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Werner Kleiner Schlüsselwörter Kreatin, Leistungssport, Muskulatur, Ausdauer-Belastung, Herz, neuromuskuläres System, Gehirn, Nervenzellen, biologisches Schlankheitsmittel, Obstipation, Blaseninkontinenz, Arthrose, Rekonvaleszenz, Immunsystem
Zusammenfassung Kreatin ist als solches, sowie als Phosphat, Bestandteil von Muskel- und Nervenzellen sowie von Knochenzellen und Knorpel und kommt natürlich auch in der entsprechenden Nahrung vor. Es wirkt u.a. als Energiespender in der Skelettmuskulatur, im Myokard, in der glatten Muskulatur und in Nervenzellen.
Nach Glukose und Sauerstoff gilt Phospho-Kreatin als der wichtigste Energieträger im Gehirn. Die Mitochondrien der Nervenzellen funktionieren durch optimale Bereitstellung von Kreatin besser und schneller, und das vorzeitige Absterben von Gehirnzellen wird verzögert. Die physiologischen Wirkungen von Kreatin sind insgesamt erstaunlich vielseitig: - Verbesserung der Sprint- und der Ausdauerleistung bei Sportlern, Verkürzung der Erholungszeiten nach hartem Training - Vermehrung der Muskelmasse durch Vergrößerung des Muskelfaserdurchmessers (Typ II) - Regulation der Herztätigkeit bei Arrythmie nach einem Herzinfarkt und Herzstärkung bei chronischer Myokardinsuffizienz - Kreatin behebt hartnäckige Verstopfung - Kreatin stärkt das Immunsystem - Verkürzung der Rekonvaleszenzdauer - Auch bei Schlankheitskuren wurde es erfolgreich eingesetzt (Erhöhung der fettfreien Körpermasse). - Bei magersüchtigen Patienten ist ein Versuch mit Kreatin angezeigt. Das Kreatin ist seit mehr als 150 Jahren bekannt; im Körper eines Erwachsenen sind etwa 100 bis 120 Gramm der Substanz enthalten und diese findet sich vorwiegend in den Muskeln und im Gehirn. Das energiereiche Phospho-Kreatin wird für die Muskelkontraktion und für die energetische Versorgung der „Ionenpumpen“ in den Zellmembranen und in den Membranen der Zellorganellen benötigt. Leistungssport Im Gegensatz zum Doping ist die Einnahme von Kreatin nicht illegal; es wird über Leistungs- und Ausdauersteigerungen bis zu zwanzig Prozent berichtet, außerdem erholt sich die Muskulatur schneller. Glatte Muskulatur Darmtätigkeit und Blasenkontrolle werden unter Kreatingabe verbessert; auch der Blutkreislauf wird intensiviert, was sich durch spürbar wärmere Extremitäten äußert. Wachstum und Mineralisierung von Knochen und Knorpel Tierversuche zeigen, dass Kreatin auch für Knochen und Knorpel förderlich ist: Knochenzellen wachsen und mineralisieren deutlich besser, d.h. dass eine schnellere Heilung von Knochenbrüchen zu erwarten ist und der Verlauf der Osteoporose im Alter gebremst werden könnte. Schutzwirkung von Kreatin auf Hirn und Nerven Das Enzym Kreatinkinase, das Kreatin in die energiereiche Verbindung Phospho-Kreatin umwandelt, ist auch im Gehirn und in den Nervenzellen in relativ hohen Mengen vorhanden, besonders in den Hirnregionen, die für die Koordination von Bewegungen und für Lernen und Gedächtnisfunktionen zuständig sind. Die Erkenntnisse über den positiven Effekt von Kreatin auf die Hirnleistungen lassen hoffen, dass es eines Tages gelingen könnte, bestimmte neuro- degenerative Veränderungen wie z.B. Morbus Alzheimer oder Multiple Sklerose durch Kreatin zu lindern. Fruchtbarkeit Kreatinkinase kommt in den Spermienzellen in ziemlich hoher Konzentration vor, was z.B. bei in vitro-Befruchtung für die Spermienbeweglichkeit und -geschwindigkeit von Bedeutung ist. Immunsystem Die Makrophagen (Freßzellen) brauchen für die Phagozytose ebenfalls Phospho-Kreatin. Bestimmte Krebszellen konnten in Tierversuchen durch Kreatin deutlich gehemmt werden. Vitalitätssteigerung Insgesamt steigert die regelmäßige Einnahme von Kreatin die Lebensqualität, das gilt insbesondere für Personen, die unter physischem oder psychischem Streß stehen, sowie für Wiedergenesende, die nach längerer Bettlägerigkeit an Muskelmasse verloren haben.
Kreatin als Nahrungsergänzung Die natürlichen Vorräte an Kreatin sind begrenzt, daher ist es sinnvoll, bei zusätzlichem Bedarf (im Alter, in der Rekonvaleszenz, bei Schwäche und bei Sportlern) dem Körper zusätzliches Kreatin zuzuführen. Kreatin aktiviert auch den Organismus bei Herzerkrankungen, unterstützt die Arthrosetherapie und die Mineralisierung der Knochen. Ferner liefert es auch frische Energie für geistige Arbeit und aktiviert die Darmfunktion.
Das Präparat Kreatin energie plus® (Hersteller: Köhler Pharma GmbH, Alsbach) ist als Nahrungsergänzung in der Apotheke erhältlich. Eine Tablette enthält 1 g Kreatin und 30 mg Vitamin C.
Dosierung: 2 mal täglich 1 bis 2 Tabletten lutschen oder kauen.
Der Wirkstoff Kreatin ist eine körpereigene Substanz, ist also bei sachgemäßer Anwendung frei von Nebenwirkungen.
Literatur Römpp, Chemie Lexikon, Thieme-Verlag Silbernagel und Despopoulos, Taschenatlas der Physiologie, Thieme-Verlag Löffler und Petrides, Physiologische Chemie, Springer-Verlag Schmidt-Tesch, Susanne, Kreatin, Lebenselixier und Kreativität, CO med 8/00 Der Allgemeinarzt, 7/2000, S.553 IS Institut für Sporternährung, Bad Nauheim: Kreatin – das Energieshuttle als natürlicher Leistungsförderer 1/2000 Bröningmann, M., Spitzenleistungen – ohne Übersäuerung. MOVE 12, 19-21, 1995 Reilich, P. et al., Kreatinmonohydrat bei neuromuskulären Erkrankungen, Nervenheilkunde 1/2002
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