20.01.2010: Der Apfel


Elvira Bosse, Ernährungsberaterin

Zusammenfassung
Unter allen Obstsorten ist der Apfel die wichtigste Obstart in Deutschland mit einem durchschnittlichen Ver­zehr von mehr als 30 kg pro Kopf im Jahr. Seine Beliebtheit zeigt sich auch in den mehr als 20.000 Apfelsorten weltweit. Wie viel in einem Apfel steckt, sagt schon das alte englische Sprichwort “One apple a day keeps the doctor away”, was soviel heißt wie „Ein Apfel am Tag, hält den Doktor (Arzt) fern“ Ein Apfel, besser 2 Äpfel täglich, aber auch Apfelsaft (naturtrüb), versorgen den Körper mit wichtigen Vitaminen (hoher Vitamin C-Ge­halt), Mineralstoffen und vielen In­halts­- stoffen, die der Körper braucht. Er ist ein leckeres Phytotherapeuticum. Der Apfel, das ist belegt, wird seit Jahrtausenden als Heilpflanze zur Behandlung verschiedener Erkrankungen genutzt. Neu­ere Studien berichten sogar von vor-beugenden und schützenden Eigen­- schaften bei Ge­fäß­erkrankungen, Krebs, Leber- und Gallen­erkrankungen.

Der Apfel ist in seiner Art einzigartig und keine andere Frucht, eingeschlossen das exotische Obst, verbindet Fa­serstoffe, Vitamine, Flavonoide und antioxidative Nährstoffe so perfekt und umfangreich.
Übrigens: 100 Gramm Apfelextrakt ha­ben die gleiche Wirkung wie 1,5 g Vitamin C.
 
Synonyme
Appel, Eppel, Höltje, Surappel, Sürkel, Sürken, Affalter, Affolter, Öpfel, Wild­apfel: Hagapfel, Hölteke, Holzapfel, Höltje

Botanisch
Piurs malus (Apfelbaum), Malum, Fruc­tus malus (Apfel), Malus sylvestris (Wild­apfel), Malus domestica (Kultursorten)

Familie
Rosaceae (Rosengewächse)

Geschichte, Herkunft und Wissenswertes
Archäologische Funde von Speise­resten belegen, daß der Apfel schon in der Steinzeit den Menschen als Nah­rung diente. Die damaligen Apfelbäume wa­ren, im Gegensatz zu heute, Bäume im Wald. Der wilde Apfel (Holz- oder Wald­apfel), war eine kleine ca. walnußgroße, harte Frucht, die bereits von Germanen und Kelten zu Most, Mus oder als Saft mit Honig verarbeitet wurde.
Auch in Asien waren Wildäpfel bekannt, und es wird angenommen, daß die Griechen sie auf ihren Ero­be­rungs­zügen von Persien nach Griechenland brachten, und von dort aus gelangten sie zu den Römern. Sie wurden mit den europäischen Wildäpfeln ge­kreuzt und es entstand ein schma ckhaftes Obst, welches die Römer als Proviant auf ihre Feldzüge mitnahmen. Und so kam der Kulturapfel unter anderem nach Ger­manien. Von den Römern lernten die Germanen das Veredeln (Pfropfen) der Apfelbäume.

Viele Geschichten und Mythen ranken sich um den Apfel. In der griechischen Mythologie wurde der Apfel bereits im 13. Jahrhundert v. Chr. im Zu­sam­menhang mit dem Trojanischen Krieg erwähnt.

In verschiedenen Kulturen war er Sym­bol für Weiblichkeit, Schönheit, Liebe und Fruchtbarkeit, welches Dar­stel­lungen der germanischen Göttin Idun, der griechischen Göttin Aphrodite und der babylonische Göttin Ischtar mit dem Apfel in der Hand bezeugen.

Die Hesperiden (Nymphen aus der griechischen Mythologie) hüteten einen Baum mit goldenen Äpfeln, diese Äpfel verliehen den Göttern ewige Jugend – ähnlich war es bei den Asen aus der germanischen Mythologie.

Für die Kelten war der Apfel ein Symbol für Tod und Wiedergeburt.

Bei der Olympiade in Griechenland im Jahre 776 v. Chr. war der Apfel die Belohnung (der Preis) für die Sieger.

Auch als Zeichen für Verführung (Adam und Eva im Paradies), Streit (Zankapfel bei Wilhelm Tell) und Macht (Reichs­apfel) steht der Apfel.

Der Apfel als Heilpflanze hatte schon im Altertum eine besondere Bedeutung, er wird bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. im Zusammenhang mit Pflanzen im Heil­kräutergarten des babylonischen Königs Mardukapaliddina erwähnt.

