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1. Die Initiatioren der Petition Heilpflanzen haben zu keiner Zeit versucht, mit den Heilpraktikerverbänden oder der Arzneimittelkommission der Heilpraktiker Kontakt aufzunehmen.
2. Eine einfache Prüfung des Petitions-Anliegens zeigt bereits, daß die Forderung an den Deutschen Bundestag in einer Weise formuliert wurde, daß kaum eine Chance besteht, daß die Petition den Petitionsausschuß verläßt.
3. In den meisten kettenbriefartigen Rundmails wurde ein Angstszenario beschworen: Heilpflanzen werden verboten. Diese Angabe ist unrichtig. Selbst eine TCM-Organisation, die sich nach einigen Wochen an der Petitionsaktion besteiligte, schreibt in ihrer Rundmail: Doch nach Rücksprache mit Kollegen und Apothekern besteht Einigkeit darüber, dass es definitiv noch nicht geplant ist »ein Verkaufsverbot von Heilpflanzen ab dem April 2011« zu erwirken. Es besteht also grundsätzlich zunächst keine Gefahr für die Verschreibung von nicht verarbeiteten Rohdrogen in der traditionellen Verschreibungsform. Es geht momentan um den Verkauf der in Deutschland ohnehin bereits verbotenen Fertigarzneimittel, welche im EU-Ausland noch als Nahrungsergänzung vertrieben werden dürfen. ...
4. Seit vielen Jahren werden Heilpflanzen Eu-weit registriert und können selbstverständlich frei verordnet werden, jetzt und in Zukunft.
5. Bestimmte Fertigarzneien einzelner ayurvedischer und TCM-Mittel wurden bisher in die EU eingeführt. Es kristallisiert sich heraus, daß es die Importeure und Händler aus dem EU-Ausland möglicherweise verschlafen oder versäumt haben, auf das Auslaufen der Übergangsfrist seit 2004 zu achten und zu reagieren.
6. Es ist durchaus beeindruckend, wie viele Unterzeichner mobilisiert werden konnten. Es besteht aber durch das unkoordinierte und rechtlich unklare Gesamtverfahren das hohe Risiko, daß die Naturheilkunde und die Heilpraktiker geschwächt und weniger ernst genommen daraus hervorgehen.
7. Hohen Anteil daran hat ein Trägerverband der AMK, die UDH. Sie hat im Gegensatz zu der AMK und den anderen Trägerverbänden die Petitionsaktion unterstützt. Das kann ein Verband selbstverständlich machen. Die UDH erklärte jedoch, daß sie seit einem Jahr über einen ayurvedischen Verband von der Problematik weiß, die AMK aber weder vor noch während der Aktion informiert hat. Sie ist ausgeschert ohne Informationen an die Trägerverbände der AMK und hat diese in gewisser Weise ins offene Messer laufen lassen.
Dieter Siewertsen, Heilpraktiker Vorsitzender Freie Heilpraktiker e.V.
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