innere Läh­mung treiben und ihm ein Gefühl vermitteln, ein wehrloses Opfer der Umstände zu sein. Aber sie kann ihn auch wieder zurück zu sich selbst bringen, zurück in seine Kraft und auf seinen eigentlichen Weg, da ein solcher Lebensumstand einen Menschen derart aufrütteln und aufwecken kann, daß er sich der Stärken seines innersten We­sens be­wußt wird, bzw. sich darauf besinnt. Eine derartige Diagnose ist und bleibt eine unmittelbare Bedrohung, aber sie kann auch als eine He­raus­forderung betrachtet werden, die letztlich zu höherer Bewußtheit, zu mehr Ich-Stärke und zu einem besseren Ver­trauen zu sich selbst führen kann. Die diversen Ein­flußmöglichkeiten Be­trof­fener sind natürlich von ihrem jeweiligen körperlichen Zustand abhängig, und deshalb bezieht sich diese Thematik vor allem auf Be­troffene, deren körperlicher Zu­stand sich bereits stabilisiert hat, und die ihrer Gesundheit einen neuen Rah­men geben möchten.
 
Die Situation eines erkrankten Men­schen läßt sich gut mit dem Bild einer Waage vergleichen. In der einen Waag­schale wiegt die Schwere der Krankheit, die nur durch das ebenso große Ge­wicht der gesunden Potentiale und der entsprechenden Behandlungen auf der anderen Waagschale ausgeglichen werden kann. Diese Gesundungspotentiale sind als Gegenmittel der Erkrankung mit all ihren Folgeerscheinungen zu verstehen. Dieses Bild macht deutlich, daß ein Betroffener aufgefordert ist, all das, was ihn in seinem tiefsten Wesen ausmacht, seine Talente und Fähigkeiten, seine ge­samten Ressourcen und schö­pferischen Kräfte zu bündeln und in die Waag­schale zu werfen, denn das Ge­wicht dieser Potentiale trägt zu einer Balance der Waagschalen und damit zu einer Gesundung bei. Deshalb ist für erkrankte Menschen außerordentlich bedeutsam, ihre Aufmerksamkeit auf ihre gesunden Potentiale zu verlagern, bzw. sie mehr und mehr zu entdecken, statt auf ihre Erkrankung fixiert zu sein.
 
Mit diesem Bild wird auch deutlich, wie sehr ein Betroffener auf persönliche Heilungspotentiale angewiesen ist, denn eine Krebserkrankung ist ein schwerer Einbruch in der Lebens­ge­schichte eines Menschen und stellt einen erheblichen Einschnitt in allen Lebensbereichen dar. Erschwerend kommt noch hinzu, daß die mit der Krankheit verbundene seelische Last einen Menschen dauerhaft traumatisieren kann. Deshalb bleiben Betroffene im übertragenen Sinn häufig in der Sack­gasse ihrer Erkrankung stecken, weil die Konfrontation mit dieser völlig unbekannten Lebenssituation große Angst und Unsicherheit auslöst und darüber hinaus die Stabilität und Kontinuität des gewohnten Lebens­rhythmus verändert. Hinzu kommen die Auswirkungen medizinischer Maß­nah­men, die, verbunden mit der psychischen Belastung, bei Betroffenen zu einem allgemeinen Ener­giemangel führen. Dieser geht häufig mit einem Erschöpfungssyndrom und einer de­pressiven Stimmungslage einher und vermindert damit das Allge­mein­be­finden und die Lebensqualität. Selbst­ver­ständ­lich spielt in diesem Zu­sam­menhang ein gesunder Lebensstil mit ausreichender Bewegung, verbunden mit einer entsprechende Er­näh­rung, die die Zell­atmung aktivieren soll, eine maßgebliche Rolle. Vor allem sind es jedoch die diversen Möglichkeiten der alternativen Medizin, die diese Symp­tome entscheidend verbessern können. Doch auf diese soll in diesem Zusammenhang nicht näher eingegangen werden. Die weiteren Aus­füh­run­gen möchten stattdessen andeutungsweise am Beispiel des Lu­nity-Ge­sund­heits­trainings die vielen Einfluß­mög­lich­kei­ten Betroffener aufzeigen, mit denen sie ihren Ge­sun­dungsprozeß unterstützen können.
 