Vorkommen
Mitteleuropa, Nordamerika, Indien, Australien, Süd-Afrika, Neuseeland.

Die größten Anbaugebiete Europas sind Italien (vorwiegend in Südtirol) und Frankreich.

Pflanzenbeschreibung
Der Apfelbaum ist ein Laubbaum und wird je nach Züchtung bis zu 10 m hoch.

Der Apfel gehört zur Familie der Rosen­gewächse wie z. B. die Heckenrose und ist eine Sonderform der Sam­mel­balg­früchte. Je nach Sorte ist der Apfel rund bis oval, rauh oder glatt glänzend. Die Farbe variiert von graubraun, grün, gelb, gelbgrün, orange, hell- bis dunkelrot. Unterhalb der Oberfläche (unterhalb der Schale) ist das Fruchtfleisch, das sich je nach Apfelart farblich und geschmacklich unterscheidet. Das Kerngehäuse besteht aus pergamentartigen Zellen, in denen sich braune oder schwarze Samen befinden.

Verwendete Pflanzenteile
Früchte, Blätter, Blüten, Rinde

Inhaltsstoffe
Vitamin A, B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9 und C, E, K, Flavonoide, Phenole, Ca­ro­tinoide, Dextrose, Apfel-, Zitronen-, Bernstein-, Milch-, Oxal-, Gerb-, Sali­zyl­säure, Lävulose, Phosphor, Kalium, Cal­cium, Magnesium, Mangan, Chrom, Mo­lyb­dän, Kupfer, Phosphor, Dextrose, Sor­bitol, Pektin, Natron, Quercetin, Ca­techine, Jod, Ballaststoffe und je nach Frischezustand 80 bis 90% Wasser

Bemerkung
Ca. 80 % der Inhaltsstoffe befinden sich in der Schale oder unmittelbar darunter.
 
 
Ein mittelgroßer Apfel enthält (ca. Werte)
Cave: je nach Apfelsorte variieren die Inhaltsstoffe

60 kcal, 85 % Wasser, 12 g Kohlen­hy­drate, 2 g Ballaststoffe

20 mg Vitamin C, 0,05 mg Vitamin B 1, 0,03 mg Vitamin B 2, -0,3 mg Vitamin
B 3, 0,11 mg Vitamin B 5, 0,05 mg Vitamin B6, 0,6 mg Vitamin E

150 mg Kalium, 12 mg Phosphor, 7 mg Kalzium, 4 mg Magnesium, 3 mg Chlor

400 µg Eisen, 250 µg Bor, 150 µg Silizium, 50 µg Mangan, 50 µg Zink,
30 µg Kupfer, 8 µg Fluor, 2 µg Jod, 2 µg Selen, 0,5 µg Molybdän
 
 
Therapeutische Eigenschaften
entzündungshemmend, blutbildend, blut­­reinigend, wundreinigend, regulierend bei Darmbeschwerden, entschlackend, entgiftend, fettstoffwechselanregend, cho­lesterinsenkend, antioxidativ, UV-Schutz, lungenstärkend, lungenschützend, herzkreislauf- und krebsschützend, vorbeugend gegen Karies und Parodontose

Anwendungsbeispiele
Durch den hohen ernährungsphysiologischen und diätetischen Wert ist der Apfel als Heilpflanze für verschiedenste Erkrankungen einsetzbar, und das ohne Nebenwirkungen.

Innerlich
Stoffwechselanregung und Entgiftung

Die Apfelkur ist eine effektvolle Stoff­wech­selanregung, die den Körper entgiftet und entschlackt. Schwermetalle wie Blei, Quecksilber, Cadmium usw. werden durch das Pektin im Apfel gebunden und über den Urin ausgeschieden.

Hilfe bei Adipositas, Rheuma, Gicht, Arteriosklerose, Diabetes mellitus
 
-    1mal pro Woche einen Apfeltag einlegen oder 1mal im Monat drei bis vier Tage ausschließlich Äpfel essen. Frisch, gekocht oder gebraten – ca. 6 Äpfel pro Tag.
 
-    Apfel- und/oder Apfelschalentee
 
Ähnlich effektvoll ist Tee aus frischen, jungen Apfelblättern, der die Produktion von Galle fördert und die Lebertätigkeit anregt.
 
Magen-Darm-Erkrankungen
Äpfel regulieren die Verdauung, sie wirken regenerierend und stabilisierend auf die Darmflora. Ist der Darm gesund, wirkt sich das positiv auf das Immunsystem aus.

