Der beste Weg zur Gesundheit ist der Fußweg


Hildegard Willms-Beyárd, Gesundheitsberaterin
 
Ausreichende Bewegung ist eine der tragenden Säulen unserer Gesundheit. Bewegungsmangel, sitzende Tätigkeit und viel zu langer Aufenthalt in geheizten Räumen stellen an den Organismus hohe Anforderungen, - und das kann Ausgangspunkt vieler Beschwerden sein.
 
Frösteln, Frieren, eiskalte Hände und chronisch kalte Füße sind unangenehme und lästige Beschwerden, die wir, je nach Alter und gesundheitlicher Situation, nicht unbedingt als zum Leben „dazugehörig“ hinnehmen sollten. Ganz unabhängig von der Jahreszeit leidet jede dritte Frau und jeder vierte Mann an chronisch kalten Füßen. Natürlich kann das ganz unterschiedliche Gründe haben, (Diabetes, Raucherbein und noch vieles mehr), doch in den meisten Fällen sind kalte Füße deutliche Zeichen eines gestörten inneren Wärmehaushaltes.
 
Ungenügendes Reaktionsvermögen der Gefäße - die Fähigkeit, sich bei wechselnden Temperaturreizen zu erweitern oder sich zusammenzuziehen - ist Hauptursache für unangenehmes Frösteln und Frieren.
 
Chronisch kalte Füße, - resultierend aus der träger gewordenen Funktion unseres Wärmehaushaltes und nicht zuletzt daraus entstehende Krankheiten wie Harnwegs- und Niereninfektionen, Unterleibsbeschwerden sowie Infekte der oberen Luftwege, (Husten, Schnupfen, Angina) erfordern Gegenmaßnahmen, wollen wir nicht auf Dauer immer anfälliger werden. Die Tatsache, daß sich nach einer Stunde kalter Füße die Durchblutung der Beine um 45% verringert und die Temperatur des Rachenraums um drei Grad absinkt ( günstige Voraussetzung zur Vermehrung von Bakterien und Viren) sollte uns zum Handeln zwingen.
 
Neben genügender Bewegung, Tau- und Wassertreten stehen auch noch andere Mittel zur Verfügung, den Körper durch milde, aber regelmäßige Reize, abzuhärten. Kneippsche Schenkel- oder Kniegüsse, kaltes oder wechselwarmes Wassertreten in der Badewanne, warmes oder kaltes Abduschen der Beine, das Bürsten der Gliedmaßen bei laufender Dusche, ansteigende und wechselwarme Fußbäder, - allen gemeinsam ist die intensive Durchblutungsförderung, die letztendlich zu einer langanhaltenden Durchwärmung der Füße führt. Wem solche Wasseranwendungen aus welchen Gründen auch immer zuwider sind, kann auch durch morgendliches Trockenbürsten der Haut einen Abhärtungseffekt erreichen.
 
Abreibungen, Waschungen, Güsse, Bäder, Duschen oder Wassertreten, je nach Alter oder Gesundheitszustand sich sportlich betätigen, wandern, schwimmen, in die Sauna gehen, - all diese Maßnahmen trainieren Herz und Kreislauf sowie Hautfunktion und Wärmehaushalt, - und verbessern damit entscheidend die Immunabwehr und nicht zuletzt unsere Lebensqualität.
 
Auch wenn wir sie nicht sehen können, - unsere gesamte Körperoberfläche verfügt über feinste Temperaturfühler, die wir uns als gut funktionierende Kälte- oder Wärmereizempfänger und - sender vorstellen können. Das Temperatur- Regulationszentrum im Gehirn nimmt die von den Wärme- und Kältepunkten ausgehenden Reize auf und steuert, - vereinfacht dargestellt - je nach Bedarf die Durchblutung in den einzelnen Körperregionen. Doch mit zunehmendem Alter läßt die beschriebene thermoregulatorische Wirkung, - sofern sie nicht durch Abhärtung trainiert wird - immer mehr nach. Viele Schutz- und Anpassungsmechanismen werden mit dem Älterwerden zunehmend schwächer , das bedeutet, daß man je nach Konstitution tatsächlich eher friert, - bei einer Umgebungstemperatur, wo andere sich noch wohlfühlen.
 
Selbstverständlich spielt auch der jeweilige Gemüts- und Gesundheitszustand eine Rolle in der Wärme- oder Kälteempfindung, - und natürlich auch in ihrer Regulierung. Ist eine Erkältung oder Grippe im Anmarsch, ist uns heiß oder wir frösteln, noch bevor sich die ersten Krankheitszeichen deutlich herauskristallisiert haben. Auch das ist eine Störung des Wärmehaushaltes; psychische Einflüsse können ähnliche Reaktionen hervorrufen. Unangenehme Gänsehaut, Blässe und das Gefühl zu frieren kann sich in angst- und furchteinflößenden Situationen für den Betreffenden als deutlich wahrnehmbar einstellen. Ebenso kann starkes Hitzegefühl, verbunden mit Schweißausbruch und feuerrotem Gesicht, eine typische Reaktion auf eine ebensolche psychische Streßsituation sein.
 
Bewegungsmangel und kalte Füße geben sich die Hand! Allein schon der tägliche Aufenthalt im Freien kann ein sinnvoller Trainingsreiz sein, den man so oft wie nur möglich praktizieren sollte. Ein Fußmarsch bei Wind und Wetter- entsprechend den Temperaturen natürlich immer in zweckmäßiger Bekleidung, - bietet sich geradezu an, sich an wechselnde Temperaturreize zu gewöhnen. Je abgehärteter der Mensch, um so weniger friert er, - denn ein gut trainierter Wärmehaushalt paßt sich problemlos den jeweiligen Anforderungen an: er verträgt Wärme ebenso gut wie Kälte.
 
Literatur: „Kühler Kopf und warme Füße“ von Dr. med. Lutz Koch, Medicus-Verlag Gesundheit, ISBN 3-333-01004-6

 
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