Denn leider erhalten erkrankte Men­schen während und nach ihrer Be­hand­lung viel zu wenig Information, bzw. Un­ter­stützung und Anleitung, wie sie individuelle Heilungspotentiale erkennen, einsetzen und für sich nutzen können. In der Regel finden sich Betroffene häufig nach Abschluß ihrer jeweiligen Behandlung in einem Vakuum wieder, oder haben das Gefühl, in ein großes Loch, in eine reaktive Depression zu fallen. Sie sind aus dem Gesund­heits­system entlassen und damit auch oft allein gelassen. In der Regel macht sie niemand darauf aufmerksam, daß sie weiterhin Hilfe benötigen, daß sie An­sprechpartner brauchen, eine einfühlsame Begleitung, die ihnen hilft, diesen Bruch in ihrem Leben zu verarbeiten, und der sie darauf hinweist, daß sie etwas zu verändern haben. Denn es ist durch die Krankheit etwas in ihnen aufgebrochen, was häufig mit Verlust­ge­fühlen und mit vielen neuen Frage­stel­lungen einhergeht, und das löst viel Trauer und Unsicherheit aus. Es ist die grundlegende Erfahrung, daß das bisherige Selbstverständnis sie nicht mehr trägt. Deshalb kann es für Betroffene langfristig nur darum gehen, sich auf einen Prozeß einzulassen, der es ihnen erlaubt herauszufinden, wie sie selbst ihren inneren Heilungsprozeß unterstützen können, denn dieser langwierige Prozess zielt auf eine Ge­sun­dung ab, die letztlich die Krankheit mit einschließen muß. Die Schwere der Er­krankung macht die Berücksichtigung seelischer und geistiger Aspekte unumgänglich, da die innere subjektiv empfundene Wirklichkeit und die mentale Verfassung eines Betroffenen für sein inneres Heilungssystem eine ausschlaggebende Bedeutung haben. Betroffene sind deshalb aufgefordert, ihre inneren Kräfte auszubilden, Stärke zu entwickeln und Heilungsenergien freizusetzen, damit sie ihren Ängsten und Zweifeln, ihrer zeitweiligen Mutlosigkeit und dem Wis­sen um den ungewissen Verlauf ihrer Erkrankung standhalten und mehr und mehr Vertrauen in die eigene Ge­sundung entwickeln können. Denn noch immer gilt: Glaube versetzt Berge, und Angst läßt Menschen verzweifeln.
 
Eine umfassende Heilung kann immer nur aus dem eigenen Innern kommen, und sie beginnt im Geist und im Herzen eines Betroffenen. Deshalb spielt für Heilungsvorgänge vor allem die Be­ziehung des Einzelnen zu sich selbst eine große Rolle, denn eine solche spiegelt sich in seinem Selbstbild und in der Haltung, die er gegenüber seiner Krank­heit einnimmt, wider. So wird z. B. ein erkrankter Mensch, der darauf vertraut, die Krankheit überwinden zu können, wesentlich mehr Heilungsenergien mo­bilisieren, als ein Patient, der auf seine Krankheit bezogen lebt. Oft wird die Erkrankung auch als ein persönliches Versagen interpretiert, für das sich Be­troffene auch noch schuldig fühlen, statt Mitgefühl für sich selbst zu entwickeln. Betroffene müssen eine Entscheidung für das eigene Leben treffen, und dabei hilft es ihnen, innerlich einen Schritt zurückzutreten und sich mit der eigenen inneren Wahrheit und seinen eigenen Bedürfnissen auseinander zu setzen und sich selbst und das eigene Leben einmal unter gänzlich anderen Per­spektiven und Blickwinkeln zu be­trachten. Das kann dazu führen, daß Menschen in solchen Situationen ihren Lebensmut, ihre Lebensfreude, ihren Kampfgeist und ihre Zuversicht wieder neu entdecken und dies ist, wie bekannt, für jegliche Heilungsprozesse ein herausragender Faktor. Infolge­des­sen ist es für Betroffene äußerst bedeutsam, zu erkennen, was sie in sich oder in ihrem Leben verändern müssen, um diese Lebensqualitäten wieder neu entfalten zu können.
 
