Elvira Bosse, Ernährungsberaterin Zusammenfassung Unter allen Obstsorten ist der Apfel die wichtigste Obstart in Deutschland mit einem durchschnittlichen Verzehr von mehr als 30 kg pro Kopf im Jahr. Seine Beliebtheit zeigt sich auch in den mehr als 20.000 Apfelsorten weltweit. Wie viel in einem Apfel steckt, sagt schon das alte englische Sprichwort “One apple a day keeps the doctor away”, was soviel heißt wie „Ein Apfel am Tag, hält den Doktor (Arzt) fern“ Ein Apfel, besser 2 Äpfel täglich, aber auch Apfelsaft (naturtrüb), versorgen den Körper mit wichtigen Vitaminen (hoher Vitamin C-Gehalt), Mineralstoffen und vielen Inhalts- stoffen, die der Körper braucht. Er ist ein leckeres Phytotherapeuticum. Der Apfel, das ist belegt, wird seit Jahrtausenden als Heilpflanze zur Behandlung verschiedener Erkrankungen genutzt. Neuere Studien berichten sogar von vor-beugenden und schützenden Eigen- schaften bei Gefäßerkrankungen, Krebs, Leber- und Gallenerkrankungen.
Der Apfel ist in seiner Art einzigartig und keine andere Frucht, eingeschlossen das exotische Obst, verbindet Faserstoffe, Vitamine, Flavonoide und antioxidative Nährstoffe so perfekt und umfangreich.
Übrigens: 100 Gramm Apfelextrakt haben die gleiche Wirkung wie 1,5 g Vitamin C.
Synonyme Appel, Eppel, Höltje, Surappel, Sürkel, Sürken, Affalter, Affolter, Öpfel, Wildapfel: Hagapfel, Hölteke, Holzapfel, Höltje Botanisch Piurs malus (Apfelbaum), Malum, Fructus malus (Apfel), Malus sylvestris (Wildapfel), Malus domestica (Kultursorten)
Familie Rosaceae (Rosengewächse)
Geschichte, Herkunft und Wissenswertes Archäologische Funde von Speiseresten belegen, daß der Apfel schon in der Steinzeit den Menschen als Nahrung diente. Die damaligen Apfelbäume waren, im Gegensatz zu heute, Bäume im Wald. Der wilde Apfel (Holz- oder Waldapfel), war eine kleine ca. walnußgroße, harte Frucht, die bereits von Germanen und Kelten zu Most, Mus oder als Saft mit Honig verarbeitet wurde. Auch in Asien waren Wildäpfel bekannt, und es wird angenommen, daß die Griechen sie auf ihren Eroberungszügen von Persien nach Griechenland brachten, und von dort aus gelangten sie zu den Römern. Sie wurden mit den europäischen Wildäpfeln gekreuzt und es entstand ein schma ckhaftes Obst, welches die Römer als Proviant auf ihre Feldzüge mitnahmen. Und so kam der Kulturapfel unter anderem nach Germanien. Von den Römern lernten die Germanen das Veredeln (Pfropfen) der Apfelbäume.
Viele Geschichten und Mythen ranken sich um den Apfel. In der griechischen Mythologie wurde der Apfel bereits im 13. Jahrhundert v. Chr. im Zusammenhang mit dem Trojanischen Krieg erwähnt.
In verschiedenen Kulturen war er Symbol für Weiblichkeit, Schönheit, Liebe und Fruchtbarkeit, welches Darstellungen der germanischen Göttin Idun, der griechischen Göttin Aphrodite und der babylonische Göttin Ischtar mit dem Apfel in der Hand bezeugen.
Die Hesperiden (Nymphen aus der griechischen Mythologie) hüteten einen Baum mit goldenen Äpfeln, diese Äpfel verliehen den Göttern ewige Jugend – ähnlich war es bei den Asen aus der germanischen Mythologie.
Für die Kelten war der Apfel ein Symbol für Tod und Wiedergeburt.
Bei der Olympiade in Griechenland im Jahre 776 v. Chr. war der Apfel die Belohnung (der Preis) für die Sieger.
Auch als Zeichen für Verführung (Adam und Eva im Paradies), Streit (Zankapfel bei Wilhelm Tell) und Macht (Reichsapfel) steht der Apfel.
Der Apfel als Heilpflanze hatte schon im Altertum eine besondere Bedeutung, er wird bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. im Zusammenhang mit Pflanzen im Heilkräutergarten des babylonischen Königs Mardukapaliddina erwähnt.
