|
Die überarbeiteten Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) vom 23. Juli 2004 weisen die Impfung gegen Varizellen inzwischen als generelle Routineimpfung für alle Kinder im Alter von 11 bis 14 Monaten aus.
In den USA gibt es seit 1995 die allgemeine Empfehlung zur Windpockenimpfung. 9 von 10 Kinder werden geimpft (so die Zahlen einer aktuellen Studie aus einem der Beobachtungsregionen des Varicella Active Surveillance Project der Centers of Disease Control and Prevention in der Nähe von Los Angeles. Statt ca. 3.000 Erkrankungen 1995 wurden im Jahr 2000 noch 521 Windpockenerkrankungen bekannt. Darunter befanden sich 312 Erkrankungen von geimpften Kindern.
Der Anteil dieser sog. Durchbrucherkrankungen liegt bei etwa 60 Prozent (gegenüber einem Prozent 1995). Man muß davon ausgehen, daß es nur eine begrenzte Langzeitimmunität durch den Impfstoff gibt. Der Impfstoff wurde offenbar ohne genügende Erprobung und ohne seine mittel- geschweige denn langfristige Wirkung auf den Menschen in den Markt gegeben.
Bedrohlich aber ist, daß sich durch die Impfungen das Erkrankungsalter nach hinten verschiebt: 1995 erkrankten die meisten Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren. Im Jahr 2004 lag der Erkrankungsgipfel bei den geimpften Kindern bei etwa 6 bis 9 Jahren, bei den ungeimpften Kindern teilweise sogar bei 11 Jahren. Das ist eine bedenkliche Entwicklung, da das Komplikationsrisiko der Windpocken mit zunehmendem Alter steigt. Die Mitautorin der Studie Jane Seward von der CDC erklärte, daß das Risiko der Hospitalisierung um den Faktor 10 bis 15 steige, wenn Erwachsene an Windpocken erkranken. Nach Literaturangaben liegt auch das Sterberisiko bei Erwachsenen um den Faktor 23 bis 29 höher als bei Kindern, die allerdings sehr selten sterben (Case-Fatality-Rate 1/100.000 nach Lancet 2006; 368: 1365-76).
Auszug aus: Windpocken: Schneller Wirkungsverlust des Impfstoffes, 15.03.2007; rme/aerzteblatt.de
|