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Wer durch den Mund atmet, leitet kalte Luft direkt zum Kehlkopf und zu den Bronchien. Die körperliche Abwehrkraft funktioniert in diesem Fall sehr mangelhaft, und Keime aller Art können sich breitmachen. Anders bei der Nasenatmung: Die Luft wird erwärmt, bevor sie Kehlkopf und Bronchien erreicht. Außerdem gibt die Nasenschleimhaut Feuchtigkeit ab und vermindert so die Austrocknung des Rachenraumes. Die obersten Luftwege sind außerdem mit speziellem Gewebe ausgekleidet, das imstande ist, verschiedene Krankheitserreger unschädlich zu machen. Es ist also in vielen Fällen nicht die äußere Kälte, welche den Leuten zu schaffen macht, sondern jene, die den Kehlkopf direkt erreicht. Vom richtigen Atmen hängt deshalb sehr viel ab. Beginnende Erkältungen müssen sofort behandelt werden. Dazu sind in den meisten Fällen keine stark wirkenden Arzneimittel wie Antibiotika nötig. Als äußerst wirksam haben sich folgende Maßnahmen erwiesen: Trinken von heißem Holunderblüten- oder Lindenblütentee, angereichert mit Holundersaft und Vitamin-C-haltigen Säften aus Sanddorn, Orangen, Zitronen. Warme Bäder mit Zusätzen aus Heublumen, Thymian und anderen aromatischen Kräutern. Diese Anwendungen werden am Abend gemacht, denn sie fördern das heilende Schwitzen während der Nacht. Eine kalte Abwaschung am nächsten Morgen ist von Vorteil. Gurgelmittel haben oft den Nachteil, daß sie den Hals austrocknen. Nicht so das Koch- und Meersalz, sofern pro Glas (2 dl lauwarmes Wasser) nicht mehr als ein gestrichener Teelöffel genommen wird. Zur Verstärkung der Wirkung können noch 10 Tropfen Myrrhentinktur hinzugefügt werden. Diese Mischung - mehrmals täglich angewandt - wirkt abschwellend und verringert die Halsschmerzen. Tritt eine hartnäckige Heiserkeit auf, bringt das Lutschen von kandierten Ingwerwurzeln rasche Linderung. Mit diesen Maßnahmen, die für ansonsten gesunde Personen gedacht sind, lassen sich fast alle Erkältungen kurieren. Wer am dritten Tag noch keine Besserung verspürt, sollte einen Behandler konsultieren. Wie man mit dem Schnupfen fertig wird Schnupfen, auch Rhinitis oder Nasenkatarrh genannt, ist eine weitverbreitete, vorwiegend von Viren hervorgerufene, ansteckende Erkrankung. Die Krankheit selbst trotzt jeder Behandlung. Man muß sich deshalb mit der Bekämpfung der Symptome begnügen. Vielfach werden Tropfen und Salben angewendet. Diese Mittel lassen zwar die Schleimhaut abschwellen, trocknen diese aber gleichzeitig aus. Bei längerfristigem, chronischem Gebrauch können die Schleimhäute Schaden nehmen. Es kann sich sogar ein nicht mehr harmloser, chronischer Schnupfen entwickeln. Mit einigen einfachen Tricks kann sich jedermann seine Schnupfenzeit erträglich gestalten. Vielfach wird der Fehler gemacht, sich die Nase sehr oft und kräftig zu putzen. Solches Tun ist einer raschen Heilung abträglich, weil die Schleimhäute unnötig gereizt werden. Zudem können durch den entstehenden Druck Krankheitskeime ins Mittelohr gelangen und dort eine schmerzhafte Entzündung verursachen. Diese Gefahr wird wesentlich vermindert, wenn die Nase immer nur einseitig geschneuzt wird. Niemals soll Nasensekret nach hinten gezogen werden. Dadurch gelangen immer wieder neue Schübe von unerwünschten Viren in den hinteren Rachenraum. Lästiges Niesen quält die Leidenden zusätzlich. Bei diesem Vorgang verschließt der weiche Gaumen den