Diarrhoe
Während der Erkrankung 3mal pro Tag 1-2 rohe geriebene Äpfel (wichtig: mit Schale) verzehren.

Obstipation
Einige Tage morgens auf nüchternen Magen 1 Apfel mit Schale gut gekaut ver­zehren. Eine Alternative sind Apfel­mus und -kompott.

Grippale Infekte
Halsschmerzen, Heiserkeit, Fieber
Gebratene Äpfel mit Honig und/oder Apfel-, Apfelschalen- oder Apfelblüten­tee 3mal täglich trinken

Zubereitung
-    Entweder Apfelschalen von 1-2 Äpfeln frisch oder getrocknet mit kochendheißem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen und dann sofort trinken (möglichst heiß)

-    oder 1 ungeschälten in Scheiben ge­schnittenen Apfel mit 1 l siedendem Wasser überbrühen und ca. 2 Stun­den ziehen lassen, danach in kleinen Schlucken trinken.
 
-    oder 40 g Apfelblüten in 1 l kochendes Wasser ca. 10 Minuten ziehen lassen und schluckweise trinken
 
Kopfschmerzen/Migräne
Morgendliche Kopfschmerzen nach zu hohem Alkoholgenuß werden durch den Verzehr von 1 Apfels vor dem Zu­bett­gehen vermieden.

Bei einer nahenden Migräne kann durch das Essen 1 Apfel möglicherweise die Migräneattacke noch verhindert werden.

Schlafstörungen, Nervosität, Erschöpfung
1 ungeschälten Apfel ca. 2 Stunden vor dem Schlafengehen essen (gut kauen!). Apfeltee wirkt beruhigend.

Schwangerschaftsübelkeit
Jeden Morgen vor dem Aufstehen 1 Apfel essen.

Äußerlich
Vorbeugend gegen Entzündungen bei frischen Wunden Apfelblätter zerdrücken und auf die betreffenden Stelle aufbringen

Unreine Haut, Akne
regelmäßige Waschungen mit einem Gemisch aus Apfelessig und Mineral­wasser (1:1)

Ekzem
Umschläge aus zerriebener Apfel­baum­rinde oder verdünntem Apfelessig.

Seborrhoisches Ekzem
verdünnten Apfelessig auf die betroffenen Stellen auftragen.

Varikosis
Einreibungen mit lauwarmem Apfel­essig­wasser

Rheumatische Beschwerden mit akuter Entzündung
kalter Wickel aus geriebenen Äpfeln – bei chronischen Entzündungen sollte der Apfelwickel warm sein.

Verbrennungen, Erfrierungen, Dekubi­tus, Gangrän
Breiumschläge aus verdorbenen Äpfeln

Wichtig: Bei Apfelessig-Anwendungen gilt eine Verdünnung mit Wasser zu gleichen Teilen

Der Apfel erhält in der Medizin wieder mehr Bedeutung – neueste For­schun­gen belegen, daß der Apfel ein nicht zu unterschätzendes Heil­mittel ist.

Bach-Blütenessenz Crab Apple
Hilfe für Menschen zur Reinigung innerer und äußerer Wunden – Akzeptanz des eigenen Ichs – Selbst­bewußt­seinsaufbau.

Dosierung
Richtet sich nach dem Krankheitsbild und der Darreichungsform

Wichtig!
Äpfel immer mit Schale verzehren oder weiterverarbeiten.
Äpfel nicht eiskalt essen, sie könnten Magen und/oder Leberbeschwerden auslösen.

Nebenwirkungen und/oder Kontraindikationen
keine (cave: Apfelallergie)
Folgende aus Äpfeln hergestellte Pro­dukte sind im Handel erhältlich:

getrocknete Apfelscheiben, Apfelsaft, Apfelessig, Apfeltee (rot / grün), Apfel­most, Apfelwein, Apfelweinmolke, Fer­tig­arzneimittel (Apfel-Essig-Kapseln, Ta­bletten, Pulver)

Literatur
Hense, W.: Welche Heilpflanze ist das?. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co.KG, 2007,
Madaus Dr. G.: Lehrbuch der Biologischen Heilmittel. 1938
Ernst Schneider: Nutze die Heilkräfte der Natur, Saatkorn-Verlag, 1985
The Herbal Encyclopaedia, The Waltz Ark: 2001-2008 Rev. Dr. Waltz, ND, DD, CNC, CTN
www.aok.de, www.wikipedia.de, www.gelbe-liste.de, www.forum-naturheilkunde.de, www.gardnerian.de, www.natuerlich-gesund-online.info, www.presse.dak.de, lexikon-alternativ-heilen.de, www.kraeuter-apotheke.net, www.imedo.de

 
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