Das Lunity- Gesundheitstraining basiert auf langjähriger Praxiserfahrung mit krebserkrankten Menschen und wurde damit speziell für chronisch kranke Menschen entwickelt. Es ist eine begleitende Therapie, die Betroffenen gezielte Methoden und Orientierungshilfen anbietet, mit denen sie ihren Gesun­dungsprozeß optimieren und potenzieren können. Dieses Gesundheitstraining aktiviert tief liegende Heilungsmuster, wodurch wertvolle Lebensenergien gewonnen und Selbstheilungskräfte freigesetzt werden. Der Einzelne erhält Anleitungen, wie er seine Bewußt­seins­kräfte schulen und einsetzen kann, da­mit er zu seinen Kräften zurückfinden und einen Weg zu seiner Gesundung erkennen kann. Dabei geht es um die Bewußtwerdung und Freisetzung meist brachliegender mentaler und geistiger Ressourcen. Das Lunity-Gesund­heits­training zielt darüber hinaus auf Be­wältigungsstrategien im Umgang mit der Krankheit. Somit versteht sich dieses Training als Hilfe zur Selbsthilfe und entspricht dem Bedürfnis vieler Betroffener nach einer kurzfristigen und begrenzt therapeutisch begleitenden Hilfe, die sowohl in Gruppen als auch in Einzel­therapien vermittelt wird.
 
Innerhalb des Lunity-Gesund­heits­trai­nings, lernen Betroffene ihre latenten Potentiale zu nutzen, um damit Zu­gänge zu inneren, meist nicht bewußten Quellen ihrer Lebensenergien zu finden. Sie werden sich ihrer persönlichen Fähigkeiten und Stärken, ihrer Be­wußtseins- und Vorstellungskräfte und ihres schöpferischen Potentials bewusster und kommen zunehmend in die Lage, diese für ihre Gesundung zu nutzen. Auf diese Weise provozieren sie ihre Selbstheilungskräfte und aktivieren persönliche Schaltstellen ihres inneren Heilungssystems. Im Anschluß daran fühlen Sie sich erfahrungsgemäß ge­sünder, gestärkter, selbständiger, mutiger und gehen achtsamer und liebevoller mit sich um. Sie fühlen sich ihrer Krankheit nicht mehr so ausgeliefert, können sich mehr entspannen und im Alltag besser für sich sorgen. Das ist ganz besonders dann von Bedeutung, wenn sie mit Rückschlägen oder sonstigen körperlichen, zeitweise auftretenden Einschränkungen umgehen müssen. Ein weiterer Schwerpunkt des Lunity-Ge­sund­heitstrainings ist die Ausein­ander­setzung mit den eigenen Wünschen und Zielen und deren Aus­wirkung auf die Lebensqualität. Die Erkenntnis einengender, blockierender Glaubenssätze unterstützen nötige Veränderungsprozesse. Die weiteren Ausführungen möchten dies verdeutlichen und führen zu der Frage, wie sich Lebensenergien konkret gewinnen lassen.
 
Allgemein läßt sich sagen, daß langfristig neue Lebenskräfte gewonnen werden können, wenn erkrankte Men­schen ihre schöpferischen Potentiale entfalten, wenn sie lernen, ihr authentisches Wesen und ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen, wenn sie wieder mehr bei sich selbst ankommen und wissen, wofür sie ihr Leben einsetzen und nutzen möchten. Erkrankte Men­schen gewinnen dann Kraft, wenn sie individuelle Blockaden ihrer ursprünglichen Lebenskraft erkennen und aufzulösen verstehen, denn damit bringen sie ihre Lebensenergien wieder in Fluß. Die Voraussetzung dafür ist, veränderte Blickwinkel und Perspektiven einnehmen und Bewußtseinsebenen wechseln zu können.
 