Nasen-Rachen-Raum für kurze Zeit. Ausgelöst durch einen plötzlich auftretenden Reflex wird der Verschluß gesprengt, und die Luft tritt explosionsartig durch die Nase aus. In diesem Fall wird die Verbreitung der Keime aus dem Rachen in den Nasenraum begünstigt. Dies kann erheblich reduziert werden, wenn beim Niesen die Zunge an den Gaumen gelegt wird. Die Luft kann dann nicht durch die ohnehin lädierten Nasengänge austreten. Manchmal sollte der Niesreiz unterdrückt werden können. Nichts einfacher als das: Man legt einen Finger auf die Oberlippe. Diese kleine Aufmerksamkeit werden auch Ihre Mitmenschen zu schätzen wissen, denn wer wird schon gerne angesteckt! Trockene, überheizte Luft setzt die Widerstandskraft der Atemwege gegen Infektionen herab. In Wohn- und Arbeitsräumen sollte deshalb während der kalten Jahreszeit die Luft dauernd befeuchtet werden. Gebrauchte Taschentücher sind Infektionsherde. Solche aus Papier sind deshalb am Platz. Sie gehören in geschlossenen Räumen keinesfalls in den Papierkorb, sondern in den Abfalleimer. Wer regelmäßig in die Sauna geht, wird den Schnupfen fast nur noch vom Hörensagen kennen. Ist die Erkrankung bereits ausgebrochen, sollte die Sauna nicht besucht werden. Zur Vorbeugung ebenfalls bewährt hat sich die tägliche, kalte Gesichtsdusche am Morgen. Es versteht sich von selbst, daß der Organismus sich nur dann gegen Infektionen erfolgreich wehren kann, wenn er gesund und vitalstoffreich ernährt wird und weder einen Mangel an Mineralstoffen noch Vitaminen aufweist. „Vorbeugen nach Pfarrer Kneipp“ Keine Angst vor Grippe Schon das Wort „Grippe" versetzt nicht wenige in Angst und Schrecken. Alle möglichen Bezeichnungen tauchen auf wie etwa Schweinegrippe, russische, asiatische und viele andere. Allen Arten gemeinsam ist die Ursache, nämlich Viren. Diese Erreger lassen sich weder mit Antibiotika noch mit Sulfonamiden wirksam bekämpfen. Darum suchen manche ihr Heil in der Schutzimpfung. Abgesehen davon, daß für jede Virusart ein anderer Impfstoff benötigt wird, ist die Schutzwirkung nicht 100prozentig. Ist eine Virusart im Anzug, gegen die nicht geimpft wurde, ist sie wirkungslos. Die Naturheilkunde kennt hervorragende Möglichkeiten, um die Krankheit zu kurieren. Eine davon ist herausgegriffen: Sobald die Grippe sich mit Temperaturerhöhung, Zerschlagenheit, oft mit Kopf- und Gliederschmerzen bemerkbar macht, gehört der Patient/die Patientin ins Bett. Im Anfangsstadium keine fiebersenkenden Mittel einnehmen! Dafür viel heißen Tee aus Linden- und Holunderblüten trinken, möglichst warm zudecken und zusätzlich Wärmeflaschen verwenden. Nach 1 bis 2 Stunden ist der erste Schweißausbruch vorbei, das entstandene Fieber trägt wesentlich zur Heilung bei. Die Kranken werden abgetrocknet und bekommen kühle Wadenwickel mit Essigzusatz. Diese Prozedur wird am zweiten evtl. dritten Tag wiederholt. Körpertemperatur mehrmals täglich kontrollieren. Bleibt das Fieber länger als drei Tage über 39 Grad - was selten ist -, dann ärztliche Hilfe anfordern. Zwischen den Schwitzkuren viel kühle Getränke zu sich nehmen, vor allem verdünnte Obst- und Gemüsesäfte, wenig essen, Rohkost bevorzugen. Unterstützung des Heilungsprozesses mit Echinacea-Präparaten. In speziellen Fällen, z.B. bei schweren Kreislaufstörungen sowie bei Hochbetagten, empfehlen wir, ärztlichen Rat einzuholen. Die Krankheit ist bekanntlich ansteckend. Daran sollten auch jene denken, die