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Hildegard Willms-Beyárd, Gesundheitsberaterin Einkaufen kann so schön sein! Doch nicht immer ist das der Fall, denn beim wöchentlichen Lebensmittelkauf stehen wir oft genug ratlos vor dem Überangebot an Waren, die nur darauf warten, in unserem Einkaufskorb zu landen. Was auf den Tisch kommt, entscheidet sich hier. Doch Augen auf beim Lebensmittel-kauf, denn auch Kleingedrucktes will gelesen sein. Oft genug auf der Rück- oder gar Unterseite der Verpackung befindet sich kleinstgedruckt die Zutatenliste des Nahrungsmittels. Es lohnt, diese aufmerksam zu studieren! Emulatoren, Konservierungsmittel, Farbstoffe, Dickungsmittel, Antioxydantien, Phosphate, Geschmacksverstärker, Schwefel- und Pökelsalze, Säuerungs- und Backtriebmittel, Stabilisatoren, Schaumverhüter, Säureregulatoren, chemisch modifizierte Stärke, Schmelzsalze und wie sie alle heißen, die Hilfsmittel der Nahrungsmittelchemie. Die E-Nummer Liste ist beachtlich lang und kaum ein Verbraucher weiß, was sich hinter den mehr als 150 Codezahlen verbirgt. Klingt E 464 - als Zusatzstoff in gefrorenen Waffeln nicht besser als Hydrooxypropylmethylcellulose? Bricht sich der Nichtchemiker bei der Bezeichnung Polyglycerinpolyricinoleat nicht die Zunge? Hört sich E472a nicht wesentlich besser an als „Mono- und Dyglyceriden von Speisefettsäuren, verestert mit Essigsäure“? Keine Sorge, das hier sind wirklich keine Rezepte aus der mittelalterlichen Hexenküche, es sind Zutaten, die wir täglich in irgendeiner Form zu uns nehmen. Manche Stoffe können bei empfindlichen Personen Allergien und Unverträglichkeiten auslösen. Der Verbraucher bleibt oft im unklaren, was er alles mit ißt und was unter Umständen seinen Organismus belasten kann; ganz besonders für Allergiker spielen Zusatzstoffe in der Nahrung eine leidvolle Rolle. Natürlich soll die Zutatenliste auf der Verpackung auch über die Zusammensetzung des Produktes informieren. Das geschieht immer in absteigender Folge der jeweiligen Gewichtsanteile. Steht zum Beispiel bei einem Getränk „Zucker, Wasser, Milchpulver, Kakaopulver, naturidentische Aromastoffe“, dann ist klar, daß Zucker der Hauptbestandteil dieses kalorienreichen Getränkes ist. Diese Angaben verschaffen bei genauerem Hinsehen trotz fehlender Mengenangabe einen Gesamtüberblick wie es um die Qualität eines Nahrungsmittels bestellt ist. Eine Ausnahmeregelung gilt für Getränke mit mehr als 1,2% Alkohol (Bier, Wein, Spirituosen). Für sie gibt es keine solche Deklarationspflicht. Auf den Flaschenetiketten bleibt unerwähnt, was sich in der Flasche verbirg, bleibt zu hoffen, daß der Spruch „Zum Wohle“ keine leere Floskel ist. Nahrungsmitteln, die von der Verpackung her kleiner als 10 Quadratzentimeter sind, brauchen ebenso nicht deklariert zu werden. Demzufolge muß die Annahme „klein aber fein“ nicht immer stimmen. Literatur: „Es ist angerichtet“ von R. Knopfleisch und A. Maywald, Droemersche Verlagsanstalt, München „Was wir alles schlucken“ vom Katalyse Institut,Rowohlt Verlag, Reinbek „ Was essen wir wirklich?“ von Susanne Lücke, Ullstein Verlag, „E- eßbar?“ von Maurice Hanssen, Goldmann Verlag.
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