Die Basis dafür ist eine umfassende körperliche und geistige Entspannung, die es ermöglicht, sich selbst mehr zu spüren und bei sich anzukommen. Wenn Betroffene einen besseren Zu­gang zu sich selbst finden, können sie eigene Kräfte besser erkennen und verfügbar machen, wie z.B. die Fähigkeit, einen positiven Geisteszustand zu entwickeln und aufrecht zu erhalten. Ein solcher ist der Schlüssel zum richtigen Umgang mit einer Krankheit und die Voraussetzung für einen Heilungs­pro­zeß. Für Betroffene ist das in mehrfacher Hinsicht äußerst bedeutsam, da sie damit die Identifikation mit ihrer Krank­heit lösen können. Denn wenn Be­trof­fene lernen, ihre gedanklichen Impulse unter Kontrolle zu halten, sind sie ihren Ängsten nicht mehr so sehr ausgeliefert. Im Lunity-Gesundheitstraining wird da­zu die Technik der Acht­sam­keits­me­dita­tion angewendet, bei der es vordergründig darum geht, Angst und Schmerz nicht zu bekämpfen, sondern zu akzeptieren, denn diese Streßbelastung kann durch Körperwahrnehmung und Acht­samkeit reduziert werden. Durch eine entspannte Achtsamkeit und Kon­zen­tration ist es darüber hinaus möglich, einen inneren Abstand zu sich selbst zu gewinnen und einen inneren Beo­bach­ter zu etablieren, wodurch sich andere Arten von Lösungsmöglichkeiten auftun. Denn Heilung hat auch, wie schon angedeutet, viel mit einer Suche nach der wirklichen Lebensabsicht zu tun, mit der Entfaltung eigener Kreativität und des ureigenen Potentials, mit der Aufnahme eines neuen Lebens, in dem die eigenen Fähigkeiten und Bedürf­nisse ihren angemessen Platz haben, mit einem verbesserten Kontakt zum eigenen Körper, mit der Aus­ein­ander­setzung seelischer Verletzungen und der Integration meist verdrängter oder vernachlässigter Persönlichkeitsanteile. Denn es ist eine Tatsache, daß Krebs­kranke, die ihre Erkrankung überwunden haben, einen Weg gegangen sind, der sie zu einem glücklicheren Men­schen gemacht hat.
 
Tief in sich hinein zu hören, auf seine Empfindungen und Gefühle zu hören und innerlich ruhig werden zu können, kann eine existentielle Erfahrung sein, bei der sich Menschen ihrer ursprünglichen Schöpfungskraft, ihrer „innewohnenden Gesundheit“ zunehmend be­wußt werden können. Dieses ureigene Potential eines Menschen steht für eine tiefe Bewußtseinsschicht, die mit einer größer dimensionierten Wirklichkeit in Verbindung steht. Innewohnende Ge­sundheit macht in diesem Zu­sam­men­hang das tiefste Wesen eines Men­schen aus, sie ist als eine Ebene des Heil-Seins und der Ganzheit zu verstehen. Dieses Potential kann nicht mit den Sinnen wahrgenommen werden, nichtsdestotrotz ist es jedoch möglich, einen Bezug dazu herzustellen. Darum zu wissen und sich darauf zu beziehen, kann für einen Gesundungsprozeß den maßgeblichen Unterschied ausmachen, denn die enorme Kraft der innersten Essenz eines Menschen kann ihn weit über sich selbst hinauswachsen lassen und Energien in ihm aktivieren, die er in vielfältiger Weise für seine Gesundung und für die Gestaltung seines weiteren Lebens nutzen kann. Vereinfacht läßt sich das auch so ausdrücken, daß brachliegende Areale des Gehirns stimuliert und für eine tief gehende Hei­lung genutzt werden können.
 
