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Gerhard Valerius, Heilpraktiker
Die Viszerale Osteopathie befaßt sich mit gezielten Untersuchungs- und Behandlungstechniken für die Organe der thorakalen-abdominalen und der Beckenkavität.
Die Organe in der thorakalen- abdominalen und Beckenkavität sind im Verhältnis zu einander beweglich. Pathologische Erkrankungen können diese Beweglichkeit stören und einschränken. Dies wird als viszerale Fixation bezeichnet. Kann der Körper diese viszeralen Fixationen nicht kompensieren oder ausgleichen, so können daraus funktionelle Störungen entstehen. Aufgabe der viszeralen Osteopathie sowie der gesamten Osteopathie ist es, diese Fixationen zu finden, zu erkennen, um dann mit viszeralen Techniken die Bewegungsverluste der Organe aufzuheben, bzw. die ursprünglichen physiologischen Funktionen wiederherzustellen. Im physiologischen Zustand ist das Organ dank seiner Ligamente, Mesenterien, Faszien und sonstiger Gewebe, die es miteinander verbinden und es beweglich halten.
Fixationen beschränken sich nicht nur auf das Organ selbst, sondern auch auf die Nachbarorgane, auf die Wirbelsäule, auf das Becken, auf die Extremität bis hin zum Kranium.
Die Organe weisen verschiedene Arten von Bewegung auf, die von folgenden Systemen gesteuert werden:
1. die vom autonomen Nervensystem gesteuerten Bewegungen wie z.B. der Atemrhythmus, der kardiovaskuläre Rhythmus und die Peristaltik der Eingeweide
2. die vom vegetativen Nervensystem gesteuerten Bewegungen über den kranialen und sacralen Parasympathikus und Sympathikus.
3. die vom Zentralen Nervensystem gesteuerten Bewegungen über das periphere Nervensystem (Spinalnerv), welches die Skelettbewegung steuert.
4. den primären respiratorischen Mechanismus (kranialer Rhythmus), der für die zirkulierende Bewegung des Liquors zuständig ist.
In der viszeralen Osteopathie unterscheiden wir folgende Organbewegungen:
1. Motrizität Die Motrizität ist eine passive Verlagerung von Organen, hervorgerufen durch die Willkürmotorik des Bewegungsapparates. Beim Gehen, Laufen oder Rumpfbeugen müssen die Organe und viszerale Strukturen sich mitbewegen. 2. Mobilität Unter Mobilität versteht man die Bewegung zwischen 2 Organen oder die Bewegungen zwischen Organ und Rumpfwand, im Einklang mit dem Diaphragma thorakolumbalis und der Atmung. So bewegt sich die Niere pro Atemzug ca. 3 cm nach kaudal (tgl. ca. 500m). 3. Motilität Die Motilität ist eine intrinsische (embryonale) Eigenbewegung der Organe.
Wie die Organe in den 3 Körperhöhlen an ihrem Platz bleiben, geschieht durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Kräfte.
Haltgebende oder bindende Elemente sind:
1. Das Doppelblatt-System von Pleura, Pericard und Peritoneum (parietales und viszerale Blatt)
2. Das Ligamentäre System z.B. zwischen der Leber und dem Zwerchfell
3. Die Mesenterien, die die Organe an die Leibeswand befestigen.
4. Die Omentas (Netze), welches Falten des Bauchfells (Peritoneum) sind und zwei Organe miteinander verbinden (Omentum minor, zwischen Leber und Magen)
5. Der Turgor und intrakavitäre Druck als Eigendruck des Organs, bzw. der Organe zueinander.
Unter Berücksichtigung klassischer schulmedizinischer Untersuchungsmethoden setzen wir dann osteopathische Befunde und Untersuchungstechniken ein. Mit Hilfe von Mobilitätstests kontrollieren wir die Verschieblichkeit, die Elastizität und die Mobilität des Organs, bzw. der Organe und Körperregionen. Mit Hilfe von Motilitäts-Tests kontrollieren wir die feinen embryonalen Bewegungen des Organs. Mit diesen Tests versuchen wir, Störungen und Fixationen aufzufinden, die nicht nur die Beweglichkeit des oder der Organe behindern, sondern auch die Ursache für Störungen und Probleme z.B. von Rückenschmerzen sein können. Die Aufgabe einer viszeralen Behandlung (osteopathischen Therapie) ist es, vorhandene Adhäsionen zu lösen, die Bewegung des Organes zu verbessern, Tensionen und Spasmen zu reduzieren oder aufzulösen, sowie dem Organ ein neues Gleitlager zu geben. Dies geschieht mit speziellen viszeralen Handgriffen, das können direkte Mobilitäts- Techniken sein, die wir ggf. mit Atemtechniken kombinieren.
Feine fasziale und myofasziale Techniken bieten weitere Möglichkeiten, viszerale Strukturen zu mobilisieren bis hin zu den sehr sensitiven embryonalen Motilitäts-Techniken für die Organe.
Viszerale Manipulationen haben nicht nur eine isolierte Auswirkung auf das zu behandelnde Organ, viel mehr wird durch eine viszerale Behandlung der gesamte Organismus (parietale und kraniale Strukturen) beeinflußt.
Eine viszerale Behandlung beeinflußt die Flüssigkeitszirkulation (Vene, Lymphe, Liquor, Arterie und Verdauungssäfte), die Produktion von Hormonen und chemischen Substanzen, die Psyche sowie das Immunsystem.
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