trotz Grippe am Arbeitsplatz erscheinen. Einige Tage Bettruhe ist sicher besser und nützt allen mehr. (Von Hans-Rudolf Locher.) Gegen Husten ist mehr als ein Kraut gewachsen Das wichtigste Begleitsymptom fast aller Erkältungskrankheiten, mit denen wir uns in der kalten Jahreszeit herumplagen müssen, ist der Husten. Mal tritt er als überaus lästiger Reizhusten auf, mal um den zähen Bronchialschleim abzuhusten und oft auch als Stick-, Krampf- oder Keuchhusten. Bei all diesen Hustenformen helfen zahlreiche Heilpflanzen als Tee oder in Form von galenischen Zubereitungen wie Tropfen, Säfte, Salben oder Inhalationen. Da aber Husten, wie schon angedeutet, nicht gleich Husten ist, muß man, um erfolgreich zu sein, das rechte Kraut auswählen. Reizhusten Wer beim Wechsel vom warmen Zimmer ins Freie, oder auch nur von einem warmen in einen kalten Raum, plötzlich von Hustenanfällen geplagt wird, oder anhaltend husten muß, wenn er kalte Luft etwas zu schnell durch den Mund eingeatmet hat, wem dabei sogar die Augen tränen, der leidet unter einem unangenehmen Reizhusten. Manchmal bekommt man auch ohne Vorwarnung beim Sprechen einen heftigen und länger anhaltenden Hustenanfall. Die Ursache sind angegriffene Rachen- oder Bronchialschleimhäute, die auf die oben genannten Reize mit Husten reagieren. Beseitigt man diese Reizempfindlichkeit, so ist der Husten zumeist auch bald verschwunden. Hierfür eignen sich Heilpflanzen mit einem sehr hohen Schleimgehalt, weil der Pflanzenschleim sich schützend über die erkrankten Schleimhäute legt, die unter dieser Schutzschicht ausheilen können. Die Zahl schleimhaltiger Heilpflanzen ist recht groß, doch sollte man nur diejenigen verwenden, die überdurchschnittlich viel Schleim enthalten. Meine Favoriten sind Eibischwurzeln, Malvenblüten, Spitzwegerichblätter und Huflattichblätter. Auch das Isländische Moos schätze ich sehr. Husten mit zähem Bronchialschleim Man hört ein Röcheln beim Ein- und Ausatmen, verspürt einen Hustenreiz, doch gelingt es nicht oder sehr schwer, den festsitzenden Schleim abzuhusten. Gelingt es, die Bronchien von diesem zähen Schleim zu befreien, verschwindet auch der Husten. Aber auch hier helfen Heilpflanzen, die sich durch ihren Gehalt an Saponinen auszeichnen; Saponine verflüssigen den Schleim, heben ihn von der Bronchialschleimhaut ab, so daß er leicht abgehustet werden kann. Meine Favoriten sind Wollblumen, Primelwurzeln und als mithelfende Zusätze Spitzwegerichblätter, Linden- oder Holunderblüten. Auch Fenchelfrüchte sind geeignet. (Königskerzenblüten-Tee - d. Red.) Krampfartiger Husten, Stick- oder Keuchhusten Diese Art von Husten kennen Asthmatiker und Patienten mit chronischer Bronchitis, vor allem aber Kinder und Jugendliche. Er tritt anfallartig auf, wobei sich die Atemmuskulatur krampfartig zusammenzieht, was große Atemnot mit sich bringt. Hier helfen Heilpflanzen mit viel ätherischem Öl, ganz besonders Thymian. Zubereitung des Tees: 1 bis 2 Teelöffel voll Teedroge werden mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergossen und 10 Minuten lang ausgezogen. Nach dem Abseihen ist der Tee gebrauchsfertig. 3 bis 5 Tassen Tee pro Tag trinken; mit Honig gesüßt. (von Otto Bogener) Quelle: CH-VGS 3/95 Entnommen aus „Der Kräuterbote“, Ausgabe IV/1997, Verband der Heilkräuterfreunde Deutschlands e.V., Engelhardterstr. 13, 49477 Ibbenbüren
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