Vorkommen Mitteleuropa, Nordamerika, Indien, Australien, Süd-Afrika, Neuseeland.
Die größten Anbaugebiete Europas sind Italien (vorwiegend in Südtirol) und Frankreich.
Pflanzenbeschreibung Der Apfelbaum ist ein Laubbaum und wird je nach Züchtung bis zu 10 m hoch.
Der Apfel gehört zur Familie der Rosengewächse wie z. B. die Heckenrose und ist eine Sonderform der Sammelbalgfrüchte. Je nach Sorte ist der Apfel rund bis oval, rauh oder glatt glänzend. Die Farbe variiert von graubraun, grün, gelb, gelbgrün, orange, hell- bis dunkelrot. Unterhalb der Oberfläche (unterhalb der Schale) ist das Fruchtfleisch, das sich je nach Apfelart farblich und geschmacklich unterscheidet. Das Kerngehäuse besteht aus pergamentartigen Zellen, in denen sich braune oder schwarze Samen befinden.
Verwendete Pflanzenteile Früchte, Blätter, Blüten, Rinde
Inhaltsstoffe Vitamin A, B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9 und C, E, K, Flavonoide, Phenole, Carotinoide, Dextrose, Apfel-, Zitronen-, Bernstein-, Milch-, Oxal-, Gerb-, Salizylsäure, Lävulose, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium, Mangan, Chrom, Molybdän, Kupfer, Phosphor, Dextrose, Sorbitol, Pektin, Natron, Quercetin, Catechine, Jod, Ballaststoffe und je nach Frischezustand 80 bis 90% Wasser
Bemerkung Ca. 80 % der Inhaltsstoffe befinden sich in der Schale oder unmittelbar darunter.
Ein mittelgroßer Apfel enthält (ca. Werte) Cave: je nach Apfelsorte variieren die Inhaltsstoffe 60 kcal, 85 % Wasser, 12 g Kohlenhydrate, 2 g Ballaststoffe
20 mg Vitamin C, 0,05 mg Vitamin B 1, 0,03 mg Vitamin B 2, -0,3 mg Vitamin B 3, 0,11 mg Vitamin B 5, 0,05 mg Vitamin B6, 0,6 mg Vitamin E
150 mg Kalium, 12 mg Phosphor, 7 mg Kalzium, 4 mg Magnesium, 3 mg Chlor
400 µg Eisen, 250 µg Bor, 150 µg Silizium, 50 µg Mangan, 50 µg Zink, 30 µg Kupfer, 8 µg Fluor, 2 µg Jod, 2 µg Selen, 0,5 µg Molybdän
Therapeutische Eigenschaften entzündungshemmend, blutbildend, blutreinigend, wundreinigend, regulierend bei Darmbeschwerden, entschlackend, entgiftend, fettstoffwechselanregend, cholesterinsenkend, antioxidativ, UV-Schutz, lungenstärkend, lungenschützend, herzkreislauf- und krebsschützend, vorbeugend gegen Karies und Parodontose Anwendungsbeispiele Durch den hohen ernährungsphysiologischen und diätetischen Wert ist der Apfel als Heilpflanze für verschiedenste Erkrankungen einsetzbar, und das ohne Nebenwirkungen.
Innerlich Stoffwechselanregung und Entgiftung Die Apfelkur ist eine effektvolle Stoffwechselanregung, die den Körper entgiftet und entschlackt. Schwermetalle wie Blei, Quecksilber, Cadmium usw. werden durch das Pektin im Apfel gebunden und über den Urin ausgeschieden.
Hilfe bei Adipositas, Rheuma, Gicht, Arteriosklerose, Diabetes mellitus
- 1mal pro Woche einen Apfeltag einlegen oder 1mal im Monat drei bis vier Tage ausschließlich Äpfel essen. Frisch, gekocht oder gebraten – ca. 6 Äpfel pro Tag.
- Apfel- und/oder Apfelschalentee
Ähnlich effektvoll ist Tee aus frischen, jungen Apfelblättern, der die Produktion von Galle fördert und die Lebertätigkeit anregt.
Magen-Darm-Erkrankungen Äpfel regulieren die Verdauung, sie wirken regenerierend und stabilisierend auf die Darmflora. Ist der Darm gesund, wirkt sich das positiv auf das Immunsystem aus. Diarrhoe Während der Erkrankung 3mal pro Tag 1-2 rohe geriebene Äpfel (wichtig: mit Schale) verzehren.