Innewohnende Gesundheit kann man deshalb in vielfacher Weise verstehen, z.B. als eine heilende Macht im Hinter­grund oder auch als innere Weisheit, die jenseits des Wachbewußtseins wirkt. Psychologisch ausgedrückt, steht sie für den offenen, inneren Raum, der es z.B. möglich macht, Gefühle verwandeln und transformieren zu können. Sich mit seiner innewohnenden Gesundheit zu identifizieren, heißt auch, mehr in der Lage zu sein, andere Perspektiven einnehmen und begrenzte Vorstellungen über sich selbst loslassen zu können. Dadurch können Betroffene zu anderen, heilsameren Haltungen finden, indem sie z.B. mehr Freundlichkeit und Mitge­fühl für sich aufbringen. Und es bedeutet auch, daß sie zu der Kraft ihres innersten Wesens, zu innerem Reich­tum und innerer Stärke finden können. Denn warum ein Einzelner gesund wird, ein anderer hingegen nicht, läßt sich nicht eindeutig nachvollziehen. Hei­lungs­vorgänge sind äußerst komplex und lassen sich nicht durch eindeutige Parameter bestimmen oder gar festlegen, sondern es ist häufig vielmehr so, daß ihnen etwas hinzugefügt werden muß, um sie wirksam werden zu lassen. Das bedeutet in diesem Fall, dem Heilungsprozeß in eine spirituelle Dimension hinzuzufügen. Das macht vor allem dann Sinn, wenn man sich vergegenwärtigt, daß wir Menschen in unserem innersten Kern alle spirituelle We­sen sind. Deshalb kann das Be­wußt- ­sein um innewohnende Gesundheit für Betroffene auch eine enorme Ener­gie­quelle darstellen, wenn ein Einzelner bereit ist, sein Leben in einem tiefen Vertrauen an eine höhere Instanz fließen zu lassen. Daraus ergibt sich das Gefühl, mit einer höheren Macht und Kraft verbunden zu sein und daraus Unterstützung erfahren zu können. Damit sind Betroffene mehr und mehr in der Lage z.B. Führung, Trost und Ver­trauen aus sich schöpfen zu können und damit mentale Stärke und innere Stabilität zu entwickeln. Diese innere Sicherheit erlaubt erkrankten Men­schen, ihr Selbstbild positiv zu verändern und ihren Selbstwert mehr aus sich selbst, statt auf der Anerkennung von außen zu bestimmen. Denn gerade für Krebspatienten ist dieser Punkt äußerst wichtig, da sie erfahrungsgemäß den Anforderungen ihrer Umwelt eher gerecht zu werden versuchen, als sich selbst gegenüber. Um seine innewohnende Gesundheit, um seine innerste Essenz zu wissen, heißt, in der Gewißheit leben zu können, daß Hei­lung, wie immer sie im individuellen Fall aussehen mag, in jedem Fall möglich ist. Dadurch erhöht sich die eigene Frustra­tionstoleranz erheblich und er­leichtert es Betroffenen, den Heraus­forderungen der Erkrankung begegnen, sie akzeptieren und integrieren zu können und letztlich auch mit ihr zu leben. Dieses Bewußtsein verändert nicht die Krankheit als solche, doch dadurch daß ein Betroffener seine individuelle Wirk­lichkeit verändert, wird er sie anders wahrnehmen und anders mit ihr umgehen können.
 