Obstipation Einige Tage morgens auf nüchternen Magen 1 Apfel mit Schale gut gekaut verzehren. Eine Alternative sind Apfelmus und -kompott.
Grippale Infekte Halsschmerzen, Heiserkeit, Fieber Gebratene Äpfel mit Honig und/oder Apfel-, Apfelschalen- oder Apfelblütentee 3mal täglich trinken
Zubereitung - Entweder Apfelschalen von 1-2 Äpfeln frisch oder getrocknet mit kochendheißem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen und dann sofort trinken (möglichst heiß)
- oder 1 ungeschälten in Scheiben geschnittenen Apfel mit 1 l siedendem Wasser überbrühen und ca. 2 Stunden ziehen lassen, danach in kleinen Schlucken trinken.
- oder 40 g Apfelblüten in 1 l kochendes Wasser ca. 10 Minuten ziehen lassen und schluckweise trinken
Kopfschmerzen/Migräne Morgendliche Kopfschmerzen nach zu hohem Alkoholgenuß werden durch den Verzehr von 1 Apfels vor dem Zubettgehen vermieden. Bei einer nahenden Migräne kann durch das Essen 1 Apfel möglicherweise die Migräneattacke noch verhindert werden.
Schlafstörungen, Nervosität, Erschöpfung 1 ungeschälten Apfel ca. 2 Stunden vor dem Schlafengehen essen (gut kauen!). Apfeltee wirkt beruhigend.
Schwangerschaftsübelkeit Jeden Morgen vor dem Aufstehen 1 Apfel essen.
Äußerlich Vorbeugend gegen Entzündungen bei frischen Wunden Apfelblätter zerdrücken und auf die betreffenden Stelle aufbringen
Unreine Haut, Akne regelmäßige Waschungen mit einem Gemisch aus Apfelessig und Mineralwasser (1:1)
Ekzem Umschläge aus zerriebener Apfelbaumrinde oder verdünntem Apfelessig.
Seborrhoisches Ekzem verdünnten Apfelessig auf die betroffenen Stellen auftragen.
Varikosis Einreibungen mit lauwarmem Apfelessigwasser
Rheumatische Beschwerden mit akuter Entzündung kalter Wickel aus geriebenen Äpfeln – bei chronischen Entzündungen sollte der Apfelwickel warm sein.
Verbrennungen, Erfrierungen, Dekubitus, Gangrän Breiumschläge aus verdorbenen Äpfeln
Wichtig: Bei Apfelessig-Anwendungen gilt eine Verdünnung mit Wasser zu gleichen Teilen
Der Apfel erhält in der Medizin wieder mehr Bedeutung – neueste Forschungen belegen, daß der Apfel ein nicht zu unterschätzendes Heilmittel ist.
Bach-Blütenessenz Crab Apple Hilfe für Menschen zur Reinigung innerer und äußerer Wunden – Akzeptanz des eigenen Ichs – Selbstbewußtseinsaufbau.
Dosierung Richtet sich nach dem Krankheitsbild und der Darreichungsform
Wichtig! Äpfel immer mit Schale verzehren oder weiterverarbeiten. Äpfel nicht eiskalt essen, sie könnten Magen und/oder Leberbeschwerden auslösen.
Nebenwirkungen und/oder Kontraindikationen keine (cave: Apfelallergie) Folgende aus Äpfeln hergestellte Produkte sind im Handel erhältlich:
getrocknete Apfelscheiben, Apfelsaft, Apfelessig, Apfeltee (rot / grün), Apfelmost, Apfelwein, Apfelweinmolke, Fertigarzneimittel (Apfel-Essig-Kapseln, Tabletten, Pulver)
Literatur Hense, W.: Welche Heilpflanze ist das?. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co.KG, 2007, Madaus Dr. G.: Lehrbuch der Biologischen Heilmittel. 1938 Ernst Schneider: Nutze die Heilkräfte der Natur, Saatkorn-Verlag, 1985 The Herbal Encyclopaedia, The Waltz Ark: 2001-2008 Rev. Dr. Waltz, ND, DD, CNC, CTN www.aok.de, www.wikipedia.de, www.gelbe-liste.de, www.forum-naturheilkunde.de, www.gardnerian.de, www.natuerlich-gesund-online.info, www.presse.dak.de, lexikon-alternativ-heilen.de, www.kraeuter-apotheke.net, www.imedo.de
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