Betroffene gewinnen durch eine energetische Therapie ein beachtliches Mehr an Lebenskraft. Wie wichtig dieser Punkt ist, wird deutlich, wenn man die Krebserkrankung unter dem energetischen Aspekt betrachtet und sich bewußt macht, daß Krebs vor allem auch Ausdruck eines langfristigen eklatanten Energiemangels ist. Wenn es ein Betroffener schafft, sich mehr Energie zuzuführen, als ihm der Tumor raubt, können ihm die veränderten Zellen in seinem Körper nichts anhaben. Inner­halb des Lunity-Gesunheitstrainings bringen energetische Aufbauübungen die Lebensenergie eines Betroffen wieder in einen freien Fluß, und dabei spielt die Veränderung der eigenen Haltung und Perspektive sich selbst und dem Leben gegenüber die entscheidende Rolle. Neue Lebensenergien lassen sich z. B. dann gewinnen, wenn sich ein Betroffener mit Fragen der Selbst­be­hauptung auseinandersetzt oder indem er sich gestattet, gesunde Aggressionen zuzulassen. Kann er Nein sagen, kann er Grenzen setzen, kann er für eigene Bedürfnisse einstehen oder sich von unliebsamen Situationen oder Men­schen trennen? Wie weit steht der Einzelne mit seinen Gefühlen in wirklichem Kontakt, welchen Freiraum wagt er für sich zu beanspruchen? Die Aus­einandersetzung mit diesen Fragen zeigt auf, wo und auf welche Weise zum Teil brachliegende oder blockierte Lebensenergien zum Fließen gebracht werden können. Es ist klar, daß ein Betroffener, dessen Verhalten darauf angelegt ist, Konflikte zu vermeiden und es vor allem anderen recht zu machen versucht, seinen Energiehaushalt, bzw. seine Lebensenergien auf Dauer reduziert. Geht er mit Menschen um, von denen er sich unterstützt, akzeptiert und geliebt fühlen kann? Hat er das Gefühl, über seine Ziele reden zu können und ernst genommen zu werden? Vor allem für Betroffene ist es äußerst wichtig, sich in einem Umfeld zu bewegen, in dem sie sich wohl fühlen, denn dadurch verlieren sie weniger Energie und sind in der Lage, ihre vorhandenen Energien besser zu entfalten, und dabei spielt insbesondere das systemische Feld eine herausragende Rolle. Diese Beispiele sollen verdeutlichen, daß sich Lebens­energien auf vielfältigste Weise frei setzen lassen, vor allem durch die Aus­einandersetzung mit blockierten Ge­- fühlen, mit seelischen Verletzungen, durch Vergebung, durch entsprechende Kraftsätze und Affirmationen, durch Unterstützung anderer und durch schöpferische Impulse. Das Erkennen von bestimmten Mustern und Glau­benssätzen und die Formulierung von neuen Lebensansätzen können einen wichtigen Effekt auf die Heilung haben und dabei spielen tieferliegende, oft vernachlässigte persönliche Ziel­set­zungen, Wünsche, Sehnsüchte und Be­dürfnisse eine große Rolle. All das macht deutlich, daß ein Betroffener mehr als alles andere auf seinen allgemeinen Ener­gie­haus­halt achten und sich fragen muß, wer oder was ihm Energie gibt oder nimmt.
 
Eines der wesentlichsten und herausragendsten „Werkzeuge“, mit denen Pa­tienten auf ihren Gesundungsprozeß einwirken können, ist ihre Vor­stellungs­kraft, bzw. die Arbeit mit inneren Bildern und Visualisationen. Die Wirkungsweise innerer Bilder läßt sich mit der Funk­tionsweise des Gehirns erklären, das nicht zwischen einer realen Erfahrung und einer mentalen Stimulierung unterscheiden kann. Unabhängig davon, ob man etwas real sieht oder sich lediglich vorstellt, es werden die gleichen Ge­hirnregionen aktiviert, die das Unter­bewußtsein anweisen, mental abgespeicherte Bilder zu realisieren. Um Krebs zu heilen, bedarf es der Be­arbeitung und Umwandlung von inneren belastenden Bildern, da sich die eigentliche Krankheit im verdrängten Innen­leben abspielt. Verständlich wird dies, wenn man bedenkt, daß einmal ge­machte Erfahrungen in jeder Zelle, in jedem Organ und Hirnbereich und damit im gesamten Körper gespeichert sind und dazu beitragen, die innere Welt eines Einzelnen zu gestalten. Erkrankte Menschen können die Funktionsweise ihres Gehirns nutzen und mit ihren Gedanken und Vorstellungen neue innere Bilder erzeugen und so ungemeine Selbstheilungskräfte mobilisieren, Ver­änderungen einleiten und ihre Zukunft neu gestalten. Dieses mentale Potential wird innerhalb des Lunity-Ge­sund­heitstrainings ganz gezielt geschult. Ent­sprechende Studien haben nachweisen können, daß Krebskranke zum Teil doppelt so lange gelebt haben, wenn sie Visualisierungstechniken anwandten. Sehr bekannt ist in diesem Zu­sam­menhang der Ansatz von Carl Simon­ton, bei dem sich Patienten u. a. vorstellen, wie deren weiße Blutkörperchen den Tumor attackieren und vernichten. Das Lunity-Gesundheitstraining verfolgt, was diese Technik betrifft, ein gänzlich anderes Konzept. Der dabei verfolgte Ansatz ist auf Integration der Krankheit ausgerichtet und geht davon aus, daß die Vorstellung eines Kampfes gegen die Krankheit von einem erkrankten Men­schen zusätzliche Kraft abverlangt. Die angewandten Visua­lisierungs­techniken zielen darauf ab, daß der Einzelne über seine Erkrankung hinauswachsen und einen größeren inneren Frieden erfahren kann. Dazu eignen sich z.B. Kör­per­reisen oder Reisen zur seelischen Tafel­runde, die allesamt zu einer Bewußt­wer­dung innerer Kräfte führen. Bei diesen Übungen drängen häufig sehr intensive, meist verdrängte oder abgespaltene Gefühle wieder ins Bewußtsein und können dadurch transformiert werden. Diese Erfahrung erleben Patienten in der Regel als ungemein befreiend.
 
In einer weiteren sehr profunden Visua­lisationsübung wird z. B. die Krankheit als ein Furcht einflößender Dämon personifiziert. Der Übende achtet dabei auf seine Empfindungen und Körper­wahr­nehmungen und fragt den Krank­heits­dämon, was er von ihm verlangt, was er von ihm benötigt und wie er sich fühlt, wenn er bekommt, was er braucht. In einem weiteren Schritt stellt er sich vor, wie er seinen eigenen Körper in Nektar auflöst und den Krankheitsdämon damit füttert, bis er vollkommen gesättigt ist. In der Folge dieser nur kurz angedeuteten Übung verwandelt sich daraufhin der Dämon in der Regel in einen Verbün­deten, der Übende wird eins mit ihm und beide lösen sich auf. Diese Bei­spiele möchten verdeutlichen, daß wirkliche Heilung immer auch Wandlung und Ganzwerdung bedeuten und daß Vor­stellung Wirklichkeit schafft im Sinne von „wirklich ist das, was wirkt“.
 
Aus dem Gesagten ergibt sich, daß die Voraussetzungen für eine tiefgreifende Heilung im Patienten selbst liegen. Durch den Einsatz seiner mentalen Bewußtseinskräfte ist es ihm möglich, blockierte Lebenskraft zu befreien und latente Potentiale zur Entfaltung zu bringen. Der Schlüssel dazu ist seine Vorstellungskraft. Darüber hinaus kann die Diagnose Krebs auch ein Anstoß sein, einen maßgeblichen Wandel im Leben herbeizuführen, bzw. sie in einen persönlichen Entwicklungsprozeß einmünden zu lassen. Damit kann ein Be­troffener seine Erkrankung in einem weiter dimensionierten Zusammenhang wahrnehmen, einordnen und bewältigen. Ein solch individueller Weg entspricht dem Bild, daß ein Betroffener nicht länger im Labyrinth seiner Er­krankung umher irrt, sondern stattdessen von oben auf dieses blicken kann. Damit gewinnt er ein anderes Selbst­verständnis und fühlt sich zunehmend in der Lage, sie in etwas Förderliches verwandeln und über sie hinauswachsen zu können.

 
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